Pandanus (Pandanus tectorius, Parkinson 1773)

Pandanus tectorius, auch Vacoa oder Hala, ist ein kleiner zweihäusiger Baum der Pandanaceae. Er stammt von tropischen Küsten des insularen Südostasiens, Papuas, Ostaustraliens und der Pazifikinseln. Kräftige oberirdische Stelzwurzeln verankern seine dichten Bestände hinter den Stränden. Der an eine Ananas erinnernde Fruchtverband ist ein traditionelles Nahrungsmittel im Pazifik. Die langen bandförmigen Blätter dienen der polynesischen Flechtkunst, auf Hawaii Lau Hala genannt.

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Wissenschaftlicher NamePandanus tectorius
GattungPandanus
OrdnungPandanales

Pandanus, Vacoa, Hala, Tahitian screwpine und Thatch screwpine

Identität
Toxizität
Ungiftig, stacheliges Laub vorsichtig handhaben
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
PhilippinenIndonesienPapua-NeuguineaAustralienFidschiVereinigte StaatenNeukaledonien
Lebensraum
Sandküsten und Dünen hinter Stränden, Mangrovenränder, vom Meeresspiegel bis etwa 600 m Höhe
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Erntezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
5/10
Reifezeit
Stecklinge blühen ab 3–4, Sämlinge ab 15 Jahren; Fruchtreife nach 12 Monaten
Vermehrung
Steckling, Aussaat, Teilung von Ablegern
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Sehr gut, widersteht Gischt und tropischen Stürmen
Luftfeuchtigkeit
60–90 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Leichter Sandboden, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne, verträgt leichten Schatten
Innenbereich
Veranda, Helles Zimmer
Abstand zum Fenster
Etwa 1 m von einer hellen Glasfront für junge Kübelpflanzen
Außenbereich
Beet in voller Sonne, Pflanzgefäß
Pflanzgefäße
Terrakotta, Großes Becken
Erscheinungsbild
Höhe300–1400 cmBreite300–800 cm
Blätter
Grün
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißCremeGröße15–30 cm
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — blüten 1
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — blüten 2
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — blüten 3
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — blüten 4
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GelbOrangeRotGrünGröße12–20 cm
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — früchte 1
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — früchte 2
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — früchte 3
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — früchte 4
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
BraunGrün
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — rinde 2
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — rinde 3
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — rinde 4
Pandanus tectorius: Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Pandanus tectorius umfasst das insulare Südostasien, Papua, Ostaustralien und einen großen Teil der Pazifikinseln. Seit den ersten polynesischen Wanderungen wird die Art wegen ihrer Früchte und Blätter angebaut. Später verbreiteten Menschen sie weit über dieses Ursprungsgebiet hinaus. Auf manchen Inselgruppen lässt sich daher schwer zwischen heimischen und eingeführten Beständen unterscheiden.

  • Heimisch7
  • Eingeführt1
  • Philippinen
  • Indonesien
  • Papua-Neuguinea
  • Australien
  • Fidschi
  • Hawaii
  • Neukaledonien
  • Kiribati

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Pandanus tectorius Parkinson, 1773, auch Vacoa oder Hala, ist ein kleiner zweihäusiger Baum der Gattung Pandanus aus der Familie der Pandanaceae. Schon in den ersten Wachstumsjahren sichtbare Stelzwurzeln verankern ihn im Sand. Ihre massive Ausbildung unterscheidet ihn auf den ersten Blick von anderen als Zimmerpflanzen verkauften Pandanus, die keine derart kräftigen Stützen entwickeln. Die botanische Beschreibung geht auf Sydney Parkinson zurück, den naturkundlichen Zeichner an Bord von James Cooks Endeavour. Er starb 1771 auf See; seine Zeichnungen und Notizen erschienen erst 1773 nach seinem Tod. 1 3

Der französische Name Vacoa bezeichnet allgemein stachelblättrige Pandanus, die im Indischen Ozean und im Pazifik angebaut werden. Er trennt Pandanus tectorius nicht immer von verwandten Arten wie Pandanus utilis, die im Gartenhandel unter demselben Sammelnamen erscheinen. Der hawaiische Name Hala ist enger gefasst: Er bezeichnet diese Art und ihre essbare Frucht. 2

Erkennung

Ein verzweigter Stamm und kräftige Wurzeln prägen den kleinen Baum. Er erreicht gewöhnlich 3 bis 7 m, ausnahmsweise 14 m Höhe. Der oft gegabelte Stamm ruht auf massiven oberirdischen Stelzwurzeln. Sie dringen schräg in den Sand ein und geben der Pflanze auf lockerem Untergrund Halt. 7

