Japanischer Kuchenbaum (Cercidiphyllum japonicum, )
Japanischer Kuchenbaum (Cercidiphyllum japonicum Siebold & Zucc. ex J.J.Hoffm. & J.H.Schult.bis, 1852) ist ein großer, sommergrüner und zweihäusiger Baum der Cercidiphyllaceae aus China und Japan. Seine gegenständigen herzförmigen Blätter färben sich im Herbst gelb, orange und rosa. Beim Zersetzen setzen sie Maltol frei, das nach Karamell und verbranntem Zucker duftet.
WeiterlesenJapanischer Kuchenbaum, Katsura, Japanischer Katsurabaum, Lebkuchenbaum und Judasblattbaum






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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst mehrere chinesische Provinzen und die großen japanischen Inseln. Die Art wächst in Bergmischwäldern und Auenwäldern, häufig an Wasserläufen. Ende des 19. Jahrhunderts in den Westen eingeführt, wird sie heute in Europa und Nordamerika vielfach als Zierbaum gepflanzt; invasive Einbürgerungen sind nicht dokumentiert.
- Heimisch2
- China
- Japan
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Japanischer Kuchenbaum (Cercidiphyllum japonicum Siebold & Zucc. ex J.J.Hoffm. & J.H.Schult.bis, 1852), auch Katsura, Japanischer Katsurabaum, Lebkuchenbaum oder Judasblattbaum, ist eine von nur zwei lebenden Arten der Gattung Cercidiphyllum. Diese bildet allein die Familie Cercidiphyllaceae. Der große sommergrüne Baum ist zweihäusig: Ein Exemplar trägt entweder männliche oder weibliche Blüten, niemals beide. 1 6
Trotz des ähnlichen Namens besteht keine direkte Verwandtschaft mit dem Gewöhnlichen Judasbaum, Cercis siliquastrum. Gemeinsam sind beiden herzförmige Blätter, keine gemeinsame jüngere Entwicklungsgeschichte.
Der japanische Name katsura bezeichnet diesen Baum. Der deutsche Name Kuchenbaum verweist auf das herbstliche Falllaub: Beim Zersetzen setzen die Blätter Maltol frei, einen nach Karamell und verbranntem Zucker duftenden Stoff, der bis zu 2,3 % ihrer Trockenmasse ausmacht. 7
Siebold und Zuccarini beschrieben die Art; Hoffmann und Schultes veröffentlichten den Namen 1852 gültig. Taxonomisch steht sie isoliert: Unter den heutigen Bäumen besitzt sie außerhalb ihrer Schwesterart Cercidiphyllum magnificum keine nahen Verwandten. 1
Erkennung
An den Zweigen fallen zunächst die paarweise gegenständig angeordneten Blätter auf, ein seltenes Merkmal sommergrüner Bäume. Gegenständige, herzförmige Blätter unterscheiden die Art bereits von Hainbuchen und Linden mit wechselständigem Laub. Die rundlich herzförmige Spreite wird 4 bis 10 cm lang; beim Austrieb bronzerot, ist sie im Sommer blaugrün. 2 3
Im Herbst durchläuft das Laub gelbe, orange und rosa Farbtöne, bevor es fällt. Dann wird der Karamellduft besonders deutlich und liefert neben der Blattform ein hilfreiches Erkennungsmerkmal. In Kultur erreicht der Baum gewöhnlich 15 bis 30 m und wächst oft mehrstämmig aus einem Stock; Wildbäume in China sollen 40 m überschreiten. 3 4
Vor dem Laub erscheinen im Frühjahr winzige Blüten ohne Blütenblätter. Bei männlichen Bäumen sind sie rot, bei weiblichen grünlich und überziehen die Zweige ab April mit einem sichtbaren Farbschleier. Kleine, gruppierte grüne Früchte entstehen nur an bestäubten weiblichen Bäumen. 3
Nützliche Taxonomie
Zwei Arten sind innerhalb der Gattung anerkannt: der weit verbreitete C. japonicum und der seltenere C. magnificum. Letzterer besitzt größere, gröber gezähnte Blätter und eine rötliche junge Rinde, die sich in Streifen ablöst. Außerhalb der Blüte lassen sich beide leicht verwechseln. 1
Chinesische Bestände wurden lange als Cercidiphyllum japonicum var. sinense Rehder & E.H.Wilson getrennt. Neuere Untersuchungen finden jedoch keine beständigen morphologischen Unterschiede zu japanischen Beständen, weshalb diese Trennung nicht mehr beibehalten wird. Weitere ältere Namen sind Cercidiphyllum japonicum f. miquelianum Inokuma und Cercidiphyllum japonicum f. piramidale V.V.Byalt & Firsov. 4 1
Der vollständige Artname Cercidiphyllum japonicum bleibt somit der verlässliche Bezugspunkt; eine geografische Untergliederung zwischen China und Japan ist nicht anerkannt.
