Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea, Lem. 1859)

Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea) ist ein verholzender Strauch der Spargelgewächse (Asparagaceae) aus Ostmexiko und Mittelamerika. Ihre verdickte Stammbasis speichert Wasser. Die weichen Blätter ohne stechenden Enddorn unterscheiden sie von vielen anderen Palmlilien; Beaucarnea recurvata gehört trotz ähnlicher Stammbasis zu einer anderen Gattung.

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Wissenschaftlicher NameYucca gigantea
GattungYucca
OrdnungAsparagales

Riesen-Palmlilie, Giant Yucca, Izote, Spineless yucca und Yucca cane

Identität
Toxizität
Giftig : Menschen, darunter Kinder, Katzen, Hunde, Pferde und Tiere
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
MexikoGuatemalaBelizeHondurasNicaraguaEl SalvadorCosta Rica
Lebensraum
Halbtrockene Gebiete und trockenes tropisches Buschland im Tiefland und in mittleren Berglagen
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Erntezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Deutlicher Stamm nach 3–5 Jahren; Blüte im Zimmer selten, im Freiland möglich
Vermehrung
Steckling, Aussaat, Teilung von Ablegern
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Hoch, gut eingewurzelter Holzstamm wenig windempfindlich
Luftfeuchtigkeit
30–50 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Gut entwässerter Boden, Kaktusmischung
Salzhaltiger Boden
Wird vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne, verträgt Halbschatten
Innenbereich
Wohnzimmer, Helles Zimmer, Büro
Abstand zum Fenster
Etwa 40 cm von einem Süd- oder Westfenster
Außenbereich
Beet in voller Sonne, Frostsichere Rocaille, Überdachter Balkon
Pflanzgefäße
Terrakotta, Schwerer entwässernder Topf
Erscheinungsbild
Höhe200–1200 cmBreite200–800 cm
Blätter
Grün
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißCremeGröße50–100 cm
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Braun
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Wuchsform
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünBraun
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Yucca gigantea umfasst Ostmexiko (Quintana Roo, Yucatán, Campeche, Tabasco, Chiapas, Veracruz) und Mittelamerika von Belize über Guatemala, Honduras, El Salvador und Nicaragua bis Costa Rica. Die häufig kultivierte Art ist in mehreren tropischen und mediterranen Regionen eingebürgert, ohne dort als bedeutende ökologische Bedrohung dokumentiert zu sein.

  • Heimisch7
  • Eingeführt3
  • Mexiko
  • Guatemala
  • Belize
  • Honduras
  • Nicaragua
  • El Salvador
  • Costa Rica
  • Puerto Rico
  • Hawaii
  • Spanien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea Lem., 1859) gehört zur Gattung Yucca innerhalb der Spargelgewächse (Asparagaceae). Charles Lemaire veröffentlichte den Namen im November 1859. Einige Monate zuvor hatte Eduard von Regel die Bezeichnung Yucca elephantipes für eine Pflanze mit verdickter Stammbasis erwähnt, jedoch keine gültige Beschreibung vorgelegt. Wegen dieses nomenklatorischen Mangels gilt elephantipes als illegitimer Name, obwohl er in der Gartenbauliteratur noch häufig erscheint. 1 9

Die rissige, verdickte Stammbasis speichert Wasser für Trockenperioden. Sie erklärt den französischen Namen „pied d’éléphant“, also Elefantenfuß, der dort auch für Beaucarnea recurvata gebraucht wird. Ein solches Verkaufsetikett ohne botanischen Namen kann daher zwei verschiedene Pflanzen meinen. Für die Zuordnung ist deshalb die Kombination aus wissenschaftlichem Namen und den sichtbaren Merkmalen aussagekräftiger als ein bildhafter Trivialname allein. 2

Erkennung

Ein einzelner oder verzweigter Holzstamm prägt den Wuchs von Yucca gigantea. Unter günstigen Bedingungen erreicht sie ausgepflanzt 8 bis 12 m, im Topf meist 2 bis 3 m. Sehr alte Exemplare können einen Stammdurchmesser von annähernd 1,20 m entwickeln. Die Topfkultur begrenzt somit die Größe deutlich, ohne den charakteristischen verholzten Aufbau zu verändern. 2 6

Ihre schmalen, blaugrünen Blätter stehen in dichten Rosetten an den Stammenden und werden 50 bis 90 cm lang. Anders als bei vielen anderen Palmlilien bleibt die Spitze weich und ohne stechenden Enddorn. Darauf beziehen sich die englischen Namen Spineless yucca und soft-tip yucca; auch Yucca cane und Giant Yucca begegnen als Bezeichnungen. 5 6

