Noni (Morinda citrifolia, )
Noni (Morinda citrifolia) ist ein Strauch oder kleiner Baum der Rubiaceae aus Südostasien und Nordaustralien, heute im gesamten tropischen Pazifik verbreitet. Glänzende Blätter mit Haarbüscheln an den Verzweigungen der Blattadern und eiförmige, reif gelblich weiße Früchte kennzeichnen die Art. Deren Geruch nach ranzigem Käse erklärt den englischen Namen Cheese fruit.
WeiterlesenNoni, Indischer Maulbeerbaum, Nono, Nonibaum, Indian mulberry und Cheese fruit






© Foto
(c) ytw, some rights reserved (CC BY-NC), uploaded by ytw · cc-by-nc
Zinnia Xu · cc0
潘立傑 LICHIEH_PAN · cc-by
Taken Apr 17, 2019 by OTS - O. Vargas (cc-by-nc-sa)
Taken Nov 4, 2022 by Ibnu yusan (cc-by-sa)
Taken Aug 9, 2017 by Tela Botanica − Sylvain PIRY (cc-by-sa)
© copyright of the Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew.
Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Morinda citrifolia reicht vom tropischen und subtropischen Asien bis nach Nordaustralien. Polynesische Seefahrer nahmen die Art als Kanupflanze durch den Pazifik mit. Je nach Insel handelt es sich um natürliche Vorkommen, alte Einführungen oder jüngeren kommerziellen Anbau.
- Heimisch5
- Eingeführt2
- Indonesien
- Malaysia
- Philippinen
- Indien
- Australien (Queensland und Northern Territory)
- Französisch-Polynesien
- Hawaii
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Noni (Morinda citrifolia L., 1753), auch Indischer Maulbeerbaum genannt, wächst als Strauch oder kleiner Baum der Gattung Morinda. Er gehört zu den Rubiaceae, den Rötegewächsen, und damit zur Familie des Kaffeestrauchs. Linné beschrieb die Art 1753 in Species Plantarum. Plants of the World Online erkennt diesen wissenschaftlichen Namen weiterhin an. 1 2
Die Handelsbezeichnung Noni ist vergleichsweise jung: Sie ersetzte den tahitischen Namen Nono, als der Fruchtsaft in den 1990er-Jahren auf den westlichen Markt kam. Der Name Indischer Maulbeerbaum kann eine falsche Verwandtschaft nahelegen. Gemeinsam ist den Früchten lediglich eine oberflächliche Ähnlichkeit, denn echte Maulbeeren (Morus) gehören zur eigenständigen Familie Moraceae. 11
Erkennung
Eine kegelförmige Krone und graubraune Rinde prägen Morinda citrifolia, der meist 3 bis 8 m, gelegentlich 10 m hoch wird. Seine Pfahlwurzel dringt tief in den Boden ein. Dieses tief reichende Wurzelsystem erklärt, weshalb ein gut eingewachsener Baum Trockenheit überstehen kann. 5
Gegenständig angeordnete, glänzende Blätter sind elliptisch bis lanzettlich und erreichen 15 bis 50 cm Länge sowie 5 bis 17 cm Breite. Auf ihrer Unterseite sitzen kleine Haarbüschel dort, wo die Seitennerven vom Mittelnerv abzweigen. Diese als Domatien bezeichneten Strukturen bieten ein zuverlässiges Merkmal zur Bestätigung der Art. 5
Weiße, duftende Blüten stehen in kugeligen Köpfchen an 1 bis 4 cm langen Stielen in den Blattachseln. Daraus entsteht ein fleischiger Fruchtverband, ein Synkarp: Dutzende kleiner Blüten eines Köpfchens verschmelzen zu einer gemeinsamen Masse. Die polygonalen Felder der reifen Oberfläche spiegeln diesen Aufbau wider. Zunächst grün, wird die Frucht später durchscheinend gelblich weiß und riecht nach ranzigem Käse, weshalb sie auf Englisch Cheese fruit heißt. 5 4
Nützliche Taxonomie
Bevor sich Morinda citrifolia als akzeptierter Name durchsetzte, wurden für die Art mehrere andere botanische Namen verwendet. Zu den wichtigen Synonymen gehören:
- Morinda tinctoria Noronha, botanisches Synonym
- Morinda citrifolia var. bracteata (Roxb.) Kurz, botanisches Synonym
- Morinda citrifolia var. potteri O.Deg., botanisches Synonym
- Samama citrifolia (L.) Kuntze, botanisches Synonym
Der Name Morinda tinctoria verweist auf die Verwendung der Wurzel zum Färben. Er findet sich noch in Teilen der älteren botanischen und gärtnerischen Literatur. Als wissenschaftlicher Bezugspunkt gilt weiterhin Morinda citrifolia, unabhängig davon, welcher historische Name in einer älteren Beschreibung steht. 1 3
