Chinese trumpet vine (Campsis grandiflora, )
Campsis grandiflora (Thunb.) K.Schum., 1894, ist eine sommergrüne, verholzende Kletterpflanze aus der Familie der Bignoniaceae und stammt aus dem östlichen China und Japan. Sie wächst weniger kräftig als die nordamerikanische Campsis radicans, klettert mit sich windenden Trieben und besitzt nur wenige Luftwurzeln. Im Sommer trägt sie große orangefarbene bis rote Trompetenblüten in endständigen Rispen.
WeiterlesenChinese trumpet vine und Chinese trumpet creeper
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Weltweite Verbreitung
Nach POWO/WCVP umfasst das natürliche Areal von Campsis grandiflora das östliche China und Japan. Die Art wird seit Langem in Japan, Korea und Taiwan kultiviert und kam um 1800 als Zierkletterpflanze nach Europa, später nach Nordamerika. Im französischen Mutterland bleibt sie eine Zier- und Sammlerpflanze; das INPN dokumentiert dort keinen invasiven Status.
- Heimisch2
- Eingeführt1
- China
- Japan
- Vereinigte Staaten
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Campsis grandiflora ((Thunb.) K.Schum., 1894) ist eine sommergrüne, verholzende Kletterpflanze der Gattung Campsis aus der Familie der Bignoniaceae. Der Gattungsname geht auf das griechische kampsis, Krümmung, zurück und bezieht sich unmittelbar auf die gebogenen Staubblätter. 1
Carl Peter Thunberg beschrieb diese Kletterpflanze erstmals 1784 als Bignonia grandiflora. Karl Schumann stellte sie 1894 in die Gattung Campsis, woraus der heutige Name entstand. Im östlichen China und in Japan, ihrem Ursprungsgebiet, wird sie seit mehreren Jahrhunderten als Zierpflanze kultiviert. 1 4
Erkennung
Mit sich windenden Trieben umschlingt Campsis grandiflora ihre Stütze; zum selbstständigen Festhalten besitzt sie nur wenige Luftwurzeln. Ohne diese Verankerung löst sie sich leicht, wenn sie nicht regelmäßig angebunden wird. Daran unterscheidet sie sich im Garten von der wesentlich besser selbsthaftenden nordamerikanischen Campsis radicans. 4 2
Ausgepflanzt an einer geschützten Mauer erreicht die Kletterpflanze 8 bis 12 m Höhe und 2 bis 4 m Breite. Ihre gegenständigen, gefiederten Blätter bestehen aus 7 bis 9 Fiederblättchen. Diese sind eiförmig, lang zugespitzt und grob gezähnt sowie beidseitig kahl. 2 5
Orangefarbene bis rote Blüten öffnen sich zu breiten Trompeten von 5 bis 8 cm. Je 6 bis 12 stehen vom Spätsommer bis zum Herbst in überhängenden endständigen Rispen. Der tief gelappte Kelch und der deutlich weitere Kronenschlund unterscheiden die Art von Campsis radicans mit schmaleren Blüten und weniger stark geteiltem Kelch. 5 3
Nützliche Taxonomie
POWO/WCVP erkennt Campsis grandiflora (Thunb.) K.Schum. als akzeptierten Namen an. Die zahlreichen Synonyme gehen auf wiederholte Umstellungen zwischen Bignonia, Tecoma und Campsis zurück:
- Bignonia grandiflora Thunb., das Basionym von 1784
- Tecoma grandiflora (Thunb.) Loisel., ältere Gattungskombination
- Campsis chinensis (Lam.) Voss, synonymischer Name
- Tecoma thunbergii Van Houtte, älterer Name
- Campsis grandiflora f. thunbergii (Van Houtte) Rehder, botanische Form
Die historische Sorte 'Thunbergii' wurde 1856 vom Naturforscher Philipp Franz von Siebold eingeführt. Ihr Name greift das zuletzt genannte Synonym auf; kennzeichnend sind die kürzere Kronröhre und die zurückgebogenen Kronzipfel. 1 5
Lebensraum und Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Campsis grandiflora reicht nach POWO/WCVP vom östlichen China bis Japan. Dort wächst die Art an Waldrändern und sonnigen Hängen. Um 1800 gelangte sie als Zierkletterpflanze nach Europa. 1 5
Weit außerhalb ihrer ursprünglichen Heimat wird Campsis grandiflora heute in Taiwan, Südkorea, Nordamerika und Frankreich kultiviert. In Frankreich bleibt sie eine Sammlerpflanze, für die das INPN keinen invasiven Status dokumentiert. 7 4
Im Garten benötigt sie gewöhnlichen, gut durchlässigen und eher nährstoffreichen Boden sowie einen sonnigen, windgeschützten Standort. Als klimatischer Rahmen werden die USDA-Zonen 6 bis 9 angegeben. 4 3
Lebenszyklus und Vermehrung
Von Juni bis September erscheinen die Blüten an den diesjährigen Trieben. Ein Schnitt zum Winterende gefährdet den Blütenansatz deshalb nicht. Die großen orangefarbenen Trompeten locken in Nordamerika Kolibris und in Europa zahlreiche Bestäuber an. 3 4
