Perilla (Perilla frutescens, (L.) Britton 1894)

Perilla (Perilla frutescens), weithin unter dem japanischen Namen Shiso bekannt, ist ein einjähriges Lippenblütengewächs aus Ostasien. Sie wird wegen ihrer aromatischen grünen oder purpurnen Blätter kultiviert. Für die menschliche Küche ist sie essbar, für Weidevieh dagegen giftig. Kulinarische Nutzung und landwirtschaftliches Risiko müssen daher getrennt betrachtet werden.

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Wissenschaftlicher NamePerilla frutescens
GattungPerilla
OrdnungLamiales

Perilla, Shiso, Zisu, Tía tô, Deulkkae und Beefsteak plant

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen, darunter Kinder, Katzen und Hunde · Giftig : Pferde und Tiere
Pflegeaufwand
Niedrig
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Einjährig
Herkunft
IndienChinaNepal
Lebensraum
Brachen, Waldränder und Feldränder im Herkunftsgebiet; kultiviert in Gärten und Kräutergefäßen
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Erntezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Blatternte 6 bis 8 Wochen nach Aussaat; Samen im Herbst
Vermehrung
Aussaat, Steckling
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mäßig; hohe Pflanzen auf nährstoffreichem Boden abstützen
Luftfeuchtigkeit
40–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reicher Boden, Reiche Erde, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne, verträgt leichten Halbschatten
Innenbereich
Helles Fensterbrett, Aussaat unter Schutz
Außenbereich
Gemüsegarten, Beet in voller Sonne, Pflanzgefäß
Pflanzgefäße
Abflusstopf, Tiefer Behälter
Erscheinungsbild
Höhe40–120 cmBreite30–60 cm
Blätter
GrünViolett
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißViolettGröße5–15 cm
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Schwarz
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünViolett
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Perilla (Perilla frutescens): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Perilla frutescens reicht von den Ausläufern des Himalaya bis zum russischen Fernen Osten und umfasst Indien, China, Korea und Japan. Außerhalb dieses Gebiets ist die Art vielerorts eingebürgert, besonders in Nordamerika, wo sie in mehreren Regionen als invasives Unkraut gilt.

  • Heimisch3
  • Eingeführt1
  • Invasiv1
  • Indien
  • China
  • Nepal
  • Kanada
  • Vereinigte Staaten

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Perilla (Perilla frutescens (L.) Britton, 1894), besser unter ihrem japanischen Namen Shiso bekannt, ist ein einjähriges Lippenblütengewächs. Linné beschrieb die Art zunächst als Ocimum frutescens. Ende des 19. Jahrhunderts stellte Britton sie in die Gattung Perilla. 1 9

Der chinesische Name Zisu, zǐsū (紫苏), soll wörtlich „das Purpurne, das wiederbelebt“ bedeuten. Diese Deutung hängt mit einer alten medizinischen Nutzung gegen Lebensmittelvergiftungen zusammen. Die vietnamesische Bezeichnung Tía tô, das koreanische Deulkkae und das japanische Shiso benennen dieselbe Pflanze, die in Ostasien seit Jahrhunderten wegen ihrer aromatischen Blätter angebaut wird. 7 8

Erkennung

Aufrechte, krautige Pflanzen mit dem für Lippenblütler typischen vierkantigen Stängel erreichen je nach Klima und Kultur 40 bis 120 cm Höhe. Die gegenständigen Blätter sind eiförmig, gezähnt und häufig gewellt. Beim Zerreiben duften sie kräftig nach einer Mischung aus Basilikum, Minze und Anis. 3 4

Zwei Blattfarben prägen die japanische Küche: grüner Shiso (Ao-jiso) mit zurückhaltendem Aroma und purpurner Shiso (Aka-jiso) mit rotvioletter Färbung. Letztere gab der Pflanze den englischen Namen Beefsteak plant. Im Spätsommer erscheinen an den Triebspitzen weiße bis violette Blütenähren von 5 bis 15 cm Länge, gefolgt von kleinen schwarzen Samen. 4 8

Die oft 5 bis 10 cm breite Blattspreite besitzt kräftig gezähnte Ränder und mitunter eine blasig gewölbte Oberfläche, besonders bei krausen Shiso-Auslesen. Zusammen mit dem Duft unterscheiden diese Merkmale Perilla von purpurnem Basilikum mit glatteren, glänzenderen Blättern. 3

Nützliche Taxonomie

POWO erkennt Perilla frutescens (L.) Britton als akzeptierten Namen innerhalb der Lamiaceae an. Zwei häufig genannte Varietäten unterscheiden sich vor allem in ihrer gärtnerischen Nutzung: Perilla frutescens var. frutescens steht dem Wildtyp nahe. Perilla frutescens var. crispa (Thunb.) H.Deane umfasst die als Shiso verkauften Kulturformen mit gewellten Blättern. 1 2

Zu den historischen Synonymen zählen:

  • Ocimum frutescens L. (frühere Einordnung beim Basilikum)
  • Perilla ocymoides L. (historischer Artname)
  • Mentha perilloides Lam. (frühere Einordnung bei den Minzen)
  • Melissa cretica Lour. (frühere Einordnung bei den Melissen)

Diese vier Namen ordneten die Pflanze wechselweise dem Basilikum (Ocimum), den Minzen (Mentha) oder den Melissen (Melissa) zu. Sie zeigen die Ähnlichkeiten innerhalb dieser Gruppe aromatischer Lippenblütler. 7

