Stech-Fichte (Picea pungens, )
Stech-Fichte (Picea pungens), auch Blau-Fichte genannt, ist ein Nadelbaum der Pinaceae aus den zentralen Rocky Mountains der Vereinigten Staaten. Ihr oft bereiftes, silberblaues bis blaugrünes Nadelkleid macht sie zu einem der weltweit am häufigsten gepflanzten Zierkoniferen gemäßigter Gebiete, weit über ihr natürliches Gebirgsareal hinaus.
WeiterlesenStech-Fichte, Blau-Fichte, Blaufichte, Colorado-Fichte, Blue spruce und Colorado spruce
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Picea pungens ist auf die zentralen Rocky Mountains der Vereinigten Staaten begrenzt. Es reicht vom südlichen Wyoming und östlichen Idaho bis New Mexico und Nordarizona, je nach geografischer Breite in Höhen von 1.800 bis 3.050 m. Außerhalb dieses Areals wurde die Art zu einem der meistgepflanzten Ziernadelbäume, insbesondere im gemäßigten Europa und Asien.
- Heimisch6
- Vereinigte Staaten (Colorado)
- Vereinigte Staaten (Wyoming)
- Vereinigte Staaten (Utah)
- Vereinigte Staaten (Idaho)
- Vereinigte Staaten (New Mexico)
- Vereinigte Staaten (Arizona)
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Stech-Fichte (Picea pungens Engelm., 1879), auch Blau-Fichte, Blaufichte oder Colorado-Fichte, ist ein ausdauernder Nadelbaum der Gattung Picea aus der Familie der Pinaceae. Sie stammt aus den zentralen Rocky Mountains in Höhen von 1.800 bis 3.050 m. Das lateinische pungens bedeutet „stechend“ und beschreibt die starren, scharfen Nadeln, keinen besonderen Geruch. International heißen die Bäume auch Blue spruce und Colorado spruce. 1 6
Am Pikes Peak in Colorado entdeckte der Botaniker Charles Christopher Parry die Art im Jahr 1862. George Engelmann veröffentlichte zunächst die ungültigen Namen Abies menziesii und Picea menziesii. Die gültige Beschreibung folgte 1879, siebzehn Jahre nach Parrys Fund. 6
Erkennung
Eine deutlich pyramidenförmige Krone und waagerechte Äste prägen Picea pungens. Bei gut belichteten Solitären reichen die Äste häufig bis zum Boden. Wildbäume können 30 m überschreiten; ein Exemplar in Colorado wurde 2015 mit fast 55 m gemessen. In Zierpflanzungen bleiben die meisten Bäume zwischen 9 und 18 m. 6 3
Mit 1,5 bis 4 cm Länge sind die Nadeln starr und stechend. Ihr vierkantiger Querschnitt ist typisch für Fichten; kleine verholzte Blattpolster tragen sie rings um den Zweig. Die Färbung reicht von Blaugrün bis zu ausgeprägtem Silberblau. Eine lichtstreuende Schicht aus Epikutikularwachs erzeugt diesen Farbton, der von Sämling zu Sämling stark variiert. 2 3
Männliche Zapfen sind orangefarben und klein. Die weiblichen entwickeln sich an den Zweigenden zu hängenden Zylindern von 6 bis 10 cm Länge. Ihre dünnen, biegsamen Schuppen wechseln bei der Reife von Grün zu Hellbraun. Grauviolette bis dunkelgraue Rinde bildet bei alten Bäumen tiefe Furchen und dicke Schuppen. 2 3
Nützliche Taxonomie
Unter Picea pungens Engelm. führt Plants of the World Online die Art als akzeptiertes Mitglied der Pinaceae. Die Uneinigkeit über den gültigen Namen hielt bis ins frühe 20. Jahrhundert an. Manche Autoren verwendeten zu Ehren des Entdeckers Picea parryana, während sich schließlich Picea pungens durchsetzte. 1 6
Als nächster ähnlicher Baum im Gelände ist die Engelmann-Fichte (Picea engelmannii Parry ex Engelm.) zu beachten. Ihr Areal überschneidet sich teilweise mit dem der Stech-Fichte in den Rocky Mountains. Ihre Nadeln fühlen sich weicher und weniger stechend an; meist ist das Laub weniger stark blau bereift. 4
Lebensraum und Verbreitung