Aufrechte Blütenstände tragen bis zu 1 m lange Gruppen cremeweißer, duftender Glockenblüten. Im gemäßigten Klima fehlt der spezialisierte bestäubende Falter, weshalb Samen selten entstehen. An einem ausreichend hellen Standort ist eine Blüte auch im Innenraum möglich; Blüte und erfolgreicher Fruchtansatz sind jedoch zwei verschiedene Vorgänge. 2 4

Nützliche Taxonomie

Zahlreiche Synonyme spiegeln die Unsicherheit der botanischen Namensgebung im 19. Jahrhundert wider. Besonders häufig finden sich folgende Namen in älteren Quellen oder auf Etiketten:

  • Yucca elephantipes Regel ex Trel., nom. illeg., historischer illegitimer Name
  • Yucca guatemalensis Baker
  • Yucca lenneana Baker
  • Yucca mooreana Baker
  • Yucca eleana W.Watson
  • Dracaena lennei Baker

Besonders guatemalensis kann irreführen. Baker veröffentlichte diesen Namen 1872; im Handel wird er gelegentlich wie die Bezeichnung einer eigenständigen Art verwendet. POWO behandelt ihn hingegen als Synonym von Yucca gigantea. Der akzeptierte wissenschaftliche Name Yucca gigantea ermöglicht deshalb die eindeutige Zuordnung unabhängig davon, welches historische Etikett ein Betrieb verwendet. 1 9

Lebensraum und Verbreitung

Von Ostmexiko bis Mittelamerika reicht das natürliche Areal der Riesen-Palmlilie. Dazu gehören Quintana Roo, Yucatán, Campeche, Tabasco, Chiapas und Veracruz sowie Belize, Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua und Costa Rica. In diesem Gebiet wächst die Art in trockenem tropischem Buschland und halbtrockenen Landschaften, meist bei direkter Sonneneinstrahlung. 9

Weit über dieses Herkunftsgebiet hinaus wird die Art wegen ihres markanten Aufbaus kultiviert. In mehreren tropischen und subtropischen Regionen ist sie inzwischen eingebürgert, ohne dort als ökologische Bedrohung gemeldet zu sein. Kultivierte und eingebürgerte Bestände müssen dabei vom natürlichen Areal getrennt betrachtet werden. 1

Für mitteleuropäische Standorte mit kalten Wintern kommt vor allem die Haltung im Topf oder in hellen Innenräumen infrage. Dauerhafte Freilandkultur ist an geschützte, sehr milde Bedingungen gebunden, etwa an mediterranen Küsten mit nur gelegentlichem Frost. Ein sonniger Sommerplatz allein belegt daher keine ausreichende Winterhärte. 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Verglichen mit vielen anderen Palmlilien wächst diese Art schnell. Bei genügend Licht verdickt sich der Stamm von Jahr zu Jahr sichtbar. Vom Keimling bis zu einem deutlich ausgebildeten Stamm vergehen gewöhnlich 3 bis 5 Jahre; die Entwicklung bleibt somit auch bei zügigem Wachstum ein mehrjähriger Vorgang. 5 6

Im Herkunftsgebiet bestäubt ein Falter der Gattung Prodoxus die Blüten aktiv und legt dabei seine Eier ab. Außerhalb dieses Gebiets fehlt der Bestäuber. Für die Fruchtbildung kann dann eine Bestäubung von Hand notwendig werden, was den seltenen Fruchtansatz in Zierpflanzenkultur erklärt. 4

Am schnellsten gelingt die Vermehrung in Kultur über Stammstecklinge. Ein zunächst wurzelloses Stammstück kann nach Abtrocknen der Schnittfläche in durchlässigem Substrat anwachsen. Basale Seitentriebe lassen sich ebenfalls leicht bewurzeln, sobald sie vorhanden sind. Eine Aussaat ist möglich, benötigt aber wesentlich mehr Zeit als die vegetative Vermehrung. 6

Nutzen und Risiken

Als Zierpflanze wird die Riesen-Palmlilie in warmen Regionen für trockene Beete, Innenhöfe und küstennahe Anlagen verwendet. Im gemäßigten Klima dient sie vor allem als große Zimmerpflanze. Ihr plastisch wirkender Stamm und der geringe Pflegeaufwand ohne Stütze oder häufiges Gießen erklären die Verbreitung in der Topfkultur. 5

