Teufelsbaum (Alstonia scholaris, )
Alstonia scholaris ist ein großer immergrüner Baum aus der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Sein natürliches Areal reicht vom tropischen Asien mit Pakistan und Südchina bis nach Nordaustralien. Quirlig angeordnete Blätter, reichlicher weißer Milchsaft und eine alkaloidreiche Rinde kennzeichnen die Art. Rinde und Holz werden traditionell als Heilmittel beziehungsweise für Schultafeln genutzt.
WeiterlesenTeufelsbaum, Ditabaum und Blackboard tree
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Alstonia scholaris reicht als zusammenhängender Gürtel von Pakistan und dem indischen Subkontinent über Südchina und das gesamte festländische und insulare Südostasien bis nach Nordaustralien und auf die Salomonen. Auch außerhalb dieses Areals wird die Art in tropischen und subtropischen Gebieten häufig als Zier- und Straßenbaum gepflanzt.
- Heimisch8
- Indien
- Sri Lanka
- Pakistan
- Südchina
- Thailand
- Vietnam
- Philippinen
- Australien
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Alstonia scholaris (Alstonia scholaris (L.) R.Br., 1810), auch Ditabaum und Teufelsbaum genannt, ist ein großer immergrüner Baum aus der Gattung Alstonia und der Familie der Hundsgiftgewächse. Das Epitheton scholaris verweist auf die traditionelle Verwendung des hellen Holzes für Schreib- und Schultafeln in Myanmar. Darauf geht auch der englische Name Blackboard tree zurück. 3 1
Mit dem Gattungsnamen wird der schottische Botaniker Charles Alston geehrt, der an der Universität Edinburgh lehrte. Werden Pflanzenteile angeschnitten oder verletzt, tritt reichlich weißer Milchsaft aus. Bei vielen benachbarten großen Straßenbäumen, etwa Mango oder Indischem Mandelbaum, fehlt ein solcher Saft. Das Merkmal erleichtert eine rasche Unterscheidung vor Ort, ohne Lupe oder Bestimmungsschlüssel. 3
Erkennung
Gewöhnlich erreicht Alstonia scholaris eine Höhe von 20 bis 40 m; außergewöhnliche Exemplare werden mit bis zu 60 m angegeben. Der zylindrische Stamm ist bei älteren Bäumen häufig gefurcht und kann einen Durchmesser von 1,25 m überschreiten. Schmale Brettwurzeln ziehen sich an der Stammbasis weit nach oben und prägen den charakteristischen Umriss des Baums. 4 3
Zuverlässiger als die mit dem Alter wechselnde Höhe und Stammform ist die Blattstellung: 4 bis 8 Blätter stehen in einem Quirl. Unter großen Tropenbäumen ist dies ein auffälliges Merkmal, das die Art von benachbarten Mango- und Mandelbäumen mit wechselständigen Blättern unterscheidet. Die verkehrt eiförmigen bis elliptischen Blätter sind 5 bis 22 cm lang, oberseits glänzend dunkelgrün und unterseits heller. 25 bis 45 Paare von Seitennerven verlaufen fast rechtwinklig zur Mittelrippe. 3
Weiße, cremefarbene oder gelbliche Blüten stehen in verzweigten Zymen an den Zweigenden. Ihr kräftiger Duft kann bei üppiger Blüte unangenehm werden. Die Früchte bestehen aus zwei langen, dünnen, herabhängenden Balgfrüchten von bis zu 40 cm Länge. Sie öffnen sich noch am Baum und entlassen abgeflachte Samen, die an beiden Enden Büschel seidiger Haare tragen und vom Wind verbreitet werden. 3
Nützliche Taxonomie
POWO und WCVP akzeptieren den Namen Alstonia scholaris (L.) R.Br. Robert Brown veröffentlichte diese Kombination 1810 auf Grundlage des Basionyms Echites scholaris, das Linné 1767 beschrieben hatte. In Literatur und Saatgutkatalogen sind mehrere historische Synonyme weiterhin anzutreffen:
- Echites scholaris L.
- Alstonia scholaris var. velutina Monach.
- Alstonia scholaris var. blumei A.DC.
- Alstonia scholaris var. avae A.DC.
- Alstonia kurzii Hook.f.