Lebensraum und Verbreitung
Von tropischen und subtropischen Teilen Asiens reicht das natürliche Areal von Morinda citrifolia bis nach Nordaustralien. Polynesische Seefahrer führten ihn später als Kanupflanze über den Pazifik mit, ebenso wie Kokospalmen oder Pandanus. Sein Status fällt von Insel zu Insel unterschiedlich aus: heimische Bestände stehen neben alten Einführungen und jüngeren Pflanzungen für den Saftmarkt. 6 11
Küstenvegetation und sekundärer Unterwuchs nach Störungen sind typische Wuchsorte. Noni gehört auch zu den frühen Besiedlern vulkanischer Standorte sowie nährstoffarmer und salzhaltiger Böden. Gerade diese Toleranz erklärt, warum manche Risikobewertungen die Art auf degradierten Flächen als stark besiedlungsfähig einstufen. Das steht neben ihrem natürlichen Vorkommen im überwiegenden Teil ihres Verbreitungsgebietes. 4 6
In der Roten Liste der IUCN wird die Art als „nicht gefährdet“ geführt. Für ihr gesamtes Verbreitungsgebiet ist damit keine übergreifende Gefährdung identifiziert. 7
Lebenszyklus und Vermehrung
Eine ausgeprägte Winterruhe wie bei Bäumen gemäßigter Breiten fehlt Morinda citrifolia. Unter günstigen tropischen Bedingungen blüht und fruchtet er nahezu ganzjährig, ohne klaren saisonalen Höhepunkt. Eine unter guten Bedingungen gepflanzte Noni kann bereits im ersten Jahr Blüten und Früchte bilden. Diese Angaben beziehen sich auf ein ausreichend warmes Klima. 4 11
Bei der Vermehrung überwiegt die Aussaat. Die Samen keimen nach 3 bis 9 Wochen und bleiben bei Lagerung mindestens sechs Monate keimfähig. Wer Stammstecklinge verwendet, erreicht die erste Fruchtbildung schneller als bei einer aus Samen gezogenen Pflanze. 4
Nutzen und Risiken
Als Lebensmittel dienen die reifen Früchte, die jungen, protein- und vitamin-A-reichen Blätter sowie bestimmte geröstete Samen. Unreife Früchte sind stärker zusammenziehend im Geschmack und werden in Südasien für Currys und Sambals verwendet. Die reifen Früchte verarbeitet man überwiegend zu Saft, weil ihr ausgeprägter Geruch den unmittelbaren Verzehr erschwert. 4 5
Traditionelle medizinische Anwendungen betreffen die Wurzel bei Harnwegsbeschwerden, die Rinde zur Begleitung der Geburt und die Frucht bei Atemwegsleiden. Diese Angaben beschreiben überlieferte Nutzungen. Sie stellen keinen klinischen Nachweis dar, dass die betreffenden Pflanzenteile solche Beschwerden wirksam behandeln. 4
Beim Kontakt mit der Pflanze ist für Katzen, Hunde und Menschen keine Giftigkeit dokumentiert. Anders gelagert ist die Diskussion um konzentrierten Saft: Aus Österreich wurden zwei Hepatitisfälle nach langem und reichlichem Konsum berichtet. Eine größere klinische und toxikologische Untersuchung fand dagegen bei üblichen Mengen keinen Hinweis auf Leberschädigung. Beide Befunde stehen in der medizinischen Literatur nebeneinander. Sie sprechen für Vorsicht bei konzentrierten Saftkuren, ohne eine allgemeine Warnung vor jedem Pflanzenkontakt zu begründen. 10 9
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Bei Noni fehlen gefestigte gärtnerische Sorten, die mit den panaschierten Formen mancher Zierpflanzen vergleichbar wären. Im Handel unterscheidet man vor allem Pflanzen mit runden Früchten und solche mit länglichen Früchten. Es handelt sich dabei um natürliche Unterschiede der Gestalt ohne eigenen botanischen Status. 1
Bei der Bestimmung sind vor allem folgende Verwechslungen zu beachten:
- Morinda tinctoria Noronha, historisches Synonym desselben Taxons, keine eigene Art;
- Morinda royoc, eigenständige karibische Art mit wesentlich kleineren Früchten;
- echte Maulbeeren der Gattung Morus, trotz des ähnlichen Namens ohne enge botanische Verwandtschaft.
