Wassersalat (Pistia stratiotes, L. 1753)

Wassersalat (Pistia stratiotes) ist eine frei schwimmende Wasserpflanze der Araceae und die einzige Art der Gattung Pistia. Seine tropische Herkunft wird je nach Hypothese in Afrika oder Südamerika vermutet. Die samtigen Blattrosetten können innerhalb weniger Wochen ein ganzes Gewässer bedecken. Seit 2024 sind Einfuhr und Verkauf in der Europäischen Union verboten; außerhalb des regulierten Gebiets wird die Art weiterhin häufig in Gartenteichen und Aquarien gehalten.

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Wissenschaftlicher NamePistia stratiotes
GattungPistia
OrdnungAlismatales

Wassersalat, Grüne Wasserrose, Muschelblume, Water lettuce, Nile cabbage und Lechuguilla de agua

Identität
Toxizität
Reizt den Mund, nicht als giftig eingestuft (Calciumoxalate)
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Wasserpflanze · Rosette
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
ÄgyptenBrasilien
Lebensraum
Stehende oder langsam fließende Tropengewässer, Teiche, Bewässerungskanäle, Reisfelder und Altarme
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
10/10
Reifezeit
Ausgewachsene Rosette in wenigen Wochen, unscheinbare Blüte bei Wärme
Vermehrung
Teilung von Ablegern, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis lichter Halbschatten
Erscheinungsbild
Höhe8–15 cmBreite15–45 cm
Blätter
GrünWeiß
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißGrünGelb
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Wassersalat (Pistia stratiotes): Herkunft und Verwendung — rinde 1

Weltweite Verbreitung

Die genaue Herkunft von Pistia stratiotes ist zwischen Afrika (dem Nilbecken, aus dem sie beschrieben wurde) und Südamerika umstritten, wo sich zahlreiche pflanzenfressende Insekten mit ihr gemeinsam entwickelt haben. Heute ist sie pantropisch verbreitet und durch Aquarien- und Teichhandel in fast alle warmen Süßwassergebiete gelangt. In Frankreich und der Europäischen Union ist sie seit 2024 als invasive gebietsfremde Art reguliert.

  • Heimisch2
  • Eingeführt2
  • Invasiv4
  • Ägypten
  • Brasilien
  • Indien
  • Südafrika
  • Vereinigte Staaten
  • Australien
  • Europäisches Frankreich
  • Réunion

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Wassersalat (Pistia stratiotes L., 1753), auch Grüne Wasserrose oder Muschelblume genannt, schwimmt frei im Wasser und bildet die einzige Art der Gattung Pistia innerhalb der Araceae. 1 Seine samtige Blattrosette wurzelt nie im Substrat, anders als die meisten terrestrischen oder im Topf wurzelnden Aronstabgewächse. Carl von Linné beschrieb ihn 1753 anhand von Beständen am Nil nahe dem Victoriasee; darauf verweist der weiterhin verwendete englische Name Nile cabbage. 9

Das Artepitheton stratiotes geht auf das altgriechische stratiôtês, „Soldat“, zurück. Es verweist auf die schwertförmigen Blätter der Wassergattung Stratiotes, mit der Linné die Pflanze verglich, obwohl keine nähere Verwandtschaft besteht. 9 Der Name Wassersalat beschreibt die Ähnlichkeit der schwimmenden Rosette mit einem Salatkopf; eine botanische Verwandtschaft mit dem Gemüse besteht nicht. International finden sich auch die Namen Water lettuce und Lechuguilla de agua.

Erkennung

Eine schwimmende Rosette aus verkehrt eiförmigen, 5 bis 20 cm langen Blättern mit 5 bis 13 hervortretenden parallelen Adern kennzeichnet die Art. 9 Die hellgrüne, samtige Blattspreite trägt feine Haare, die Luftbläschen festhalten und die Rosette an der Oberfläche halten. 2

Feine, federartige Wurzeln hängen frei unter der Rosette und erreichen in tiefem Wasser bis zu 50 cm Länge. Sie stabilisieren die Lage der Pflanze und nehmen gelöste Nährstoffe auf. 9 Einzelne Rosetten werden meist 8 bis 15 cm hoch und 15 bis 45 cm breit, während zusammenhängende Teppiche binnen weniger Wochen mehrere Quadratmeter bedecken können. 2

