Pfennigkraut (Lysimachia nummularia, L. 1753)

Pfennigkraut (Lysimachia nummularia L., 1753) ist eine kriechende Staude der Primulaceae aus Europa bis Südwestsibirien. Seine niederliegenden Stängel wurzeln an jedem Knoten und tragen gegenständige runde Blätter. Darauf verweist der Artname nummularia, lateinisch für münzartig. Im Sommer erscheinen einzelne gelbe Schalenblüten in den Blattachseln. Außerhalb Europas als Zierpflanze eingeführt, ist die Art in manchen nordamerikanischen Feuchtgebieten invasiv geworden.

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Wissenschaftlicher NameLysimachia nummularia
GattungLysimachia
OrdnungEricales

Pfennigkraut, Creeping Jenny, Moneywort und Herb twopence

Identität
Toxizität
Keine Giftigkeit für Katze, Hund und Mensch bekannt; Pferdestatus unbelegt
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Halbimmergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichDeutschlandVereinigtes KönigreichRussland
Lebensraum
Gräben, Feuchtwiesen, Ufer und Moore, oft auf Kalkboden; in Kultur auch auf trockeneren Böden
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Sommerblüte von Juni bis September; seltene Fruchtbildung mit wenigen Kapseln
Vermehrung
Stecklingsvermehrung von Stängeln mit Knoten, Teilung
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Kalkhaltiger Boden, Feuchter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Viel Umgebungslicht bieten, ohne direkte Sonne auf den Blättern.

Volle Sonne bis Halbschatten
Außenbereich
Gartenbeet, Pflanzung im Schatten, Offener Boden
Pflanzgefäße
Hängender Topf, Pflanzgefäß
Erscheinungsbild
Höhe5–10 cmBreite10–50 cm
Blätter
Grün
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GelbGröße1.5–2.5 cm
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Wuchsform
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Lysimachia nummularia reicht vom gemäßigten Europa bis Südwestsibirien und zur Nordwesttürkei. Außerhalb dieses Gebiets wurde die Art weit verbreitet eingeführt und wird vielerorts als Zierpflanze kultiviert. In nordamerikanischen Feuchtgebieten ist sie örtlich invasiv.

  • Heimisch4
  • Eingeführt3
  • Invasiv1
  • Frankreich
  • Deutschland
  • Vereinigtes Königreich
  • Westrussland
  • Kanada
  • Neuseeland
  • Australien (Victoria)
  • Vereinigte Staaten

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Pfennigkraut (Lysimachia nummularia L., 1753) ist eine ausdauernde Pflanze der Gattung Lysimachia in der Familie der Primulaceae. Die französischen Namen „herbe aux écus“ und „Monnoyère“ beziehen sich wie der deutsche Name auf die runden Blätter. Sie stehen paarweise an den niederliegenden Stängeln und erinnern an kleine Münzen. 3 1

Wörtlich bedeutet das lateinische Artepitheton nummularia „münzartig“. Darauf verweisen auch die englischen Namen Moneywort und Herb twopence. Der englische Name Creeping Jenny kann dagegen verwirren: Gelegentlich wird er auch für die botanisch nicht näher verwandten Kriechpflanzen Convolvulus arvensis und Glechoma hederacea verwendet. 4

Erkennung

Einen kräftig wachsenden, kriechenden Teppich bildet Lysimachia nummularia. Das Laub bleibt je nach Winterhärte des Standorts immergrün oder halbimmergrün. Die niederliegenden, vierkantigen Stängel wurzeln an jedem Knoten und können sich in einer günstigen Saison 60 bis 150 cm weit ausbreiten, ohne eine klar begrenzte natürliche Endbreite. 3 4

Nur wenige Zentimeter messen die gegenständigen, kreisrunden bis rundlich eiförmigen Blätter. Gelegentlich tragen sie kleine schwarze Drüsenpunkte. Der Laubteppich bleibt mit etwa 5 bis 10 cm niedrig, während die Stängel weit darüber hinaus am Boden entlangwachsen. 4 2

