Ananas (Ananas comosus, (L.) Merr. 1917)

Ananas (Ananas comosus (L.) Merr.) ist eine ausdauernde krautige Pflanze der Bromeliengewächse (Bromeliaceae) aus dem Paraná-Paraguay-Becken in Südamerika. Anders als viele epiphytische Bromelien wächst sie am Boden und bildet eine dichte Rosette starrer Blätter. Sie wurde schon vor der Ankunft der Europäer domestiziert. Ihr von einem Blattschopf gekrönter Fruchtverband entsteht aus etwa hundert miteinander verwachsenden Blüten.

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Wissenschaftlicher NameAnanas comosus
GattungAnanas
OrdnungPoales

Ananas, Kulturananas, Pineapple, Piña und Abacaxi

Identität
Toxizität
Für Katzen und Hunde ungiftig; unreife Frucht und Saft reizend
Pflegeaufwand
Hoch
Pflanzenart
Kräuterlebhaft · Rosette
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
BrasilienParaguayBolivien
Lebensraum
Tropische Savannen und Waldränder bis 1.800 m; durchlässiger Boden, terrestrischer Rosettenwuchs
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Erntezeit
HerbstWinter
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
4/10
Reifezeit
Frucht nach 15 bis 22 Monaten bei vegetativer Pflanzung, 16 bis 30 bei Aussaat
Vermehrung
Teilung von Ablegern, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, starres Laub wenig empfindlich; junge Ableger im Topf schützen
Luftfeuchtigkeit
50–75 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Durchlässige Erde
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis helles Licht
Innenbereich
Helles Zimmer, Helles Fensterbrett
Außenbereich
Warmhaus, Veranda
Pflanzgefäße
Terrakotta, Drainage-Kunststoff
Erscheinungsbild
Höhe75–150 cmBreite90–120 cm
Blätter
GrünCreme
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
ViolettRotGröße2–4 cm
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünGelbOrangeRot
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünBraun
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Ananas (Ananas comosus): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal der Ananas reicht von Costa Rica bis ins tropische Südamerika. Das wahrscheinliche Ursprungszentrum liegt im Paraná-Paraguay-Becken zwischen Südbrasilien und Paraguay. Die präkolumbische Domestikation verbreitete sie vor der Ankunft der Europäer im gesamten tropischen Amerika; der Kolonialhandel brachte sie anschließend in die Tropen weltweit.

  • Heimisch3
  • Eingeführt4
  • Brasilien
  • Paraguay
  • Bolivien
  • Costa Rica
  • Guatemala
  • Honduras
  • Trinidad und Tobago

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Die Ananas (Ananas comosus (L.) Merr., 1917) ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae). Sie ist die einzige Art der Gattung Ananas, die für ihre Früchte tatsächlich domestiziert wurde. Anders als viele epiphytische Zimmerbromelien wächst sie am Boden. Ihre Blätter stehen in einer dichten Rosette über einem durchlässigen Substrat. 1 5

Linné beschrieb die Pflanze 1753 zunächst als Bromelia comosa. Die heute gebräuchliche Kombination Ananas comosus veröffentlichte der amerikanische Botaniker Elmer Drew Merrill 1917. Das lateinische Epitheton comosus bedeutet „schopfig“ und verweist auf die Blattkrone oberhalb der reifen Frucht. Der Name Ananas bezeichnet die bekannte Obstpflanze; von ihr sind die Zierformen derselben Gattung zu unterscheiden. 1 6

Erkennung

Nach NC State bildet die langsam wachsende, krautige Ananas einen kompakten Horst von 0,9 bis 1,2 m Höhe und ähnlicher Breite. Morton beschreibt wachsüberzogene, bandförmige Blätter von 50 bis 180 cm Länge. Die Ränder tragen häufig zurückgebogene Stacheln; für die Handlese ausgewählte „glatte“ Sorten bilden eine Ausnahme. Das graugrüne Laub kann je nach Sorte rote, gelbe oder elfenbeinfarbene Streifen zeigen. 3 4

Aus der Mitte einer ausgereiften Rosette erhebt sich ein einzelner kegelförmiger Blütenstand. Die RHS beschreibt kleine violette Blüten mit gelblich roten Hochblättern. Sie öffnen sich nacheinander und gehen anschließend gemeinsam in einen einzigen Fruchtverband über. Damit entsteht die Frucht aus dem ganzen Blütenstand, nicht nur aus einer einzelnen Blüte. 2

Der fleischige Fruchtverband, auch Sorosis genannt, entsteht aus etwa hundert Blüten, ihren Hochblättern und der Blütenstandsachse. Seine Schale zeigt sechseckige Muster, die sogenannten Augen. Nach Morton ist die unreife Frucht dunkelgrün und färbt sich je nach Sorte gelb, orange oder rötlich. Die RHS nennt eine Fruchthöhe bis 30 cm. Oben sitzt stets ein Schopf kurzer Blätter, die Krone. 4 2