Versteckt im Zentrum der Rosette sitzt der unscheinbare Blütenstand: Ein winziger weißer, grüner und gelber Kolben, von einer reduzierten Spatha umgeben, trägt eine einzelne weibliche Blüte und darum angeordnete männliche Blüten. 2

Nützliche Taxonomie

Die Gattung Pistia ist monotypisch, umfasst also nur eine Art. Sie steht isoliert in der Tribus Pistieae innerhalb der Unterfamilie Aroideae. 1 Diese Sonderstellung erklärt die zahlreichen regionalen Neubeschreibungen, deren Namen heute als Synonyme gelten:

  • Pistia africana C.Presl, historisches Synonym
  • Pistia amazonica C.Presl, historisches Synonym
  • Pistia brasiliensis Klotzsch, historisches Synonym
  • Pistia natalensis Klotzsch, historisches Synonym
  • Pistia obcordata Schleid., historisches Synonym
  • Pistia spathulata Michx., historisches Synonym
  • Pistia texensis Klotzsch, historisches Synonym

Zwischen 1803 und 1878 wurden diese sieben Namen in Afrika, Südamerika und den Vereinigten Staaten beschrieben. Zunächst schienen sie mehrere kontinentale Arten zu bezeichnen. Botanische Revisionen ordneten sie schließlich sämtlich der einen kosmopolitischen Art Pistia stratiotes L. zu. 1

Lebensraum und Verbreitung

Die genaue geografische Herkunft des Wassersalats bleibt umstritten. Die zuerst vom Nil beschriebene Pflanze könnte ebenso aus Südamerika stammen, wo sich mehrere pflanzenfressende Insekten seit Langem mit ihr gemeinsam entwickelt haben. 3 Die Unsicherheit verweist auf die lange Verbreitungsgeschichte: Heute kommt die pantropische Art auf allen Kontinenten außer der Antarktis vor. 9

Über den Aquarien- und Zierteichhandel gelangt Wassersalat vor allem in Gebiete außerhalb seines ursprünglichen Areals. Bereits entsorgtes Aquarienwasser oder unerwünschte Pflanzen in einem natürlichen Tümpel können eine dauerhafte Ansiedlung auslösen. 3 In den Vereinigten Staaten ist die Art inzwischen aus 44 Bundesstaaten gemeldet. 3

Im europäischen Frankreich ist Wassersalat gebietsfremd und als invasive Art reguliert; Vorkommen liegen vor allem im Süden und am Mittelmeer. Er kommt auch auf Guadeloupe, Martinique, Mayotte und Réunion sowie in Französisch-Guayana und Französisch-Polynesien vor. 5 Seit dem 2. August 2024 steht er auf der Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten, was Einfuhr, Kultur und Verkauf in der gesamten EU verbietet. 6

Lebenszyklus und Vermehrung

Für die Besiedlung neuer Gewässer sind vor allem Ausläufer verantwortlich; die vegetative Vermehrung überwiegt die Samenvermehrung deutlich. Waagerechte Stolonen entspringen an den Blattbasen und bilden an ihren Enden Tochterrosetten. In warmem, nährstoffreichem Wasser kann sich die Biomasse dadurch bereits in 10 bis 15 Tagen verdoppeln. 11 10

Eine solche Verdopplung alle 10 bis 15 Tage lässt innerhalb weniger Wochen ganze Gewässer unter einem Teppich verschwinden. Dem Wasserkörper fehlen dann Licht und gelöster Sauerstoff. 3

Optimales Wachstum findet bei 22 bis 30 °C statt; unter 10 °C verlangsamt es sich deutlich. Frost verträgt die Pflanze überhaupt nicht. 5 In gemäßigten Klimaten verhält sie sich deshalb wie eine einjährige Teichpflanze, die im Herbst verschwindet. Wo die Kultur zulässig ist, wird sie im Frühjahr erneut aus dem Wasserpflanzenhandel eingesetzt. 2

