Gänsefingerkraut (Argentina anserina, (L.) Rydb. 1898)

Gänsefingerkraut (Argentina anserina) ist eine ausläuferbildende Staude aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), die in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel von Flussufern bis zu Wegrändern verbreitet ist. Ihre gefiederten Blätter sind unterseits silbrig seidenhaarig, während rötliche Ausläufer rasch offenen Boden besiedeln. Lange wurde die Art zu Potentilla gestellt; ihre Zuordnung zur wieder aufgegriffenen Gattung Argentina bleibt bei einigen Botanikern umstritten.

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Wissenschaftlicher NameArgentina anserina
GattungArgentina
OrdnungRosales

Gänsefingerkraut, Gänse-Fingerkraut, Gänserich, Krampfkraut, Silverweed und Silver cinquefoil

Identität
Toxizität
Keine Giftigkeit bekannt; übermäßige Gerbstoffaufnahme vermeiden
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Kräuterlebhaft · Bodendecker · Wilde Blume
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichGemäßigtes EuropaVereinigte StaatenGemäßigtes Asien
Lebensraum
Flussufer, Feuchtwiesen, Wegränder und Gräben auf gestörten, sandigen oder kiesigen Böden
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Blüte aus Ausläufern im Pflanzjahr, aus Samen ein Jahr später
Vermehrung
Teilung, Aussaat, Stolonenpflänzchen
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, niedriger kriechender Wuchs bietet wenig Angriffsfläche
Luftfeuchtigkeit
50–80 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Feuchter Boden, Sandiger Boden, Kalkboden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne, verträgt leichten Halbschatten
Außenbereich
Flussberge, Feuchtwiese, Straßenrand
Pflanzgefäße
Pflanzgefäß
Erscheinungsbild
Höhe5–20 cmBreite30–100 cm
Blätter
GrünWeiß
Blüten
GelbGröße1.5–2.5 cm
Früchte
Braun
Wuchsform
Gänsefingerkraut (Argentina anserina): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Rinde
RotGrün

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Argentina anserina umfasst die gemäßigte Nordhalbkugel von Europa über das gemäßigte Asien bis nach Nordamerika, dort von Alaska bis in den Norden Mexikos. Innerhalb dieses Areals ist die Art häufig und weit verbreitet. Vorkommen außerhalb der Nordhalbkugel gehen auf örtliche Einführungen zurück und bedeuten keine allgemeine Einbürgerung.

  • Heimisch4
  • Eingeführt2
  • Metropolitan-Frankreich
  • Gemäßigtes Europa
  • Nordamerika
  • Gemäßigtes Asien
  • Neuseeland
  • Gemäßigtes Australien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Gänsefingerkraut (Argentina anserina (L.) Rydb., 1898) gehört nach Plants of the World Online zu den Rosengewächsen (Rosaceae). Die ausläuferbildende Staude ist in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel verbreitet, von Flussufern bis zu Wegrändern. Rydberg überführte die 1753 von Linné als Potentilla anserina veröffentlichte Art 1898 in die Gattung Argentina. Dennoch bleibt ihr historischer Name häufig in Gebrauch. 1 2

Das Artepitheton anserina geht auf das lateinische anser, Gans, zurück. Es wird mit der früheren Nutzung als Gänsefutter oder mit der geteilten Blattform in Verbindung gebracht, die an einen Schwimmfuß erinnert. Der französische Name argentine beschreibt dagegen die seidig silbrige Blattunterseite; er verweist nicht auf das gleichnamige Land. 4

Erkennung

Aus der niedrigen Rosette des Gänsefingerkrauts wachsen rötliche Ausläufer, die bis zu 80 cm lang werden. Ein verzweigter Blütenstängel fehlt. An jedem auf dem Boden aufliegenden Ausläuferknoten können Wurzeln und eine neue Rosette entstehen. So kann eine einzelne Pflanze in nur einer Vegetationsperiode eine Fläche von 30 cm bis 1 m Durchmesser einnehmen. 3 4

Die 10 bis 20 cm langen, gefiederten Blätter tragen zahlreiche gezähnte Fiederblättchen von 2 bis 5 cm Länge. Ihre Oberseite ist mattgrün. Unterseits überzieht ein dichter Filz silberweißer Seidenhaare jedes Blättchen. Dieser auffällige Unterschied zwischen den beiden Blattseiten grenzt die Art von Fingerkräutern ab, deren Laub beidseits gleichmäßig grün erscheint. 4 5

