Ebereschen-Fiederspiere (Sorbaria sorbifolia, )
Ebereschen-Fiederspiere (Sorbaria sorbifolia) ist ein sommergrüner, Wurzelausläufer bildender Strauch aus der Familie der Rosaceae. Sie stammt aus Sibirien, dem russischen Fernen Osten und der Inneren Mongolei. Dichte Bestände aufrechter Stängel tragen im Sommer lange Rispen kleiner, stark duftender weißer Blüten. Die äußerst winterharte Art verträgt viel kältere Winter als die meisten Heckensträucher und kommt auch mit nährstoffarmen Böden zurecht; ihre Ausläuferbildung muss jedoch begrenzt werden.
WeiterlesenEbereschen-Fiederspiere, Sibirische Fiederspiere, Gewöhnliche Fiederspiere, Ebereschenblättrige Fiederspiere, False spiraea und Ural false spirea
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Volle Sonne bis Halbschatten





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Taken Jun 4, 2022 by Tristan Jaton-Maria (cc-by-sa)
Taken Jun 19, 2021 by manuseitz (cc-by-sa)
Taken Aug 31, 2022 by Nella (cc-by-sa)
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal der Ebereschen-Fiederspiere umfasst Sibirien, den russischen Fernen Osten und die Innere Mongolei. Je nach Varietät reichen verwandte Populationen bis Nordostchina, Korea und Japan. Als Zierstrauch weithin eingeführt, verwildert die Art gelegentlich aus Gärten und bildet Kolonien auf Brachen. In Finnland ist sie als invasive gebietsfremde Art eingestuft; in Frankreich bleibt sie vor allem eine Kulturpflanze.
- Heimisch4
- Eingeführt1
- Invasiv1
- Russland (Sibirien, Ferner Osten)
- China (Nordosten, Innere Mongolei)
- Südkorea
- Japan
- Vereinigte Staaten
- Finnland
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Ebereschen-Fiederspiere (Sorbaria sorbifolia (L.) A.Braun, 1860), auch Sibirische Fiederspiere, Gewöhnliche Fiederspiere oder Ebereschenblättrige Fiederspiere genannt, ist ein sommergrüner Strauch der Rosaceae und die Typusart der Gattung Sorbaria. Carl von Linné beschrieb sie zunächst 1753 als Spiraea sorbifolia. Der deutsche Botaniker Alexander Braun stellte sie 1860 in die Gattung Sorbaria, in der sie bis heute geführt wird. 1 2
Zwei verschiedene Ähnlichkeiten prägen ihre Namen. Das Epitheton sorbifolia verweist auf zusammengesetzte Blätter, die denen der entfernt verwandten Eberesche (Sorbus) aus derselben Familie ähneln. Der englische Name false spiraea beruht dagegen auf den langen Blütenrispen, die an echte Spiersträucher (Spiraea spp.) erinnern. Botanisch handelt es sich um eine andere Gattung. Die vielen Fiederblättchen unterscheiden die Ebereschen-Fiederspiere sofort von echten Spiersträuchern mit einfachen, ungeteilten Blättern. 7
Erkennung
Durch kräftige Ausläufer aus den Wurzeln entstehen dichte Bestände aufrechter Stängel von 1 bis 3 m Höhe und ähnlicher Breite. 4 7
Wechselständige, gefiederte Blätter bestehen aus 13 bis 25 gezähnten Fiederblättchen. Sie wirken wie Farn- oder Ebereschenlaub; das gesamte Blatt ist 20 bis 30 cm lang. 4 Schon dieses gefiederte Laub schließt echte Spiersträucher (Spiraea spp.) aus, deren Blätter nie in einzelne Fiederblättchen geteilt sind.