Nützliche Taxonomie

Innerhalb der Bromeliaceae gehört die Gattung Ananas zur Unterfamilie Bromelioideae. Sie umfasst nur wenige anerkannte Arten. Ausschließlich Ananas comosus wird in großem Umfang zur Fruchterzeugung angebaut; die übrigen Arten bleiben vor allem der Zierpflanzenkultur und botanischen Sammlungen vorbehalten. 1

In Synonymverzeichnissen und im Handel begegnen mehrere historische Namen und botanische Varietäten:

  • Bromelia comosa L., das Basionym von 1753
  • Bromelia ananas L.
  • Ananas sativus Schult. & Schult.f.
  • Ananas comosus var. bracteatus (Lindl.) Coppens & F.Leal
  • Ananas comosus var. erectifolius (L.B.Sm.) Coppens & F.Leal

Die anerkannten botanischen Varietäten sind keine bloßen Synonyme. Var. bracteatus ist die rote Zierananas mit auffälligen, stacheligen Hochblättern und wenig genießbarer Frucht. Var. erectifolius wird dagegen in Amazonien wegen der Textilfasern ihrer Blätter angebaut, nicht wegen der Früchte. Für die übliche Obstananas ist der akzeptierte Name Ananas comosus var. comosus der verlässliche Bezugspunkt. 1

Lebensraum und Verbreitung

Von Costa Rica bis ins tropische Südamerika erstreckt sich das angegebene natürliche Areal der Ananas. Als wahrscheinliches Ursprungszentrum gilt das Paraná-Paraguay-Becken zwischen Südbrasilien und Paraguay. Diese Herkunftsangabe ist von der späteren, durch Menschen bewirkten weltweiten Verbreitung als Kulturpflanze zu unterscheiden. 4 3

PFAF verortet den natürlichen Lebensraum in Savannen und an Waldrändern der niederen feuchten Tropen bis auf 1.800 m Höhe. Dort wächst die Art auf durchlässigen Böden, die reich an organischer Substanz sind. Ihre terrestrische Lebensweise unterscheidet sie auch am Naturstandort von den vielen aufsitzend wachsenden Bromelien. 5

Lange vor der Ankunft der Europäer hatten indigene Völker die Ananas über ihr ursprüngliches Areal hinaus im tropischen Amerika verbreitet. Kolumbus begegnete der Frucht 1493 auf Guadeloupe und 1502 in Panama. Der portugiesische und spanische Handel brachte sie im 16. Jahrhundert auf die Philippinen und nach Hawaii, 1594 nach China, um 1655 nach Südafrika und 1650 nach Europa. In England begann der Gewächshausanbau 1712. Inzwischen ist die Pflanze unter anderem in Costa Rica, Guatemala, Honduras und Trinidad eingebürgert. 4

Lebenszyklus und Vermehrung

Ananaspflanzen werden fast immer vegetativ vermehrt. Verwendet werden die Fruchtkrone, seitliche Ableger („slips“), basale Seitensprosse („suckers“) oder Austriebe des verbliebenen Pflanzenstocks („ratoons“). Morton nennt für die Krone eine Pflanztiefe von 5 cm, für Ableger und basale Seitensprosse dagegen 9 bis 10 cm. Die verschiedenen Ausgangsteile werden somit unterschiedlich tief gesetzt. 4

Bei einem industriellen Vermehrungsverfahren wird der Stamm in vier dreieckige Streifen zerlegt und im Abstand von 10 cm in sterilisiertes Substrat gelegt. Nach 3 bis 5 Wochen erscheinen neue Triebe; nach 6 bis 8 Wochen lassen sie sich verpflanzen. So kann eine Sorte rasch vermehrt werden, ohne den Weg über Samen zu nehmen. 4

Bis zur Fruchtreife vergehen je nach Ausgangsmaterial unterschiedliche Zeiträume. Eine 15 bis 18 Monate alte, aus Samen gezogene Pflanze benötigt weitere 16 bis 30 Monate bis zur Frucht. Pflanzen aus Kronen oder Ablegern tragen dagegen nach 15 bis 22 Monaten. In Puerto Rico erreicht die Sorte Red Spanish etwa 150 Tage nach der natürlichen Blüte die Erntereife. 4

Nutzen und Risiken

Reife Ananas wird frisch, als Salat oder Kompott, in Kuchen und als Beilage gegessen. Den mit Abstand wichtigsten weltweiten Absatzweg bilden nach der zugrunde liegenden Darstellung Konserven. Auf den Philippinen entsteht aus fermentiertem Fruchtfleisch Nata de Piña. Andernorts werden auch junge Triebe, die Endknospe und Blütenstände roh oder gegart verzehrt. 4