Zur geschlechtlichen Vermehrung erscheinen von Juni bis September einzelne leuchtend gelbe Blüten mit fünf, selten sieben Kronblättern. Sie messen 1,5 bis 2,5 cm im Durchmesser. Anschließend entwickeln sich trockene, nierenförmige Achänen, die als kleine Fruchtansammlung im Zentrum der Rosette zusammenstehen. 3 4

Nützliche Taxonomie

Der Wechsel zwischen zwei Gattungen macht die Namensgeschichte dieser Art besonders anschaulich. Linné veröffentlichte sie 1753 als Potentilla anserina; Per Axel Rydberg stellte sie bereits 1898 zu Argentina. Breitere Anerkennung fand diese Zuordnung erst mit molekularphylogenetischen Arbeiten der 1990er-Jahre. ITIS führt dagegen weiterhin Potentilla anserina als gültigen Artnamen und folgt damit einer anderen taxonomischen Auffassung. 1 7

Zu den häufigen Synonymen und zugeordneten Namen zählen:

  • Potentilla anserina L., ursprünglicher Artname
  • Potentilla anserina subsp. anserina, nominotypische Unterart
  • Argentina anserina subsp. pacifica (Howell) Ertter & N.M.House, pazifische Küstenform
  • Argentina anserina subsp. egedii (Wormsk. ex Oeder) Á.Löve & Ritchie, nördliche Küstenform
  • Potentilla yukonensis Hultén, zugeordneter wissenschaftlicher Name

Die Unterarten pacifica und egedii besiedeln Küsten des Nordpazifiks beziehungsweise der Arktis. Ihre Blätter sind fleischiger als bei der typischen Form der Ufer und Binnenwiesen; manche Populationen sind an Salzwiesen angepasst. Für die typische Form bietet deshalb auch der küstenfernere Standort einen wichtigen Anhaltspunkt zur Einordnung. 1

Lebensraum und Verbreitung

Über die gesamte gemäßigte Nordhalbkugel erstreckt sich das natürliche Areal von Argentina anserina. Es reicht von Europa über das gemäßigte Asien bis nach Nordamerika, dort von Alaska und Neufundland nach Kalifornien, New Mexico und zu den Großen Seen. Die Art wird den USDA-Zonen 3 bis 8 zugeordnet, verträgt −30 bis 35 °C und gedeiht auf neutralen bis leicht kalkhaltigen Böden mit einem pH-Wert von 6 bis 7,5. 6 4

Bevorzugt werden frische bis feuchte, sandige oder kiesige Böden, die oft durch Betreten gestört sind. Typische Standorte sind Flussufer, Feuchtwiesen, Gräben sowie Weg- und Teichränder. Gelegentliche Trittbelastung wird vertragen; entsprechend häufig erscheint die Art an begangenen Wegen und auf Weideflächen. 5 3

Außerhalb ihres natürlichen Areals hat sich die Pflanze örtlich in Neuseeland und in gemäßigten Teilen Australiens eingebürgert. Dort gilt sie teilweise eher als unerwünschte Weidebegleitpflanze denn als eingeführte Zierpflanze. Diese örtlichen Vorkommen sind von ihrer weiten natürlichen Verbreitung im Norden zu unterscheiden. 4

Lebenszyklus und Vermehrung

Bewurzelte Ausläufer sichern beim Gänsefingerkraut den größten Teil der Vermehrung. Gegenüber dieser vegetativen Ausbreitung spielt die Fortpflanzung durch Samen eine geringere Rolle. Schon ein Ausläuferstück mit einem bewurzelten Knoten kann in 2 bis 3 Wochen eine selbstständige Rosette bilden. Auf offenem feuchtem Boden entstehen dadurch schnell dichte Bestände. 3

Auf die sommerliche Blüte von Juni bis September, je nach Klima, folgen trockene Achänen. Eine Vermehrung durch Aussaat ist möglich, führt jedoch langsamer zu einem etablierten Bestand als die Ausbreitung über Ausläufer. Besonders auf gestörten Böden finden bereits bewurzelte Teilstücke leicht geeignete Stellen zum Anwachsen. 4 5

Bei längerer Trockenheit ohne ergänzende Bewässerung bildet die Pflanze keine neuen Ausläufer mehr. Die flächige Ausdehnung des Bestandes ruht dann, bis der Boden wieder ausreichend frisch ist. Die sonst rasche Ausbreitung setzt folglich eine passende Bodenfeuchtigkeit voraus. 4

Nutzen und Risiken

Stärkereiche Wurzeln entwickeln gekocht einen pastinakenähnlichen Geschmack. Sie wurden in Schottland und Nordamerika als Wurzelgemüse angebaut. In Tibet heißen sie örtlich droma und werden traditionell zum Neujahrsfest gekocht mit Butter und Zucker gereicht. Junge Triebe werden roh gegessen; aus getrockneten Blättern lässt sich ein Teeaufguss bereiten. 5