An den Zweigspitzen stehen bandförmige Blätter spiralig angeordnet. Diese Stellung erklärt den englischen Gattungsnamen „screwpine“. Die Blätter können länger als 1 m werden. Feine Stacheln an den Rändern und an der Mittelrippe machen das Anfassen mit bloßen Händen ungeeignet. 7

Die Zweihäusigkeit von Pandanus tectorius zeigt sich deutlich an den Blütenständen. Stark duftende, kurzlebige männliche Blüten öffnen sich in großen, etwa 30 cm langen Trauben mit hellen Hochblättern. Weibliche Blüten bilden dagegen eine kompakte Masse, die vor der Befruchtung an eine junge Ananas erinnert. So lässt sich das Geschlecht einer erwachsenen Pflanze erkennen, ohne die erst Monate nach der Bestäubung folgende Fruchtbildung abzuwarten. 7

Nützliche Taxonomie

Mit dem akzeptierten Namen Pandanus tectorius Parkinson ordnen POWO und WCVP die Art einer Gattung mit mehreren Hundert Arten zu. Deren Verbreitung reicht durch die Tropen der Alten Welt von Ostafrika bis in den Pazifik. 1 2

Zahlreiche regional beschriebene Varietäten wurden später als Synonyme eingeordnet. Sie spiegeln die deutliche Variabilität innerhalb eines sehr großen Areals wider:

  • Pandanus tectorius var. littoralis (Jungh.) Martelli, synonymisierte Varietät
  • Pandanus tectorius var. douglasii (Gaudich.) Martelli, synonymisierte Varietät
  • Pandanus tectorius var. menziesii (Gaudich.) Martelli, synonymisierte Varietät
  • Pandanus tectorius var. chamissonis (Gaudich.) Martelli, synonymisierte Varietät
  • Pandanus tectorius f. laevis (Warb.) Masam., synonymisierte Form

Namen mit Bezug zu einzelnen Pazifikinseln zeichnen vor allem die Geschichte botanischer Aufsammlungen nach. Die beobachteten Unterschiede hängen stärker mit der Geografie dieser Sammlungen zusammen als mit einer tatsächlichen Vielfalt getrennter Arten. Alle genannten Formen bleiben einem einzigen akzeptierten Taxon zugeordnet. 4

Lebensraum und Verbreitung

Küsten des insularen Südostasiens, Papuas, Ostaustraliens und eines großen Teils der Pazifikinseln bilden das natürliche Areal. Es reicht vom Meeresspiegel bis etwa 600 m Höhe. Unmittelbar hinter den Stränden wächst die Art in dichten Beständen, auf reinem Sand oder salzbeeinflussten Böden am Rand von Mangroven. 7

Die IUCN bewertet Pandanus tectorius als nicht gefährdet. Die große Verbreitung und der seit langer Zeit im gesamten Pazifik betriebene Anbau sprechen gegen eine weltweite Gefährdung, auch wenn örtlich einzelne Belastungen auftreten. 5

Schon seit den ersten polynesischen Wanderungen wird die Art für ihre Früchte und Blätter kultiviert. Menschen verbreiteten sie danach weit über das engere Ursprungsgebiet hinaus. Auf manchen Inselgruppen ist deshalb nicht mehr eindeutig zu erkennen, welche Bestände ursprünglich heimisch und welche eingeführt sind. 2

Lebenszyklus und Vermehrung

Bei Sämlingen beginnt die Entwicklung mit einer niedrigen, ausgebreiteten Jugendform ohne aufrechten Stamm. Diese Phase dauert 4 bis 9 Jahre. Erst danach richtet sich der Stamm auf und wächst während weiterer 5 bis 12 Jahre bis zur ersten Blüte in die Höhe. Ein Steckling aus einem bereits bewurzelten Ableger verkürzt diesen Zeitraum erheblich: Er kann nach 3 bis 4 Jahren blühen und nach vier bis sechs Jahren fruchten. 7

Nach der Befruchtung braucht die weibliche Blüte etwa 12 Monate bis zur reifen Frucht. Diese ist ein kugeliger, rund 18 cm breiter Fruchtverband, ein Synkarp. Er besteht aus 40 bis 80 verwachsenen Steinfrüchten, sogenannten Schlüsseln, die bei der Reife gelb und dann rot werden. Die Teilfrüchte schwimmen und bleiben mehrere Monate im Meer lebensfähig. Das erklärt die natürliche Ausbreitung zwischen Inseln ohne menschliches Zutun. 7

