Wasserspinat (Ipomoea aquatica, Forssk. 1775)

Wasserspinat (Ipomoea aquatica) ist eine halbaquatische Pflanze der Windengewächse (Convolvulaceae), die in Asien als Blattgemüse Kangkong angebaut wird. Seine hohlen Stängel kriechen über Schlamm oder schwimmen, bevor sich ihre Spitzen aufrichten. Der sehr schnelle Wuchs erleichtert den Anbau, macht ihn in mehreren Ländern aber auch zu einem überwachten Unkraut.

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Wissenschaftlicher NameIpomoea aquatica
GattungIpomoea
OrdnungSolanales

Wasserspinat, Kangkong, Water spinach und Swamp morning-glory

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen · Vorsicht : Katzen und Hunde · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
ChinaIndienThailandJemen
Lebensraum
Stillgewässer, Gräben, überflutete Reisfelder und schlammige Ufer; auch lediglich feuchte Böden
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
10/10
Reifezeit
Ernte ab 4 bis 6 Wochen nach dem Pflanzen möglich
Vermehrung
Stecklingsvermehrung von Stängeln mit Knoten, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Brüchige Stängel, treibt nach Wind leicht aus Bruchstücken wieder aus
Luftfeuchtigkeit
70–100 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reicher Boden, Feuchter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne, verträgt leichten Halbschatten
Außenbereich
Gemüsegarten, Beckenrand
Pflanzgefäße
Pflanzgefäß, Großes Becken
Erscheinungsbild
Höhe30–300 cmBreite100–500 cm
Blätter
Grün
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißViolettGröße3–5 cm
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Braun
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Wasserspinat (Ipomoea aquatica): Herkunft und Verwendung — rinde 4

Weltweite Verbreitung

Das genaue natürliche Areal ist je nach Referenzwerk umstritten. Die IUCN nennt ein Zentrum in China, Indien, Sri Lanka und Thailand; andere Bewertungen beziehen das tropische Afrika und die Arabische Halbinsel ein, wo Forsskål die Art 1775 beschrieb. Die Domestikation als Gemüse wird meist Südostasien zugeordnet. Außerhalb dieses Areals ist sie weithin angebaut und eingeführt. In den USA gilt sie bundesweit als Schadunkraut; im französischen Mutterland ist keine Einbürgerung bekannt, da der Winter ihren Freilandzyklus unterbricht.

  • Heimisch4
  • Invasiv4
  • China
  • Indien
  • Thailand
  • Jemen
  • Vereinigte Staaten
  • Philippinen
  • Australien
  • Fidschi

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Wasserspinat (Ipomoea aquatica Forssk., 1775), auch Kangkong, gehört zu den Windengewächsen (Convolvulaceae). Der schwedische Naturforscher Pehr Forsskål beschrieb ihn; seine Arbeiten zur Flora Ägyptens und Arabiens erschienen nach seinem Tod im Jemen. 1 7

Das Artepitheton aquatica verweist auf die amphibische Lebensweise. Innerhalb der Gattung Ipomoea, zu der auch kletternde Prunkwinden gehören, wächst diese Art sowohl untergetaucht als auch in durchnässtem Boden. 2

Als Blattgemüse wird Kangkong seit Langem in Südost-, Ost- und Südasien angebaut und gehört dort zu den häufigsten Alltagsgemüsen. Über 20 °C Wassertemperatur regt Wärme den Stängelwuchs an: Mehrere Zentimeter am Tag machen ihn zu einem besonders rasch wachsenden Blattgemüse und erklären zugleich seine invasive Ausbreitung in den Tropen. 6 4

Erkennung

Anders als bei Winden mit markgefülltem Stängel ist der zylindrische Stängel von Kangkong hohl, an den Knoten oft purpurfarben gefleckt. Er kriecht über Schlamm oder schwimmt, ehe sich seine Spitze aufrichtet. Der chinesische Name bedeutet wörtlich Gemüse mit hohlem Herzen. 6 7

Wechselständige Blätter besitzen eine pfeilförmige oder länglich herzförmige, glatte Spreite mit deutlichen Adern. Berührt ein Knoten Wasser oder wassergesättigten Boden, entstehen feine weiße Wurzeln. Sie verankern den Stängel und ermöglichen die schnelle Besiedlung freier Flächen. 3