- Alstonia spectabilis Kurz
- Pala scholaris (L.) Roberty, historisches Synonym
Zur Gattung Alstonia gehören mehrere Dutzend Arten tropischer Bäume und Sträucher mit Milchsaft. Manche lassen sich in denselben Gebieten Asiens und Australiens leicht mit A. scholaris verwechseln. Der akzeptierte wissenschaftliche Name bietet bei der Zuordnung alter Literaturangaben und angebotenen Saatguts den beständigen Bezugspunkt. 1
Lebensraum und Verbreitung
Pakistan und der indische Subkontinent bilden den westlichen Ausgangspunkt des natürlichen Areals. Es reicht über Südchina und das gesamte festländische wie insulare Südostasien bis nach Nordaustralien und auf die Salomonen. Die weite Verbreitung verbindet damit mehrere tropische Regionen Asiens mit Australien und benachbarten Inseln. 1 3
Primäre und sekundäre Regenwälder, Monsunwälder, Savannen und Flussufer dienen der Art als Lebensraum. Sie wächst vom Meeresspiegel bis auf über 1.200 m Höhe. Der Baum verträgt unterschiedliche Böden auf alluvialem, vulkanischem oder metamorphem Ausgangsmaterial. Selbst auf armen kalkhaltigen Böden an der Küste kann er bestehen, bleibt dort allerdings klein. 4 3
Auf der Roten Liste der IUCN wird Alstonia scholaris als nicht gefährdet geführt. Das sehr große Verbreitungsgebiet auf mehreren Kontinenten geht mit insgesamt stabilen Beständen einher. Örtliche Nutzung für Holz und traditionelle Heilmittel besteht dennoch; sie ändert nach dieser Bewertung nichts an der globalen Gefährdungseinstufung. 2
Lebenszyklus und Vermehrung
Je nach Klima wächst der Baum mäßig bis recht schnell. Auf Taiwan gepflanzte Exemplare erreichten nach 18 Jahren 23,5 m und im Alter von 41 Jahren bis zu 35 m. Die Blüte setzt erst nach einer ausgeprägten Trockenperiode ein. Sie folgt daher einem saisonalen Rhythmus und verteilt sich nicht kontinuierlich über das ganze Jahr. 4
Frisch geerntete Samen keimen mit einer Rate von nahezu 100 % gut. Die Ernte ist jedoch schwierig: Die Balgfrüchte öffnen sich unmittelbar am Baum und geben ihren Inhalt rasch an den Wind ab. Trocken in einer geschlossenen Dose gelagert, behalten die Samen nur etwa zwei Monate lang eine Keimrate von ungefähr 90 %. 4
Neben der Aussaat ist die Vermehrung durch Veredelung möglich. Verwendet werden Spaltpfropfen und Okulation in einen umgekehrten T-Schnitt. Solche Verfahren dienen dazu, ausgewählte Bäume mit gewünschten Eigenschaften für die städtische Begrünung zu erhalten und weiterzuvermehren. 4
Nutzen und Risiken
Mehrere Indolalkaloide finden sich in der Rinde, darunter Echitamin, der Hauptbestandteil aller untersuchten Proben, der auch als pflanzliches Heilmittel angeboten wird. In der traditionellen Medizin Süd- und Südostasiens wird ein Rindenabsud gegen Durchfall, Ruhr, Fieber und Malaria eingesetzt. Die alte Anwendung gegen Malaria steht allerdings einer in Laborversuchen nur schwachen entsprechenden Wirksamkeit gegenüber. 6 4
Hoch dosierte Rindenextrakte verursachen bei Ratten und Mäusen ausgeprägte Organschäden. Die Giftigkeit hängt von der Erntezeit ab: In der Monsunzeit gesammelte Rinde ist am wenigsten, im Sommer geerntete am stärksten giftig. Bei Hunden führte eine einmalige hohe Dosis zu unsicherem Gang, starkem Speichelfluss und vorübergehendem Erbrechen; Todesfälle wurden dabei nicht berichtet. 6 7
Aus allen verletzten Pflanzenteilen tritt weißer, reizender Milchsaft aus. Er kann Haut und Schleimhäute bei Kontakt reizen. Bei intensiver Blüte sind außerdem Atemwegsbeschwerden bei empfindlichen Personen möglich, die sich den stark duftenden Blüten aus nächster Nähe aussetzen. 3
Das leichte, helle Holz wird für Bleistifte, Särge auf Sri Lanka, Haushaltsgeräte auf Borneo und traditionelle Masken des Topeng-Tanzes auf Bali genutzt. Auch Zellstoff und Sperrholz werden daraus hergestellt. In Indien ist die Art der Symbolbaum Westbengalens. An der Visva-Bharati-Universität erhalten Absolventen ihre Blätter, eine auf Rabindranath Tagore zurückgehende Tradition. 9 4
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Ähnliche asiatische und australische Arten derselben Gattung sind Alstonia angustifolia, Alstonia macrophylla, Alstonia spatulata und Alstonia angustiloba. Unterschiede betreffen vor allem Blattgröße, Blattzahl je Quirl und Länge der Balgfrüchte. Bei A. scholaris werden die paarigen Früchte bis zu 40 cm lang. Für eine sichere Unterscheidung anhand dieses Merkmals ist gewöhnlich ein fruchtendes Exemplar erforderlich. 3
In Vietnam ist die Herbstblüte unter dem Namen hoa sữa, Milchblume, mit Dichtung und Volksliedern verbunden. Der schwere Duft führte zugleich örtlich zu Forderungen nach Fällungen, etwa 2011 in Trà Vinh. In Indien heißt die Art auf Sanskrit saptaparna, wörtlich „sieben Blätter“. Sie gilt als heiliger Baum des zweiten jainistischen Tirthankaras Ajitanatha. 8
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Alstonia scholaris (L.) R.Br.
