Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus, L. 1753)

Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus L., 1753) ist eine einjährige Pflanze der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) aus den hohen Andentälern zwischen Ecuador und Nordwestargentinien. Seine langen, meist purpurnen, hängenden Rispen erklären den englischen Namen love-lies-bleeding. Andine Kulturen domestizierten ihn wegen seiner eiweißreichen Samen. In Europa wird er heute überwiegend als Zierblume angebaut und unter dem Quechua-Namen Kiwicha als Pseudogetreide wiederentdeckt.

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Wissenschaftlicher NameAmaranthus caudatus
GattungAmaranthus
OrdnungCaryophyllales

Garten-Fuchsschwanz, Garten-Amarant, Tausendschön, Kiwicha, Love-lies-bleeding und Foxtail amaranth

Identität
Toxizität
Ungiftig für Menschen und die wichtigsten Haustiere
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Kräuterartig · Einjährige Blume · Gemüsegarten
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Einjährig
Herkunft
PeruEcuadorBolivienArgentinien
Lebensraum
Sonnige Kulturflächen und Gärten; wild in Andentälern bis über 2.500 m Höhe
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Erntezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Blüte Juli bis zum ersten Frost; Samenreife 4–6 Monate nach Aussaat
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Windverträglichkeit
Ohne Stütze gering, knickt unter dem Gewicht der Rispen um
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Reicher Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Volle Sonne, warmer und geschützter Standort
Außenbereich
Beet in voller Sonne, Gemüsegarten
Erscheinungsbild
Höhe60–250 cmBreite30–100 cm
Blätter
GrünViolett
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
RotViolettGrünCreme
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Braun
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünRot
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das ursprüngliche Areal von Amaranthus caudatus liegt in den hohen Anden von Ecuador bis Nordwestargentinien; Peru ist ein Zentrum der Domestikation. In den Anden wurde die Art jahrtausendelang angebaut, bevor die spanische Kolonisierung den Anbau zugunsten von Weizen und Gerste stark zurückdrängte. Heute wird sie weltweit als Gartenblume kultiviert und in mehreren Ländern als Körnerfrucht wiederentdeckt; ein invasiver Status ist nicht dokumentiert.

  • Heimisch4
  • Eingeführt4
  • Peru
  • Ecuador
  • Bolivien
  • Argentinien
  • Mexiko
  • Indien
  • China
  • Kenia

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus L., 1753), auch Garten-Amarant genannt, ist eine einjährige Pflanze der Gattung Amaranthus aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Carl von Linné beschrieb die Art 1753. Ihr natürliches Areal liegt in den Anden und reicht von Ecuador bis in den Nordwesten Argentiniens. Unter dem Namen Kiwicha ist sie zugleich als traditionelle Körnerfrucht bekannt. 1 3

Sein englischer Name love-lies-bleeding kam im viktorianischen Zeitalter auf. Er spielt auf das dunkle Purpur der langen, herabhängenden Rispen an, das an fließendes Blut erinnert. Die Samen tragen einen weiteren Namen: Kiwicha. Diese Quechua-Bezeichnung greifen heute landwirtschaftliche Programme auf, die das andine Pseudogetreide als Nahrungspflanze wiederentdecken. 9 4

Erkennung

Ein aufrechter, verzweigter und häufig rötlich gefärbter Stängel kennzeichnet Amaranthus caudatus. Seine Höhe hängt stark von der Sorte ab: Kompakte Auslesen erreichen 0,6 m, besonders wüchsige Formen für den Nahrungsanbau dagegen bis zu 2,5 m. Die Unterschiede im Wuchs sind somit innerhalb der Art erheblich. 5 6

Ovale Blätter stehen wechselständig am Stängel. Je nach Auslese sind sie kräftig grün oder purpurn überlaufen. Der typische Blütenstand bildet ein langes, herabhängendes Kätzchen, meist von tiefem Purpur. An gut entwickelten Pflanzen kann diese Rispe mehr als 50 cm lang werden und ist damit das auffälligste Merkmal der Art. 6 4

