Pandan (Pandanus amaryllifolius, Roxb. 1832)

Pandanus amaryllifolius, auch Pandan, ist eine tropische Pflanze der Gattung Pandanus aus der Familie der Pandanaceae. In ganz Südostasien wird sie wegen ihrer bandförmigen, aromatischen Blätter angebaut. Bestätigte Wildvorkommen sind bislang nicht bekannt; die Vermehrung erfolgt ausschließlich über Ableger oder Stecklinge.

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Wissenschaftlicher NamePandanus amaryllifolius
GattungPandanus
OrdnungPandanales

Pandan und Fragrant screw pine

Identität
Toxizität
Ungiftig, essbare Blätter
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Rosette · Küchenkraut
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Indonesien
Lebensraum
Feuchte Tropengärten, lichte Unterwuchsbereiche und Reisfeldränder; keine bestätigten Wildpopulationen
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
5/10
Reifezeit
Erwachsene Wuchsform mit Stelzwurzeln nach 2 bis 4 Jahren
Vermehrung
Teilung von Ablegern, Steckling
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering, vor austrocknendem Wind und Zugluft schützen
Luftfeuchtigkeit
60–80 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reiche Erde, Frischer bis feuchter Boden
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Viel Umgebungslicht bieten, ohne direkte Sonne auf den Blättern.

Helles indirektes Licht, verträgt Halbschatten
Innenbereich
Helles Zimmer, Warmhaus
Abstand zum Fenster
Etwa 40 cm von einem hellen Fenster ohne direkte Sonne
Außenbereich
Feuchte Veranda, Schattiger Innenhof
Pflanzgefäße
Großes Becken, Abflusstopf
Erscheinungsbild
Höhe100–400 cmBreite100–300 cm
Blätter
Grün
Pandanus amaryllifolius: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Pandanus amaryllifolius: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Pandanus amaryllifolius: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Pandanus amaryllifolius: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Pandanus amaryllifolius: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Wuchsform
Pandanus amaryllifolius: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Pandanus amaryllifolius: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Pandanus amaryllifolius: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Pandanus amaryllifolius: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Pandanus amaryllifolius: Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Pandanus amaryllifolius: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Pandanus amaryllifolius: Herkunft und Verwendung — rinde 2

Weltweite Verbreitung

Die genaue Herkunft von Pandanus amaryllifolius ist ungewiss. Am häufigsten werden die indonesischen Molukken genannt, gestützt auf seltene Exemplare mit männlichen Blüten. Heute wird die Pflanze in ganz Südostasien und Teilen Südasiens kultiviert; eine bestätigte Wildpopulation wurde bislang nicht dokumentiert.

  • Heimisch1
  • Eingeführt2
  • Indonesien (Molukken)
  • Südindien
  • Réunion

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Pandanus amaryllifolius Roxb., 1832, auch Pandan, gehört zur Gattung Pandanus in der Familie der Pandanaceae. Anders als bei den meisten Kulturarten sind keine bestätigten Wildbestände bekannt. Diese alte Kulturpflanze wurde über Generationen von Steckling zu Steckling weitergegeben. Ihre fast vollständige Sterilität verhindert in Kultur die geschlechtliche Fortpflanzung. Ein schräg in feuchtes Substrat gesetzter Steckling bildet nach drei bis sechs Wochen erste Wurzeln; eine Vermehrung aus Samen findet nicht statt. 1 3

Die häufigste Herkunftshypothese verweist auf die indonesischen Molukken, wo seltene Exemplare mit männlichen Blüten beobachtet wurden. Heute reicht der Anbau von Sri Lanka bis zu den Philippinen. Regional hat die Pflanze unterschiedliche Namen, darunter pandan wangi in Indonesien und Malaysia sowie dứa thơm in Vietnam. 3 5

Erkennung

Bandförmige Blätter bilden eine Rosette und stehen fächerartig in einer Spirale um den mit zunehmendem Alter verholzenden Stamm. Beschrieben werden zwei unterschiedlich kräftige Formen: eine kleine mit dünnem, 1 bis 1,6 m hohem Stamm und eine große mit breiterem Stamm von 2 bis 4,5 m Höhe. Bei letzterer können die Blätter 220 cm lang werden. Diese Größenunterschiede sind wichtig, um eine kompakte Jungpflanze nicht vorschnell für eine ausgewachsene Zwergform zu halten. 3

Die fast stachellosen Blätter von Pandanus amaryllifolius fühlen sich deutlich glatter an als die sichtbar bewehrten Blattränder vieler Zierpandanus. Lediglich nahe der Spitze bleiben winzige Unebenheiten unter einem Millimeter Größe. Dieses Merkmal lässt sich auch ohne Blüten direkt an der Pflanze prüfen. 3

