Neubelgische Aster (Symphyotrichum novi-belgii, (L.) G.L.Nesom 1995)

Symphyotrichum novi-belgii ist eine krautige Staude der Asteraceae von der Ostküste Nordamerikas, von Neufundland bis Georgia. Sie bildet durch weitstreichende Rhizome Kolonien und blüht spät, von August bis Oktober, mit violetten Blütenkörbchen und gelber Mitte. In Europa wird sie häufig als Michaelmas daisy kultiviert und hat sich auch eingebürgert; in mehreren Ländern gilt sie als mäßig invasiv.

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Wissenschaftlicher NameSymphyotrichum novi-belgii
GattungSymphyotrichum
OrdnungAsterales

Neubelgische Aster, Neubelgien-Herbstaster, Glattblatt-Aster, New York aster und Michaelmas daisy

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen, Katzen und Hunde · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Kräuterlebhaft · Blühende Staude
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
KanadaVereinigte Staaten
Lebensraum
Brackige Küstenmarschen, Feuchtwiesen, Fluss- und Seeufer, Moore und Waldränder
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
6/10
Reifezeit
Blüte ab dem zweiten Jahr nach Aussaat oder Pflanzung
Vermehrung
Teilung, Aussaat, Steckling
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, feste Stängel; besonders hohe Pflanzen stützen
Luftfeuchtigkeit
50–80 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Frischer bis feuchter Boden, Ton, Schluff oder Sand
Salzhaltiger Boden
Wird vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Volle Sonne, verträgt leichten Halbschatten
Außenbereich
Gartenbeet, Beet in voller Sonne
Pflanzgefäße
Pflanzgefäß, Großes Becken
Erscheinungsbild
Höhe90–150 cmBreite60–100 cm
Blätter
Grün
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
ViolettRosaWeißGelb
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — blüten 1
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — blüten 2
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — blüten 3
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — blüten 4
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — früchte 1
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — früchte 2
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — früchte 3
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — früchte 4
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — rinde 2
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — rinde 3
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — rinde 4
Symphyotrichum novi-belgii: Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Symphyotrichum novi-belgii verläuft entlang der Ostküste Nordamerikas von Neufundland und Nova Scotia bis nach Georgia und Alabama. Seit dem 18. Jahrhundert als Zierpflanze in Europa eingeführt, hat sich die Art dort weithin eingebürgert und ist stellenweise mäßig invasiv, besonders in Polen. Eingeführte Vorkommen und örtliche rechtliche Einstufungen sind deshalb vom eigentlichen Heimatgebiet zu unterscheiden.

  • Heimisch2
  • Eingeführt4
  • Invasiv1
  • Kanada
  • Vereinigte Staaten
  • Vereinigtes Königreich
  • Europäisches Frankreich einschließlich Korsika
  • Deutschland
  • Australien
  • Polen

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Symphyotrichum novi-belgii (Symphyotrichum novi-belgii (L.) G.L.Nesom, 1995) ist eine krautige Staude der Asteraceae von der Ostküste Nordamerikas. Auch die englischen Namen New York aster und Michaelmas daisy sind gebräuchlich. Natürlich wächst die Art in feuchten Lebensräumen, von der Küste bis zu Flussrändern und Moorgebieten. 2 3

Der amerikanische Botaniker Guy L. Nesom überführte die Art 1995 von Aster zu Symphyotrichum. Diese Revision ordnete mehrere Dutzend nordamerikanische Astern neu, die für eine gemeinsame Gattung als zu uneinheitlich angesehen wurden. Im Garten ist die Art eine spätblühende Staude: Ihre violetten Körbchen öffnen sich von August bis Oktober, wenn die meisten Sommerbeete bereits verblüht sind. 1 4

Erkennung

Aufrechte Horste von 90 cm bis 1,5 m Höhe entstehen bei Symphyotrichum novi-belgii aus glatten, gelegentlich purpurfarben überlaufenen Stängeln. Die lanzettlichen Blätter besitzen keinen Stiel. Ihr verbreiterter Grund umfasst den Stängel mit kleinen Öhrchen, ein bei vielen anderen Gartenastern fehlendes Detail. 3 4

Je nach Sorte messen die Blütenkörbchen dieser Art 2,5 bis 3 cm im Durchmesser und stehen in dichten Schirmrispen an den Stängelspitzen. Um eine gelbe Scheibe, die gegen Blühende häufig orangefarben wird, öffnen sich 15 bis 25 violette, rosa oder weiße Zungenblüten. Die späte Blüte erstreckt sich von August bis Oktober mit einem Höhepunkt im September. 4 3

