Flügel-Spindelstrauch (Euonymus alatus, )
Flügel-Spindelstrauch (Euonymus alatus (Thunb.) Siebold, 1830) ist ein sommergrüner Strauch der Spindelbaumgewächse (Celastraceae) aus Zentral- und Nordchina, Japan, Korea und der russischen Insel Sachalin. Vier vorspringende Korkleisten an den Zweigen und leuchtend rotes Herbstlaub kennzeichnen ihn. Seit den 1860er-Jahren wird er in Nordamerika häufig als Zierstrauch gepflanzt und gilt dort inzwischen in rund zwanzig US-Bundesstaaten als invasiv.
WeiterlesenFlügel-Spindelstrauch, Korkflügelstrauch, Korkspindel, Geflügelter Spindelbaum und Burning bush






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Taken Jan 8, 2020 by AnnA (cc-by-sa)
Taken Nov 2, 2021 by Maud Guérin (cc-by-sa)
Taken Apr 24, 2021 by Adam Covey (cc-by-sa)
Taken Apr 26, 2022 by Marie Gwynne (cc-by-sa)
Taken Jul 22, 2022 by Oğuzhan (cc-by-sa)
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Euonymus alatus umfasst Zentral- und Nordchina, Japan, Korea und die russische Insel Sachalin. Seit seiner Einführung als Zierstrauch in den 1860er-Jahren hat er sich in den USA von Neuengland bis Nordflorida und zum Golf von Mexiko sowie im Südosten Kanadas eingebürgert. In rund zwanzig US-Bundesstaaten gilt er als invasiv. In Frankreich und Europa wird er vor allem einzeln, in Hecken oder Gehölzbeeten kultiviert; eine entsprechende rechtliche Einstufung wird dort nicht genannt.
- Heimisch4
- Invasiv2
- China (Mitte und Norden)
- Japan
- Korea
- Russland (Sachalin)
- USA (Nordosten und Mittlerer Westen)
- Kanada (Südosten)
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Flügel-Spindelstrauch (Euonymus alatus (Thunb.) Siebold, 1830) ist ein sommergrüner Strauch der Spindelbaumgewächse (Celastraceae). Wegen seines leuchtenden Herbstlaubs heißt er auf Englisch Burning bush. Der Naturforscher Philipp Franz von Siebold stellte die Art 1830 in die Gattung Euonymus. Grundlage war das von Thunberg 1784 beschriebene Basionym Celastrus alatus. POWO führt die Kombination heute als akzeptierten Namen. 1 8
Die deutschen Namen Korkflügelstrauch, Korkspindel und Geflügelter Spindelbaum verweisen auf die auffälligen Zweigleisten. Das französische „fusain“ bezeichnet mehrere Euonymus-Arten, deren weiches Holz früher zur Herstellung von Zeichenkohle diente. Das Artepitheton alatus, „geflügelt“, beschreibt die vorspringenden Korkleisten junger Zweige. Auch der chinesische Name 鬼箭羽 (guǐjiànyǔ), wörtlich „Pfeilfeder des Geistes“, greift dieses Bild auf. 7
Erkennung
Dicht, rundlich und ausladend wächst Euonymus alatus, ausgewachsen häufig ebenso breit wie hoch. Die Wildform erreicht gewöhnlich 3 bis 6 m, kompakte Kultivare wie 'Compactus' oder 'Rudy Haag' bleiben bei 1 bis 3 m. An jungen Zweigen erscheinen nach 2 bis 3 Jahren vier vorspringende, flache Korkflügel. Sie sind im Winter auch ohne Blätter und Früchte erkennbar und erlauben eine ganzjährige Bestimmung des Strauchs. 3 7
Gegenständige, elliptische Blätter sind 2 bis 7 cm lang und 1 bis 4 cm breit; ihr Rand ist fein gezähnt. Während der Vegetationszeit grün, färben sie sich im Herbst leuchtend rot bis kräftig rosa, häufig gleichmäßig am gesamten Strauch. Diese Färbung erklärt den englischen Namen „Burning bush“, also brennender Busch. 4 7
Die unscheinbaren kleinen Blüten sind grünlich bis gelblich und stehen im Frühjahr zu dritt in achselständigen Zymen. Auffälliger ist die nachfolgende Frucht: eine rosa, gelbe oder orangefarbene vierlappige Kapsel. Im Herbst öffnet sie sich und zeigt einen Samen, den ein orangeroter Samenmantel umgibt, der sogenannte Arillus. 7 3