Beim Zerreiben eines Blatts entsteht ein deutlicher Duft nach Duftreis oder Vanille. Dafür verantwortlich ist 2-Acetyl-1-pyrrolin, derselbe Stoff, der Basmati- und Jasminreis ihr Aroma gibt. Der Duft ist innerhalb der Gattung ein markantes Erkennungszeichen: Keine andere Pandanus-Art entwickelt beim Zerreiben einen vergleichbaren Blattgeruch. 3 5

Gut eingewachsene Exemplare bilden an der Basis verholzte Stelzwurzeln, die sie im Boden verankern und an Mangrovenbäume erinnern. Diese Wurzeln erscheinen vor allem an älteren Pflanzen; junge Topfpflanzen zeigen sie nur selten. 7

Nützliche Taxonomie

Roxburghs 1832 veröffentlichter Artname Pandanus amaryllifolius ist der akzeptierte wissenschaftliche Name. Bevor die Synonymie geklärt war, wurden für dieselbe Pflanze mehrere andere Bezeichnungen verwendet:

  • Pandanus latifolius hort. ex Zipp., älteres Synonym
  • Pandanus hasskarlii Merr., älteres Synonym
  • Pandanus odorus Ridl., älteres Synonym

In älterer gärtnerischer und wissenschaftlicher Literatur stehen diese Synonyme zum Teil weiterhin. Dadurch kann dieselbe Art von Buch zu Buch unter unterschiedlichen lateinischen Namen erscheinen. Die verschiedenen Bezeichnungen stehen hier also nicht für verschiedene Küchenpflanzen. 6 3

Für die eindeutige Zuordnung bleibt Pandanus amaryllifolius der Name der internationalen taxonomischen Verzeichnisse. Eine anerkannte Varietät oder Unterart ist derzeit nicht verzeichnet. 1 2

Lebensraum und Verbreitung

Ein abgrenzbarer natürlicher Bestand dieser Art ist nicht bekannt. Sie wächst in gemischten Tropengärten, in lichtem Unterwuchs und an Rändern von Reisfeldern oder Wasserläufen. Dort steht sie stets zusammen mit anderen Nahrungs- oder Gewürzpflanzen und ist Teil einer bewirtschafteten Umgebung. 3

Den heutigen Anbauschwerpunkt bilden sechs Länder: Sri Lanka, Thailand, Vietnam, Malaysia, Indonesien und die Philippinen. Jedes besitzt eigene gebräuchliche Namen. Wanderungsbewegungen brachten die Pflanze in weitere tropische Regionen, darunter Südindien und den Indischen Ozean. Dort bezeichnet Vacoa allgemeiner mehrere Arten der Gattung Pandanus. 3 7

Schatten verträgt die Pflanze gut. Sie entwickelt sich vor allem unter lichtem Gehölz oder am Parzellenrand und weniger in dauerhafter voller Sonne. Dadurch lässt sie sich in Hausgärten zwischen bereits vorhandenen Nutzpflanzen anbauen. 4

Lebenszyklus und Vermehrung

Die nahezu sterile Kulturpflanze Pandanus amaryllifolius bringt nur sehr selten männlich blühende Exemplare hervor. Verlässliche Fruchtbildung in Kultur ist nicht dokumentiert. Für die gewöhnliche gärtnerische Praxis stehen damit weder keimfähige Samen noch nutzbare Früchte zur Verfügung. 5 3

Ausschließlich vegetativ erfolgt die Vermehrung: Ein bereits bewurzelter basaler Ableger wird abgetrennt oder ein Stammstück schräg in feuchtes Substrat gesteckt. In beiden Fällen erfolgt die Bewurzelung innerhalb von drei bis sechs Wochen. Die Weitergabe lebender Pflanzenteile erhält diese Kulturform über die Generationen. 4

Bei einem Rückschnitt ist eine Besonderheit entscheidend: Die Zweige besitzen keine schlafenden Knospen und treiben nach einem Schnitt ins alte Holz nicht erneut aus. Regelmäßiges Ernten reifer Blätter erlaubt dagegen eine Nutzung, ohne den weiteren Austrieb der Pflanze zu gefährden. 4

Schon sechs Monate nach dem Pflanzen kann die Blatternte beginnen und über Jahre fortgesetzt werden. Kontinuierliches Pflücken hält den Wuchs niedrig und horstig. Die Pflanze entwickelt dann nicht die sonst mögliche, an eine kleine Palme erinnernde Gestalt. 4 3