Nutzen und Risiken

Auf mehreren Atollen des Pazifiks und Mikronesiens zählt die Frucht zu den traditionellen Grundnahrungsmitteln. Ihr süßes Fruchtfleisch wird frisch gegessen oder zu getrockneter Paste verarbeitet, auf den Marshallinseln mokwan, auf Kiribati te tuae genannt. Fett- und eiweißreiche Samen ergänzen diese Ernährung. Je nach Insel kommen junge Knospen und Luftwurzeln hinzu, eher als zusätzliche Ressource denn als alltägliches Hauptnahrungsmittel. 7

Für die polynesische Flechtkunst liefern die Blätter einen wichtigen Rohstoff. Auf Hawaii heißt diese Tradition Lau Hala. Noch heute entstehen daraus Matten, Körbe, Hüte, Segel für Auslegerkanus und Dachdeckungen. Aus den stark duftenden männlichen Blüten wird ein Blütenwasser destilliert, das dem in der indischen Küche verwendeten Kewra ähnelt. 7

Eine chemische Giftwirkung ist nicht dokumentiert, anders als bei vielen tropischen Zimmerpflanzen. Das Risiko liegt ausschließlich in den Blattstacheln. Sie können bei Ernte oder gewöhnlicher Pflege Schnittverletzungen der Haut verursachen. 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Gelegentlich trägt Handelsware die Bezeichnung 'Variegatus' und weiß gestreiftes Laub. Ob solche panaschierten Formen tatsächlich Pandanus tectorius oder einer verwandten Art angehören, hängt vom Anbieter ab und sollte vor einem Kauf geprüft werden. Im Pazifik gibt es außerdem Hunderte lokaler Fruchtauslesen. Sie sind nach Inseln benannt und unterscheiden sich besonders in der Qualität ihres Fruchtfleischs. 7

Zu Verwechslungen führen vor allem Pandanus utilis, ein verbreiteter Schraubenbaum für Innenräume mit oft weniger stacheligem Laub und gleichmäßigerem Wuchs, sowie Pandanus amaryllifolius. Letzterer ist ein viel kleinerer Strauch ohne ausgeprägte Stacheln, der wegen aromatischer Blätter kultiviert wird und in Kultur praktisch keine Früchte bildet. Der wissenschaftliche Name und die massiven Stelzwurzeln sind für Pandanus tectorius die zuverlässigeren Merkmale; die bloße Beschaffenheit des Laubs kann zwischen den drei Arten täuschen. 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Pandanus tectorius für Katzen und Hunde giftig?

Nein. Eine chemische Giftwirkung ist bei dieser Art nicht dokumentiert. Das einzige Risiko sind die Stacheln an Blatträndern und Mittelrippen, die bei der Handhabung die Haut verletzen können.

Kann man die Früchte von Pandanus tectorius essen?

Ja, wenn sie vollständig reif sind. Das süße Fruchtfleisch ist auf mehreren Pazifikatollen ein traditionelles Nahrungsmittel und wird frisch oder als getrocknete Paste verzehrt.

Warum trägt mein Pandanus tectorius keine Früchte?

Die Art ist zweihäusig; männliche und weibliche Blüten stehen auf getrennten Pflanzen. Ein einzelnes Exemplar kann regelmäßig blühen, ohne Früchte zu bilden, wenn in der Nähe kein Exemplar des anderen Geschlechts wächst.

Was unterscheidet Pandanus tectorius von Pandanus utilis?

Pandanus utilis wird häufiger als Zimmerpflanze verkauft und besitzt meist weniger stacheliges Laub und einen gleichmäßigeren Wuchs. Pandanus tectorius bleibt vor allem eine stark bewehrte Küsten- und Fruchtpflanze.

Kann Pandanus tectorius in gemäßigtem Klima im Haus wachsen?

Nur im Kübel, in einem hellen Wintergarten oder einem sehr sonnigen Raum, mit frostfreier Überwinterung. Im Freiland eignet sich gemäßigtes Klima nicht für diese streng tropische Art.

Warum stechen die Blätter von Pandanus tectorius?

An Rändern und Mittelrippe sitzen feine Stacheln. Dieses Merkmal der gesamten Gattung schützt das Laub und stellt keine chemische Giftwirkung dar.

Woher stammt der Name Hala?

Hala ist der hawaiische Name des Baums und seiner Frucht. Das Wort bedeutet auf Hawaiisch auch Vorübergehen oder Fehler. Deshalb war die Fruchtkette Lei Hala lange eher mit Abschieden als mit gewöhnlichen Festen verbunden.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.