Nützliche Taxonomie
Für Euonymus alatus (Thunb.) Siebold bestätigt POWO den akzeptierten Namen innerhalb der Celastraceae. Die Gattung umfasst mehrere Dutzend homotypische Synonyme und historische Varietäten. Viele davon beschreiben vor allem Unterschiede in Behaarung oder Blattbreite, keine eigenständigen Arten. Euonymus alatus f. apterus Regel, wörtlich „ungeflügelt“, bezeichnet eine natürliche Form ohne die charakteristischen Korkleisten. 1
Das homotypische Synonym Euonymus striatus var. alatus (Thunb.) Makino verdeutlicht frühere Wechsel der Zuordnung zwischen Euonymus alatus und Euonymus striatus. Als verlässlicher Bezugspunkt bleibt der heute akzeptierte wissenschaftliche Name Euonymus alatus. 1 8
Lebensraum und Verbreitung
Zentral- und Nordchina, Japan, Korea sowie die russische Insel Sachalin gehören zum natürlichen Areal von Euonymus alatus. Dort wächst die Art in Wäldern, an bewaldeten Rändern und in Gebüschen, von Meereshöhe bis etwa 2.700 m. 7 6
Als Zierstrauch gelangte der Flügel-Spindelstrauch in den 1860er-Jahren in die USA. Er ist inzwischen von Neuengland bis Nordflorida und zum Golf von Mexiko sowie im Südosten Kanadas weithin eingebürgert. In rund zwanzig US-Bundesstaaten im Nordosten und Mittleren Westen gilt er als invasiv. Maine, Massachusetts, New Hampshire, Pennsylvania und Vermont verbieten seine Einfuhr. Für Frankreich und Europa beschreibt die Quelle vor allem die Kultur als Einzelstrauch, in naturnahen Hecken oder Gehölzbeeten, ohne entsprechende rechtliche Einstufung. 7 6
Lebenszyklus und Vermehrung
An den diesjährigen Zweigen öffnen sich im Frühjahr kleine grünliche bis gelbliche Blüten, zu dritt in achselständigen Zymen. Sie fallen wenig auf, werden aber von Insekten bestäubt. Die Kapseln reifen im Herbst und öffnen sich. Zum Vorschein kommen Samen mit orangefarbenem Samenmantel, die besonders Amseln und Stare anlocken. 4
Amseln und Stare übernehmen damit den größten Teil der Samenverbreitung und tragen die Samen auch weit von gepflanzten Hecken fort. Außerhalb des natürlichen Areals stellt die Überwindung der Keimruhe kaum ein Hindernis dar. Dies erklärt die starke Bildung spontaner Sämlinge, die in Nordamerika beobachtet wird. 6
In Kultur wird vor allem durch kalt stratifizierte Aussaat oder durch im Sommer geschnittene weiche Stecklinge vermehrt. Zierkultivare wie 'Compactus' und 'Fire Ball' werden fast ausschließlich über Stecklinge vermehrt, damit ihre Sorteneigenschaften erhalten bleiben. 3
Nutzen und Risiken
Seinen wichtigsten Nutzen hat der Flügel-Spindelstrauch als Ziergehölz. Er wird einzeln, in geschnittenen Hecken und an Gebäuden gepflanzt, geschätzt für seinen dichten Wuchs und die auffällige Herbstfärbung. Allein in den USA erreicht der jährliche Umsatz mehrere zehn Millionen Dollar. Nach dem Laubfall bleiben die geflügelten Zweige sichtbar und verlängern den Zierwert bis in den Winter. 7
In der traditionellen chinesischen und koreanischen Medizin werden getrocknete geflügelte Zweige verarbeitet. Wegen ihrer Flavonoide, Terpenoide und Cardenolide werden solche Zubereitungen gegen erhöhten Blutzucker und bestimmte Stoffwechselstörungen untersucht. Diese Pflanzenheilkunde ersetzt keine ärztlich verordnete Behandlung der betreffenden Erkrankungen. 7
Sämtliche Pflanzenteile sind bei Aufnahme giftig. Die ASPCA stuft Euonymus alatus als giftig für Katzen, Hunde und Pferde ein. Enthaltene Alkaloide und Cardenolide verursachen Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Bei Aufnahme größerer Mengen besteht zusätzlich die Gefahr von Herzrhythmusstörungen. 5