Nutzen und Risiken

Als Küchengewürz aromatisieren und färben frische oder getrocknete Blätter Reis, Süßspeisen, Gelees und herzhafte Gerichte. Dazu zählt in Blätter eingewickeltes Huhn, kai ho bai toei. Auch der aus den Blättern gewonnene grüne Saft dient als natürlicher Farbstoff für Kuchen und Gebäck. 5 7

Traditionelle medizinische Anwendungen umfassen beruhigende Blattaufgüsse, eine überlieferte Nutzung bei Diabetes in Thailand sowie äußerliche Anwendungen bei Rheuma und Hautbeschwerden. Das in den Blättern nachgewiesene 4-Hydroxybenzoat senkte in einem Laborversuch den Blutzucker. Dieser einzelne Befund ersetzt keine ärztliche Beurteilung oder Behandlung beim Menschen. 4 3

Weitere Nutzungen beruhen auf dem Duft: Die Blätter dienen als natürliche Geruchsverbesserer in Räumen und Fahrzeugen, als berichtetes Abwehrmittel gegen Amerikanische Schaben sowie geflochten als Körbe oder Verpackung für Süßspeisen. Für Menschen und Haustiere ist kein Giftigkeitsrisiko bekannt. Darin unterscheidet sich die Art von vielen anderen Zimmerpflanzen. 5 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Neben der grünen Küchenform wird für Innenräume eine Variegatus genannte Form mit cremeweiß gestreiften Blättern angeboten. Ihr Zierlaub steht im Vordergrund; der Duft ist oft schwächer. Unter der Bezeichnung Petite forme gehandelte Pflanzen bleiben mit ihrem Stamm unter 1,6 m, weit unter den 4,5 m der großen Form im tropischen Freiland. 7

Besonders leicht werden die Küchenpflanzen mit Zierpandanus wie Pandanus veitchii und Pandanus utilis verwechselt. Diese besitzen gut sichtbare Stacheln an den Blatträndern und riechen beim Zerreiben nicht besonders. Fast glatte Ränder zusammen mit dem charakteristischen Duftreisgeruch kennzeichnen dagegen Pandanus amaryllifolius. 3

Auf Réunion und in weiteren französischsprachigen Regionen dient Vacoa als Sammelname für mehrere Pandanus-Arten, die zum Flechten oder Aromatisieren verwendet werden. Der Ausdruck bezeichnet deshalb nicht ausschließlich Pandanus amaryllifolius. Der wissenschaftliche Name vermeidet die Verwechslungen, die aus diesem regional weit gefassten Gebrauch entstehen können. 7 6

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Kommt Pandanus amaryllifolius wild vor?

Eine bestätigte Wildpopulation wurde bislang nicht dokumentiert. Pandanus amaryllifolius gilt als alte Kulturpflanze, wahrscheinlich von den Molukken, die seit Jahrhunderten durch Stecklinge und das Teilen von Ablegern erhalten wird.

Warum bildet diese Art keine Früchte?

Die Pflanze ist weitgehend steril. Nur selten wurden Exemplare mit männlichen Blüten beobachtet; verlässliche Fruchtbildung in Kultur ist nicht bekannt. Deshalb erfolgt die Vermehrung ausschließlich vegetativ.

Ist Pandanus amaryllifolius für Tiere giftig?

Nein. Die Blätter werden in Südostasien häufig als Gewürz und natürlicher Farbstoff genutzt. Ein Giftigkeitsrisiko für Menschen oder Haustiere ist nicht dokumentiert.

Wie unterscheidet sich Pandanus amaryllifolius von Zierpandanus?

Häufige Zierpandanus wie Pandanus veitchii und Pandanus utilis tragen gut sichtbare Stacheln am Blattrand und haben keinen besonderen Geruch. Pandanus amaryllifolius besitzt fast glatte Ränder und riecht beim Zerreiben deutlich nach Duftreis.

Woher stammt der Duft der Pandanblätter?

Das Aroma stammt vor allem von 2-Acetyl-1-pyrrolin. Derselbe Aromastoff verleiht auch Basmati- und Jasminreis ihren Duft und kommt in den Blättern in bemerkenswerter Konzentration vor.

Wie kultiviert man Pandanus amaryllifolius in gemäßigtem Klima?

Außerhalb der Tropen wächst er als Zimmerpflanze im Topf an einem hellen Fenster ohne direkte Sonne. Die Temperatur sollte über 15 °C liegen; das Substrat bleibt durchgehend feucht.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.