Veldt grape (Cissus quadrangularis, )
Cissus quadrangularis ist eine sukkulente Kletterpflanze aus der Familie der Weinrebengewächse (Vitaceae). Ihre fleischigen, im Querschnitt quadratischen Triebe übernehmen den Großteil der Fotosynthese, da die kleinen dreilappigen Blätter früh abfallen. Die Art stammt aus dem tropischen Afrika, Madagaskar, der Arabischen Halbinsel und dem indischen Subkontinent und wird traditionell bei Knochenbrüchen verwendet.
WeiterlesenVeldt grape, Adamant creeper und Winged treebine
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Taken Jul 12, 2021 by Sudhanshu Kumar (cc-by-sa)
Taken Aug 12, 2021 by Siva Kumar (cc-by-sa)
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Cissus quadrangularis umfasst das tropische und südliche Afrika, Madagaskar, die Arabische Halbinsel und den indischen Subkontinent bis Myanmar. Außerhalb dieses Gebietes wird die Art vorwiegend als Zier- oder Heilpflanze kultiviert. In Florida ist sie als eingeführt verzeichnet, ohne bestätigten invasiven Status.
- Heimisch6
- Eingeführt3
- Indien
- Sri Lanka
- Myanmar
- Jemen
- Südafrika
- Madagaskar
- Thailand
- Philippinen
- Vereinigte Staaten (Florida)
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Cissus quadrangularis (Cissus quadrangularis L., 1767) ist eine ausdauernde sukkulente Kletterpflanze der Gattung Cissus aus der Familie der Weinrebengewächse (Vitaceae), zu der auch die Kulturweinrebe gehört. Der französische, vom Inventaire national du patrimoine naturel geführte Name „cisse à quatre angles“ beschreibt den quadratischen Querschnitt ihrer Triebe. 4 1
Im Sanskrit heißt die Pflanze asthisamharaka, sinngemäß „was die Zerstörung der Knochen verhindert“. Der Name verweist auf ihren Einsatz bei Knochenbrüchen in der ayurvedischen und Siddha-Medizin, den mehrere wissenschaftliche Übersichtsarbeiten bis heute dokumentieren. 6
Zur Gattung Cissus gehören mehrere Hundert Kletterpflanzenarten der Tropen und Subtropen. Diese Vielfalt erklärt, weshalb Cissus quadrangularis häufig mit anderen sukkulenten Cissus-Arten verwechselt wird, die unter ähnlichen Handelsnamen angeboten werden. 1
Erkennung
Am deutlichsten kennzeichnen Cissus quadrangularis die sukkulenten Triebe mit quadratischem Querschnitt, deren Kanten häufig geflügelt sind. Die Internodien werden 8 bis 10 cm lang. Dreilappige, gezähnte Blätter von 2 bis 5 cm Breite erscheinen nur an jungen Knoten und fallen früh ab. Über weite Teile des Lebenszyklus bleibt die Pflanze nahezu blattlos; dann tragen die vierkantigen Triebe den Großteil der Fotosynthese. 3
Gegenüber jedem Blatt entwickelt sich am Knoten eine einfache Ranke, ein typisches Merkmal der Vitaceae, das echten Kakteen fehlt. Mit diesen Ranken und ohne Luftwurzeln hält sich die Kletterpflanze an Stützen fest. Kleine weißliche, gelbliche oder grünliche Blüten stehen in Zymen und bilden kugelige Beeren, die zunächst rot reifen und später schwarz werden. Im Freiland erreicht die Pflanze je nach Kultur 5 m, im Topf meist nur 1,5 bis 2,5 m Länge. 2 3
Nützliche Taxonomie
Der akzeptierte wissenschaftliche Name lautet Cissus quadrangularis L. und wurde 1767 veröffentlicht. Historisch verwendete Synonyme sind unter anderem Vitis quadrangularis (L.) Wall. ex Wight und Saelanthus quadragonus (L.) Forssk. ex J.F.Gmel.. Für die botanische Zuordnung ist der akzeptierte Name maßgeblich. 1
Nach Verbreitung und Triebgestalt lassen sich drei Varietäten unterscheiden: Cissus quadrangularis var. quadrangularis ist die weit verbreitete Typusvarietät; var. pubescens Dewit besitzt behaarte Triebe und stammt aus dem tropischen Afrika; var. aculeatangula Verdc. hat bestachelte Kanten und ist nur aus Nordkenia bekannt. Die Triebmerkmale helfen, die ähnlichen Formen auseinanderzuhalten. 1
Die Weinrebengewächse umfassen die Kulturweinrebe (Vitis vinifera) und mehrere Hundert weitere holzige oder sukkulente Kletterpflanzen. Für die Einordnung von Cissus quadrangularis genügt oft ein Merkmal: Ranken gegenüber den Blättern unterscheiden sie auch von sehr fleischigen Kakteen, die niemals solche Ranken entwickeln. 4
Lebensraum und Verbreitung
Das natürliche Areal reicht über das tropische und südliche Afrika, Madagaskar, die Arabische Halbinsel und den indischen Subkontinent bis Myanmar. Die Art wächst in Savannen, Trockengebüschen und an Rändern tropischer Trockenwälder auf gut durchlässigen Böden zwischen Meereshöhe und 2 250 m. 1 3
In trockenen Klimaten geht diese Höhenspanne mit einer ausgeprägten Toleranz gegenüber Temperaturschwankungen einher: Je nach Jahreszeit verträgt die Pflanze 15 bis 38 °C, sofern Regenwasser rasch abfließt und kein Frost auftritt. 3
Außerhalb ihres natürlichen Areals wird Cissus quadrangularis vor allem in Sukkulentensammlungen oder als Heilpflanze kultiviert. In Florida gilt sie als eingeführt; ein invasiver Status ist dort nicht bestätigt. 5
