Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea, (L.) R.K.Jansen 1985)

Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea) ist eine krautige Pflanze aus der Familie der Asteraceae, die wegen ihrer essbaren Blätter und gelbroten, scharf schmeckenden Blütenköpfe angebaut wird. Ihre Herkunft ist umstritten; vermutlich handelt es sich um eine Kulturpflanze aus einer Wildart aus Brasilien oder Peru, ohne eindeutig bekannte Wildpopulation. Spilanthol verursacht das typische Prickeln und anschließende Taubheitsgefühl im Mund.

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Wissenschaftlicher NameAcmella oleracea
GattungAcmella
OrdnungAsterales

Jambu (Pflanzenart), Jambu, Parakresse, Toothache plant und Paracress

Identität
Toxizität
Keine Giftigkeit für Haustiere verzeichnet
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
BrasilienPeru
Lebensraum
Feuchte Ruderalflächen, Ufer und Sümpfe der Tropen; andernorts in Gemüsebeeten und Gefäßen kultiviert
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Erntezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Blüte und erste Ernte 8 bis 12 Wochen nach der Aussaat
Vermehrung
Aussaat, Steckling
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering; vor heißen, austrocknenden Winden schützen
Luftfeuchtigkeit
60–85 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reicher Boden, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne, verträgt leichten Halbschatten
Innenbereich
Helles Fensterbrett
Abstand zum Fenster
Etwa 20 cm vor einem Südfenster bei Topfkultur
Außenbereich
Beet in voller Sonne, Gemüsegarten
Pflanzgefäße
Terrakotta, Drainage-Kunststoff
Erscheinungsbild
Höhe20–60 cmBreite20–50 cm
Blätter
Grün
Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GelbRot
Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Wuchsform
Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea): Herkunft und Verwendung — rinde 1

Weltweite Verbreitung

Die Herkunft von Acmella oleracea ist umstritten. POWO beschreibt sie als Kulturpflanze mit Bezug zu Südostbrasilien, während andere Arbeiten eine Domestikation in Peru erwägen. Eine eindeutig zugehörige Wildpopulation ist bislang nicht bekannt. Heute wird sie in den meisten tropischen und subtropischen Regionen angebaut.

  • Heimisch2
  • Eingeführt2
  • Brasilien
  • Peru
  • Indien
  • Thailand

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Jambu (Pflanzenart) (Acmella oleracea (L.) R.K.Jansen, 1985), auch Jambu oder Parakresse, gehört als krautige Pflanze zur Gattung Acmella in der Familie der Asteraceae. Carl von Linné beschrieb sie 1767 zunächst als Spilanthes oleracea. Erst 1985, mehr als zwei Jahrhunderte später, stellte Robert K. Jansen sie in die Gattung Acmella. 1 2

Die kreolische Bezeichnung brède mafane verbindet das portugiesische bredo, eine Bezeichnung für amarantähnliches Blattgemüse, mit dem madagassischen mafana für heiß oder scharf. Über portugiesische Handelsstützpunkte gelangte die Pflanze in den Indischen Ozean. Die Küchen Madagaskars und Réunions übernahmen sie und prägten diesen Namen aus zwei Sprachen. 9

Erkennung

Ein aufrechter bis ausladender krautiger Horst von 20 bis 60 cm Höhe und ähnlicher Breite kennzeichnet Acmella oleracea. Die bereits am Grund verzweigten Stängel tragen eiförmige bis dreieckige, am Rand gezähnte Blätter. Die typische Form ist dunkelgrün, die Sorte 'Peek-a-Boo' dagegen bronzepurpurn belaubt. 6 4

An den Blütenköpfen lässt sich die Art sicherer von anderen essbaren Korbblütlern unterscheiden als am Laub. Anders als Margeriten oder Ringelblumen besitzt sie keine Zungenblüten. Die scheibenförmigen bis kegelförmigen, 1 bis 2,4 cm großen Köpfe sind leuchtend gelb mit rotorangefarbener Mitte. Zahlreiche nur 2,7 bis 3,3 mm lange Röhrenblüten stehen gemeinsam auf einem langen Blütenstandsstiel. Beim Kauen frischer Blüten oder Blätter entstehen binnen Sekunden deutliches Prickeln und Taubheit auf der Zunge, die typische Wirkung von Spilanthol. 3 7

Nützliche Taxonomie

Als akzeptierten Namen führt POWO/WCVP Acmella oleracea (L.) R.K.Jansen. Die Art ist unter mehreren heute synonymen Namen bekannt geworden, die in medizinischer und gärtnerischer Literatur teilweise weiterverwendet werden:

  • Spilanthes oleracea L. (historischer Name)
  • Spilanthes acmella var. oleracea (L.) C.B.Clarke ex Hook.f. (historischer Name)
  • Spilanthes fusca Lam. (historischer Name)
  • Bidens fervida Lam. (historischer Name)
  • Anacyclus pyrethraria (L.) Spreng. (historischer Name)

Besonders leicht führt Spilanthes oleracea Nichtfachleute in die Irre: Zahlreiche pharmakologische Studien und Saatgutanbieter verwenden den Namen weiterhin, obwohl die Art seit 1985 botanisch einer anderen Gattung zugeordnet wird. 1

Lebensraum und Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von Acmella oleracea ist ungeklärt. POWO behandelt sie als Kulturpflanze mit Bezug zu Südostbrasilien; andere Arbeiten erwägen eine frühe Domestikation in Peru. Eine eindeutig zur Art gehörende, rein wilde Population wurde bisher nicht nachgewiesen. 1 7