Mit weniger als 1 mm Durchmesser sind die Samen winzig. Bei Nahrungsformen fallen sie hell aus, bei vielen Zierformen dagegen dunkler. Die Farbe folgt vor allem der Sortenauslese und stellt keine strenge taxonomische Regel dar. Wie andere Amarante ist die Pflanze einhäusig und selbstfruchtbar. Ihre winzigen Blüten besitzen keine Kronblätter; die Bestäubung übernimmt der Wind und nicht der Insektenbesuch. 4 5

Nützliche Taxonomie

Für diesen Garten-Amarant erkennt Plants of the World Online den 1753 veröffentlichten Namen Amaranthus caudatus L. innerhalb der Familie Amaranthaceae an. Das ist der akzeptierte Name, unter dem die Art hier behandelt wird. 1 2

Mehrere Dutzend ähnlich aussehende Arten gehören zur Gattung Amaranthus. Eine neuere Bearbeitung ordnet die Art sogar als Amaranthus hybridus subsp. caudatus (L.) Iamonico & Galasso ein. Gegenüber dem von POWO akzeptierten Namen besteht darüber kein Konsens. Daneben wurden unter anderem Amaranthus caudatus subsp. mantegazzianus (Pass.) Hanelt und Amaranthus caudatus var. albiflorus Moq. beschrieben. Solche Unterarten und Varietäten unterscheiden sich vor allem in Blütenfarbe oder Wuchs. 1

Der diploide Chromosomensatz umfasst 32 Chromosomen (2n = 32). Diese Chromosomenzahl wird auch für die gesamte Gattung Amaranthus angegeben. 4

Lebensraum und Verbreitung

In den hohen Andentälern zwischen Ecuador und Nordwestargentinien liegt das ursprüngliche Verbreitungsgebiet. Ein Zentrum der Domestikation befindet sich in Peru. Herkunft und jahrtausendelange Nutzung als Kulturpflanze sind bei dieser Art eng miteinander verbunden. 1 4

Über 2.500 m Höhe hinaus kann Amaranthus caudatus als einzige Art seiner Gattung wachsen. Diese Höhentoleranz erklärt den alten Anbau in Gebirgstälern, der in Peru bis auf 3.100 m belegt ist. 4

Aus den Anden gelangte die Art in andere Weltregionen. Heute wird sie weltweit als Gartenpflanze kultiviert und in mehreren Ländern wieder als Nahrungspflanze genutzt, darunter Mexiko, China, Nepal, Indien und Kenia. Ein invasiver Status ist nicht dokumentiert. In Frankreich dient sie als Beet- und Schnittblume und verwildert gelegentlich aus Gärten. 4 3

Lebenszyklus, Domestikation und Kultur

In gemäßigtem Klima beginnt die geschützte Aussaat 6–8 Wochen vor dem letzten Frost. Eine Direktsaat ist möglich, sobald keine Fröste mehr zu erwarten sind; bei erwärmtem Boden erfolgt der Aufgang rasch. Die Blüte reicht von Juli bis zu den ersten Frösten, während die Samen 4–6 Monate nach der Aussaat reifen. Diese Frostgrenze ist auch für Gärten in Deutschland, Österreich und der Schweiz entscheidend. 5 6

Schon andine Kulturen einschließlich der Inka bauten die Pflanze jahrtausendelang wegen ihrer eiweißreichen Samen an. Im 16. Jahrhundert drängte die spanische Kolonisierung diesen Anbau zugunsten von Weizen und Gerste stark zurück. Das neuere landwirtschaftliche Interesse unter dem Namen Kiwicha belebt die Kultur auch außerhalb der Anden, insbesondere in Asien und Ostafrika. 4

Bei zu nassem Ackerboden stehen zwei Krankheitsgruppen im Vordergrund: die durch Pythium und Fusarium an Samen oder jungen Sämlingen verursachte Umfallkrankheit sowie Stängelfäulen durch Sclerotinia und Alternaria. Am jüngsten Laub verursachen vor allem Larven von Blattkäfern (Diabrotica spp.) und Eulenfaltern (Agrotis spp.) Insektenschäden. 4