Der Geruch nach ranzigem Käse bei voller Reife, die polygonal gefelderte Oberfläche des Fruchtverbandes und die Domatien auf der Blattunterseite ergeben zusammen die zuverlässigsten Kennzeichen von Morinda citrifolia. Wer nur die Fruchtform betrachtet, übersieht zwei weitere wichtige Merkmale der Art. 5
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Morinda citrifolia L.
- International Plant Names Index (IPNI), Morinda citrifolia L.
- GBIF Backbone Taxonomy, Morinda citrifolia L.
- Plants For A Future (PFAF), Morinda citrifolia
- World Agroforestry Database, Morinda citrifolia Artporträt
- Pacific Island Ecosystems at Risk (PIER), Morinda citrifolia Risikobewertung
- IUCN Red List, Morinda citrifolia Bewertung (de Kok 2024)
- INPN, Morinda citrifolia L. 1753, noni
- West et al., World Journal of Gastroenterology, Nonisaft ist nicht hepatotoxisch
- Hepatotoxizität von NONI-Saft, Bericht über zwei Fälle
- CTAHR / University of Hawaii, Informationen zu Noni
Häufig gestellte Fragen
Ist Noni für Katzen und Hunde giftig?
Nein. Beim Kontakt mit der Pflanze oder ihrer Frucht ist für Katzen, Hunde und Menschen keine Giftigkeit dokumentiert. Nur der längerfristige Verzehr sehr hoher Mengen konzentrierten Saftes wurde beim Menschen mit seltenen Hepatitisfällen in Verbindung gebracht.
Warum riecht die Nonifrucht nach Käse?
Der Geruch nach ranzigem Käse entsteht erst bei voller Reife, wenn die grüne Frucht durchscheinend gelblich weiß wird. Dieser Geruch zeigt zugleich den geeigneten Erntezeitpunkt an.
Ist Noni ein echter Maulbeerbaum?
Nein. Der Name Indischer Maulbeerbaum bezieht sich auf eine oberflächliche Ähnlichkeit der Früchte. Morinda citrifolia gehört wie Kaffee zu den Rubiaceae, echte Maulbeeren der Gattung Morus dagegen zu den Moraceae.
Woher kommt der Name Noni?
Der tahitische Name Nono wurde bei der Vermarktung des Saftes in den 1990er-Jahren durch Noni ersetzt. Diese Marketingentscheidung setzte sich im westlichen Handel durch.
Kann sich Noni stark ausbreiten?
Einige Risikobewertungen stufen die Art auf gestörten Böden als stark besiedlungsfähig ein. Auf den meisten pazifischen Inseln ist sie jedoch heimisch. Hawaii, wo sie eingeführt wurde, bildet eine dokumentierte Ausnahme.
Lässt sich Noni in kalten gemäßigten Regionen kultivieren?
Im Freiland nicht: Der Strauch verträgt keinen Frost und nimmt bereits unter 12 °C Schaden. Unter solchen Bedingungen kommt nur ein großer Kübel im ganzjährig beheizten Gewächshaus infrage.
Welche Teile von Noni sind essbar?
Reife Früchte, junge Blätter und bestimmte geröstete Samen werden gegessen. In Südasien kommen auch unreife Früchte in Currys und Sambals; reife Früchte werden vor allem zu Saft verarbeitet.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.