Die als Izote bekannte Blüte ist die Nationalblume El Salvadors. In der salvadorianischen und guatemaltekischen Küche werden ihre Blütenblätter von bitteren Fortpflanzungsorganen befreit, blanchiert und als Beilage oder in Tortitas zubereitet. Diese örtliche Tradition lässt sich nicht pauschal auf den Verzehr einer als Zimmerpflanze gekauften Riesen-Palmlilie übertragen. 4

Blätter und Wurzeln enthalten Steroidsaponine und gelten als gering, aber tatsächlich giftig. Bei Menschen kann die Aufnahme Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hervorrufen. Bei Katzen und Hunden steht Erbrechen im Vordergrund. Wiederholte Aufnahme führte bei Pferden zu Leberstörungen und Hautentzündungen. Die traditionelle Verwendung bestimmter Blütenteile hebt diese Risiken der übrigen Pflanzenteile nicht auf. 5 8

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Breite cremefarbene Streifen auf hellgrünem Grund kennzeichnen Variegata, die wichtigste hier genannte Handelssorte. Ihre Kulturansprüche entsprechen denen der Art. Yucca elephantipes bezeichnet dagegen keine eigene Sorte, sondern dieselbe Art unter einem historischen illegitimen Synonym. 7

Bei der Bestimmung sind vor allem diese Verwechslungen zu beachten:

  • Beaucarnea recurvata gehört zu einer anderen Gattung und besitzt einen deutlich knolligen Caudex sowie schmale, herabhängende Blätter;
  • Yucca guatemalensis ist ein historisches Synonym, das gelegentlich wie ein eigenständiger Artname angeboten wird;
  • Yucca aloifolia trägt steife, deutlich stechende Blätter, anders als die weicheren Blätter von Yucca gigantea.

Eine verdickte Stammbasis zusammen mit Blättern ohne stechenden Enddorn liefert den entscheidenden Hinweis. Erst die Kombination beider Merkmale trennt die Riesen-Palmlilie zuverlässig von den genannten Pflanzen mit ähnlichen Verkaufsnamen. Der verdickte Stamm für sich allein genügt dafür nicht. 2

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Sind Yucca gigantea und Yucca elephantipes dieselbe Pflanze?

Ja. Yucca elephantipes ist ein illegitimer Name, der 1859 ohne gültige Beschreibung veröffentlicht wurde, im selben Jahr wie Yucca gigantea. Maßgeblich ist Yucca gigantea, auch wenn Yucca elephantipes im Gartenbau weiterhin weit verbreitet ist.

Ist die Riesen-Palmlilie für Katzen und Hunde giftig?

Ja, bei insgesamt geringer Schwere. Blätter und Wurzeln enthalten Saponine, die bei Katzen und Hunden Erbrechen auslösen. Bei Pferden wurden nach wiederholter Aufnahme Leberstörungen beschrieben.

Warum wird der Stamm meiner Riesen-Palmlilie unten dicker?

Diese Verdickung ist normal und nimmt mit dem Alter zu. Sie erinnert an einen Elefantenfuß und dient als Wasserspeicher. Darauf beziehen sich der frühere wissenschaftliche Name elephantipes und entsprechende Trivialnamen.

Ist die Riesen-Palmlilie mit Beaucarnea identisch?

Nein. Beide Pflanzen werden im französischen Handel als Elefantenfuß bezeichnet, gehören aber verschiedenen Gattungen an. Beaucarnea recurvata hat einen deutlich knolligen Caudex und schmale, herabhängende Blätter; Yucca gigantea besitzt einen eher zylindrischen Stamm und aufrechtere Blätter.

Kann man die Blüten der Riesen-Palmlilie essen?

Ja, in bestimmten Küchen Mittelamerikas. Die Blütenblätter werden von bitteren Staubblättern und Fruchtknoten befreit, blanchiert und anschließend zubereitet. Es handelt sich um eine örtliche traditionelle Verwendung, nicht um einen allgemeinen Verzehrhinweis für Zimmerpflanzen.

Warum haben die Blätter meiner Riesen-Palmlilie keinen Dorn?

Das ist normal und ein Erkennungsmerkmal. Der englische Name spineless yucca bezieht sich darauf, dass die weichen Blattspitzen keinen für viele andere Yucca-Arten typischen stechenden Enddorn tragen.

Verträgt die Riesen-Palmlilie Frost?

Gut etablierte Freilandpflanzen vertragen kurzzeitig leichten Frost, entsprechend den USDA-Zonen 9b bis 11. Länger anhaltender Frost oder stauende Nässe bei Kälte können besonders junge Exemplare absterben lassen.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.