Etwa 2 cm Durchmesser erreichen die gelben Schalenblüten. Sie stehen einzeln in den Blattachseln, niemals in Ähren oder Trauben. Der Kelch hat breite Zipfel; die fünfzipfelige Krone ist fein drüsig. Die Blütezeit reicht von Juni bis September. 5 3

Nützliche Taxonomie

Seit der phylogenetischen Klassifikation APG III von 2009 gehört Lysimachia nummularia zu den Primulaceae. Zuvor wurde sie in den Systemen APG und APG II bei den Myrsinaceae geführt. Unabhängig von dieser Familienzuordnung bleibt der wissenschaftliche Artname ein verlässlicher Bezugspunkt für die Bestimmung. 5 1

Als botanische Synonyme werden unter anderem folgende historische Namen geführt:

  • Ephemerum nummularia (L.) Schur, ein historischer Gattungsname;
  • Lysimachia nummularia var. festiva E.Fourn. ex Bélézé, eine Varietätsbezeichnung;
  • Lysimachia repens Stokes, ein weiteres Synonym.

Für eine eindeutige Zuordnung ist der akzeptierte Name Lysimachia nummularia L. maßgeblich. Er trennt die Art von historischen Synonymen und ähnlich klingenden gärtnerischen Bezeichnungen. 3 1

Lebensraum und Verbreitung

Vom gemäßigten Europa bis Südwestsibirien und zur Nordwesttürkei reicht das natürliche Areal der Art. Sie besiedelt dort Gräben, Feuchtwiesen und Ufer und bevorzugt deutlich kalkhaltige Böden. In Frankreich ist sie fast überall verbreitet, wird im Süden aber selten. 1 3

Durch ihre Verwendung als Zierpflanze gelangte Lysimachia nummularia außerhalb des Herkunftsgebiets nach Nordamerika und bürgerte sich dort ein. Heute gilt sie dort örtlich als invasiv, besonders in Feuchtgebieten und an Teichen. Schon liegen gebliebene Stängelstücke nach dem Jäten können erneut anwachsen und die Beseitigung erschweren. 4

Dem örtlich invasiven Status in Nordamerika steht der regionale Schutz im französischen Limousin gegenüber. Dieselbe Art kann in einem Teil ihres Areals heimisch und geschützt, in einem anderen dagegen eingeführt und invasiv sein. 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Fast ausschließlich auf vegetativem Weg vermehrt sich Lysimachia nummularia. Ein Stängelfragment, das an einem Knoten Wurzeln bildet, genügt für einen neuen Teppich. Das erklärt ihre rasche seitliche Ausbreitung. 3

Geschlechtliche Fortpflanzung kommt vor, spielt jedoch eine geringere Rolle. Nach Insekten- oder Selbstbestäubung entstehen Kapseln, die als selten und kürzer als der Kelch beschrieben werden. Eine reiche Fruchtbildung ist bei dieser Art also anders als bei vielen anderen Primulaceae nicht die Regel. 5 3

Zu den Inhaltsstoffen zählen mehrere Phenolsäuren, die auch bei der verwandten Lysimachia vulgaris vorkommen. Für die Phenolsäuren von Lysimachia nummularia sind keine toxischen Folgen dokumentiert. Sie stehen jedoch im Zusammenhang mit vereinzelten traditionellen Anwendungen in der Volksheilkunde. 4

Nutzen und Risiken

Frost bis −15 °C wird im Garten vertragen. Das erklärt die häufige Verwendung in gemäßigten Klimaten, sowohl in Staudenbeeten als auch an Teichrändern. 2

Vorwiegend wird Pfennigkraut als Zierpflanze genutzt: als Bodendecker in frischen Beeten, am Teichrand oder als Wasserpflanze im Uferbereich. Die Sorte Aurea mit goldgelbem Laub wächst weniger aggressiv als die Wildform und erhielt einen Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society. Diese Auszeichnung kennzeichnet als gartentauglich beurteilte Pflanzen. Die Sorte eignet sich auch für Hängegefäße. 4

