Langer Koriander (Eryngium foetidum, )
Langer Koriander (Eryngium foetidum) ist eine ausdauernde Pflanze der Apiaceae, die Linné 1753 beschrieb. Sie stammt aus dem tropischen Amerika und wird heute von der Karibik bis Südostasien im gesamten Tropengürtel angebaut. Ihre ledrigen, stachelig gezähnten Rosettenblätter duften kräftiger nach Koriander als Echter Koriander und behalten ihr Aroma beim Kochen und Trocknen besser.
WeiterlesenLanger Koriander, Mexikanischer Koriander, Stinkdistel, Culantro und Ngò gai
An einen Platz mit indirektem Licht oder in einen schattigen Raum stellen.
Halbschatten bis lichter Schatten, Boden ständig frisch halten





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Taken Aug 19, 2015 by OTS - Oviedo-Brenes, Federico (cc-by-nc-sa)
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Taken May 11, 2022 by Horta Pérez (cc-by-sa)
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Weltweite Verbreitung
Eryngium foetidum stammt aus dem tropischen Amerika, von Südmexiko und den Antillen bis Venezuela, den Guayanas, Bolivien, Peru und Brasilien. Durch den Anbau verbreitete sich die Art weit und bürgerte sich in vielen tropischen Gebieten Asiens und Afrikas ein, wo sie heute fest zur Küche gehört.
- Heimisch5
- Eingeführt1
- Mexiko
- Trinidad und Tobago
- Venezuela
- Brasilien
- Peru
- Vereinigte Staaten
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Langer Koriander (Eryngium foetidum L., 1753), auch Culantro genannt, ist eine ausdauernde krautige Pflanze der Apiaceae, die Carl von Linné beschrieb. Trotz des ähnlichen Namens gehört sie nicht zur Gattung Coriandrum. Beide Pflanzen teilen die Familie, doch Langer Koriander besitzt deutlich ledrigeres Laub. 1 8
Das Epitheton foetidum verweist auf den starken Geruch. Das korianderähnliche Aroma ist kräftiger und pfeffriger als bei frischem Echtem Koriander und bleibt beim Kochen und Trocknen besser erhalten. In warmem Klima, in dem Echter Koriander rasch schosst, macht diese Beständigkeit die Art zu einem sommerlichen Ersatz. 8 6
Erkennung
Eine grundständige Rosette aus verkehrt lanzettlichen Blättern kennzeichnet Eryngium foetidum. Die Blätter werden bis 30 cm lang und 4 cm breit; ihre gezähnten Ränder tragen kleine gelbliche Stacheln. Das deutlich steifere Laub wird einzeln geerntet, ohne die gesamte Pflanze herauszuziehen, sodass mehrere Ernten möglich bleiben. 6 5
Eine lange, regelmäßig verzweigte Pfahlwurzel unterscheidet die Pflanze vom büscheligen Wurzelsystem des Echten Korianders. Deshalb benötigt sie bereits beim Anbau einen tiefen Topf. Später entsteht ein 20 bis 80 cm hoher Blütenstängel mit zylindrischen Ähren aus blassgrünen Blüten mit cremeweißer Krone; sternförmige, ebenfalls stachelige Hochblätter umgeben sie. 6 5
Nützliche Taxonomie
Bei POWO ist Eryngium foetidum L. der akzeptierte Name, veröffentlicht 1753 im ersten Band der Species Plantarum. Als homotypisches Synonym wird Eryngium antihystericum Rottler geführt. Dieser Name erinnert an eine traditionelle medizinische Verwendung gegen Krämpfe. 1 2
Besondere Vorsicht verlangt ein späteres, nicht akzeptiertes Homonym: Eryngium foetidum Walter (1788) bezeichnet tatsächlich eine Varietät von Eryngium aquaticum, einem Mannstreu aus dem gemäßigten Nordamerika. Gemeint ist damit nicht die tropische Gewürzpflanze. Erst Autorenangabe und Jahr lösen die Mehrdeutigkeit des wissenschaftlichen Namens auf. 1
Systematisch steht die Art in der Unterfamilie Apioideae und der Tribus Saniculeae neben anderen Mannstreu-Arten. Die Gattung umfasst mehrere Hundert Arten und kommt auf allen Kontinenten außer der Antarktis vor. 4
Lebensraum und Verbreitung
Von Südmexiko und den Antillen erstreckt sich das natürliche Areal über Mittelamerika nach Südamerika, von Venezuela und den Guayanas bis Bolivien, Peru und Brasilien. 4 7
An ihren ursprünglichen Standorten besiedelt die Pflanze Brachen, feuchte schattige Wegränder, gestörte Waldränder und steinige Wiesen vom Meeresspiegel bis etwa 1.700 m Höhe. Ihre Herkunft aus feuchtem Unterholz statt offenem Feld erklärt den Bedarf an Schatten und gleichmäßiger Wasserversorgung beim Anbau. 5
Durch den Anbau gelangte die Art weit über ihr Ursprungsgebiet hinaus. Sie ist in zahlreichen tropischen und subtropischen Regionen Südostasiens und Afrikas sowie bis nach Nepal eingebürgert. Dort wird sie wegen ihrer Blätter ähnlich genutzt wie Echter Koriander in gemäßigten Gebieten. 5 7
Lebenszyklus und Vermehrung