Ziernutzung, Ernährung und Risiken

In Europa überwiegt die Ziernutzung. Die langen, herabhängenden Rispen eignen sich für sonnige, geschützte Beete sowie frische und getrocknete Sträuße. Manche Sorten wie „Fat Spike“ tragen aufrechte statt hängende Ähren. „Viridis“ bietet dagegen hellgrüne Rispen als Alternative zum typischen Purpur. Diese Unterschiede verändern den Eindruck der Pflanze deutlich. 7 8

Als Blattgemüse werden die jungen Blätter gekocht und ähnlich wie Spinat gegessen. Die Samen enthalten 13–18 % hochwertiges Eiweiß und sind reich an Lysin, einer in pflanzlichen Proteinen selteneren Aminosäure. Sie lassen sich kochen, wie Popcorn puffen oder zu glutenfreiem Mehl mahlen. Ihr Nährstoffprofil ergänzt klassische Getreide wie Mais und Reis, die gerade an dieser Aminosäure arm sind. 5 4

Für Menschen, Katzen und Hunde ist keine Giftigkeit dokumentiert. Bei Pferden bleibt die Einstufung mangels spezifischer Daten ungewiss. Auf übermäßig stickstoffreichen Böden kann die Pflanze dennoch Nitrate in den Blättern anreichern. Das verdient besonders bei einem Anbau für den Verzehr Aufmerksamkeit und bleibt von der allgemeinen Einstufung als ungiftig zu unterscheiden. 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Die beiden gefestigten Sorten „Viridis“ und „Fat Spike“ zeigen die Spannweite von Farbe und Wuchs. Erstere besitzt hellgrüne Rispen, Letztere aufrechte statt hängende Ähren. Kompaktere Auslesen für kleine Beete ergänzen das gärtnerische Angebot, ohne eine eigenständige Art zu bilden. 8

Unter den Körneramaranten führen besonders Amaranthus hypochondriacus und Amaranthus cruentus zu Verwechslungen, weil auch sie dichte, farbige Rispen tragen. Gegenüber diesen beiden nahen Verwandten bleibt die typische tiefpurpurne, herabhängende Rispe das einfachste Feldmerkmal von Amaranthus caudatus. Manche Ziersorten weichen durch gezielte Auslese allerdings davon ab. 4

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Garten-Fuchsschwanz giftig?

Nein. Er gilt für Menschen, Katzen und Hunde als ungiftig; bei Pferden bleibt der Status ungewiss. Auf zu stickstoffreichen Böden können sich Nitrate in den Blättern anreichern. Das ist besonders bei Pflanzen für den Verzehr zu beachten.

Kann man Garten-Fuchsschwanz essen?

Ja. Junge Blätter werden wie Spinat gekocht. Die lysinreichen Samen lassen sich kochen, ähnlich wie Popcorn puffen oder unter dem Namen Kiwicha zu glutenfreiem Mehl mahlen.

Woher kommt der Name Kiwicha?

Kiwicha ist die Quechua-Bezeichnung für die Samen. Heutige landwirtschaftliche Programme verwenden den Namen, um den Anbau dieses andinen Pseudogetreides wiederzubeleben, das nach der spanischen Kolonisierung lange vernachlässigt wurde.

Warum stehen manche Blütenstände aufrecht, statt herabzuhängen?

Sorten wie „Fat Spike“ wurden auf aufrechte, ährenförmige Blütenstände ausgelesen, während die typische Form lange hängende Kätzchen bildet. Andere Sorten wie „Viridis“ tragen hellgrüne statt purpurne Rispen.

Mit welchen anderen Amaranten kann man Garten-Fuchsschwanz verwechseln?

Vor allem mit Amaranthus hypochondriacus und Amaranthus cruentus, zwei ähnlich aussehenden Körneramaranten. Die typische hängende, purpurne Rispe bietet das einfachste Merkmal zur Unterscheidung im Gelände.

Braucht Garten-Fuchsschwanz eine Stütze?

Bei besonders hohen Sorten ist eine Stütze empfehlenswert. Ihre langen Rispen beschweren den Stängel und begünstigen bei Wind das Umknicken.

In welcher Höhe wächst die Art in ihrer Heimat?

Amaranthus caudatus ist die einzige Art der Gattung, die über 2.500 m Höhe wachsen kann. In Peru ist ihr Anbau bis auf 3.100 m belegt.

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