Lebensraum und Verbreitung

Die natürliche Verbreitung von Perilla frutescens reicht von den Ausläufern des Himalaya bis zum russischen Fernen Osten und umfasst Indien, China, Korea und Japan. 1 2

Weit außerhalb ihres asiatischen Ursprungsgebiets ist Perilla eingebürgert. In Nordamerika wächst sie spontan an Straßen, Waldrändern und um Weiden. In mehreren Regionen der zentralen und südöstlichen Vereinigten Staaten wird sie als invasives Unkraut eingestuft. 3 4

Im Garten braucht Perilla nährstoffreichen, durchlässigen Boden mit leicht saurem pH von etwa 5,5 bis 6,5. Volle Sonne eignet sich gut; leichter Halbschatten wird toleriert. In gemäßigten Klimaten wächst sie als einjährige Warmzeitpflanze, wird nach den letzten Frösten gesät und stirbt beim ersten Kälteeinbruch ab. Davon unabhängig kann sie in milderen Regionen invasiv sein. 5 3

Lebenszyklus und Vermehrung

Innerhalb eines Jahres folgen Aussaat, rasches vegetatives Wachstum, Ährenblüte und Samenbildung vor dem Winter aufeinander. Frische Samen keimen am besten bei 18 bis 23 °C. Die Blüte beginnt nach guter Entwicklung unter warmen Bedingungen, häufig im Spätsommer. 7 5

Über mehr als eine Saison lassen sich die Samen schlecht lagern. Als Lichtkeimer keimen sie an der Substratoberfläche besser als unter Erde. Etablierte Perilla frutescens sät sich leicht selbst aus. Das erklärt sowohl spontane Vorkommen in Asien als auch ihren invasiven Charakter andernorts. 5 4

Wer vor der Blüte die Triebspitzen auskneift, verlängert die Blatternte. Einige bis zur Samenreife stehen gelassene Pflanzen können das Beet im Folgejahr ohne neues Saatgut wieder besiedeln. Einzelne Bereiche lassen sich so für zarte Blätter oder für die künftige Samenernte nutzen. 5

Nutzen und Risiken

Blätter, junge Triebe und Samen werden in der japanischen, koreanischen und vietnamesischen Küche roh oder gegart gegessen, als Garnitur oder eingelegt verwendet. Aus den Samen gewinnt man ein an Alpha-Linolensäure reiches Öl. 5 8

Trotz ihrer Verwendung in der Küche bleibt Perilla für Nutztiere giftig. Die gesamte Pflanze, besonders die Blütenähren, enthält Perillaketone. Bei Rindern, anderen Wiederkäuern und Pferden können sie akute Lungenschäden ähnlich einem Atemnotsyndrom verursachen, mitunter innerhalb weniger Stunden tödlich. Die Gefahr besteht bei frischen Pflanzen ebenso wie bei verunreinigtem Heu. 6 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Grüne, purpurne oder krause Shiso-Formen aus dem Saatguthandel sind gärtnerische Auslesen von Perilla frutescens var. crispa. Sie bilden keine eigenen Arten. Die Auswahl richtet sich nach der gewünschten Farbe und dem Küchenaroma. 1

Häufige Verwechslungsmöglichkeiten sind:

  • Purpurne Formen von Ocimum basilicum und Mentha spp. haben ebenfalls vierkantige Stängel. Basilikum trägt glattere Blätter und riecht eher wie grüner Basilikum. Minzen haben stärker gezähnte Blätter und einen deutlich mentholartigen Geruch.
  • Perilla frutescens var. hirtella ist eine wilde Gebirgsform aus Japan und Korea. Sie wird nicht kultiviert und ist außerhalb ihres Lebensraums selten anzutreffen. 8

Der wissenschaftliche Artname bestimmt Perilla zuverlässiger als ein bloßer Trivialname. Ebenso wichtig ist der Erntekontext: Eine Küchenpflanze im Topf hat ein anderes Risikoprofil als eine wild wachsende Perilla am Weiderand. Das gilt besonders, wenn Heu mit spontan aufgelaufenen Perillapflanzen an Tiere verfüttert werden soll. 3 6

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Perilla beziehungsweise Shiso giftig?

Für die Küche nicht: Blätter und Samen werden in Ostasien häufig gegessen. Die ganze Pflanze ist jedoch für Rinder, andere Wiederkäuer und Pferde giftig. Verantwortlich sind Perillaketone, die besonders in den Blütenähren konzentriert sind.

Was unterscheidet grünen von purpurnem Shiso?

Grüner Shiso (Ao-jiso) hat ein zurückhaltenderes Aroma und dient vor allem roh als Garnitur. Purpurner Shiso (Aka-jiso) färbt und würzt Marinaden und Umeboshi. Beide gehören zur gleichen kultivierten Varietät.

Wie unterscheidet man Perilla von purpurnem Basilikum?

Beide haben den vierkantigen Stängel der Lippenblütler. Perilla trägt jedoch stärker gewellte Blätter und duftet anders, zwischen Minze und Anis. Purpurner Basilikum riecht eher wie grüner Basilikum.

Ist Perilla invasiv?

Ja, in einigen Regionen Nordamerikas. Sie ist auf Brachen und an Weiderändern eingebürgert und wird in mehreren Bundesstaaten der zentralen und südöstlichen USA als Unkraut eingestuft.

Wann wird Perilla ausgesät?

Im Frühjahr nach Ende der Fröste. Die Samen werden oberflächlich und warm bei 18 bis 23 °C ausgesät. Unter diesen Bedingungen erfolgt eine gleichmäßige Keimung in ein bis zwei Wochen.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.