Begonien (Begonia, )
Begonien (Begonia) bilden mit mehr als 2.000 beschriebenen Arten eine der größten Gattungen der Blütenpflanzen. Die Begoniaceae sind in tropischen und subtropischen Regionen weltweit verbreitet. Zur Gattung gehören sehr unterschiedliche Gartengruppen: Blattbegonien wie Rex-Begonien, großblütige Knollenbegonien, Semperflorens-Begonien und bambusartig wachsende Begonien. Deutlich asymmetrische Blätter verbinden diese Gruppen.
WeiterlesenBegonien, Schiefblatt, Blattbegonie, Knollenbegonie und Eisbegonie




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Weltweite Verbreitung
Die Gattung Begonia stammt aus den tropischen und subtropischen Regionen Amerikas, Afrikas und Asiens. Schwerpunkte der Vielfalt liegen in den Anden, im Kongobecken und in Südostasien; das Areal reicht bis nach Zentralchina. Gartenbegonien werden zudem in gemäßigten Gebieten weltweit als Zimmerpflanzen oder einjährige Beetpflanzen kultiviert. Dieses Kulturareal ist von der natürlichen Verbreitung zu unterscheiden.
- Heimisch5
- Brasilien
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Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Begonien (Begonia L.) sind eine Gattung der Blütenpflanzen aus der Familie der Begoniaceae, deren Vielfalt sie fast vollständig ausmachen. Mit mehr als 2.000 beschriebenen Arten zählt die Gattung zu den größten des Pflanzenreichs und zu den zehn artenreichsten Gattungen der Blütenpflanzen. Regelmäßig werden noch neue Arten entdeckt. 1 2
Wild wachsen Begonien in tropischen und subtropischen Regionen, doch für Garten und Wohnräume bietet die Gattung sehr unterschiedliche Pflanzen. Im Gartenhandel begegnen vor allem Blattbegonien, großblütige Knollenbegonien und als einjährige Beetpflanzen gezogene Semperflorens-Begonien. Der Name ehrt Michel Bégon, einen französischen Verwaltungsbeamten, dem der Botaniker Charles Plumier die Gattung widmete. 4 5
Erkennung
Deutlich ungleiche Blatthälften sind das zuverlässigste Kennzeichen von Begonia. Diese Asymmetrie der Blätter entsteht dadurch, dass die Spreite zu beiden Seiten der Mittelrippe unterschiedlich groß ist. Sie wirkt dadurch schief und erinnert oft an ein Ohr oder einen Flügel. Je nach Gruppe reicht die Laubfärbung von einfarbigem Grün bis zu Mustern in Rot, Silber oder Purpur. 2 3
Oft sind die Stängel fleischig und an den Knoten verdickt. Bei bambusartig wachsenden Begonien stehen sie als aufrechte, rohrartige Sprosse; bei manchen Blattbegonien sind sie dagegen auf ein kriechendes Rhizom reduziert. Entsprechend reicht der Wuchs vom niedrigen Horst mit wenigen Dutzend Zentimetern Höhe bis zu bambusartigen Exemplaren von über einem Meter. 3 4
Auch die Blüten liefern ein Erkennungsmerkmal. Begonien sind einhäusig getrenntgeschlechtig: Dieselbe Pflanze trägt getrennte männliche und weibliche Blüten. Weibliche Blüten erkennt man am deutlich geflügelten Fruchtknoten unterhalb der Blütenblätter. Die Hauptblüte liegt im Sommer und Herbst; bei Elatior-Begonien kann sie in Innenräumen länger anhalten. 2 5
Nützliche Taxonomie
Als Linné die Gattung 1753 beschrieb, wurde Begonia zum gültigen Gattungsnamen. Sie ist die Typusgattung der Begoniaceae innerhalb der Ordnung Cucurbitales. Abgesehen von der auf Hawaii beschränkten, monotypischen Gattung Hillebrandia umfasst Begonia beinahe die ganze Familie. Diese starke Konzentration der Artenvielfalt auf eine einzige Gattung ist bemerkenswert. 1 2
Im Gartenbau werden Begonien vor allem nach Kulturgruppen statt nach Arten unterschieden. In diesen Gruppen sind Dutzende Arten und Hybriden miteinander gekreuzt worden. Die wichtigsten Bezeichnungen benennen daher gärtnerische Gruppen und keine botanischen Rangstufen:
- Begonia Rex-cultorum, die wegen ihres Laubes kultivierten Rex-Begonien;
- Begonia × tuberhybrida, die großblütigen Knollenbegonien;
- Begonia × semperflorens-cultorum, die Semperflorens-Begonien für Beete;
- Begonia × hiemalis, die lange blühenden Elatior-Begonien.
