Tillandsien (Tillandsia, L. 1753)

Tillandsia ist eine Gattung der Bromeliengewächse (Bromeliaceae) aus dem tropischen Amerika mit mehr als 700 Arten. Die meist epiphytischen Pflanzen besitzen kaum nährstoffaufnehmende Wurzeln. Wasser und Nährstoffe nehmen sie über mikroskopisch kleine Schuppen auf den Blättern, die Trichome, auf. Sie werden ohne Erde auf einer Unterlage kultiviert und regelmäßig besprüht und getaucht.

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Wissenschaftlicher NameTillandsia
GattungTillandsia
OrdnungPoales

Tillandsien, Luftpflanzen, Clavel del aire und Air plant

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen, Katzen, Hunde und Pferde
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Zimmerpflanze · Epiphytisch
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
MexikoVereinigte StaatenGuatemalaBrasilienArgentinien
Lebensraum
Je nach Art epiphytisch oder auf Felsen, an Bäumen, Kakteen und Drähten, in feuchten Wäldern und Trockengebieten
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
3/10
Reifezeit
Je nach Art nach ein bis drei Jahren blühfähig
Vermehrung
Teilung von Ablegern, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Aufgebunden wenig windfest, vor starkem Wind schützen
Luftfeuchtigkeit
50–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Bodenarten
Belüftetes organisches Substrat
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse
Helles, indirektes Licht
Innenbereich
Wohnzimmer, Helles Zimmer, Helles Badezimmer
Außenbereich
Veranda, Schattiger Innenhof
Pflanzgefäße
Hängender Topf
Erscheinungsbild
Höhe5–50 cmBreite5–40 cm
Blätter
Grün
Tillandsia: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Tillandsia: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Tillandsia: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Tillandsia: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Tillandsia: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
ViolettBlauRosaRot
Tillandsia: Herkunft und Verwendung — blüten 1
Tillandsia: Herkunft und Verwendung — blüten 2
Tillandsia: Herkunft und Verwendung — blüten 3
Tillandsia: Herkunft und Verwendung — blüten 4
Tillandsia: Herkunft und Verwendung — blüten 5
Wuchsform
Tillandsia: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Tillandsia: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Tillandsia: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Tillandsia: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Tillandsia: Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Tillandsia: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Tillandsia: Herkunft und Verwendung — rinde 2

Weltweite Verbreitung

Die Gattung Tillandsia stammt aus dem tropischen und subtropischen Amerika, vom Süden der USA bis in den Norden Argentiniens und Chiles. Je nach Art reicht ihr Lebensraum von feuchten Wäldern über Wüsten bis in die Hochanden. Dieses amerikanische Ursprungsgebiet ist von gemäßigten Regionen zu unterscheiden, in denen die Pflanzen lediglich im Zimmer kultiviert werden.

  • Heimisch5
  • Mexiko
  • USA (Süden)
  • Guatemala
  • Brasilien
  • Argentinien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Tillandsia (Tillandsia L., 1753) ist eine große, von Linné beschriebene Gattung der Bromeliengewächse (Bromeliaceae) mit heute mehr als 700 Arten. Alle stammen aus dem tropischen und subtropischen Amerika. Meist wachsen sie als Epiphyten, die an einer Unterlage haften, ohne ihr Nahrung zu entziehen. 1 2

Auffällig ist besonders ihre Luftlebensweise: Bei den meisten Tillandsien sind die Wurzeln auf Haftorgane reduziert, während Wasser und Nährstoffe unmittelbar über die Blätter aufgenommen werden. Mikroskopische Schuppen, die Trichome, fangen Feuchtigkeit aus Luft und Regen auf. Daher heißen sie auf Englisch Air Plant und im spanischsprachigen Amerika Clavel del aire. 2 3

Erkennung

Erkennbar ist eine Tillandsie zunächst an ihrer Rosette aus schmalen, rinnenförmigen Blättern. Sie wird ohne Topferde angeboten, meist auf Holz, Kork oder Stein aufgebunden. Vorhandene Wurzeln dienen nur der Verankerung und tragen nicht nennenswert zur Ernährung bei. 3 2