Auf die zentralen Rocky Mountains der Vereinigten Staaten beschränkt sich das natürliche Areal: südliches Wyoming, östliches Idaho, Utah, Colorado, Nordarizona und der Norden von New Mexico. Feuchte Hänge und kühle Täler zwischen 1.800 und 3.050 m Höhe bieten der Art je nach geografischer Breite geeignete Standorte. Das Klima ist kühl, der größte Teil der Niederschläge fällt im Sommer. 4 1
Entlang von Wasserläufen wächst Picea pungens oft als einziger Nadelbaum in Ufergehölzen oder zusammen mit der Gebirgs-Douglasie, Gelb-Kiefer und Kolorado-Tanne. Ihr Wurzelsystem bleibt oberflächennah. Auf durchnässtem Boden erhöht dies bei starkem Wind die Gefahr des Entwurzelns, obwohl die Standfestigkeit unter normalen Bedingungen gut ist. 4
Weit jenseits ihres Ursprungsgebiets wird Picea pungens wegen der regelmäßigen Gestalt und bläulichen Färbung als Ziernadelbaum gepflanzt, auch im gemäßigten Europa und Asien. Diese weltweite gärtnerische Verbreitung darf nicht mit dem engen natürlichen Gebirgsareal gleichgesetzt werden. Die IUCN stuft die Art als nicht gefährdet (LC) ein, unter Verweis auf ihre weite Verbreitung und das stabile natürliche Areal. 6 2 8
Lebenszyklus und Vermehrung
Die Geschlechter sind bei Picea pungens einhäusig verteilt. Männliche Strobili sitzen in der gesamten Krone, weibliche dagegen endständig an Zweigen im oberen Kronenbereich. Volle Zapfenjahre treten alle zwei bis drei Jahre auf; die Samen reifen im August desselben Jahres. 4
Auf offenem, ausreichend feuchtem Mineralboden keimen die Samen in der Natur rasch und ohne vorherige Stratifikation. Bei kontrollierter Aussaat in Kultur werden jedoch vier bis sechs Wochen Kältestratifikation eingesetzt, um einen gleichmäßigen Aufgang zu erzielen. 4 5
Besonders langsam verläuft das Dickenwachstum: Ein Stammdurchmesser von 10 bis 13 cm entspricht bei Wildbäumen einem Alter von 125 bis 135 Jahren. Die Art ist langlebig. In Cedar Breaks in Utah wurden Bäume mit einem Alter von über 460 Jahren erfasst. 4 6
Nutzen und Risiken
Zierpflanzungen als Solitär, Windschutzhecke oder Baumreihe bilden die wichtigste Verwendung. Dafür sprechen die pyramidenförmige Gestalt und die silberblaue Färbung. Begehrte blaue Sorten wie Hoopsii oder Koster werden veredelt, weil eine Aussaat die Farbe nicht zuverlässig erhält. 3 6
Eine systemische Giftigkeit für Katzen und Hunde wird in den verfügbaren Quellen nicht genannt. Die starren, spitzen Nadeln bergen vor allem mechanische Risiken beim Verschlucken oder Berühren. Deshalb werden für Weihnachtsbäume gelegentlich Arten mit weicherem Nadelkleid bevorzugt. 3 5
Gegenüber Luftverschmutzung bleibt Picea pungens empfindlich; heiße und feuchte Sommer werden schlecht vertragen. Unter diesen Bedingungen nimmt das Wachstum deutlich ab und die Anfälligkeit für Pilzkrankheiten zu. Cytospora-Rindenkrebs (Leucocytospora kunzei) befällt an geschwächten Bäumen im Nordosten der Vereinigten Staaten bis zur Hälfte des Astgewebes. 4 5
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Über 38 Sorten von Picea pungens sind erfasst, vom großen pyramidenförmigen Baum bis zur Zwergform für Steingärten. Hoopsii und Koster zeigen besonders kräftiges Silberblau. Glauca Globosa und Montgomery besitzen rundlichen Zwergwuchs für kleine Gärten, jedoch nicht die intensivste Färbung. 2 6
Zwei ähnliche Arten erschweren regelmäßig die Bestimmung: Die Engelmann-Fichte, Picea engelmannii Parry ex Engelm., hat weichere und weniger blau bereifte Nadeln. Die Weiß-Fichte, Picea glauca (Moench) Voss, besitzt graugrünes und deutlich weniger stechendes Laub. Bei ohne Sortennamen verkauften Stech-Fichten-Sämlingen besteht ein anderes Problem: Ihre tatsächliche Färbung zeigt sich oft erst nach mehreren Wachstumsjahren.