- IUCN Red List, Alstonia scholaris Bewertung (Lakhey & Pathak, 2021)
- NParks Singapore, Flora & Fauna Web, Alstonia scholaris
- Useful Tropical Plants Database, Alstonia scholaris
- Australian Tropical Rainforest Plants (RFK8), Alstonia scholaris
- Baliga et al., 2004, Akute Toxizität und Sicherheit von Alstonia scholaris-Extrakt, Toxicology Letters
- PMC, Akute und subchronische Toxizität der Alstonia scholaris Indolalkaloide bei Beagle-Hunden
- INPN MNHN, Alstonia scholaris (L.) R.Br.
- Government of West Bengal, Plant Wealth of The Raj Bhavan (Alstonia scholaris, Symbolbaum)
Häufig gestellte Fragen
Warum heißt Alstonia scholaris auf Englisch blackboard tree?
Das Epitheton scholaris erinnert daran, dass aus dem hellen Holz traditionell Schreib- und Schultafeln in Myanmar gefertigt wurden. Der englische Name blackboard tree nimmt unmittelbar auf diese Verwendung Bezug.
Ist Alstonia scholaris giftig?
Der weiße Milchsaft aus verletzten Pflanzenteilen reizt bei Kontakt. Die Rinde enthält Alkaloide wie Echitamin, die bei Ratten und Mäusen im Labor in hoher Dosis Organschäden verursachen. Die Giftigkeit hängt auch von der Erntezeit der Rinde ab.
Wie lässt sich Alstonia scholaris von anderen Tropenbäumen unterscheiden?
Am zuverlässigsten sind die Quirle aus 4 bis 8 Blättern um den Spross, zusammen mit dem reichlichen weißen Milchsaft, der bei Verletzungen austritt.
Wächst Alstonia scholaris schnell?
Das Wachstum ist je nach Klima mäßig bis recht schnell. Gepflanzte Bäume auf Taiwan erreichten 23,5 m nach 18 Jahren und bis zu 35 m nach 41 Jahren, ähnlich anderen großen tropischen Pionierbäumen.
Warum wird in manchen vietnamesischen Wohnvierteln die Fällung des Baums gefordert?
Die herbstliche Blüte, dort hoa sữa genannt, duftet sehr intensiv. In der Dichtung wird sie gefeiert, doch in hoher Konzentration nahe Wohnhäusern kann der Geruch stören und hat örtlich Forderungen nach Fällungen ausgelöst.
Ist das Holz von Alstonia scholaris dauerhaft?
Nein. Es ist leicht, weich und wenig dauerhaft sowie anfällig für Termiten und holzbohrende Insekten. Nach dem Fällen muss es rasch trocknen, um die häufige, optisch störende Bläue zu vermeiden.
Ist Alstonia scholaris vom Aussterben bedroht?
Nein. Die IUCN stuft die Art als nicht gefährdet ein. Ihr sehr großes Areal auf mehreren Kontinenten trägt trotz örtlicher Nutzung für Holz und traditionelle Heilmittel zu insgesamt stabilen Beständen bei.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.