Weiße Trichterblüten mit purpurfarbenem Zentrum, bisweilen rosa oder blasslila überhaucht, öffnen sich wie bei anderen Prunkwinden am Morgen. Danach bilden sich Kapseln mit mehreren harten Samen. 3

Während der warmen Hauptwachstumszeit verlängern sich die Stängel täglich um mehrere Zentimeter. Häufiges Ernten verhindert, dass die jungen Triebe hart werden. 2

Nützliche Taxonomie

POWO erkennt Ipomoea aquatica Forssk. innerhalb der Gattung Ipomoea und der Familie Convolvulaceae an. Zu den örtlich beschriebenen Varietäten gehören die typische Wasserform Ipomoea aquatica var. aquatica und die kleinblütige, von Trimen in Sri Lanka beschriebene Ipomoea aquatica var. parviflora. 1

Zur selben Gattung zählen die Süßkartoffel (Ipomoea batatas) sowie Zierkletterpflanzen wie Ipomoea purpurea und Ipomoea tricolor. Wasserspinat unterscheidet sich durch die Lebensweise im Wasser oder Sumpf und seine hohlen Stängel; die Verwandten wachsen an Land und werden wegen Blüten oder Knollen kultiviert. 2

Im asiatischen Gemüsebau werden unter Kangkong zwei Handelsformen geführt: eine breitblättrige Wasserform für Becken und überflutete Reisfelder sowie eine Landform für lediglich feuchten Boden. Letztere hat schmalere Blätter und weniger ausgeprägt hohle Stängel. 6

Lebensraum und Verbreitung

Beim ursprünglichen Areal bestehen Unterschiede zwischen Referenzwerken. Die globale Datenbank invasiver Arten der IUCN nennt ein Zentrum in China, Indien, Sri Lanka und Thailand; andere Bewertungen schließen tropisches Afrika und die Arabische Halbinsel ein, wo Forsskål die Art im 18. Jahrhundert beschrieb. Die Domestikation als Gemüse wird meist Südostasien zugeschrieben. 4 6

Ruhiges oder langsam fließendes Wasser in Tümpeln, Gräben, überfluteten Reisfeldern und an schlammigen Ufern bietet geeigneten Lebensraum. Je nach tropischem oder subtropischem Klima reicht das Vorkommen bis etwa 1.000 m Höhe. 2

Durch weiträumigen Anbau außerhalb des natürlichen Areals hat sich die Art in zahlreichen warmen Regionen eingebürgert. In den USA gilt sie bundesweit als Schadunkraut und verstopft in Florida Entwässerungskanäle. Auf den Philippinen zählt sie zu den besonders problematischen invasiven Pflanzen und besiedelt mehrere Pazifikinseln. Im französischen Mutterland verhindert der Winter die Einbürgerung im Freien; dort bleibt sie Sommerkultur im Behälter oder Becken. 3 8 4

Lebenszyklus und Vermehrung

Unter tropischen Bedingungen lebt Wasserspinat ausdauernd. Frost zerstört ihn, und bei dauerhaft unter 10 °C verhält er sich als einjährige Kultur. 2

Vorwiegend erfolgt die Vermehrung durch Stängelstecklinge mit Knoten. Untergetauchte oder auf feuchten Boden gelegte Stücke wurzeln innerhalb weniger Tage bis zwei Wochen. Diese Fähigkeit erklärt auch die rasche Verbreitung durch Bruchstücke in Kanälen und Gräben. 3 4

Neben der vegetativen Vermehrung findet Samenbildung statt. Die überwiegend selbstbefruchtenden Blüten liefern nach den von der IUCN zusammengestellten Erhebungen 175 bis 245 Samen je Pflanze und Saison. Schwimmende Samen können weit von der Mutterpflanze keimen. 4

Für die Gemüseernte schneidet man alle zwei bis drei Wochen 15 bis 20 cm lange junge Triebe. Regelmäßiges Schneiden regt die Verzweigung an und verlängert die Produktion über einen einzelnen Blühzyklus hinaus. 2

