Perückenstrauch (Cotinus coggygria, )
Perückenstrauch (Cotinus coggygria) ist ein sommergrüner Strauch aus der Familie der Anacardiaceae, heimisch von Südeuropa über Westasien bis nach Zentral- und Südchina. Seinen Namen verdankt er den langen Haaren, die im Sommer die Blütenstiele steril gebliebener Blüten bedecken. Sie bilden eine luftige, zunächst rosa, dann rauchgraue Wolke über dem blaugrünen Laub, das sich im Herbst gelb, orange und purpurn färbt.
WeiterlesenPerückenstrauch, Perückenbaum, Färbersumach, Smoke tree und Smokebush
Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.
Volle Sonne, verträgt lichten Halbschatten





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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Cotinus coggygria umfasst Süd- und Mitteleuropa, den Kaukasus und Westasien und reicht bis nach Zentral- und Südchina. Die Art wird wegen ihres Zierwerts weit außerhalb dieses Gebiets kultiviert. Für Frankreich ist kein invasives Verhalten dokumentiert.
- Heimisch5
- Italien
- Griechenland
- Türkei
- Iran
- China
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Perückenstrauch (Cotinus coggygria Scop., 1771), auch Färbersumach genannt, ist ein sommergrüner Strauch der Gattung Cotinus aus der Familie der Anacardiaceae. Die langen Haare an den Stielen steril gebliebener Blüten bilden im Sommer eine luftige Wolke über dem Laub und erklären den Namen Perückenstrauch. 1 3
Der Name Färbersumach erinnert an eine ältere, weniger sichtbare Nutzung: Das gelbe Holz diente lange zum Färben von Leder und Stoffen, bevor synthetische Farbstoffe aufkamen. Die englischen Namen smoke tree und smokebush greifen das rauchähnliche Aussehen der behaarten Blütenstände auf. 4
Erkennung
Mehrere Stämme und ein zunächst aufrechter, später ausladender Wuchs kennzeichnen Cotinus coggygria. Der Strauch erreicht gewöhnlich 2 bis 5 m Höhe und eine ähnliche Breite. Seine einfachen, wechselständigen, rundlichen bis verkehrt-eiförmigen blaugrünen Blätter färben sich im Herbst gelb, orange oder purpurn. Je sonniger der Standort, desto ausgeprägter ist die Färbung. 5 6
Winzige blassgelbe bis cremefarbene Blüten stehen vom späten Frühjahr bis zum Sommer in breiten endständigen Rispen. Die meisten bleiben steril. Ihre Stiele verlängern sich danach und tragen lange Haare, die von Rosa in Rauchgrau übergehen. Die wenigen fruchtbaren Blüten bilden dagegen kleine trockene braune Früchte. 3 5
Nützliche Taxonomie
Zunächst beschrieb Linné die Art 1753 als Rhus cotinus L.. Giovanni Antonio Scopoli stellte sie 1771 unter dem heute akzeptierten Namen in die Gattung Cotinus. Zu den wichtigsten Synonymen gehören:
- Rhus cotinus L., das historische Basionym
- Cotinus cotinus (L.) Sarg., eine spätere Neukombination desselben Basionyms
- Cotinus coggygria var. pubescens Engl., eine Varietät mit ausgeprägter Behaarung
Für die eindeutige Zuordnung bleibt der akzeptierte wissenschaftliche Name Cotinus coggygria maßgeblich. Die historischen Varianten tauchen gelegentlich noch in gärtnerischen Texten auf. 1 2
Lebensraum und Verbreitung
Von Süd- und Mitteleuropa über den Kaukasus bis nach Westasien reicht das natürliche Areal, mit einem Ausläufer bis nach Zentral- und Südchina. Die Art wächst an trockenen Hängen, auf Kalkfelsen und an lichten Waldrändern, von Meereshöhe bis auf 1300 m. 1 4
Außerhalb seines natürlichen Areals wird Cotinus coggygria hauptsächlich als Zierstrauch kultiviert, etwa in Frankreich, im Vereinigten Königreich und in den Vereinigten Staaten. Bislang ist kein invasives Verhalten dokumentiert. Die Art ist dort mit Gärten und Beeten verbunden und nicht mit besiedelten natürlichen Lebensräumen. 3
Eine Winterhärte bis etwa −20 °C ermöglicht die weite Verbreitung außerhalb des ursprünglichen Mittelmeergebiets. Die Eignung für USDA-Zonen 5 bis 8 deckt den größten Teil des französischen Festlands ab.