Hunderte kleiner weißer Blüten öffnen sich im Juni und Juli. Jede ist etwa 6 bis 8 mm breit; an den Stängelenden bilden sie aufrechte Rispen von 10 bis 25 cm Länge. Ihr Duft lockt zahlreiche bestäubende Insekten an. 4 3
Kleine, gruppierte Balgfrüchte färben sich bei der Reife im September rostbraun. Oft bleiben sie noch lange nach dem Laubfall am Strauch und verlängern seinen Zierwert bis in den Winter. 7
Nützliche Taxonomie
Als Typusart steht Sorbaria sorbifolia für die Gattung Sorbaria, die verwandte Sträucher aus dem gemäßigten Asien umfasst. Die botanische Literatur nennt häufig zwei benachbarte Arten: Sorbaria kirilowii (Regel) Maxim. aus China und Korea sowie die deutlich weiter südlich, von Afghanistan bis Nepal, vorkommende Sorbaria tomentosa (Lindl.) Rehder. 1
Sternhaare an den jungen Trieben kennzeichnen die akzeptierte Varietät Sorbaria sorbifolia var. stellipila Maxim.. Ihr östlicher gelegenes Areal reicht von Nordostchina über Korea bis Japan. Zahlreiche historische Synonyme finden sich noch in älterer Gartenliteratur, darunter Schizonotus sorbifolius (L.) Lindl. und das Basionym Spiraea sorbifolia L.. 1 2
Lebensraum und Verbreitung
Von Sibirien und dem russischen Fernen Osten bis zur Inneren Mongolei erstreckt sich das natürliche Areal. Je nach Varietät reichen verwandte Populationen bis Nordostchina, Korea und Japan. 1 6
Lichte Wälder, Waldränder und Flussufer werden von der Art besiedelt, im Norden Chinas gewöhnlich zwischen 250 und 1 500 m Höhe. 3
Extreme Kälte verträgt die Ebereschen-Fiederspiere gut. Ihre Winterhärte bis zur USDA-Zone 2 übertrifft die der meisten Heckensträucher gemäßigter Breiten. Dadurch lässt sie sich auch dort anbauen, wo diese erfrieren. In der Winterruhe verträgt sie Temperaturen unter −40 °C. 4
Als Zierstrauch in Europa und Nordamerika weit eingeführt, verwildert die Art gelegentlich aus Gärten. Ihre Wurzelausläufer ermöglichen dann die selbstständige Besiedlung von Brachen. In Finnland ist sie deshalb offiziell als invasive gebietsfremde Art eingestuft. Für das europäische Frankreich einschließlich Korsika ist dagegen kein invasiver Status dokumentiert; dort bleibt sie im Wesentlichen eine Kulturpflanze. 7
Lebenszyklus und Vermehrung
Am diesjährigen Holz erscheinen die Blüten. Ein starker Frühjahrsschnitt verhindert daher die anschließende Sommerblüte nicht, anders als bei Sträuchern, die am vorjährigen Holz blühen. 4
Nach der Bestäubung durch Insekten entstehen trockene Balgfrüchte, die im Herbst ihre Samen freigeben. Aussaat spielt in der Praxis eine geringe Rolle. Gärtnerisch wird vor allem durch Teilung der Wurzelausläufer oder Stängelstecklinge mit Knoten vermehrt, weil diese Methoden schneller sind und die Eigenschaften der Ausgangssorte zuverlässiger erhalten. 3
Bereits im zweiten oder dritten Jahr prägt die Ausläuferbildung den Lebenszyklus des Strauchs. Jeder Bestand breitet sich durch neue, aus den Wurzeln entstehende Stängel an den Rändern aus und bleibt so unabhängig von geschlechtlicher Fortpflanzung erhalten. 4
Nutzen und Risiken
Fast ausschließlich wird die Ebereschen-Fiederspiere zur Zierde gepflanzt, als ländliche Hecke oder im Hintergrund von Beeten. Ihr dichtes, ausläuferbildendes Wurzelsystem dient außerdem zur Befestigung von Ufern und Böschungen. 4 3
Für Katzen, Hunde und Pferde ist keine erhebliche Giftigkeit nachgewiesen. Nur rohe junge Triebe und Blüten enthalten Spuren cyanogener Glykoside, die bei reichlichem Verzehr ein Risiko darstellen; vorheriges Kochen beseitigt dieses Risiko. 3