Lebensraum und Verbreitung
In mehreren chinesischen Provinzen und auf sämtlichen großen Inseln Japans liegt das natürliche Areal. Dort wächst Cercidiphyllum japonicum je nach Breitengrad zwischen 600 und 2700 m Höhe in Bergmischwäldern und Auenwäldern, häufig an Wasserläufen. 4
Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft die Art weltweit als nicht gefährdet (LC) ein; eine globale Bedrohung ist nicht festgestellt. 5
Die Einführung in westliche Kultur begann 1865, als Thomas Hogg, amerikanischer Konsul in Japan, Samen an nordamerikanische Baumschulen sandte. Um 1880–1881 gelangte der Baum über Berlin und anschließend Kew nach Europa. Ernest Henry Wilson dokumentierte 1910 für das Arnold Arboretum das Vorkommen in China und bestätigte damit ein Areal weit über Japan hinaus, trotz des Epithetons japonicum. 4 8
Lebenszyklus und Vermehrung
Noch vor dem Laubaustrieb findet im Frühjahr die Blüte statt. Wind trägt den Pollen von männlichen zu weiblichen Blüten auf getrennten Bäumen. Ein junger Cercidiphyllum japonicum lässt sein Geschlecht erst bei der ersten Blüte erkennen; zuvor fehlen eindeutige Blütenmerkmale. 3
Die gruppierten grünlichen Balgfrüchte reifen im Spätsommer und entlassen im Herbst geflügelte Samen. Ein isolierter weiblicher Baum ohne männlichen Nachbarn blüht zwar jährlich, bildet ohne Fremdbestäubung aber keine Samen. Aussaat vermehrt die Art, sichert jedoch weder das Geschlecht noch Sorteneigenschaften. Nur Stecklinge und Veredelung erhalten diese Merkmale zuverlässig. 4
Häufig gehen mehrere Stämme aus einem gemeinsamen Stock hervor. Dieser Wuchs begünstigt die Langlebigkeit: Manche im 19. Jahrhundert in Europa gepflanzten Bäume, etwa in Westonbirt im Vereinigten Königreich, sind heute über 25 m hoch. 4
Nutzen und Risiken
Als Zierbaum für Parks und große Gärten wird Cercidiphyllum japonicum vor allem wegen des bronzefarbenen Frühjahrsaustriebs, der Herbstfärbung und des Karamelldufts gepflanzt. Eine ertragsorientierte Nutzung steht nicht im Vordergrund. 3
Maßgebliche gärtnerische Beschreibungen dokumentieren keine Giftigkeit für Haustiere oder Menschen. Allein für Pferde bleibt der Status mangels spezifischer Daten ungeklärt. 2 3
Gegen Schädlinge und Krankheiten ist der Baum insgesamt wenig anfällig. Trockenheit verträgt er in den ersten Jahren jedoch schlecht; heißer, trockener Wind schädigt das Laub rasch. Ein geschützter Platz bewahrt junge Triebe besonders in den ersten 2 bis 3 Jahren vor Austrocknung. Kalkhaltiger Boden bereitet keine besonderen Probleme, während Spätfröste Blüten und junge Triebe schwärzen können. Unter den erfassten Risiken gefährdet nur Hallimaschfäule das Überleben des Baums; Blattschäden durch Trockenheit oder Spätfrost töten ein etabliertes Exemplar gewöhnlich nicht. 3 2