Anders als die Berg-Aster (Aster amellus), die auf einem ortsfesten Wurzelstock kompakt bleibt, verbreitet sich Symphyotrichum novi-belgii durch weitstreichende Rhizome. Ohne Teilung gewinnt sie jede Saison Raum. Dieser ausläuferbildende Wuchs ist im Garten das zuverlässigste Unterscheidungsmerkmal. 2 5

Nützliche Taxonomie

Unter dem Namen Aster novi-belgii L. beschrieb Carl von Linné die Art 1753 erstmals. Guy L. Nesom stellte sie zusammen mit Dutzenden weiterer nordamerikanischer Astern zu Symphyotrichum. Er zeigte, dass die weit gefasste alte Gattung Aster zu unterschiedliche Entwicklungslinien vereinte. Wichtige Synonyme und unterhalb der Art liegende Namen sind:

  • Aster novi-belgii L. (Basionym, 1753)
  • Aster novi-belgii var. laevigatus (Lam.) A.Gray (botanische Varietät)
  • Aster novi-belgii subsp. laevigatus (Lam.) Thell. (Unterart)
  • Aster novi-belgii var. floribundus (Willd.) DC. (botanische Varietät)
  • Symphyotrichum novi-belgii var. crenifolium (Fernald) Labrecque & Brouillet (botanische Varietät)
  • Symphyotrichum novi-belgii var. elodes (Torr. & A.Gray) G.L.Nesom (botanische Varietät)

Botanische Varietäten unterscheiden sich von gärtnerischen Sortennamen wie Marie Ballard oder Peter Harrison. Diese bezeichnen Gartenauslesen und keine anerkannten Taxa. Eine Suche nach „Marie Ballard“ in einer botanischen Datenbank wie POWO liefert daher kein Ergebnis: Der Handelsname ersetzt nicht den akzeptierten wissenschaftlichen Namen Symphyotrichum novi-belgii. 1 7

Lebensraum und Verbreitung

Entlang der Ostküste Nordamerikas reicht das natürliche Areal von Neufundland und Nova Scotia bis Georgia und Alabama, überwiegend in Küstennähe. Besiedelt werden Brackmarschen, Feuchtwiesen, Fluss- und Seeufer, Moore und Waldränder. 3 4

Seit dem 18. Jahrhundert wird Symphyotrichum novi-belgii in Europa als Zierpflanze kultiviert und hat sich aus Gärten weithin eingebürgert. Samen mit Haarkrone reisen mit dem Wind. Rhizomstücke verbreiten sich mit unzureichend kompostierten Pflanzenabfällen. 6 2

In Polen ist Symphyotrichum novi-belgii als gebietsfremde invasive Art mittlerer Stufe eingestuft. Weit verbreitet, verringert sie die floristische Vielfalt besiedelter Flusstäler und städtisch geprägter Feuchtgebiete. Für Frankreich dokumentiert das INPN eingebürgerte Populationen von regional unterschiedlichem Umfang. 6 7

Lebenszyklus und Vermehrung

Als krautige Staude mit Winterruhe lässt Symphyotrichum novi-belgii ihre oberirdischen Teile nach der Blüte vertrocknen. Der Wurzelstock treibt im folgenden Frühjahr neu aus. Nach Frühjahrsaussaat blüht sie im zweiten Jahr und danach im eingewachsenen Zustand jeden Herbst. 4 5

Die späten Blütenkörbchen dieser Aster versorgen Bienen, Schmetterlinge und mehrere auf die Gattung spezialisierte Wildbienenarten mit Nektar. Außerdem dient sie der Raupe von Phyciodes tharos als Wirtspflanze. Im Winter fressen körnerfressende Vögel ihre Samen. 3 4

Für eine sortenechte Vermehrung ist die Teilung des Horstes am zuverlässigsten. Alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr oder Herbst durchgeführt, bewahrt sie Farbe und Wuchs von Sorten wie Marie Ballard oder Royal Ruby. Auch oberflächliche Aussaat und Stängelstecklinge im späten Frühjahr funktionieren. Sämlinge einer Gartensorte haben jedoch unvorhersehbare, mitunter stark von der Mutterpflanze abweichende Blütenfarben. 2 5

Nutzen und Risiken

Den wichtigsten Nutzen hat Symphyotrichum novi-belgii als Zierpflanze für Staudenbeete, Beetränder, Regengärten und feuchte Pflanzungen. Mit Rudbeckien oder Topinambur entstehen spätsaisonale Gartenbilder. Ihre festen Stängel machen sie außerdem zu einer bei Floristen geschätzten Schnittblume. 4 3