Der größte gärtnerische Nachteil liegt in der Ausbreitung statt in der Giftigkeit. Besonders auf leichtem Boden ist die Ausläuferbildung kräftig und macht regelmäßiges Entfernen der Wurzelschösslinge nötig. Ohne diese Kontrolle besiedelt der Strauch innerhalb weniger Jahre benachbarte Beete. 4
Bei Krankheiten und Schädlingen bleibt der Pflegeaufwand dagegen gering. Weder Insekten noch schwere Krankheiten beeinträchtigen das Laub dauerhaft, weshalb sich der Strauch für Anfänger im Garten eignet. 4
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Farbiges Frühjahrslaub zeichnet die Sorte 'Sem' aus: zuerst gelb, dann bronze und rot, bevor es vergrünt. Ihre Rispen stehen aufrechter als bei der Wildform. Die kompaktere Auslese erhielt den Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society. 7
Mit echten Spiersträuchern (Spiraea spp.) kommt es am häufigsten zu Verwechslungen: Der englische Trivialname und die weißen Blütenrispen ähneln sich. Ein leicht prüfbares Merkmal trennt die Gattungen jedoch. Spiersträucher besitzen einfache, ungeteilte Blätter; die Fiederspiere trägt hingegen ebereschenähnliches, gefiedertes Laub mit vielen Fiederblättchen. Dieser Unterschied reicht für die Unterscheidung auf den ersten Blick. 7 8
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Sorbaria sorbifolia (L.) A.Braun
- International Plant Names Index, Sorbaria sorbifolia (L.) A.Braun
- Plants For A Future, Sorbaria sorbifolia
- North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, Sorbaria sorbifolia
- ITIS, Sorbaria sorbifolia (L.) A.Braun
- USDA GRIN Taxonomy, Sorbaria sorbifolia
- Wikipedia EN, Sorbaria sorbifolia
- Wikipedia FR, Sorbaria sorbifolia
Häufig gestellte Fragen
Breitet sich die Ebereschen-Fiederspiere invasiv aus?
Vor allem ihre Wurzelausläufer lassen einen Bestand rasch an den Rändern wachsen. In Finnland gilt die Art offiziell als invasiver Neophyt. In Frankreich wird sie hauptsächlich kultiviert; in kleineren Gärten empfiehlt sich dennoch die regelmäßige Kontrolle der Ausläufer.
Ist die Ebereschen-Fiederspiere für Tiere giftig?
Nein, für Katzen, Hunde oder Pferde ist keine erhebliche Giftigkeit nachgewiesen. Lediglich rohe junge Triebe und Blüten enthalten Spuren cyanogener Glykoside, die bei reichlichem Verzehr eine gewisse Vorsicht beim Menschen rechtfertigen.
Wann blüht die Ebereschen-Fiederspiere?
Sie blüht im Juni und Juli an den diesjährigen Trieben. Die langen weißen Rispen bleiben mehrere Wochen dekorativ und locken zahlreiche bestäubende Insekten an.
Wie unterscheidet man sie von echten Spiersträuchern?
Das Laub liefert sofort den Unterschied. Die Ebereschen-Fiederspiere besitzt zusammengesetzte Blätter mit vielen Fiederblättchen wie eine Eberesche. Echte Spiersträucher (Spiraea spp.) haben dagegen einfache, ungeteilte Blätter.
Welchen Standort und Boden braucht sie?
Nährstoffreicher, frischer, eher durchlässiger Boden in voller Sonne sorgt für die beste Blüte. Der Strauch verträgt auch Halbschatten sowie nährstoffarme und kalkhaltige Böden, blüht dort aber etwas weniger reich.
Muss man die Ebereschen-Fiederspiere jedes Jahr schneiden?
Nein. Ein vollständiger Rückschnitt alle zwei bis drei Jahre genügt für kräftigen Neuaustrieb und eine reiche Blüte, denn die Blüten erscheinen am diesjährigen Holz.
Was zeichnet die Sorte 'Sem' aus?
'Sem' ist eine kompakte Auslese mit farbigem Frühjahrslaub: erst gelb, dann bronze und rot, bevor es vergrünt. Sie erhielt den Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.