Nutzen und Risiken

Junge Blätter und zarte Triebe dienen vor allem als Blattgemüse, gebraten, gedämpft oder in Suppen. Sie liefern nennenswerte Mengen an Vitamin A, Eisen, Kalzium und Phosphor. 2

Aus Abwasser oder nährstoffreichem Wasser nimmt die Pflanze auch Stickstoff, Phosphor und bestimmte Schwermetalle auf. Damit kann sie neben dem Gemüseanbau auch zur Phytosanierung belasteter Gewässer beitragen. 6

Dieselbe Aufnahmefähigkeit birgt ein dokumentiertes Gesundheitsrisiko. Bei Abwasseranbau in Phnom Penh wurden Zysten von Giardia auf 56 % der untersuchten Proben, Oozysten von Cryptosporidium auf 17 % und Wurmeier auf 11 % gefunden. Gründliches Waschen ist deshalb nötig; in hygienisch belasteten Gebieten sollte das Gemüse gegart statt roh gegessen werden. 5

Für Katzen oder Hunde dokumentieren maßgebliche tiermedizinische Quellen keine spezifischen Vergiftungen durch die Blätter. Vorsorglich sollten Tiere dennoch keine großen Samenmengen aufnehmen, wie auch bei anderen Arten der Gattung Ipomoea. 2

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Den Kangkong-Handel prägen zwei Formen: die klassische Wasserform mit deutlich hohlen, wasserreichen Stängeln und die dünnere Landform außerhalb von Becken. Beide gehören derselben Art an; unterschiedlich ist die Anbauweise. 6

Von Zierwinden wie Ipomoea purpurea oder Ipomoea tricolor unterscheiden Wasserspinat die aquatische Lebensweise und die hohlen Stängel. Die Zierarten wachsen an Land und liefern Blüten statt Blattgemüse. Auch Brunnenkresse darf nicht mit Kangkong verwechselt werden: Trotz ähnlicher aquatischer Gestalt gehört sie zu den Kreuzblütlern (Brassicaceae). 2

Vor jedem Rohverzehr sollte die Herkunft des Anbauwassers geklärt sein. Bestehen Zweifel an der Hygiene des Beckens oder Grabens, aus dem die Ernte stammt, ist kurzes Garen vorzuziehen. 5

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Wasserspinat essbar?

Ja. Junge Blätter und zarte Triebe werden in der asiatischen Küche als Kangkong gebraten, in Suppen oder gedämpft gegessen. Sie liefern nennenswerte Mengen an Vitamin A, Eisen, Kalzium und Phosphor.

Lässt sich Kangkong im französischen Mutterland anbauen?

Ja, als Sommerkultur im Wasserbehälter oder Becken. Frost zerstört die Pflanze; unter 10 °C ist sie kälteempfindlich. Eine Überwinterung durch Einbürgerung ist dort nicht bekannt.

Ist Wasserspinat invasiv?

In den USA ist er bundesweit als Schadunkraut gelistet und verstopft in Florida Bewässerungskanäle. Dieser Rechtsstatus gilt nicht für Frankreich, wo der Winter seine Ausbreitung im Freien begrenzt.

Warum sind die Stängel von Wasserspinat hohl?

Der chinesische Gemüsename bedeutet wörtlich Gemüse mit hohlem Herzen. Der röhrenförmige Stängel hilft der Pflanze zu schwimmen und Wasserflächen rasch zu besiedeln.

Ist Wasserspinat für Katzen und Hunde giftig?

Maßgebliche tiermedizinische Quellen dokumentieren keine spezifischen Vergiftungen durch die Blätter bei Katzen oder Hunden. Vorsorglich sollten größere Samenmengen wie bei anderen Ipomoea-Arten nicht gefressen werden.

Sollte Wasserspinat vor dem Essen gegart werden?

Das empfiehlt sich bei unklarer Herkunft des Anbauwassers. Eine Studie aus Phnom Penh fand Darmparasiten auf Pflanzen aus Abwasseranbau; gründliches Waschen und Garen begrenzen dieses Risiko.

Wie unterscheiden sich Wasserform und Landform von Kangkong?

Beide werden als Kangkong verkauft. Die Wasserform wächst untergetaucht und besitzt deutlich hohle Stängel; die in lediglich feuchtem Boden gezogene Landform hat dünnere, weniger wasserreiche Stängel.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.