Grüner Amarant (Amaranthus viridis, )
Amaranthus viridis (L., 1763) ist eine einjährige Art der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae), die weltweit in tropischen, subtropischen und warmgemäßigten Regionen vorkommt. Ihr dünner kahler Stängel, die schlanken Ähren und die ovalen Blätter kennzeichnen ein häufiges Beikraut auf Brachen und in Gärten. Zugleich dient sie in vielen Küchen Afrikas, Südasiens und der Karibik traditionell als Blattgemüse.
WeiterlesenGrüner Amarant, Callaloo, Slender amaranth und African spinach
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Weltweite Verbreitung
Das genaue Ursprungsgebiet von Amaranthus viridis ist umstritten. Der WCVP nennt den Südosten Mexikos bis zum tropischen Amerika, andere Quellen eher Ostasien. Heute kommt die Art auf den meisten Kontinenten in tropischen, subtropischen und warmgemäßigten Regionen vor. Häufig wird sie als Gemüse geerntet, statt als Beikraut entfernt.
- Heimisch2
- Eingeführt6
- Mexiko
- Brasilien
- Indien
- Nigeria
- Sri Lanka
- Französisches Mutterland
- Australien
- Vereinigte Staaten
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Amaranthus viridis (Amaranthus viridis L., 1763) ist eine einjährige Pflanze aus der Gattung Amaranthus innerhalb der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Auf Französisch heißt sie unter anderem „amarante verte“ und „amarante grêle“. Carl von Linné beschrieb sie 1763. Ihr genaues Ursprungsgebiet bleibt umstritten: Der WCVP nennt den Südosten Mexikos bis zum tropischen Amerika, andere Quellen eher Ostasien. Heute ist die Art weltweit verbreitet, bleibt jedoch auf tropisches, subtropisches und warmgemäßigtes Klima beschränkt. Der erste Frost tötet sie ab. 1 5
Das französische Wort grêle, also „schlank“, übersetzt das botanische Synonym Amaranthus gracilis Desf. ex Poir.. Es beschreibt den dünnen Stängel und die schmalen Ähren; dasselbe Synonym liegt dem englischen Namen slender amaranth zugrunde. Auf den Antillen heißt die Pflanze auch callaloo, in Westafrika African spinach. Dort ersetzen ihre gekochten Blätter häufig Spinat. 4 3
Erkennung
An Amaranthus viridis fällt der dünne, aufrechte oder ausgebreitete Stängel auf. Er ist kahl bis schwach behaart, grün bis rötlich und gewöhnlich 20 bis 80 cm hoch; unter günstigen Klimabedingungen werden bis 1 m angegeben. Schon der kahle Stängel grenzt die Art von Amaranthus retroflexus ab. Dessen raue Behaarung lässt sich ohne Lupe oder Herbarmaterial mit den Fingern erkennen. 4 3
Wechselständige, gestielte Blätter sind eiförmig bis rautenförmig-länglich, 2 bis 8 cm lang und an der Spitze häufig ausgerandet. Die winzigen grünlichen Blüten besitzen keine Kronblätter. Sie stehen in schlanken schmalen Ähren an den Triebenden und in den Blattachseln, deren Verzweigung begrenzt bleibt. 5 4
Als einhäusige und selbstfruchtbare Pflanze trägt jedes Exemplar männliche und weibliche Blüten. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind. Für die Fruchtbildung ist die Art daher weder auf ein bestäubendes Tier noch auf eine Nachbarpflanze angewiesen. 3
Nützliche Taxonomie
Den Namen Amaranthus viridis L., veröffentlicht 1763, akzeptiert Plants of the World Online innerhalb der Familie Amaranthaceae. 1 2
Botaniker des 19. Jahrhunderts ordneten die Art mehrfach heute aufgegebenen Gattungen zu. Daraus entstand eine umfangreiche Synonymie: Euxolus viridis (L.) Moq., Glomeraria viridis (L.) Cav. und Pyxidium viride (L.) Moq. bezeichnen dieselbe Pflanze unter anderen Gattungsnamen. Beim Lesen alter Floren bleibt außerdem das illegitime Homonym Amaranthus viridis All., 1785 eine klassische Fehlerquelle. Allioni veröffentlichte es später; Linnés älterer Name hat Vorrang. 1
Besonders hartnäckig ist die Verwechslung mit Amaranthus graecizans L., einer vom WCVP akzeptierten eigenständigen Art. Ihre ursprüngliche Beschreibung überschnitt sich in alten Floren lange mit derjenigen von Amaranthus viridis. Auch heutige Bestimmungsführer lassen die Unklarheit zwischen den beiden Amaranten mit kleinen grünen Blüten gelegentlich fortbestehen. 1 4
Lebensraum und Verbreitung
Brachen, Straßenränder, Äcker und Gärten besiedelt die Art besonders auf gestörten, durchlässigen und stickstoffreichen Böden. Ihre C4-Photosynthese ermöglicht rasches Wachstum auch bei großer Sommerhitze, während andere Pflanzen ihr Wachstum verlangsamen. 5 8
Außerhalb ihres umstrittenen Ursprungsgebiets eingeführt, ist Amaranthus viridis inzwischen auf den meisten Kontinenten eingebürgert. In Afrika, Südasien, auf den Antillen und in Ozeanien wird sie sowohl als Gemüse geerntet als auch als Beikraut behandelt. In Frankreich tritt sie ebenfalls auf, allerdings nur vereinzelt. 6 7
