Resurrection lily (Lycoris squamigera, Maxim. 1884)

Lycoris squamigera ist eine ausdauernde Zwiebelpflanze der Amaryllidaceae aus Südostchina und Korea. Ihre bandförmigen Blätter erscheinen im Frühjahr und verschwinden vor dem Sommer vollständig. Erst danach wachsen innerhalb weniger Tage die blattlosen Blütenschäfte heran. Vermutlich handelt es sich um eine alte Hybride mit sterilen Blüten, die fast ausschließlich durch Zwiebelteilung vermehrt wird.

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Wissenschaftlicher NameLycoris squamigera
GattungLycoris
OrdnungAsparagales

Resurrection lily und Surprise lily

Identität
Toxizität
moderate
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
ChinaSüdkorea
Lebensraum
Ackerränder, Böschungen, ländliche Säume und alte Gärten; meist Kulturpflanze, selten wirklich wild
Ökologischer Nutzen
Duftende Blüten werden im Spätsommer besucht, wenn wenige andere Zwiebelpflanzen blühen
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Sommerruhe
Wuchsgeschwindigkeit
5/10
Reifezeit
Sommerblüte etablierter Zwiebeln, oft 1 bis 2 Jahre nach Pflanzung oder Teilung.
Vermehrung
Teilung von Ablegern, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Luftfeuchtigkeit
40–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reicher Boden, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne ideal; leichter Halbschatten wird vertragen.
Außenbereich
Beet in voller Sonne
Pflanzgefäße
Tiefer Behälter
Erscheinungsbild
Höhe45–70 cmBreite20–40 cm
Blätter
Grün
Lycoris squamigera: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Lycoris squamigera: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Lycoris squamigera: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Lycoris squamigera: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Blüten
RosaViolettGröße6–8 cm
Lycoris squamigera: Herkunft und Verwendung — blüten 1
Lycoris squamigera: Herkunft und Verwendung — blüten 2
Lycoris squamigera: Herkunft und Verwendung — blüten 3
Lycoris squamigera: Herkunft und Verwendung — blüten 4
Lycoris squamigera: Herkunft und Verwendung — blüten 5
Wuchsform
Lycoris squamigera: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Lycoris squamigera: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Rinde
Lycoris squamigera: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Lycoris squamigera: Herkunft und Verwendung — rinde 2

Weltweite Verbreitung

Das anerkannte natürliche Areal von Lycoris squamigera liegt in Südostchina und Korea. In Japan wird die Art seit sehr langer Zeit kultiviert und ist weitgehend eingebürgert, gilt dort aber nicht als ursprünglich heimisch. In Nordamerika und Europa ist sie eine Gartenpflanze, die gelegentlich verwildert bei alten verlassenen Wohnstätten vorkommt.

  • Heimisch2
  • Eingeführt2
  • China
  • Korea
  • Japan
  • Vereinigte Staaten

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Lycoris squamigera (Lycoris squamigera Maxim., 1884) ist eine ausdauernde Zwiebelpflanze der Gattung Lycoris aus der Familie der Amaryllidaceae. POWO und USDA GRIN führen den Namen als akzeptiert und nennen Hippeastrum squamigerum (Maxim.) H.Lév. und Amaryllis hallii Baker als homotypische Synonyme. 1 6

Den auffälligen Wechsel zwischen Laub und Blüte beschreibt der englische Name Resurrection lily: Ein Blütenschaft erscheint dort, wo die Blätter schon Wochen zuvor verschwunden sind. Auch Surprise lily verweist auf dieses überraschende Auftreten. Die ebenfalls für Amaryllis belladonna verwendete englische Bezeichnung naked ladies bezieht sich auf das fehlende Laub zur Blütezeit. 2 8