Traditionelle Nutzung und Forschung
Wissenschaftliche Übersichten beschreiben vor allem die traditionelle Verwendung zur Knochenheilung. Junge Triebe und Wurzeln werden in ayurvedischen und Siddha-Texten als schmerzlindernd und heilungsfördernd dargestellt und als Umschlag oder Abkochung angewendet. 6
Versuche mit ovariektomierten Ratten zeigten einen messbaren Effekt eines Petroletherextrakts: Das Oberschenkelknochengewicht erreichte 0,44 g, gegenüber 0,37 g bei unbehandelten Tieren und 0,49 g bei gesunden Kontrolltieren. Gleichzeitig sanken Marker des Knochenabbaus. Diese Ergebnisse gelten für das Tiermodell und begründen keine Dosierung beim Menschen. 7
Auch als traditionelles Lebensmittel wird die Art genutzt: Junge Triebe werden gebraten oder in Curry gegart, Blätter gekocht und reife Früchte gegessen. Die Samen liefern Pressöl; die Asche dient in manchen Regionen Indiens als Ersatz für Backpulver. 3
Die Verbindung von Nahrungs- und Heilpflanzennutzung hat in Indien einen kommerziellen Anbauzweig begünstigt. Heute wird die Art dort in großem Maßstab zur Herstellung standardisierter Extrakte für die Ernährungsforschung geerntet. 8
Sicherheit und Verzehr
Für Cissus quadrangularis ist keine Giftigkeit dokumentiert. In einer Studie zur subchronischen Toxizität traten bei Tieren während drei Monaten selbst bei oralen Dosen bis 2 500 mg/kg täglich keine unerwünschten Wirkungen auf. Auch eine mutagene Wirkung wurde im Labor nicht festgestellt. 8
Dass bisher keine Giftigkeit dokumentiert ist, passt zur langen Nutzung junger Triebe und reifer Früchte als Nahrung in Indien und Afrika. Vor der Einnahme als Nahrungsergänzung bleibt dennoch ärztlicher Rat sinnvoll, da kontrollierte klinische Studien am Menschen nur begrenzt vorliegen. 3 8
Varietäten und Verwechslungen
Unter dem Handelsnamen CQR-300 wird ein standardisierter Extrakt in der Ernährungsforschung untersucht. Der Name bezeichnet ein Produkt und keine anerkannte botanische Sorte. 8
Besonders leicht wird Cissus quadrangularis mit dornenlosen Kakteen verwechselt, weil die fleischigen vierkantigen Triebe auf den ersten Blick ähnlich aussehen. Ranken gegenüber den Blättern und kleine dreilappige Blätter an jungen Knoten geben jedoch den Ausschlag: Diese Kombination weist auf die Vitaceae hin. Echte Kakteen besitzen stattdessen Areolen. 2
Weitere sukkulente Cissus-Arten mit ebenfalls kantigen Trieben werden im Handel mit seltenen Pflanzen unter ungenauen Etiketten angeboten. Zur zuverlässigen Prüfung einer unsicher bestimmten Pflanze dient der vollständige wissenschaftliche Name mit Autor und Veröffentlichungsjahr. 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Cissus quadrangularis L.
- Royal Horticultural Society, Cissus quadrangularis
- Plants For A Future, Cissus quadrangularis
- INPN / MNHN, Cissus quadrangularis L., 1767 – französischer Name Cisse à quatre angles
- Atlas of Florida Plants (USF), Cissus quadrangularis
- PMC, Übersicht zu Cissus quadrangularis bei Frakturen und Knochenheilung
- PMC, Petroletherextrakt von Cissus quadrangularis bei ovariektomiebedingter Osteoporose an Ratten
- PubMed, subchronische Toxizität und Mutagenität des Extrakts CQR-300 aus Cissus quadrangularis
Häufig gestellte Fragen
Ist Cissus quadrangularis ein Kaktus?
Nein. Trotz der fleischigen, vierkantigen Triebe gehört Cissus quadrangularis zu den Weinrebengewächsen (Vitaceae). An den Knoten entstehen Blätter und Ranken. Diese Struktur fehlt echten Kakteen, die stattdessen bedornte Areolen besitzen.
Ist Cissus quadrangularis für Katzen und Hunde giftig?
Für diese Art ist keine Giftigkeit dokumentiert. Junge Triebe und reife Früchte werden in Indien und Afrika traditionell gegessen, was diese Einschätzung unterstützt.
Warum sind die Triebe vierkantig?
Die sukkulenten Triebe speichern Wasser und übernehmen die Fotosynthese, nachdem die kurzlebigen Blätter abgefallen sind. Diese Form ist eine Anpassung der Kletterpflanze an Trockenheit.
Hilft Cissus quadrangularis tatsächlich bei Knochenbrüchen?
Ein Sanskritname der Pflanze bedeutet sinngemäß „was die Zerstörung der Knochen verhindert“. Sie wird traditionell bei Knochenbrüchen eingesetzt. Tierstudien berichten von Wirkungen auf die Knochenheilung; dies ersetzt keine ärztliche Beratung.
Wie lässt sich Cissus quadrangularis vermehren?
Triebstecklinge mit einem Knoten sind die einfachste und schnellste Methode. Bei bereits gut verholzten Trieben funktioniert auch das Abmoosen.
Worauf bezieht sich der französische Name von Cissus quadrangularis?
Der vom französischen Inventaire national du patrimoine naturel verwendete Name „cisse à quatre angles“ beschreibt unmittelbar den deutlich quadratischen Querschnitt der Triebe.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.







