Japanische Faserbanane (Musa basjoo, )
Japanische Faserbanane (Musa basjoo) ist eine ausdauernde krautige Pflanze der Musaceae. Lange galt sie als auf den Ryūkyū-Inseln heimisch, heute wird ihr Ursprung im subtropischen Sichuan im Südwesten Chinas verortet. Anders als bei den meisten Zierbananen übersteht ihr unterirdisches Rhizom starke Fröste. Damit gehört sie zu den winterhärtesten im gemäßigten Freiland kultivierten Bananen.
WeiterlesenJapanische Faserbanane, Japanese banana, Japanese fiber banana und Hardy banana
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Musa basjoo beschränkt sich auf subtropische Waldränder und bewaldete Hänge Sichuans in Südchina. Seit Jahrhunderten wird sie in Japan, insbesondere auf Okinawa, angebaut. Dort ist sie so fest etabliert, dass sie lange als heimisch galt, bevor ihr chinesischer Ursprung erkannt wurde.
- Heimisch1
- Eingeführt3
- China (Sichuan)
- Vereinigtes Königreich
- USA (Südosten)
- Südkanada
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Japanische Faserbanane (Musa basjoo Siebold ex Miq., 1867) bezeichnet eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie Musaceae. Lange verortete man ihren Ursprung auf den Ryūkyū-Inseln im Süden Japans, wo sie zuerst in Kultur beschrieben wurde. Heute gilt Sichuan im subtropischen Südwesten Chinas als ihre Heimat. 1 7
Aus dem japanischen Pflanzennamen bashō (芭蕉) entstand das wissenschaftliche Artepitheton, noch bevor die chinesische Herkunft feststand. Bei der essbaren Musa acuminata erfriert der Scheinstamm ohne anschließenden Neuaustrieb. Musa basjoo übersteht dagegen bis zu -12 °C, weil das unterirdische Rhizom die Pflanze vor Frost schützt, während das oberirdische Laub im Winter abstirbt. 4 5
Erkennung
Eng ineinandergerollte Blattscheiden bilden den Scheinstamm, der gewöhnlich 2 bis 4 m hoch wird. Der Horst breitet sich auf 1,5 bis 3 m aus. Bis 2 m lange und 70 cm breite, sattgrüne Blätter verleihen ihm die tropische Silhouette; im Wind reißen sie entlang ihrer Mittelrippe leicht ein. 3 4
Hängende Blütenstände von über 1 m Länge tragen cremefarbene bis gelbliche Blüten unter purpurfarbenen Hochblättern. Nur ein ausgereifter Scheinstamm blüht; in kaltgemäßigtem Klima dauert das 5 bis 10 Jahre. Die folgenden grünlichen, 5 bis 10 cm langen Früchte bleiben trocken und enthalten zahlreiche schwarze Samen. Anders als Dessertbananen sind sie ungenießbar. 5 3
Nützliche Taxonomie
Für die 1867 veröffentlichte Art akzeptiert Plants of the World Online den Namen Musa basjoo Siebold ex Miq. Philipp Franz von Siebold veröffentlichte ihn selbst nie gültig. Erst der niederländische Botaniker Friedrich Anton Wilhelm Miquel sorgte für die gültige Veröffentlichung, worauf das „ex“ in der Autorenangabe hinweist. 1 2
Als wichtigstes homotypisches Synonym ist Musa japonica Sallier, 1896 verzeichnet, ein illegitimer Name. Plants of the World Online akzeptiert außerdem drei chinesische Varietäten: Musa basjoo var. basjoo, Musa basjoo var. lushanensis und Musa basjoo var. luteola. Die beiden letztgenannten stammen aus Sichuan. Die „Taiwan-Banane“, in älterer Gartenliteratur als Varietät formosana zu Musa basjoo gestellt, führt Kew heute unter Musa itinerans var. formosana, also bei einer anderen Art. Beim Vergleich alter Quellen ist diese Änderung zu beachten. 1 2 8
Lebensraum und Verbreitung
Subtropische Waldränder und bewaldete Hänge Sichuans in Südchina bilden das natürliche Areal von Musa basjoo. Wilde Bestände wurden erst lange nach der botanischen Beschreibung anhand japanischer Kulturpflanzen dokumentiert. 7 1
Seit Jahrhunderten wird die Pflanze in Japan angebaut, besonders auf Okinawa. Ihre tiefe Verwurzelung in der dortigen Kultur führte lange zur Annahme, sie sei einheimisch. Ende des 19. Jahrhunderts gelangte sie in den westlichen Gartenbau und verbreitete sich dank ungewöhnlicher Winterhärte in milden gemäßigten Regionen Europas, der USA und Südkanadas. 4 3
Ungeschützte Freilandkultur gelingt im Vereinigten Königreich nur in den mildesten Regionen. Andernorts verlangt die Art einen sonnigen, geschützten Platz. Ihre Frosthärte beruht fast vollständig auf dem Rhizom: Dieses übersteht Frost, der oberirdische Scheinstamm dagegen nicht. 3
Lebenszyklus und Vermehrung
Zwei unterschiedlich frostempfindliche Organe bestimmen das Überwintern der Japanischen Faserbanane. Der weiche oberirdische Scheinstamm stirbt bei den ersten stärkeren Frösten ab. Gut gemulcht verträgt das unterirdische Rhizom dagegen bis zu -12 °C, was Freilandkultur bis USDA-Zone 6a ermöglicht. Das Laub bleibt unter diesen Bedingungen nicht über mehrere Jahre erhalten, sondern treibt jedes Frühjahr vom Wurzelstock neu aus. 5 3