Die Wurzel enthält viele adstringierende Gerbstoffe und gehört zu traditionellen Zubereitungen gegen Verdauungsbeschwerden und Entzündungen im Mund. Für Haustiere ist keine Giftigkeit verzeichnet. Eine übermäßige innere Anwendung kann jedoch bei Menschen ebenso wie bei Tieren den Magen reizen; die historische Nutzung bedeutet daher keine unbegrenzte Verträglichkeit. 5

Als Bodendecker für feuchte Flächen eignet sich die Art vor allem für Ufer und Teichränder. Das schnelle Schließen offener Bodenstellen kann zur Befestigung einer Uferfläche beitragen. In einem gepflegten Staudenbeet wird dieselbe Eigenschaft dagegen lästig, wenn die Ausläufer nicht innerhalb der vorgesehenen Fläche gehalten werden. 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Ein umfangreiches Sortiment an Gartensorten besitzt Gänsefingerkraut im Gegensatz zu vielen anderen Stauden nicht. Die Royal Horticultural Society führt die kompaktere Auslese Wolley Dod. Die Küstenformen pacifica und egedii sind dagegen botanische Unterarten beziehungsweise entsprechend eingeordnete Formen und keine üblichen Verkaufssorten des Zierpflanzenhandels. 3 1

Häufige Verwechslungen betreffen folgende Pflanzen:

  • Potentilla reptans besitzt handförmige Blätter mit fünf Teilblättchen, keine gefiederten Blätter wie Argentina anserina.
  • Potentilla erecta bildet keine ausgeprägten Ausläufer und hat vierzählige Blüten.
  • Fragaria vesca trägt dreizählige Blätter und nach ihrer Entwicklung deutlich erkennbare rote Früchte.

Die seidig silbrige Blattunterseite trennt Argentina anserina von diesen drei Pflanzen, denen ein solcher Seidenhaarfilz fehlt. Als weiteres Merkmal dienen die langen rötlichen Ausläufer. Bei Potentilla erecta fehlen sie; bei Fragaria vesca sind sie weniger ausgeprägt.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Sind Argentina anserina und Potentilla anserina dieselbe Pflanze?

Ja. Beide Namen bezeichnen dasselbe Taxon. Die Art hieß lange Potentilla anserina, bevor die Zuordnung zur wieder aufgegriffenen Gattung Argentina in den 1990er-Jahren an Bedeutung gewann. Manche Datenbanken wie ITIS verwenden weiterhin Potentilla als Referenznamen.

Sind die Wurzeln des Gänsefingerkrauts essbar?

Ja, gekocht. Ihr Geschmack erinnert an Pastinaken. Sie wurden in Schottland und in Tibet als Wurzelgemüse angebaut; in Tibet werden sie zum Neujahrsfest mit Butter und Zucker serviert. Die unreife Frucht wird nicht verzehrt.

Ist die Pflanze für Tiere giftig?

Für Katzen, Hunde und Pferde ist keine Giftigkeit verzeichnet. Die Wurzel enthält jedoch viele adstringierende Gerbstoffe, die bei übermäßiger Aufnahme bei Mensch und Tier den Verdauungstrakt reizen können.

Warum wirkt das Laub silbrig?

Ein dichter Filz aus weißen Seidenhaaren bedeckt die Unterseite der Fiederblättchen. Dreht der Wind das Laub um, erscheint es silbrig. Die Oberseite bleibt mattgrün.

Kann Gänsefingerkraut im Garten wuchern?

Auf offenem feuchtem Boden breitet es sich durch Ausläufer rasch aus. Das eignet sich zur Uferbegrünung, kann in gepflegten Beeten aber lästig werden. Meist genügt es, über die vorgesehene Fläche hinauswachsende Ausläufer zu entfernen.

Welche Pflanzen lassen sich mit Argentina anserina verwechseln?

Häufig sind Verwechslungen mit Potentilla reptans, deren Blätter handförmig statt gefiedert sind, mit Potentilla erecta ohne ausgeprägte Ausläufer und mit Fragaria vesca, die später deutlich rote Früchte trägt.

Warum ist die Gattung Argentina weiterhin umstritten?

Molekularphylogenetische Arbeiten der 1990er-Jahre griffen Argentina für zuvor in Potentilla eingeordnete Arten wieder auf. Einige taxonomische Stellen bevorzugen dennoch weiterhin den historischen Namen Potentilla anserina.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.