Erkennung

Frühjahrslaub und Sommerblüte sind bei Lycoris squamigera klar getrennt. Die graugrünen, bandförmigen Blätter werden 15 bis 60 cm lang. Sie erscheinen im Frühjahr, vergilben und verschwinden bereits zu Sommerbeginn vollständig, bevor sich die ersten Blüten öffnen. 2 4

Im August und September wachsen steife, blattlose Schäfte innerhalb von nur vier bis fünf Tagen auf 40 bis 70 cm Höhe. Jeder trägt 4 bis 8 duftende, etwa 7 cm große, lilarosa Blüten. Ihre gewellten Blütenhüllblätter können bläulich getönt sein. Ohne begleitende Blätter wirkt die Blüte unvermittelt. Ein einzelner Schaft kann bei starkem Wind umknicken; in einer Gruppe schützen sich die Schäfte gegenseitig. 3 2

Nützliche Taxonomie

Für POWO und USDA GRIN lautet der akzeptierte wissenschaftliche Name Lycoris squamigera Maxim. Der russische Botaniker Carl Maximowicz veröffentlichte ihn 1884. Die Synonyme Hippeastrum squamigerum (Maxim.) H.Lév. und Amaryllis hallii Baker finden sich noch in älteren Gartenkatalogen. 1 7

Aujardin.info und Wikipedia beschreiben die Art als alte Hybride, möglicherweise aus Lycoris sprengeri und Lycoris longituba oder Lycoris chinensis. Dieser vermutete Kreuzungsursprung erklärt, warum die Blüten nur wenige keimfähige Samen liefern und die Vermehrung fast ausschließlich durch Zwiebelteilung erfolgt. 3 8

Lebensraum und Verbreitung

Als natürliches Herkunftsgebiet gelten Südostchina, insbesondere Jiangsu, Zhejiang und Shandong, sowie Korea. Dort wächst die Art eher an Ackerrändern und feuchten Böschungen als in geschlossenen Wäldern. 1 5

Seit sehr langer Zeit wird Lycoris squamigera in Japan kultiviert. Sie ist dort weitgehend eingebürgert, gilt aber nicht als ursprünglich heimisch: Eine lange Kulturgeschichte belegt keine Wildherkunft. Nach Nordamerika gelangte sie schon im 19. Jahrhundert als Gartenpflanze. Bei verlassenen Wohnstätten kann sie noch lange nach dem Verschwinden des früheren Gartens fortbestehen. 5 2

Mit einer Winterhärte bis USDA-Zone 5 übertrifft sie die meisten anderen kultivierten Lycoris-Arten deutlich, die oft erst ab Zone 7 gedeihen. Deshalb bleibt Lycoris squamigera in Zwiebelkatalogen für gemäßigte Regionen die einzige regelmäßig auch außerhalb milder Klimate angebotene Art der Gattung. 2 3

Lebenszyklus und Vermehrung

Während eines großen Teils des Jahres bleibt nur die Zwiebel aktiv. Nach dem Einziehen der Blätter im Frühsommer folgt eine scheinbare Ruhephase. Dann entsteht binnen weniger Tage der blattlose Blütenschaft des Spätsommers, ohne zuvor sichtbare Knospe oder Veränderung der Bodenoberfläche. Dauerhaft vernässter Boden begünstigt während dieser Ruhe die Zwiebelfäule, die wichtigste Verlustursache in Kultur. 2 4

Weil nur wenige keimfähige Samen entstehen, erfolgt die gärtnerische Vermehrung fast immer durch Zwiebelteilung im Sommer nach dem Einziehen des Laubes. Frisch gepflanzte oder geteilte Zwiebeln brauchen oft 1 bis 2 Jahre bis zur ersten Blüte, während ungestörte Horste jährlich blühen können. Die versetzte Zwiebel muss erst ihre Reserven wieder aufbauen. 3 4

Die langsame Erholung hängt unmittelbar mit dem mehrjährigen Entwicklungsrhythmus zusammen. Jedes Versetzen der Zwiebel unterbricht diesen Ablauf. Deshalb raten erfahrene Gärtner meist davon ab, einen bereits blühfähigen Horst umzutopfen oder an einen anderen Platz zu setzen. 4