Nach seiner Blühsaison stirbt der betreffende Scheinstamm wie bei allen Bananen ab. Neue Schösslinge aus demselben Rhizom übernehmen und bilden allmählich einen dichten Horst. Diese Austriebsfähigkeit und das widerstandsfähige Rhizom ermöglichen das Überleben gemäßigter Winter trotz jährlich vollständig zerstörten Laubs. 4
Sortenechte Jungpflanzen gewinnt man durch Abtrennen der Schösslinge im Frühjahr; sie wachsen in 3 bis 6 Wochen an. Samen keimen bei 22 °C dagegen in 2 bis 24 Wochen. Die Sämlinge benötigen anschließend mehrere geschützte Jahre, bevor sie ins Freiland kommen. 4
Nutzen und Risiken
Als Zierstaude verleiht Musa basjoo Gärten in gemäßigtem Klima eine tropische Silhouette. Anders als die meisten anderen im Kübel gehaltenen Bananen muss sie dafür bei geeigneten Winterbedingungen nicht jedes Jahr eingeräumt werden. 5
Japan nutzte die Pflanze lange zur Gewinnung von Textilfasern. In Streifen geschnittene Scheinstämme wurden geklopft, gebleicht und getrocknet; daraus entstand Material für handgewebte Stoffe für Kimonos, Matten und japanisches Papier. Die traditionelle chinesische Medizin schreibt außerdem Stängeln, Blüten, Blättern und Rhizomen eine harntreibende Wirkung zu. 4
Bei der ASPCA gilt die Gattung Musa als ohne bekanntes Risiko für Katzen, Hunde und Pferde; auch für Musa basjoo ist keine Giftigkeit bekannt. Als Gefahren für die Pflanze stehen vielmehr Schädlinge wie Bananenrüssler, Blattläuse und Schildläuse sowie Pilzkrankheiten wie Anthraknose im Vordergrund. 6
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Feine botanische Merkmale, insbesondere Färbung und Größe der Blütenorgane, unterscheiden die drei von Plants of the World Online anerkannten Varietäten basjoo, lushanensis und luteola. Ihre gärtnerische Nutzung unterscheidet sich kaum; im Handel dominiert die Typusvarietät deutlich. 1
Drei ähnlich aussehende Pflanzen werden häufig verwechselt:
- Musa acuminata, eine essbare Banane mit süßen Früchten und wesentlich geringerer Kältetoleranz;
- Musa itinerans var. formosana, die „Taiwan-Banane“, in älterer Gartenliteratur lange als Varietät von Musa basjoo behandelt;
- Ensete ventricosum, die Abessinische Banane, mit ähnlichem Wuchs, aber ohne ausläufertreibendes Rhizom mit nutzbaren Schösslingen.
Nach einem Winter, der den oberirdischen Scheinstamm vollständig zerstört hat, zeigt sich ein entscheidender Unterschied: Musa basjoo bildet schon im folgenden Frühjahr aus dem Rhizom wieder einen vollständigen Blattschopf. Musa acuminata und Ensete ventricosum fehlt diese unterirdische Frosthärte. Ohne aufwendigen Schutz überleben sie einen vergleichbaren Frost nicht. 3 5
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Musa basjoo Siebold ex Miq.
- International Plant Names Index, Musa basjoo Siebold ex Miq.
- Royal Horticultural Society, Musa basjoo, Artenporträt
- Plants For A Future, Musa basjoo
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Musa basjoo
- ASPCA, Banana (Musa), Eintrag zur Giftigkeit
- NCBI Taxonomy, Musa basjoo (taxid 133197)
- Tropicos / Missouri Botanical Garden, Musa basjoo Siebold ex Miq.
Häufig gestellte Fragen
Ist die Japanische Faserbanane wirklich winterhart?
Der oberirdische Scheinstamm erfriert bei den ersten stärkeren Frösten. Das unterirdische Rhizom verträgt mit guter Mulchabdeckung dagegen bis zu -12 °C und treibt im folgenden Frühjahr vollständig neu aus. Das ermöglicht beispielsweise in weiten Teilen des französischen Mutterlands eine Freilandkultur; entscheidend sind die örtlichen Winterbedingungen.
Stammt Musa basjoo tatsächlich aus Japan?
Nein. Die erste Beschreibung bezog sich auf kultivierte Pflanzen der japanischen Ryūkyū-Inseln, daher der Trivialname. Nach heutigem Kenntnisstand stammt die Art aus Sichuan im subtropischen Südwesten Chinas.
Sind die Früchte von Musa basjoo essbar?
Nein. Anders als bei Musa acuminata, dem Vorfahren der Dessertbananen, bleiben sie trocken, wenig fleischig und voller harter schwarzer Samen. Nur die männlichen Blüten werden in Asien gelegentlich gegessen.
Wie schütze ich das Rhizom von Musa basjoo im Winter?
Eine 30 bis 50 cm dicke Schicht aus Laub oder Stroh ab den ersten Frösten reicht meist aus, um das Rhizom zu schützen. Der oberirdische Scheinstamm kann erfrieren und schwarz werden, ohne den Neuaustrieb zu verhindern.
Was unterscheidet Musa basjoo von Musa acuminata?
Musa acuminata ist eine frostempfindliche essbare Banane, auf die nahezu alle Dessertbananen zurückgehen. Die Japanische Faserbanane liefert keine essbaren Früchte, verträgt dank ihres widerstandsfähigen Rhizoms aber wesentlich strengere Kälte.
Ist Musa basjoo für Katzen und Hunde giftig?
Nein. Die ASPCA führt die Gattung Musa als ohne bekanntes Risiko für Katzen, Hunde und Pferde. Bei Musa basjoo sind keine Giftstoffe bekannt.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.

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