Feuchte Ruderalstellen, Ufer und Sumpfgebiete bieten Jambu (Pflanzenart) geeignete Lebensräume. Sie gedeiht in warmem Klima um 26 °C bei Jahresniederschlägen von teils mehr als 2.700 mm, also deutlich mehr als in den meisten Gärten gemäßigter Zonen und ähnlich wie im brasilianischen Amazonasgebiet. Der Anbau reicht heute über die meisten Tropen und Subtropen: vom brasilianischen Amazonien, wo sie jambu heißt, über die durch portugiesische Handelsplätze erschlossene Region des Indischen Ozeans bis nach Süd- und Südostasien. Dort dient sie sowohl als Gemüse als auch als volksmedizinisches Mittel. 5 9

Lebenszyklus und Vermehrung

Bei tropischer Wärme und Feuchtigkeit wächst Acmella oleracea als kurzlebige Staude. Im gemäßigten Klima wird sie einjährig kultiviert, weil sie schon unter 5 °C kälteempfindlich ist und Frost nicht übersteht. Die lichtkeimenden Samen werden auf die Oberfläche gesät; bei 18–21 °C keimen sie nach 10 bis 14 Tagen. Die erste Blüte folgt 8 bis 12 Wochen nach der Aussaat. 3 6

Nicht blühende Triebe lassen sich im Sommer auch durch Stecklinge vermehren. Das geht schneller als die Aussaat und erhält die Eigenschaften der Mutterpflanze. Von Sommer bis Frühherbst blüht die Pflanze fortlaufend; außerhalb der Tropen beendet der erste Frost die Blüte abrupt. 6

Nutzen und Risiken

In der Küche werden vor allem Blätter und Blütenköpfe verwendet. Letztere sind in der kreativen Gastronomie als buzz buttons oder Szechuan buttons bekannt. Frische oder gegarte Blätter kommen in Salate, Cocktails und traditionelle Amazonasgerichte wie Tacacá und Tucupi. Die Volksmedizin verwendet die Pflanze vor allem gegen Zahnschmerzen und Mundinfektionen, worauf der englische Name Toothache plant hinweist. 5 7

Bei üblichen Lebensmittelmengen ist keine Giftigkeit für Menschen oder Haustiere verzeichnet. In Bewertungen zur Verwendung als Aromastoff wird eine vorsichtige tägliche Menge von etwa 130 mg für einen 70 kg schweren Erwachsenen genannt. Während Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei einer Allergie gegen Korbblütler bleibt Zurückhaltung ratsam. 8 7

Auch eine larventötende Wirkung von Spilanthol gegen mehrere Malaria und Dengue übertragende Mückenarten ist dokumentiert. Wirksame Konzentrationen liegen im Bereich weniger Mikrogramm pro Milliliter. Die Forschung untersucht einen Einsatz als landwirtschaftliches Biopestizid; daraus folgt keine Gleichsetzung mit einem einfachen Mückenabwehrmittel für den Hausgarten. 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Gärtnerisch werden vor allem zwei Formen unterschieden: 'Peek-a-Boo' mit bronzepurpurnem Laub und leuchtend gelben Blütenköpfen mit roter Mitte sowie 'Bullseye'. Letzteres ist ein nordamerikanischer Handelsname der typischen Form und hat keinen eigenständigen botanischen Status. 4

Zwei Verwechslungen begegnen in Garten und Küche regelmäßig. Die verwandte Art Spilanthes acmella besitzt kleinere, meist weniger scharfe Blütenköpfe und wird oft unter ähnlichen Namen verkauft. Das erschwert sogar die Zuordnung mancher pharmakologischer Studien. Außerdem täuscht die Bezeichnung Szechuan buttons: Als Asteraceae ist Acmella oleracea nicht mit dem echten Szechuanpfeffer der Gattung Zanthoxylum aus der Familie der Rutaceae verwandt, auch wenn Küchenfachleute das Mundgefühl vergleichen.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Acmella oleracea giftig?

Für Menschen und Haustiere ist keine Giftigkeit verzeichnet. Die Blütenköpfe verursachen durch Spilanthol ein vorübergehendes Prickeln und Taubheitsgefühl im Mund, das bei üblichen Küchenmengen als unbedenklich gilt.

Warum prickeln die Blüten auf der Zunge?

Spilanthol ist ein in Blütenköpfen und Blättern konzentriertes Alkylamid. Es reizt die Sinnesrezeptoren im Mund und führt zu Speichelfluss, Prickeln und vorübergehender Taubheit.

Ist Acmella oleracea mit Szechuanpfeffer verwandt?

Nein. Der Handelsname Szechuan buttons kann täuschen. Szechuanpfeffer gehört zur Gattung Zanthoxylum in der Familie der Rutaceae und ist botanisch nicht mit diesem Korbblütler verwandt.

Woher stammt Jambu (Pflanzenart) ursprünglich?

Ob Brasilien oder Peru die Herkunftsregion ist, bleibt umstritten. POWO führt die Art als Kulturpflanze ohne bekannte Wildpopulation. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet lässt sich deshalb nicht sicher kartieren.

Was unterscheidet 'Peek-a-Boo' von der typischen Form?

Die Sorte 'Peek-a-Boo' hat bronzepurpurnes statt grünes Laub. Die gelben Blütenköpfe mit roter Mitte und die Kulturansprüche entsprechen der typischen Form.

Lässt sich Acmella oleracea ganzjährig im Zimmer halten?

Ja, im Topf vor einem sehr hellen Fenster. Für Blüten braucht die Pflanze viel Licht und reagiert unter 5 °C empfindlich auf Kälte. Das begrenzt die Freilandkultur im Winter.

Wann prickeln die geernteten Blütenköpfe am stärksten?

Ernten Sie vollständig geöffnete, leuchtend gelbe Blütenköpfe mit roter Mitte. Der Spilantholgehalt steigt mit der Blütenreife; zu früh geerntete Köpfe schmecken deutlich schwächer.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.