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Unter den Gartenformen unterscheidet vor allem der Wuchs: Die Hängeform f. pendulum umfasst Sorten wie Morioka Weeping und Amazing Grace. Heronswood Globe wächst kompakt und rundlich bis etwa 6 m Höhe und Breite, Boyd’s Dwarf bleibt bei 4 m. Der seltenere Rotfuchs besitzt purpurgetöntes Laub und einen schmalen Wuchs. 4
Leicht verwechselt wird der Kuchenbaum mit Cercis siliquastrum, dem Gewöhnlichen Judasbaum. Ähnliche Namen und herzförmige Blätter täuschen eine direkte Verwandtschaft vor. Der Judasbaum gehört jedoch zu den Fabaceae und trägt vor dem Laubaustrieb rosa Blütenbüschel; die Blüten von Cercidiphyllum japonicum sind winzig und unscheinbar. Der einzige nahe Verwandte ist Cercidiphyllum magnificum, erkennbar an größeren Blättern und abblätternder junger Rinde. 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Cercidiphyllum japonicum Siebold & Zucc. ex J.J.Hoffm. & J.H.Schult.bis
- Royal Horticultural Society, Cercidiphyllum japonicum Kulturbeschreibung
- Missouri Botanical Garden, Cercidiphyllum japonicum
- Trees and Shrubs Online, Cercidiphyllum japonicum
- IUCN Red List of Threatened Species, Cercidiphyllum japonicum Bewertung
- GBIF Backbone Taxonomy, Cercidiphyllum japonicum
- University of Washington Elisabeth C. Miller Library, zum süßen Duft der Katsurablätter
- Arnold Arboretum, Katsura (Cercidiphyllum japonicum), China 1910
Häufig gestellte Fragen
Ist der Japanische Kuchenbaum für Katzen oder Hunde giftig?
Die maßgeblichen gärtnerischen Beschreibungen dokumentieren keine Giftigkeit für Katzen, Hunde oder Menschen. Für Pferde fehlen spezifische Daten, daher bleibt ihr Status offen.
Warum riechen die Blätter von Cercidiphyllum japonicum nach Karamell?
Beim Zersetzen im Herbst setzen die Blätter Maltol frei. Dieser Duftstoff macht bis zu 2,3 % ihrer Trockenmasse aus und verursacht den Geruch nach Karamell und verbranntem Zucker.
Gehören Kuchenbaum und Judasbaum zur gleichen Familie?
Nein. Trotz ähnlicher Namen und herzförmiger Blätter gehört Cercidiphyllum japonicum zu den Cercidiphyllaceae, Cercis siliquastrum dagegen zu den Fabaceae. Eine direkte botanische Verwandtschaft besteht nicht.
Stammt der Japanische Kuchenbaum ausschließlich aus Japan?
Nein. Trotz des Epithetons japonicum ist die Art auch in mehreren Provinzen Chinas heimisch. Dort dokumentierte sie Ernest Henry Wilson bereits Anfang des 20. Jahrhunderts.
Wie erkenne ich einen männlichen oder weiblichen Kuchenbaum?
Das Geschlecht zeigt sich erst bei der Blüte vor dem Laubaustrieb im Frühjahr. Männliche Blüten sind rot, weibliche grünlich. Nur bestäubte weibliche Bäume bilden später Früchte.
Ist der Japanische Kuchenbaum invasiv?
Die Art gilt in Europa und Nordamerika nicht als invasiv. Dort wird sie als Zierbaum in Parks und großen Gärten kultiviert.
Wie groß wird ein Japanischer Kuchenbaum?
In Kultur erreicht er gewöhnlich 15 bis 30 m Höhe und wächst oft mehrstämmig. Wildbäume in China sollen über 40 m erreichen. Einige im 19. Jahrhundert gepflanzte europäische Exemplare sind bereits über 25 m hoch.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.