Zwei große Wuchstypen lassen sich unterscheiden. Xerophytische Arten wie die kleine Tillandsia ionantha oder die große Tillandsia xerographica tragen dichte Trichome, die silbergrau und behaart wirken. Sie stammen aus trockenen Gebieten und vertragen mehr Licht. Mesophytische Arten wie Tillandsia cyanea sind grüner und glatter, kommen aus feuchten Wäldern und benötigen mehr Feuchtigkeit und Schatten. 3 2

Ungewohnt erscheint Anfängern oft das Spanische Moos (Tillandsia usneoides), das in langen grauen Girlanden an Eichen im Süden der USA hängt. Die völlig wurzellose Pflanze ähnelt keiner klassischen Rosette. Dennoch ist sie eine Tillandsie, die sich vollständig über ihre Trichome ernährt. 4 3

Nützliche Taxonomie

Bereits 1753 stellte Linné die Gattung Tillandsia auf. Das erklärt das Autorenkürzel L. hinter dem Namen. Sie gehört zur Familie der Bromeliaceae in der Ordnung Poales und zählt zu den artenreichsten Gattungen dieser amerikanischen Familie. 1

Verlässlicher Bezugspunkt ist der akzeptierte Gattungsname Tillandsia. Namen im Gartenhandel bezeichnen fast immer bestimmte Arten oder Hybriden und keine eigenständigen botanischen Rangstufen innerhalb der Gattung. Häufig kultivierte Arten wie Tillandsia ionantha, Tillandsia xerographica, Tillandsia usneoides und Tillandsia cyanea werden unter ihren Artnamen, gelegentlich auch unter Handelsnamen verkauft. 1 3

Zur Einordnung dienen folgende Beispiele:

  • Tillandsia L., die Gattung der sogenannten Luftpflanzen;
  • Tillandsia usneoides (L.) L., das wurzellose Spanische Moos;
  • Tillandsia xerographica Rohweder, die Trockenstandortart mit großer silbriger Rosette.

Lebensraum und Verbreitung

Das Ursprungsgebiet der Tillandsien liegt im tropischen und subtropischen Amerika, vom Süden der USA bis in den Norden Argentiniens und Chiles. Je nach Art umfasst es sehr unterschiedliche Lebensräume: feuchte Wälder, Savannen, Küstenwüsten und die Hochanden. 1 2

Als Epiphyten oder Lithophyten besiedeln sie Stämme, Äste, Kakteen und Felsen, sogar Strom- und Telefondrähte, ohne ihre Unterlage zu parasitieren. Diese Lebensweise erklärt die Kultur ohne Erde: Über ihre Trichome nimmt eine Tillandsie alles Nötige aus feuchter Luft und Regen auf. 3 2

Außerhalb des Ursprungsgebiets kommen Tillandsien nur kultiviert vor. In Frankreich oder Japan werden sie im Zimmer auf dekorativen Unterlagen oder hängend gehalten und regelmäßig getaucht. Wegen ihrer Frostempfindlichkeit verwildern sie im gemäßigten Klima nicht. 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Mit der Blüte erreicht der Lebenszyklus einen entscheidenden Abschnitt. Eine erwachsene Rosette bildet meist im Frühjahr oder Sommer eine farbige Ähre in kräftigem Violett, Blau, Rosa oder Rot, die am Naturstandort Kolibris und Insekten anzieht. Die Blüte ist einmalig: Jede Rosette blüht in ihrem Leben nur ein einziges Mal. 2 3

Nach der Blüte geht die Mutterpflanze langsam zurück, bildet an der Basis jedoch junge Triebe, sogenannte Kindel. Sie übernehmen das weitere Wachstum und erhalten den Bestand. Eine gut gepflegte Tillandsie entwickelt so allmählich eine Kolonie aus mehreren Rosetten. 3

Für die Vermehrung in Kultur wird vor allem die Teilung der Kindel genutzt. Sobald sie etwa ein Drittel der Größe der Mutterpflanze erreicht haben, werden sie abgetrennt und ergeben identische Pflanzen. Aussaat aus den gefiederten Samen ist möglich, dauert aber sehr lange und verlangt geduldige Sammler. Spanisches Moos verbreitet sich dagegen einfach über Bruchstücke, die Wind oder Vögel forttragen. 3 4