Nutzen und Risiken

Vor allem als Zierpflanze wurde Wassersalat in Gartenteichen und Aquarien geschätzt: Seine Rosetten beschatten die Wasseroberfläche und begrenzen das Algenwachstum. 2 Zudem wird er als Hyperakkumulator von Schwermetallen wie Cadmium, Kupfer und Quecksilber untersucht und zur Phytosanierung bestimmter Abwässer oder pestizidbelasteter Gewässer genutzt. 9 7

In der traditionellen indischen Medizin dienen getrocknete Blätter oder Umschläge zur Behandlung von Hauterkrankungen und Hautpilzen. Extrakte zeigten im Labor pilzhemmende, harntreibende und antioxidative Eigenschaften; klinisch bestätigt sind diese Anwendungen nicht. 7

Bei Aufnahme gilt die Pflanze nicht als giftig. Ihre Blätter enthalten jedoch Calciumoxalate, die beim Kauen Mundreizungen, Brennen und Übelkeit verursachen, besonders bei Kindern. 2 Das ökologische Risiko ist besser belegt als das gesundheitliche: Dichte Teppiche senken den gelösten Sauerstoff und behindern die Schifffahrt. Außerdem bieten sie krankheitsübertragenden Stechmücken geeignete Eiablageplätze. 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Im Wasserpflanzenhandel wird überwiegend die Wildform angeboten, daneben die Auslese 'Ruffled' mit stärker gekräuselten, kompakteren Blättern für kleine Teiche. Sie hat keinen eigenen botanischen Rang, sondern ist eine gärtnerische Auslese von Pistia stratiotes.

Verwechslungen betreffen vor allem andere frei schwimmende Wasserpflanzen:

  • die Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes), höherwüchsig, mit auffälligen violetten Blüten und verdickten Blattstielen als Schwimmkörpern;
  • die Kleine Wasserlinse (Lemna minor), winzig und ohne mit bloßem Auge erkennbare einzelne Blattrosette;
  • Schwimmfarne der Gattung Salvinia, mit runden, bürstenartig behaarten Blättern statt einer länglichen Rosette.

Gegenüber Wasserhyazinthe und Wasserlinse ist die verkehrt eiförmige Rosette mit paralleler Nervatur das verlässlichste Merkmal. Auffällige Blüten und verdickte Blattstiele fehlen; federartige Wurzeln hängen unter Wasser. 2

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Wassersalat giftig?

Er gilt bei Aufnahme nicht als giftig, enthält aber Calciumoxalate. Beim Kauen können diese den Mund reizen und Brennen sowie Übelkeit auslösen, besonders bei Kindern.

Warum ist Wassersalat in der EU verboten?

Seit dem 2. August 2024 steht Pistia stratiotes auf der Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten. Damit sind Einfuhr, Kultur und Verkauf in der gesamten EU verboten.

Wie vermehrt sich Wassersalat?

Die vegetative Vermehrung durch Ausläufer überwiegt deutlich gegenüber der Samenbildung. Jede Rosette bildet Tochterrosetten, durch die sich die gesamte Biomasse in warmem, nährstoffreichem Wasser innerhalb von 10 bis 15 Tagen verdoppeln kann.

Woher stammt Pistia stratiotes?

Die Herkunft bleibt unsicher. Die zunächst vom Nil beschriebene Art könnte ebenso aus Südamerika stammen, wo sich mehrere Insekten schon lange gemeinsam mit ihr entwickelt haben.

Wie unterscheidet man Wassersalat und Wasserhyazinthe?

Die Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes) wird höher, hat auffällige violette Blüten und verdickte, als Schwimmkörper dienende Blattstiele. Wassersalat bleibt niedrig und hat weder auffällige Blüten noch verdickte Blattstiele.

Kann Wassersalat draußen überwintern?

Im gemäßigten Klima nicht. Bereits unter 10 °C verlangsamt sich das Wachstum; Frost verträgt die Art überhaupt nicht. Meist verhält sie sich im Teich wie eine einjährige Pflanze, die jedes Frühjahr erneut eingesetzt wird.

Hat Wassersalat einen Nutzen für die Umwelt?

Er nimmt bestimmte gelöste Schwermetalle und Pestizide wirksam auf, was für die Phytosanierung interessant ist. Dichte Bestände entziehen dem Wasserkörper jedoch Licht und Sauerstoff und erfordern deshalb besondere Aufmerksamkeit.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.