Seit 1939 ist die Stech-Fichte der offizielle Staatsbaum Colorados, wo sie am Pikes Peak entdeckt wurde. Auch Utah führte sie von 1933 bis 2014 als Staatsbaum. Wegen ihrer vergleichsweisen Seltenheit im Bundesstaat wurde sie dort anschließend durch die Amerikanische Zitterpappel ersetzt.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Picea pungens Engelm.
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Picea pungens
- NC State Extension Gardener Plant Toolbox, Picea pungens
- USDA Forest Service Silvics Manual, Picea pungens
- Plants For A Future, Picea pungens
- Wikipedia (en), Blue spruce, Taxonomie, Chemie und bemerkenswerte Bäume
- StateSymbolsUSA, Staatsbaum Colorados, Colorado Blue Spruce
- IUCN Red List, Bewertung von Picea pungens
Häufig gestellte Fragen
Warum sind manche Stech-Fichten blauer als andere?
Die silberblaue Färbung entsteht durch eine Schicht aus Epikutikularwachs auf den Nadeln. Sie variiert bei Wildsämlingen stark. Besonders blaue Sorten wie Hoopsii werden daher veredelt und nicht ausgesät, um dieses Merkmal zu erhalten.
Ist Picea pungens für Katzen oder Hunde giftig?
Die verfügbaren Quellen nennen keine systemische Giftigkeit für Katzen und Hunde. Starre, spitze Nadeln bergen vor allem bei Verschlucken ein mechanisches Verletzungsrisiko, besonders für Jungtiere.
Wie unterscheidet sich Picea pungens von Picea engelmannii?
Die Engelmann-Fichte, Picea engelmannii, besitzt weichere, weniger stechende Nadeln als Picea pungens und meist weniger stark bereiftes Laub. Beide Arten kommen in Höhenlagen der Rocky Mountains teilweise gemeinsam vor.
Wie groß wird eine ausgewachsene Stech-Fichte?
In der Natur kann die Art über 30 m hoch werden; aus Colorado ist ein fast 55 m hohes Exemplar bekannt. Als Zierbaum bleibt sie je nach Sorte und Boden meist zwischen 9 und 18 m.
Warum ist die Stech-Fichte der Staatsbaum Colorados?
Charles Christopher Parry entdeckte die Art 1862 am Pikes Peak. George Engelmann beschrieb sie 1879 wissenschaftlich. Colorado erklärte sie 1939 zum offiziellen Staatsbaum.
Verträgt Picea pungens ein heißes, feuchtes Klima?
Nein. Die Art stammt aus kühlen Gebirgen mit trockenen Sommern. Heiße, feuchte Sommer werden schlecht vertragen: Das Wachstum verlangsamt sich, und die Anfälligkeit für Pilzkrankheiten nimmt deutlich zu.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.