Lebenszyklus und Vermehrung
Samen von Amaranthus viridis keimen vor allem vom Frühjahr bis zum Sommer in warmem Boden. In kühlem Boden erfolgt der Aufgang langsam und unregelmäßig. Unter tropischen Klimabedingungen blüht und fruchtet die Art fast ganzjährig, in gemäßigtem Klima vor allem im Sommer. 8
Jede Ähre bildet zahlreiche schwarze, glänzende, linsenförmige Samen, die kaum mehr als einen Millimeter breit sind. Sie lassen sich leicht ernten, indem man die reifen Ähren über einem Gefäß abstreift. Diese einfache Ernte erklärt, weshalb neben den Blättern auch die Samen verbreitet als Nahrungsmittel dienen. 4
Nutzen und Risiken
Junge Blätter werden in vielen Küchen wie Spinat gekocht: als saag in Indien, koora thampala in Sri Lanka, ewe tete in Westafrika und callaloo auf den Antillen. Sie enthalten besonders viel Calcium, bis zu 2.243 mg je 100 g Trockenmasse, und Vitamin C, bis zu 790 mg je 100 g. Der Proteingehalt kann 38 % des Trockengewichts erreichen. 3 4
Die roh, geröstet oder als Mehl essbaren Samen liefern 14 bis 16 % Protein und 4,7 bis 7 % Fett. Auch Brei und Kekse werden daraus hergestellt. Ein Absud der ganzen Pflanze wurde traditionell gegen Ruhr und Entzündungen sowie als zusammenziehendes und wurmtreibendes Mittel eingesetzt. 3
Für Menschen und Haustiere ist keine Giftigkeit bekannt. Auf stickstoffreichen Böden kann die Pflanze jedoch Nitrat in den Blättern anreichern. Dieses dokumentierte Risiko betrifft insbesondere die Ernte unmittelbar nach einer Stickstoffdüngung oder große Mengen, die an Nutztiere verfüttert werden. 3
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Anerkannte gärtnerische Sorten von Amaranthus viridis gibt es nicht; die Pflanze wird nie für Zierzwecke ausgelesen. Die im Gelände sichtbare Variabilität betrifft vor allem die mehr oder weniger rötliche Stängelfarbe und die Dichte der Blütenähren. 1
Häufige Verwechslungspartner sind verwandte essbare oder als Beikraut auftretende Amaranten. Dazu zählen Amaranthus graecizans, dessen Beschreibung historisch mit der Art vermischt wurde, Amaranthus blitum, ein weiteres traditionelles Blattgemüse mit sehr ähnlichen Blättern, und der größere, fleischigere Amaranthus dubius. Oft wächst Amaranthus viridis am selben Standort wie Amaranthus retroflexus. Der kahle Stängel der ersten Art unterscheidet sich deutlich vom rauen behaarten Wuchs der zweiten. Dieses Merkmal lässt sich in wenigen Sekunden sehen und ertasten. 4
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Amaranthus viridis L.
- International Plant Names Index, Amaranthus viridis
- Plants For A Future, Amaranthus viridis
- Wikipedia EN, Amaranthus viridis (slender amaranth)
- Wikipedia FR, Amaranthus viridis
- INPN / MNHN, Amaranthus viridis L., 1763
- USDA PLANTS Database, Amaranthus viridis (AMVI)
- Useful Tropical Plants (theferns.info), Amaranthus viridis
Häufig gestellte Fragen
Ist Amaranthus viridis giftig?
Für Menschen und Haustiere ist keine Giftigkeit bekannt. Das einzige dokumentierte Risiko betrifft die Anreicherung von Nitrat in den Blättern auf zu stickstoffreichen Böden.
Kann man Amaranthus viridis essen?
Ja. Die jungen Blätter werden in vielen Küchen Afrikas, Südasiens und der Karibik wie Spinat gekocht. Die Samen sind roh, geröstet oder zu Mehl vermahlen essbar.
Wie unterscheidet sich die Art von Amaranthus retroflexus?
Amaranthus viridis hat einen dünnen kahlen Stängel und schlanke Ähren. Amaranthus retroflexus besitzt dagegen einen rauen behaarten Stängel und eine dichte endständige Ähre mit stacheligen Tragblättern.
Woher stammt die französische Bezeichnung amarante grêle?
Die Bezeichnung für den schlanken Wuchs übersetzt das botanische Synonym Amaranthus gracilis Desf. ex Poir., das den dünnen Stängel und die schmalen Ähren beschreibt. Daraus entstand auch der englische Name slender amaranth.
Sind Amaranthus viridis und Amaranthus graecizans dieselbe Art?
Nein. Plants of the World Online akzeptiert beide als eigenständige Arten. Ihre historischen Beschreibungen überschnitten sich jedoch lange, weshalb manche Bestimmungsführer sie noch immer verwechseln.
An welchen Standorten wächst Amaranthus viridis am häufigsten?
Auf Brachen, an Straßenrändern, auf Äckern und in Gärten. Die Art bevorzugt deutlich gestörte, stickstoffreiche Böden in tropischem bis warmgemäßigtem Klima.
Ist eine Verwechslung mit anderen essbaren Amarant-Arten möglich?
Ja, besonders mit Amaranthus blitum und Amaranthus dubius, deren Blätter und Wuchs sehr ähnlich sind. Die Dichte der Blütenähre und die Behaarung des Stängels bleiben die zuverlässigsten Merkmale.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.