Solche Hybridnamen bezeichnen gärtnerische Zuchtlinien und keine wild wachsenden Arten. Der akzeptierte Gattungsname Begonia L. bietet den beständigen Bezugspunkt. Botaniker ordnen die zahlreichen Arten dagegen mehreren Dutzend Sektionen zu, die von den im Gartenbau verwendeten Kulturgruppen zu unterscheiden sind. 1 4
Lebensraum und Verbreitung
Amerika, Afrika und Asien beherbergen die Wildarten von Begonia in ihren tropischen und subtropischen Regionen. Das Areal der Gattung reicht bis nach Zentralchina. Besonders große Vielfalt findet sich in den Anden, im Kongobecken und in Südostasien. Diese natürlichen Vorkommen bilden den Ursprung der zahlreichen Gartenformen. 1 2
Feuchte, schattige Standorte prägen die Lebensräume vieler Begonien. Sie wachsen im Unterwuchs tropischer Wälder, an schattigen Felswänden sowie an Ufern und Waldböschungen. Dort bleiben die Luft feucht und das Licht gedämpft. Diese Ökologie erklärt, warum Begonien auch in Kultur eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigen und auf direkte Sonne ebenso empfindlich reagieren wie auf Trockenheit. 3 5
Außerhalb ihres Ursprungsgebiets begegnen Begonien als Kulturpflanzen. In Frankreich, den USA oder Japan dienen sie als Zimmerpflanzen, blühende Topfpflanzen oder einjährige Bepflanzung schattiger Beete. Im gemäßigten Klima verhindert ihre fehlende Frostfestigkeit eine Einbürgerung. Das weite gärtnerische Verbreitungsgebiet ist deshalb vom natürlichen Areal der Wildarten zu unterscheiden. 4
Lebenszyklus und Vermehrung
Überwiegend sind Begonien frostempfindliche Stauden des tropischen Klimas. In gemäßigten Regionen werden sie als Zimmerpflanzen oder als einjährige Beetpflanzen gehalten. Knollenbegonien haben eine Winterruhe: Die oberirdischen Teile sterben ab, und die Knolle wird bis zum erneuten Pflanzen im Frühjahr trocken gelagert. Die Hauptblütezeit fällt in Sommer und Herbst. 5 3
Da Begonien einhäusig sind, besitzt jedes Exemplar getrennte männliche und weibliche Blüten. Nach der Bestäubung bildet die weibliche Blüte eine geflügelte Kapsel mit äußerst feinen Samen. Diese zählen zu den kleinsten im Pflanzenreich. Die Aussaat verlangt dadurch Sorgfalt, kann aber zugleich sehr viele Jungpflanzen liefern. 2 1
In Kultur erfolgt die Vermehrung vor allem vegetativ. Stängelstecklinge mit einem Knoten eignen sich für aufrecht wachsende Begonien. Bei rhizombildenden Formen ermöglichen Blattstecklinge, eine Besonderheit der Gattung, die Regeneration aus einem einfachen Stück Blattspreite auf feuchtem Substrat. Je nach Gruppe ergänzen die Teilung von Horsten und Knollen sowie die Aussaat der feinen Samen diese Methoden. 4 5
Nutzen und Risiken
Als Zierpflanzen haben Begonien ihre wichtigste Verwendung. Blattbegonien wie die Rex-Gruppe werden im Zimmer wegen ihres farbigen Laubes geschätzt. Knollenbegonien liefern große Sommerblüten für Töpfe und Hängegefäße, während Semperflorens-Begonien schattige Beete bedecken. Einige Arten werden in ihren Herkunftsgebieten außerdem traditionell als Nahrung oder Heilpflanzen genutzt; ihre säuerlichen Stängel werden dort teilweise roh gegessen. 4 2
Beim Umgang mit Begonien ist Vorsicht geboten. Die ASPCA führt Begonia als giftig für Katzen, Hunde und Pferde. Ursache sind lösliche Oxalate, die in den Knollen und anderen unterirdischen Teilen stärker konzentriert sind. Nach dem Verzehr können Speichelfluss, Erbrechen und Reizungen im Maul auftreten. Daher sollten die Pflanzen für Tiere und kleine Kinder unerreichbar stehen. 6 5