Nutzen und Risiken

Tillandsien dienen überwiegend als Zierpflanzen. Sie werden auf Treibholz, Kork oder Stein aufgebunden, in gläsernen Halterungen aufgehängt oder in Rahmen und Pflanzenwände integriert, stets ohne Substrat. Die Pflege beruht auf zwei Schritten: regelmäßigem Tauchen in kalkarmes Wasser und raschem Trocknen, damit das Rosettenherz nicht fault. 5 3

Hinsichtlich der Verträglichkeit gilt die Gattung als unbedenklich. Die ASPCA führt Tillandsien als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde. Spanisches Moos und Ball Moss (Tillandsia recurvata) stehen ausdrücklich auf der Liste ungiftiger Pflanzen. Giftige Wirkungen nach Verzehr sind nicht gemeldet; damit eignen sie sich sicher für Haushalte mit Tieren oder kleinen Kindern. 6 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

In Kultur werden vor allem Arten statt Sorten unterschieden. Tillandsia ionantha ist eine verbreitete kleine graue Art, die sich zur Blüte rötet. Tillandsia xerographica bildet eine große silbrige Rosette mit eingerollten Blättern. Die grünere Tillandsia cyanea wächst im Topf und trägt eine rosa Ähre mit blauen Blüten. Beim Kauf sind eine feste Rosette und ein festes, nicht weiches Herz entscheidend. 3 2

Verwechslungen betreffen vor allem andere Bromeliengewächse und ähnliche Formen:

  • Guzmania, eine im Topf kultivierte Bromelie mit großem farbigem Hochblatt;
  • Vriesea, eine weitere epiphytische Bromelie mit abgeflachter Ähre;
  • Tillandsia usneoides, das gelegentlich für eine Flechte gehaltene Spanische Moos.

Eine Blattrosette mit Trichomen, die Kultur ohne Erde und fehlende Nährwurzeln bleiben die zuverlässigsten Merkmale, um eine als Luftpflanze angebotene Pflanze als Tillandsia zu bestätigen. 3 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Tillandsia für Katzen und Hunde giftig?

Nein. Die ASPCA führt Tillandsien wie Spanisches Moos und Ball Moss als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde. Sie eignen sich sicher für Haushalte mit Tieren.

Wie wird Tillandsia gewässert?

Durch Tauchen, nicht durch Gießen eines Topfes. Tauchen Sie die Pflanze einmal wöchentlich zwanzig bis dreißig Minuten in kalkarmes Wasser. Lassen Sie sie anschließend kopfüber vollständig trocknen, damit das Rosettenherz nicht fault.

Braucht Tillandsia Erde?

Nein. Die Epiphyten werden ohne Substrat auf Holz, Kork oder Stein aufgebunden oder einfach aufgelegt. Ihre Wurzeln dienen nur dem Halt, nicht der Ernährung.

Warum stirbt Tillandsia nach der Blüte ab?

Das ist normal. Jede Rosette blüht nur einmal und geht danach langsam zurück, während an ihrer Basis Kindel entstehen. Bewahren Sie diese Jungpflanzen auf; sie setzen das Wachstum fort.

Was unterscheidet graue und grüne Tillandsien?

Graue, dicht mit Trichomen bedeckte Arten stammen aus trockenen Lebensräumen und benötigen mehr Licht. Glattere grüne Arten kommen aus feuchten Wäldern und brauchen mehr Feuchtigkeit und Schatten.

Ist Spanisches Moos eine Tillandsie?

Ja. Tillandsia usneoides, das Spanische Moos, ist eine wurzellose Art mit langen hängenden Girlanden, die sich vollständig über ihre Trichome ernährt.

Wie oft sollte Tillandsia besprüht werden?

Zwei- bis dreimal pro Woche ergänzend zum wöchentlichen Tauchbad, besonders bei trockener Luft. Entscheidend bleibt rasches Abtrocknen nach jeder Wassergabe.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.