Lebenszyklus und Vermehrung
In jeder Rispe stehen sehr vielen sterilen Blüten nur wenige fruchtbare gegenüber. Nur die fruchtbaren Blüten bringen Früchte hervor. Bei den sterilen verlängern sich dagegen die Blütenstiele und bedecken sich mit federigen Haaren, die den besonderen Zierwert des Blütenstands ausmachen. 3 5
Zur Vermehrung dienen vor allem halbverholzte Stecklinge im Juli und August, die zuverlässiger sind als die Aussaat. Frische, im Herbst stratifizierte Samen keimen zwar, häufig aber erst nach mehr als zwölf Monaten. Deshalb bevorzugen Baumschulen Stecklinge. 4
Nutzen und Risiken
Zierwert besitzt der Perückenstrauch vor allem als Solitär oder im Strauchbeet durch den Kontrast zwischen farbigem Laub und rauchigen Rispen. Früher lieferte das gelbe Holz den Farbstoff Jungfustik zum Färben von Leder und Stoffen, bevor synthetische Farbstoffe allgemein üblich wurden. 5 4
Als giftig für Katzen oder Hunde ist die Art nicht verzeichnet. Ihr Saft enthält jedoch hautreizende phenolische Verbindungen; Cotinus coggygria gehört zur selben Familie wie der Giftsumach. Wiederholter Kontakt mit dem Saft, insbesondere beim Schneiden, verursacht bei empfindlichen Menschen eine Kontaktdermatitis. 6
In Nordamerika dient die Gattung Cotinus den Raupen von mindestens vier bisher erfassten Schmetterlingsarten als Nahrung. Dadurch ist der Perückenstrauch in einem vielfältigen Garten über seinen Zierwert hinaus als Raupenfutterpflanze nützlich. 6
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Im Handel dominieren mehrere Sorten. Royal Purple trägt während der Wachstumszeit fast schwarzpurpurnes Laub und zählt zu den meistverkauften Baumschulauslesen. Golden Spirit, unter dem Namen Ancot verkauft, hat leuchtend goldgelbes Laub, das im Hochsommer leicht vergrünt und im Herbst orange wird. Daydream behält frischgrünes Laub und bildet besonders dichte Rispen bei kompakterem Wuchs als die reine Art. Die seltener angebotene Pink Champagne wird in Baumschulen mit orange-rosa getöntem Laub beschrieben; der Handelsname ist je nach Anbieter zu prüfen. Alle vier benötigen wie die reine Art volle Sonne. 6
Am ehesten lässt sich der Perückenstrauch mit Cotinus obovatus, dem Amerikanischen Perückenstrauch von Kalkplatten im Süden der Vereinigten Staaten, verwechseln. Diese verwandte Art wird größer, trägt längere Blätter und blüht weniger üppig. Entsprechend fällt ihre federige Wolke deutlich spärlicher aus als bei Cotinus coggygria. 7
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Cotinus coggygria Scop.
- International Plant Names Index, Cotinus coggygria Scop.
- Royal Horticultural Society, Cotinus coggygria
- Plants For A Future, Cotinus coggygria
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Cotinus coggygria
- NC State Extension, Cotinus coggygria
- NC State Extension, Cotinus obovatus
Häufig gestellte Fragen
Ist Cotinus coggygria für Katzen und Hunde giftig?
Nein, der Perückenstrauch wird nicht als giftig für Katzen und Hunde geführt. Sein Saft kann dagegen bei Berührung die Haut reizen, besonders beim Schneiden. Die Art gehört zur selben Pflanzenfamilie wie der Giftsumach.
Warum heißt der Strauch Perückenstrauch?
Die meisten Blüten jeder Rispe bleiben steril. Ihre Stiele verlängern sich anschließend und bedecken sich mit langen Haaren, die zunächst rosa und später rauchgrau werden. So entsteht eine Wolke, die an eine gepuderte Perücke über dem Laub erinnert.
Muss Cotinus coggygria jedes Jahr stark zurückgeschnitten werden?
Nein, die Rispen erscheinen am vorjährigen Holz. Ein jährlich zu starker Rückschnitt schränkt daher die Blüte und die federige Wolke ein. Ein maßvoller Formschnitt erfolgt am besten gegen Ende des Winters.
Welchen Boden braucht Cotinus coggygria?
Die Art verträgt kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden, sofern sie gut durchlässig sind. Vor allem winterliche Staunässe ist ungünstig, da sie Wurzelfäule begünstigt.
Mit welchen Pflanzen wird der Perückenstrauch verwechselt?
Am häufigsten mit Cotinus obovatus, dem Amerikanischen Perückenstrauch. Er wird größer, hat längere Blätter und blüht weniger üppig. Der wissenschaftliche Name bietet die sicherste Orientierung.
Ist Cotinus coggygria in Frankreich invasiv?
Keine Quelle dokumentiert invasives Verhalten in Frankreich. Die Art wird dort als Zierstrauch in Beeten kultiviert; problematische Einbürgerungen sind nicht gemeldet.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.