Nach erfolgreicher Bestäubung entstehen längliche Kapseln, die bei der Reife geflügelte Samen freigeben. Im Garten ist die Vermehrung über halbreife Stecklinge am zuverlässigsten. Es folgen Absenker bodennaher Triebe und die Aussaat unter kühlen Klimabedingungen. 2 3
Auf nährstoffreichem, fruchtbarem Boden können aus den Wurzeln auch Ausläufer entstehen. Dieses Verhalten ist weniger ausgeprägt als bei Campsis radicans, macht in begrenzten Beeten aber eine jährliche Kontrolle der Wurzelschösslinge erforderlich. 4
Nutzen und Risiken
Als Schmuck für Pergolen, Rankgitter und nach Süden gerichtete Mauern dient die Art vor allem als Zierpflanze. Sie passt sowohl in asiatisch gestaltete Gärten als auch in Pflanzungen für Bestäuber. 4
Die getrockneten Blüten werden in der traditionellen chinesischen Heilkunde in Zubereitungen gegen Menstruationsbeschwerden und bestimmte rheumatische Schmerzen verwendet. Dabei handelt es sich um eine traditionelle Anwendung ohne medizinisch gesicherte Indikation. 6
Die herangezogenen gartenbaulichen Quellen dokumentieren keine systemische Giftwirkung und nennen kein Vergiftungsrisiko durch Verzehr für Menschen oder Haustiere. Der Pflanzensaft kann beim Schnitt allerdings empfindliche Haut reizen; Handschuhe sind deshalb sinnvoll. 4 2
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Zu den verbreitetsten Sorten gehören 'Thunbergii' mit orangefarbenen Blüten und kurzer Krone sowie 'Morning Calm'. Letztere wurde in den USA auf pfirsichfarbene Blüten mit gelbem Schlund und einen kompakteren Wuchs ausgelesen. 5
Die Kreuzung Campsis x tagliabuana 'Madame Galen' verbindet die Wuchskraft von Campsis radicans mit der breiten Blütenkrone von Campsis grandiflora. Trotzdem wird diese Hybride häufig fälschlich allein unter dem Namen Campsis grandiflora angeboten. 5
Besonders leicht lässt sich die Art mit Campsis radicans verwechseln. Diese bildet viel mehr Luftwurzeln, schmalere Blüten und einen weniger tief gelappten Kelch; auf nährstoffreichem Boden breitet sie sich deutlich stärker über Ausläufer aus. 5 4
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Campsis grandiflora (Thunb.) K.Schum.
- Royal Horticultural Society, Campsis grandiflora, Kultur und Pflege
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Campsis grandiflora
- NC State Extension Plant Toolbox, Campsis grandiflora
- Trees and Shrubs Online, Campsis grandiflora
- Plants For A Future, Campsis grandiflora
- INPN / MNHN, Campsis grandiflora (Thunb.) K.Schum., 1894
Häufig gestellte Fragen
Ist Campsis grandiflora in Frankreich invasiv?
Für das französische Mutterland dokumentiert das INPN keinen invasiven Status. Auf nährstoffreichem Boden kann die Pflanze dennoch Wurzelausläufer bilden, die jährlich kontrolliert werden sollten.
Wie unterscheidet sich Campsis grandiflora von Campsis radicans?
Campsis grandiflora bildet deutlich weniger Luftwurzeln, breitere Blüten und einen tief gelappten Kelch. Sie klettert vor allem mit sich windenden Trieben und breitet sich weniger stark über Ausläufer aus als ihre nordamerikanische Verwandte.
Ist Campsis grandiflora für Katzen und Hunde giftig?
Die maßgeblichen gartenbaulichen Quellen dokumentieren keine bekannte systemische Giftwirkung nach Verzehr. Der Pflanzensaft kann empfindliche Haut jedoch reizen; beim Schnitt sind Handschuhe sinnvoll.
Wie lässt sich Campsis grandiflora vermehren?
Halbreife Stecklinge im Spätsommer sind die zuverlässigste Methode, gefolgt von Absenkern bodennaher Triebe. Auch Aussaat ist möglich, doch blühen die Pflanzen später.
Warum blüht meine Kletterpflanze nicht?
Zu wenig direkte Sonne und ein ungünstiger Schnittzeitpunkt sind die häufigsten Ursachen. Die Blüten entstehen am diesjährigen Holz; ein Schnitt am Ende des Winters schadet der Blüte daher nicht.
Was verbirgt sich hinter Madame Galen?
Madame Galen ist keine Sorte von Campsis grandiflora, sondern die Hybride Campsis x tagliabuana aus einer Kreuzung mit Campsis radicans. Sie wird bisweilen fälschlich nur unter C. grandiflora verkauft.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.
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