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Kompaktere Wuchsformen bieten mehrere Kultivare der Art. 'Compactus', die meistverkaufte Baumschulform, bleibt bei 1,2 bis 3 m; 'Fire Ball' fällt durch besonders intensive Herbstfärbung auf. Beide erhielten den Award of Garden Merit der RHS. 'Fire Ball Seedless', vom Baumschuler Thomas Ranney entwickelt und seit 2024 im Handel, verhindert die Bildung keimfähiger Samen und soll so die Ausbreitung außerhalb von Gärten begrenzen. 2 7
Ohne Korkflügel lässt sich Euonymus alatus mit seiner eigenen Form f. apterus verwechseln. Dann erlauben nur Laub und Früchte eine Bestätigung der Bestimmung. Das Europäische Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) gehört zur selben Gattung, trägt jedoch glatte Zweige und leuchtend rosa Früchte in Form einer Bischofsmütze, ohne Korkflügel. Auch der Amerikanische Amberbaum (Liquidambar styraciflua) und manche Feldahorne (Acer campestre) entwickeln Korkauswüchse an jungen Zweigen. Diese Ähnlichkeit im Winter kann täuschen, verschwindet aber, sobald Blätter oder Früchte erscheinen. 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Euonymus alatus (Thunb.) Siebold
- Royal Horticultural Society, Euonymus alatus, Flügel-Spindelstrauch
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Euonymus alatus
- NC State Extension Gardener Plant Toolbox, Euonymus alatus
- ASPCA, Burning bush (Euonymus alatus), Eintrag zur Giftigkeit
- USDA Forest Service FEIS, Euonymus alatus, Artenübersicht
- Wikipedia (EN), Euonymus alatus
- Integrated Taxonomic Information System, Euonymus alatus
Häufig gestellte Fragen
Ist der Flügel-Spindelstrauch giftig?
Ja. Die ASPCA stuft Euonymus alatus als giftig für Katzen, Hunde und Pferde ein. Alle Pflanzenteile enthalten Alkaloide und Cardenolide, die bei Aufnahme Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen verursachen können.
Warum tragen die Zweige des Flügel-Spindelstrauchs Korkflügel?
Diese vier Korkleisten entstehen schon in den ersten Jahren junger Zweige aus dem Korkkambium. Sie erklären das Artepitheton alatus, „geflügelt“, und den chinesischen Namen, der an Pfeilfedern erinnert.
Ist der Flügel-Spindelstrauch invasiv?
Seit seiner Einführung in den USA in den 1860er-Jahren gilt er inzwischen in rund zwanzig Bundesstaaten im Nordosten und Mittleren Westen sowie im Südosten Kanadas als invasiv. Mehrere US-Bundesstaaten, darunter Maine und Massachusetts, verbieten seine Einfuhr.
Wie lässt sich ein Flügel-Spindelstrauch ohne Korkflügel erkennen?
Die Form f. apterus besitzt keine sichtbaren Flügel. Sie lässt sich anhand der gegenständigen, fein gezähnten Blätter, der leuchtend roten Herbstfärbung und der kleinen vierlappigen rosa- oder orangefarbenen Kapseln erkennen.
Gibt es einen Flügel-Spindelstrauch mit geringerem Ausbreitungsrisiko?
Der von Thomas Ranney entwickelte und seit 2024 angebotene Kultivar Fire Ball Seedless bildet nicht keimfähige Samen und begrenzt dadurch dieses Risiko. Die Wildform vermehrt sich dagegen außerhalb ihres natürlichen Areals sehr stark.
Was unterscheidet Flügel-Spindelstrauch und Europäisches Pfaffenhütchen?
Euonymus alatus trägt vier Korkflügel an den Zweigen und vierlappige rosa, gelbe oder orangefarbene Kapseln. Euonymus europaeus, das Europäische Pfaffenhütchen, hat glatte Zweige und leuchtend rosa, vierlappige Früchte, die an eine Bischofsmütze erinnern.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.