Nutzen und Risiken

Als Zierpflanze wird sie vor allem in Staudenbeeten verwendet. Dort verdecken andere, breitblättrige Pflanzen das sommerliche Verschwinden des Lycoris-Laubes. Ihre späte, duftende Blüte ergänzt den fortgeschrittenen Sommergarten, wenn viele im Frühjahr blühende Zwiebelpflanzen längst eingezogen sind. 2 3

Wie bei den meisten Amaryllidaceae ist die Zwiebel giftig. Sie enthält lycorinähnliche Alkaloide, die nach Verzehr bei Menschen und Haustieren Verdauungsbeschwerden hervorrufen. Einzelne Quellen berichten von früherer Nahrungsnutzung nach langem Auslaugen. Ohne genaue Kenntnis der Zubereitung und der zum Entfernen reizender Stoffe nötigen Einweichzeit ist davon abzuraten. 4 8

Im Familiengarten verdient eine deutliche Kennzeichnung besondere Aufmerksamkeit. Nach dem Einziehen der Blätter weist bis zur Spätsommerblüte oberirdisch nichts auf die giftige Zwiebel hin. Das kann Kinder oder Tiere überraschen, die in einem scheinbar leeren Beet graben. 2

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Eine breite Auswahl deutlich unterscheidbarer Ziersorten gibt es bei Lycoris squamigera nicht. Die meisten verkauften Zwiebeln gehören zum selben Hybridklon, der seit Jahrzehnten durch Teilung verbreitet wird. Die Schreibweise Lycoris × squamigera erscheint gelegentlich in Katalogen als Hinweis auf diesen Kreuzungsursprung. 8

Besonders leicht lässt sich die Art mit Amaryllis belladonna verwechseln. Auch diese blüht duftend und blattlos, stammt jedoch aus Südafrika und ist weniger winterhart. Innerhalb der Gattung unterscheiden sich Lycoris radiata mit ihren roten, schmalgliedrigen Blüten und Lycoris squamigera farblich deutlich. Beide zeigen aber den ungewohnten Ablauf aus Laubentwicklung und erst späterer Blüte. 2 7

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Lycoris squamigera giftig?

Ja. Die Zwiebel enthält lycorinähnliche Alkaloide, wie sie bei Amaryllidaceae verbreitet sind. Ihr Verzehr kann bei Menschen und Haustieren Verdauungsbeschwerden auslösen.

Warum verschwinden die Blätter vor der Blüte?

Bei Lycoris squamigera treten Laub und Blüte zeitlich getrennt auf. Die Blätter wachsen im Frühjahr und vergilben im Sommer. Erst mehrere Wochen später erscheinen die blattlosen Blütenschäfte.

Lässt sich Lycoris squamigera aussäen?

Das gelingt selten. Die Art gilt als alte Hybride mit wenig fruchtbaren Blüten. Fast immer wird sie durch Zwiebelteilung statt durch Aussaat vermehrt.

Wo eignet sich ein Standort im Garten?

In einem sonnigen Staudenbeet mit nährstoffreichem, durchlässigem Boden. Breitblättrige Begleitstauden können das sommerliche Verschwinden ihrer Blätter verdecken.

Wann blüht eine frisch gepflanzte Zwiebel erstmals?

Nach Pflanzung oder Teilung dauert es oft 1 bis 2 Jahre bis zur ersten Blüte. Die Zwiebel muss sich zunächst wieder etablieren und sollte dabei nicht erneut versetzt werden.

Was unterscheidet sie von Amaryllis belladonna?

Beide Arten blühen duftend und ohne Laub. Amaryllis belladonna stammt jedoch aus Südafrika und ist weniger winterhart. Die ostasiatische Lycoris squamigera verträgt deutlich kältere Winter.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.