Acker-Gauchheil (Lysimachia arvensis, (L.) U.Manns & Anderb. 2009)

Acker-Gauchheil (Lysimachia arvensis), lange zur Gattung Anagallis gerechnet, ist ein einjähriger Ackerbegleiter der Primulaceae. Er wächst auf Äckern, in Gärten und an Wegrändern Europas, Westasiens und Nordafrikas. Seine kleinen scharlachroten oder blauen Blüten öffnen sich nur bei klarem Wetter. Dieses Verhalten erklärt den Vergleich mit einem Wetteranzeiger.

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Wissenschaftlicher NameLysimachia arvensis
GattungLysimachia
OrdnungEricales

Acker-Gauchheil und Scarlet pimpernel

Identität
Toxizität
Mäßig giftig für Vieh; Hautkontakt kann reizen
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Einjährige Kräuterpflanze · Halbfrucht
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Einjährig
Herkunft
FrankreichEuropaNordafrikaWestasien
Lebensraum
Äcker, Brachen und Wegränder; sandige und gestörte Böden
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Blüte von April bis Oktober; Kapseln ab Frühsommer
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Tolerierter Temperaturbereich
Winterhärte
Windverträglichkeit
Samen und Kapseln werden durch Wind und Regen verbreitet
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Bodenarten
Leichter Sandboden, Entwässerter Boden, Gestörter Boden
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Volle Sonne; leichter Halbschatten wird vertragen
Außenbereich
Beet in voller Sonne, Straßenrand, Feldrand
Erscheinungsbild
Höhe5–30 cmBreite15–40 cm
Blätter
Grün
Blüten
RotOrangeBlauGröße1–1.5 cm
Früchte
Braun
Rinde
Grün

Weltweite Verbreitung

Der WCVP nennt als natürliches Areal von Lysimachia arvensis Europa bis Zentralasien und zum Himalaja sowie Nordafrika bis Äthiopien und zur Arabischen Halbinsel. Heute ist die Art auf fast allen Kontinenten eingebürgert.

  • Heimisch4
  • Eingeführt4
  • Europäisches Frankreich
  • Europa
  • Nordafrika
  • Westasien
  • Vereinigte Staaten
  • Australien
  • Südamerika
  • Südliches Afrika

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Acker-Gauchheil (Lysimachia arvensis (L.) U.Manns & Anderb., 2009), lange in der Gattung Anagallis geführt, ist eine akzeptierte Art der Primulaceae. Eine molekulare Stammbaumanalyse zeigte, dass die frühere Gattung Anagallis innerhalb von Lysimachia liegt. Dies begründete die Übertragung des Namens im Jahr 2009. 1 7

Mit den französischen Namen „mouron rouge“, „mouron des champs“ und „mouron commun“ ist dieselbe Pflanze gemeint, die auf Englisch Scarlet pimpernel heißt. Die französische Bezeichnung „miroir-du-temps“ verweist auf das wetterabhängige Öffnen ihrer Blüten. Für die eindeutige Zuordnung über Sprachgrenzen hinweg dient der wissenschaftliche Name. 2 3

Als einjähriger Ackerbegleiter lässt sich Acker-Gauchheil vor allem an zwei Merkmalen erkennen: dem vierkantigen Stängel und den kleinen schwarzen Punkten auf der Blattunterseite. Seine mäßige Giftigkeit für Vieh und die Ähnlichkeit mit Vogelmiere machen eine sorgfältige Bestimmung besonders wichtig. 3

Erkennung

Niedrig und ausgebreitet wächst Lysimachia arvensis mit vierkantigen Stängeln von 5 bis 30 cm Länge, unter günstigen Bedingungen auch darüber. Die gegenständigen, ungestielten Blätter sind eiförmig. Kleine schwarze Drüsenpunkte auf der Unterseite liefern oft den entscheidenden Unterschied zu ähnlich aussehenden Pflanzen. 2 4

Einzeln in den Blattachseln stehen 10 bis 15 mm breite Blüten. Meist sind sie scharlachrot mit purpurfarbenem Zentrum; blaue Formen sind im Gelände seltener. Nur bei genügend Licht, gewöhnlich am Vormittag, öffnen sie sich. Vor Regen oder am Tagesende schließen sie sich wieder. 2 3

Bei der Frucht handelt es sich um eine kugelige Deckelkapsel. Zur Reife zwischen August und Oktober auf der Nordhalbkugel öffnet sich ihr Deckel. Zahlreiche kleine Samen werden durch Wind oder Regen verstreut, wenn sich der Stängel unter ihrem Gewicht neigt. 5

Nützliche Taxonomie

Den akzeptierten Namen Lysimachia arvensis (L.) U.Manns & Anderb. erhielt die Art 2009, nachdem molekulare Untersuchungen die Eingliederung von Anagallis in Lysimachia begründet hatten. Das Basionym Anagallis arvensis L. 1753 ist in Gartenliteratur und Bestimmungswerken weiterhin häufig, besonders in Veröffentlichungen vor diesem Gattungswechsel. 1 8

Mehrere unterhalb der Artebene beschriebene Taxa ordnet der WCVP demselben akzeptierten Namen zu, darunter:

  • Lysimachia arvensis var. caerulea (L.) Turland & Bergmeier, die historische blaue Form;
  • Lysimachia arvensis subsp. parviflora (Hoffmanns. & Link) Peruzzi, eine Unterart;
  • Lysimachia arvensis f. latifolia (L.) B.Bock, eine botanische Form.