Im Gegensatz zu vielen Zierpflanzen gilt Symphyotrichum novi-belgii als ungiftig. Die Art ist für Katzen, Hunde und Menschen nicht als gefährliche Pflanze verzeichnet. Einige Quellen nennen sogar Blüten und junge Blätter als Zutat für Salat oder Tee. Die Einschätzung für Pferde bleibt mangels artspezifischer Daten unsicher. 5

Das wesentliche Kulturrisiko betrifft den Platzbedarf. Ohne regelmäßige Teilung können die weitstreichenden Rhizome innerhalb weniger Jahre ein ganzes Beet einnehmen. Außerhalb der Gärten erklärt dieselbe Wuchskraft ihre Einstufung als mäßig invasive Art in mehreren europäischen Ländern, wo sie mit der örtlichen Feuchtgebietsflora konkurriert. 6 2

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Gartensorten sind Auslesen von Symphyotrichum novi-belgii und keine eigenen Arten. Marie Ballard trägt dicht gefüllte lilafarbene Pomponblüten. Professor Anton Kippenberg ist eine mehltauresistente Zwergsorte. Royal Ruby hat braunrote Blüten, Peter Harrison hellrosa Blüten. Vor dem Kauf sollten die angegebene Endhöhe und die Mehltauresistenz der gewählten Sorte geprüft werden. 4

Am häufigsten sind Verwechslungen mit folgenden Arten:

  • Symphyotrichum novae-angliae, die Raublatt-Aster, mit behaarten Blättern und flaumigen Stängeln;
  • Aster amellus, die europäische Berg-Aster, kompakt horstig auf trockenem Kalkboden und ohne weitstreichende Rhizome;
  • Symphyotrichum lanceolatum, mit kleineren Blütenkörbchen und schmaleren Blättern.

Der ausläuferbildende Wuchs, die mit Öhrchen den Stängel umfassenden Blätter und der natürliche Feuchtlebensraum sind die zuverlässigsten Anhaltspunkte. Mit ihnen lässt sich prüfen, ob eine als Neubelgische Aster verkaufte Pflanze tatsächlich Symphyotrichum novi-belgii ist. 3 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Symphyotrichum novi-belgii giftig?

Nein. Symphyotrichum novi-belgii ist für Katzen, Hunde und Menschen nicht als giftig verzeichnet. Für Pferde bleibt die Einschätzung nach den verfügbaren veterinärmedizinischen Quellen unsicher. Einige Quellen nennen sogar die traditionelle Verwendung der Blüten in Salat oder Tee.

Wann blüht Symphyotrichum novi-belgii?

Die späte Blüte reicht je nach Klima von August bis Oktober und erreicht im September ihren Höhepunkt. Vor dem Winter gehört die Art zu den letzten Nektarquellen der Saison für Bestäuber.

Warum breitet sich mein Bestand jedes Jahr so stark aus?

Die Art breitet sich durch weitstreichende Rhizome aus, anders als kompakt horstige Astern wie Aster amellus. Ohne regelmäßige Teilung alle zwei bis drei Jahre kann die Kolonie viel mehr Platz einnehmen als anfangs vorgesehen.

Wie unterscheidet sich Symphyotrichum novi-belgii von der Berg-Aster?

Aster amellus bleibt auf trockenem Kalkboden niedrig und kompakt horstig, ohne weitstreichende Rhizome. Symphyotrichum novi-belgii wächst auf feuchtem Boden höher und breitet sich durch Rhizome aus. Seine mit Öhrchen den Stängel umfassenden Blätter sind ein weiteres hilfreiches Merkmal.

Woher stammt der Name novi-belgii?

Das Epitheton bedeutet „aus Neubelgien“, dem lateinischen Namen von Neu-Niederland. Diese niederländische Kolonie des 17. Jahrhunderts wurde zum Staat New York. Der Name hat keinen Bezug zum heutigen Belgien.

Ist Symphyotrichum novi-belgii in Europa invasiv?

Als Gartenpflanze eingeführt, hat sich die Art in mehreren europäischen Ländern eingebürgert. In Polen gilt sie als gebietsfremde invasive Art mittlerer Stufe. Sie ist dort weit verbreitet und kann die Pflanzenvielfalt der besiedelten Feuchtlebensräume verringern.

Wie teile ich einen Bestand von Symphyotrichum novi-belgii?

Teilen Sie im Frühjahr oder Herbst alle zwei bis drei Jahre und trennen Sie kräftige Teilstücke am Rand des Wurzelstocks ab. Pflanzen Sie diese sofort in frischen, mit Kompost angereicherten Boden, damit sie rasch anwachsen.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.