PFAF beschreibt die Frucht als reich an den Vitaminen A und C und schreibt dem Enzym Bromelain eine verdauungsfördernde Wirkung zu. Für die Blätter nennt die Quelle eine traditionelle Verwendung als Wurm- und Abführmittel. Diese ethnobotanischen Angaben beschreiben überlieferte Anwendungen; daraus ergibt sich keine Empfehlung zur eigenständigen medizinischen Nutzung. 5

Unreife, noch grüne Früchte eignen sich nicht zum Verzehr: Morton beschreibt sie als halsreizend und stark abführend. Auch bei reifen Früchten können Saft und Fruchtfleisch bei empfindlichen Personen Mund und Haut reizen. Dieser Effekt wird mit Bromelain und den im Gewebe enthaltenen Calciumoxalatkristallen in Verbindung gebracht. Essbare Fruchtreife bedeutet daher nicht, dass jeglicher Kontakt reizlos bleibt. 4 3

Aus den Blättern wird außerdem eine weiße, seidige Faser gewonnen. Auf den Philippinen wurde sie schon vor 1591 durch Rösten im Wasser, also ein Aufschlussverfahren für Pflanzenfasern, herausgelöst. Das daraus hergestellte Gewebe heißt Piña und wird weiterhin auf der Insel Panay und in Taiwan gewebt. 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Wenige Sorten prägen den weltweiten kommerziellen Ananasanbau. Smooth Cayenne, in Venezuela ausgewählt und 1820 aus Französisch-Guayana eingeführt, dominiert nach Morton die Konservenproduktion. Die fast stachellosen Früchte wiegen 1,8 bis 4,5 kg und besitzen gelbes, faserarmes Fruchtfleisch. Queen wächst klein und kompakt, ist kälte- und krankheitsresistenter und liefert aromatischere Früchte von 0,45 bis 1,13 kg. Red Spanish wird trotz ihrer Stacheln auf den Antillen, in Venezuela und Mexiko angebaut; die orangeroten Früchte wiegen 1,4 bis 2,7 kg. Abacaxi und Sugarloaf haben sehr süßes, weißes Fruchtfleisch, sind aber zu empfindlich für den kommerziellen Versand und bleiben dem lokalen Markt vorbehalten. 4

NC State führt auch eine Ziersorte mit cremefarben panaschierten Blättern auf. Bei ihr steht die Laubzeichnung im Vordergrund, weniger die Fruchtgewinnung. Eine als Zierpflanze angebotene Ananas muss deshalb nicht denselben Nutzwert wie eine gezielt für die Obstproduktion ausgewählte Sorte haben. 3

Die wichtigste Verwechslungsgefahr besteht innerhalb von Ananas comosus. Von var. bracteatus, der roten Zierananas mit stacheligen Hochblättern, sollte man keine hochwertige Speisefrucht erwarten. Auch die in Amazonien für Fasern angebaute var. erectifolius liefert nicht die übliche Handelsfrucht. Für die gewünschte Nutzung ist daher der Sorten- oder Varietätenname aussagekräftiger als der Artname allein. 1 4

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Ananas giftig für Katzen oder Hunde?

Die ASPCA stuft Ananas als ungiftig für Katzen und Hunde ein. Saft und unreife Früchte können jedoch Mund und Haut reizen. Die stacheligen Blätter bergen vor allem eine mechanische Verletzungsgefahr.

Warum bildet meine Ananas keine Frucht?

Die Pflanze braucht volle Sonne und muss ausreichend ausgereift sein. Meist blüht sie erst nach 15 bis 22 Monaten vegetativen Wachstums; in lichtarmen Innenräumen geschieht das selten.

Kann man aus der Krone einer gekauften Frucht eine Ananas ziehen?

Ja. Die Krone bewurzelt sich innerhalb einiger Wochen in leicht feuchtem Substrat. Bis zur Frucht können anschließend mehrere Jahre vergehen, besonders ohne starkes Licht und gleichmäßige Wärme.

Ist eine unreife Ananas gefährlich?

Unreife Früchte werden als halsreizend und deutlich abführend beschrieben. Warten Sie bis zur vollständigen Reife, erkennbar an der gelben bis rötlichen Färbung der Schale.

Was unterscheidet die essbare Ananas von der roten Zierananas?

Die rote Ananas entspricht der botanischen Varietät Ananas comosus var. bracteatus. Sie wird wegen ihrer auffälligen stacheligen Hochblätter kultiviert, nicht wegen einer hochwertigen Speisefrucht wie die typische Varietät.

Woher stammt die Ananas?

Ihr wahrscheinliches Ursprungszentrum liegt im Paraná-Paraguay-Becken zwischen Südbrasilien und Paraguay. Indigene Völker verbreiteten sie schon lange vor der Ankunft der Europäer im gesamten tropischen Amerika.

Welche Ananassorten sind kommerziell besonders wichtig?

Smooth Cayenne dominiert die weltweite Konservenproduktion. Queen liefert aromatischere Früchte an einer kleineren Pflanze. Red Spanish wird trotz ihrer Stacheln auf den Antillen und in Mittelamerika häufig angebaut.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.