Lange galt die nahe verwandte Lysimachia foemina, früher Anagallis foemina, als bloße blaue Farbform des Acker-Gauchheils. Molekulare Analysen behandeln sie inzwischen als eigene Art, die Lysimachia monelli nähersteht als Lysimachia arvensis. 7 6

Lebensraum und Verbreitung

Nach den Angaben des WCVP reicht das natürliche Areal von Lysimachia arvensis von Europa über Zentralasien bis zum Himalaja. Hinzu kommen Nordafrika bis Äthiopien und die Arabische Halbinsel. 1

Auf Äckern, Brachen, an Wegrändern und auf gestörten Böden findet Acker-Gauchheil geeignete Standorte. Leichte, sandige Substrate werden deutlich bevorzugt. Auch Dünen und andere Küstenflächen gehören zu seinen Lebensräumen. 3 2

Durch die Landwirtschaft des Menschen gelangte die Art auf fast alle Kontinente und bürgerte sich dort ein. Der Atlas of Florida Plants führt sie in den Vereinigten Staaten als nicht heimisch, aber etabliert. GBIF sammelt Nachweise von fünf Kontinenten. 4 6

Lebenszyklus und Vermehrung

Abhängig von den örtlichen Bedingungen beschreibt der WCVP Lysimachia arvensis als einjährig oder zweijährig. Die Blüte reicht vom Frühjahr bis zum Herbst und erreicht auf sonnigem Boden im Sommer ihren Höhepunkt. 1 2

Genügend Licht ermöglicht das Öffnen der Blüten, meist zwischen 8 und 15 Uhr. Vor Regen oder bei Einbruch der Dunkelheit schließen sie sich. Dieses stärker vom Licht als von einer festen Uhrzeit abhängige Verhalten erklärt den überlieferten Vergleich mit einem Wetteranzeiger. 3

Ausschließlich Samen sorgen für die Vermehrung. Nach der Befruchtung reift die Kapsel und öffnet ihren Deckel. Die Samen fallen zu Boden oder werden durch Wind verbreitet. Die entstehende Samenbank erklärt, warum die Pflanze auf wiederholt bearbeiteten Flächen regelmäßig erneut erscheint. 5

Nutzen und Risiken

Frühere Heilpflanzenanwendungen umfassten äußerliche Behandlungen langsam heilender Wunden und den Einsatz als schleimlösendes Mittel. Gelegentlich wurde die Pflanze auch innerlich gegen Juckreiz oder Rheuma angewendet. Wegen ihrer Saponine lässt sich eine solche innerliche Anwendung heute nicht empfehlen. 3

Für die Giftwirkung sind vor allem Saponine verantwortlich. In hoher Dosis verursacht die Aufnahme Verdauungsbeschwerden bei Vieh. Die Samen sind für manche Säugetiere und Vögel leicht giftig. Bei empfindlichen Menschen kann der Kontakt mit den Blättern außerdem eine Dermatitis auslösen. 3

Eine verlässliche Nahrungsnutzung ist für diese Art heute nicht belegt; PFAF nennt keine zuverlässige kulinarische Zubereitung. Kleine Kinder und Haustiere sollten deshalb von Gartenbereichen ferngehalten werden, in denen die Pflanze in großer Menge wächst. 3

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Zu den dokumentierten Farbformen zählen die typische scharlachrote und eine seltenere blaue Form, die der WCVP als Lysimachia arvensis var. caerulea einordnet. Diese blaue Form darf nicht mit der heute separat anerkannten Lysimachia foemina verwechselt werden. 8 7

Vogelmiere, Stellaria media, ist im Gelände der häufigste Verwechslungspartner. Sie wächst ebenfalls an Ruderalstandorten und teilt im Französischen einen Teil des gebräuchlichen Namens. Ihr runder Stängel mit einer einzelnen Haarlinie und ihre weißen Sternblüten unterscheiden sie klar vom vierkantigen Stängel und den scharlachroten oder blauen Blüten des Acker-Gauchheils. 4

Innerhalb der Primulaceae gibt es auch gärtnerisch genutzte Pflanzen mit ganz anderem Wuchs. Dazu gehören kriechende, als Bodendecker kultivierte Lysimachia-Arten sowie die Gartenprimeln. Mit ihnen verbindet den Acker-Gauchheil vor allem die botanische Verwandtschaft. 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Acker-Gauchheil giftig?

Er enthält Saponine. In größeren Mengen aufgenommen verursacht er bei Vieh Verdauungsbeschwerden. Hautkontakt mit den Blättern kann bei empfindlichen Personen Reizungen auslösen.

Warum schließen sich die Blüten des Acker-Gauchheils?

Sie reagieren auf Licht und Feuchtigkeit. Meist öffnen sie sich vormittags bei klarem Wetter und schließen sich vor Regen oder am Tagesende. Daher der Vergleich mit einem Wetteranzeiger.

Wie unterscheidet er sich von Vogelmiere?

Stellaria media hat einen runden Stängel mit einer einzelnen Haarlinie und weiße sternförmige Blüten. Lysimachia arvensis trägt einen vierkantigen Stängel und einzelne scharlachrote oder blaue Blüten in den Blattachseln.

Sind roter und blauer Gauchheil dieselbe Art?

Nicht grundsätzlich. Neuere molekulare Untersuchungen behandeln Lysimachia foemina als eigene Art statt als bloße blaue Farbform von Lysimachia arvensis.

Warum wurde Anagallis in Lysimachia umbenannt?

Eine molekulare Stammbaumanalyse zeigte, dass die Gattung Anagallis innerhalb von Lysimachia liegt. Seit 2009 lautet der akzeptierte Name Lysimachia arvensis (L.) U.Manns & Anderb.

Gilt Acker-Gauchheil in Frankreich als invasiv?

Nein. Dort ist er heimisch und ein verbreiteter Begleiter von Kulturäckern, keine invasive gebietsfremde Pflanze.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.