Ein Giftstoff ist für Lysimachia nummularia nicht dokumentiert. Die Art steht weder auf der Liste giftiger noch auf der Liste ungiftiger Pflanzen der ASPCA für Katzen. Sie wird daher als Gartenstaude ohne bekanntes Risiko für Katzen, Hunde oder Menschen eingeordnet; ihr Status bei Pferden bleibt nicht dokumentiert. 7

Das wichtigste mit der Art verbundene Risiko ist damit ökologischer Art. Weil sie in manchen Feuchtgebieten außerhalb Europas invasiv wird, sollte ihre Ausbreitung an Teichen oder natürlichen Wasserläufen begrenzt werden. 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Mit Pfennigkraut wird regelmäßig Glechoma hederacea verwechselt, eine kriechende Lamiaceae mit runden Blättern. Die Blüte unterscheidet beide deutlich: blauviolette Blüten in Ähren bei Glechoma hederacea, einzelne gelbe Schalenblüten bei Lysimachia nummularia. Auch der Blattrand hilft: bei der ersten Art ist er gekerbt, beim Pfennigkraut glatt. 6

Zusätzliche Verwirrung stiftet der englische Name Creeping Jenny. Mitunter bezeichnet er auch Convolvulus arvensis, eine windende Ackerpflanze ohne nähere botanische Verwandtschaft mit Lysimachia nummularia. Vor einem Kauf oder einer Bestimmung im Gelände verhindert die Prüfung des Binoms eine Verwechslung mit dieser Ackerwinde. 4

Bei Aurea handelt es sich um eine gärtnerische Auslese und keine eigene Art. Ihr goldgelbes Laub, der kompaktere Wuchs und die geringere Ausbreitung sind dort vorteilhaft, wo die grüne Wildform für ein kleines Beet zu kräftig wächst. 4

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Pfennigkraut invasiv?

Außerhalb seines europäischen Herkunftsgebiets gilt es örtlich in Nordamerika als invasiv, besonders in Feuchtgebieten und an Teichrändern. In Frankreich ist es dagegen heimisch und im Limousin geschützt.

Ist Pfennigkraut für Tiere giftig?

Für diese Art ist kein Giftstoff dokumentiert. Sie steht weder auf der ASPCA-Liste giftiger noch auf der Liste ungiftiger Pflanzen für Katzen. Daher wird sie als Staude ohne bekanntes Risiko für Katzen, Hunde oder Menschen behandelt; für Pferde ist der Status nicht dokumentiert.

Lässt sich Pfennigkraut am Teich oder im Aquarium kultivieren?

Ja. Es eignet sich als Teichrand- oder Wasserpflanze für den Uferbereich, besonders die Sorte Aurea, die weniger stark wächst als die Wildform.

Wie unterscheidet sich Pfennigkraut von Glechoma hederacea?

Aus der Entfernung ähneln sich beide kriechenden Pflanzen. Glechoma hederacea hat jedoch gekerbte Blätter und blauviolette Blüten in Ähren; Lysimachia nummularia besitzt glattrandige Blätter und einzelne gelbe Schalenblüten.

Braucht Pfennigkraut viel Licht?

Nein. Es verträgt volle Sonne ebenso wie Halbschatten. An hellen Standorten blüht es reichlicher, im Schatten breitet sich das Laub stärker aus.

Warum erinnert der Name an Geldstücke?

Die runden Blätter sitzen paarweise an den niederliegenden Stängeln und erinnern an kleine Münzen. Auf diese Form bezieht sich auch der französische Name herbe aux écus.

Wie lässt sich die Ausbreitung im Garten begrenzen?

Eine eingegrabene Begrenzung oder Kübelkultur bremst die selbstständige Bewurzelung der Stängel. Am zuverlässigsten ist es, über die gewünschte Fläche hinauswachsende Teile regelmäßig zu entfernen.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.