Frische Samen keimen langsam, nach ungefähr 30 Tagen. Wer die rasche Keimung von Echtem Koriander gewohnt ist, braucht deshalb Geduld. Nach dem Auflaufen bildet die Pflanze mehrere Wochen lang ihre Rosette, bevor Blätter geerntet werden können. 6
Geerntet wird Blatt für Blatt, wobei die drei zentralen Rosettenblätter erhalten bleiben. Eine Pflanze kann je Durchgang 10 bis 15 Blätter liefern; vor der Blüte sind 5 bis 10 Ernten im Abstand von ein bis zwei Wochen möglich. 5
Lange Tage und Wärme lösen das Schossen aus. Dabei entsteht ein Blütenstängel mit Ähren, deren Blüten kleine Insekten bestäuben. Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat oder schneller über Stängelstecklinge einer bereits etablierten Pflanze. 5 6
Nutzen und Risiken
Vor allem dient die Art als Küchengewürz: Sie würzt puerto-ricanischen Sofrito und Recao sowie Marinaden der französischen und englischsprachigen Antillen. Auch im Nordosten Indiens, in Kambodscha, Thailand, Myanmar und besonders Vietnam wird sie verwendet; dort aromatisiert sie als ngò gai die Suppe Pho. 7 8
Anders als frischer Echter Koriander lassen sich die Blätter gut trocknen, wobei Farbe und Aroma erhalten bleiben. Das macht sie für den Export und eine lange Lagerung begehrt. 8 7
Traditionell wurden Abkochungen aus Blättern oder Wurzeln gegen Fieber, Husten, Bluthochdruck und Krämpfe eingesetzt. Laborversuche berichteten entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkungen bei Ratten. Diese historischen Anwendungen begründen jedoch keine heutige medizinische Empfehlung. 7 5
Eine Lebensmitteltoxizität ist nicht dokumentiert, auch nicht bei Haustieren, obwohl die Pflanze verbreitet verzehrt wird. Als bekannte Vorsichtsmaßnahme bleiben die stacheligen Blattränder: Sie können bei der Ernte die Haut reizen, in der Regel nur vorübergehend. 5
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Weit verbreitete, klar abgegrenzte Ziersorten von Eryngium foetidum sind bislang nicht bekannt. Als Saatgut oder Topfpflanze wird fast immer die Wildform oder eine unbenannte lokale Auslese angeboten. 5
Bei der Bestimmung kommen vor allem folgende Verwechslungen vor:
- Eryngium campestre, der europäische Feld-Mannstreu, mit ähnlichem Erscheinungsbild, aber ohne dokumentierte Küchenverwendung;
- Persicaria odorata, Vietnamesischer Koriander oder rau răm, mit teilweise ähnlicher Verwendung in der südostasiatischen Küche, aber aus der Familie Polygonaceae;
- Coriandrum sativum, Echter Koriander, dessen ähnlicher Geschmack die Namensverwechslung erklärt, obwohl er einer anderen Gattung angehört.
Bei Rosettenpflanzen entscheidet ein Blick auf die Blattränder: Starre, bis 30 cm lange Blätter mit stacheligen Zähnen kennzeichnen Langen Koriander. Echter Koriander besitzt dagegen weiches, stachelloses und deutlich zarteres Laub. 6
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Eryngium foetidum L.
- International Plant Names Index, Eryngium foetidum L.
- GBIF Backbone Taxonomy, Eryngium foetidum
- USDA GRIN Global, Eryngium foetidum, Taxonomie und Verbreitung
- Useful Tropical Plants Database, Eryngium foetidum
- Purdue New Crop Resource, Eryngium foetidum (culantro)
- Wikipedia EN, Eryngium foetidum
- Wikipedia FR, Eryngium foetidum
Häufig gestellte Fragen
Ist Culantro dasselbe wie Koriander?
Nein. Eryngium foetidum und Coriandrum sativum gehören zu den Apiaceae, aber zu verschiedenen Gattungen. Ihr Geschmack ähnelt sich, doch Culantro besitzt ledrigere Blätter und ein kräftigeres Aroma.
Ist Langer Koriander für Katzen und Hunde giftig?
Für diese in tropischen Küchen verbreitete Pflanze ist keine Lebensmitteltoxizität dokumentiert. Die stacheligen Blattränder können bei Berührung mechanisch reizen.
Warum lässt sich Langer Koriander besser trocknen als frischer Koriander?
Anders als Echter Koriander behalten seine Blätter beim Trocknen Farbe und Aroma. Das macht sie für den Export und eine längere Lagerung interessant.
Was bedeutet der Name Chardon béni?
Dieser Name aus den französischen Antillen beschreibt das stachelige Laub. Eine botanische Nähe zu den Disteln besteht dadurch nicht; diese gehören zu den Asteraceae.
Wann werden die Blätter von Langem Koriander geerntet?
Vor der Blüte, Blatt für Blatt, wobei die jungen Blätter im Rosettenzentrum stehen bleiben. Dieselbe Rosette kann fünf bis zehn Ernten im Abstand von ein bis zwei Wochen liefern.
Warum schosst mein Langer Koriander so schnell?
Lange Tage und sommerliche Wärme lösen das Schossen aus. Halbschatten und ein feucht gehaltener Boden verzögern den Übergang zur Blüte.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.