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Die im Handel angebotenen Begonien lassen sich vor allem großen gärtnerischen Gruppen zuordnen. Rex-Begonien (Begonia Rex-cultorum) werden wegen des Laubes, Knollenbegonien (Begonia × tuberhybrida) wegen großer gefüllter Blüten geschätzt. Semperflorens-Begonien (Begonia × semperflorens-cultorum) blühen ausdauernd im Beet, Elatior-Begonien (Begonia × hiemalis) lange im Topf. Beim Kauf sollten die Gruppe, der Zustand der Blätter und ein fester Wurzelhals geprüft werden. 4 3
Häufige Verwechslungen und botanische Vergleiche betreffen:
- Begonia maculata, eine bambusartig wachsende Begonie mit silbern gefleckten Blättern, die oft als markante Zimmerpflanze verkauft wird;
- Begonia Rex-cultorum, deren panaschiertes Laub an andere Schattenpflanzen wie Fittonien erinnert;
- Hillebrandia sandwicensis, den Vertreter der einzigen anderen Gattung der Begoniaceae, der auf Hawaii endemisch und mit Begonia verwandt, aber davon getrennt ist.
Stark asymmetrische Blätter, fleischige und an den Knoten verdickte Stängel sowie getrennte männliche und weibliche Blüten bleiben die zuverlässigsten Merkmale der Gattung Begonia. Sie ermöglichen die Zuordnung einer Pflanze unabhängig davon, welcher gärtnerischen Gruppe sie angehört. 3 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Begonia L.
- Encyclopaedia Britannica, Begonien (Pflanzengattung)
- Missouri Botanical Garden, Begonia Ergebnisse der Pflanzensuche
- Royal Horticultural Society, Begonia Suchergebnisse
- North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, Begonia
- ASPCA, Begonia (Begonia-Arten), Angaben zur Giftigkeit
Häufig gestellte Fragen
Sind Begonien für Katzen und Hunde giftig?
Ja, mäßig. Die ASPCA führt die Gattung Begonia als giftig für Katzen, Hunde und Pferde. Ursache sind lösliche Oxalate, die in den Knollen stärker konzentriert sind. Nach Verzehr können Speichelfluss, Erbrechen und Reizungen im Maul auftreten. Die Pflanzen sollten außerhalb der Reichweite von Tieren stehen.
Wie viele Arten gehören zur Gattung Begonia?
Mit mehr als 2.000 beschriebenen Arten gehört Begonia zu den zehn größten Gattungen der Blütenpflanzen. Neue Arten werden weiterhin regelmäßig entdeckt, besonders im tropischen Asien.
Was unterscheidet Knollenbegonien von Blattbegonien?
Knollenbegonien werden aus einer Knolle gezogen und wegen ihrer großen Sommerblüten kultiviert. Blattbegonien wie Rex-Begonien schätzt man vor allem wegen ihrer farbigen, asymmetrischen Blätter. Beide gehören derselben Gattung an.
Warum sind die Blätter von Begonien asymmetrisch?
Die asymmetrische Blattspreite ist ein Kennzeichen der Gattung Begonia. Die beiden Blatthälften sind beiderseits der Mittelrippe ungleich groß. Das ist eines der zuverlässigsten Merkmale zur Erkennung einer Begonie.
Welches Licht brauchen Begonien?
Am besten eignen sich helles indirektes Licht oder ein kühler Halbschatten. Heiße direkte Sonne schädigt das zarte Laub; in einem zu dunklen Raum vergeilen die Pflanzen.
Wie lassen sich Begonien vermehren?
Durch Stängelstecklinge mit einem Knoten, bei rhizombildenden Begonien auch durch Blattstecklinge oder durch Teilung von Horsten und Knollen. Die Aussaat der sehr feinen Samen bleibt vor allem Arten und Beethybriden vorbehalten.
Kommen Begonien jedes Jahr wieder?
Die meisten Begonien sind frostempfindlich und überleben den Winter im gemäßigten Klima nicht im Freiland. Man überwintert die Pflanzen frostfrei oder lagert die Knollen trocken, um sie im Frühjahr wieder einzupflanzen.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.





