Großblättrige Feige (Ficus macrophylla, )
Die Großblättrige Feige (Ficus macrophylla Pers., 1807) ist ein großer Baum der Maulbeergewächse (Moraceae) von der australischen Ostküste und der Lord-Howe-Insel. Sie keimt meist als Aufsitzerpflanze in der Krone eines Wirtsbaums. Ihre Luftwurzeln erreichen den Boden, verdicken sich zu Brettwurzeln und ersetzen schließlich den abgestorbenen Wirtsbaum.
WeiterlesenGroßblättrige Feige, Moreton Bay fig und Australian banyan
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Ficus macrophylla beschränkt sich auf die australische Ostküste vom mittleren Queensland bis ins südliche New South Wales; die Form columnaris ist auf der Lord-Howe-Insel heimisch. Weltweit wird die Art in warmen Klimaten kultiviert. Einbürgerung und invasives Verhalten beziehen sich auf bestimmte Gebiete, insbesondere den Norden Neuseelands und Hawaii.
- Heimisch2
- Eingeführt2
- Invasiv1
- Australien (Queensland, New South Wales)
- Lord-Howe-Insel
- Hawaii
- Türkei
- Neuseeland (Norden)
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Die Großblättrige Feige (Ficus macrophylla Pers., 1807) ist eine anerkannte Art der Gattung Ficus aus der Familie der Maulbeergewächse (Moraceae). Das Epitheton macrophylla stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „großblättrig“: Die Pflanze trägt ledrige, 10 bis 25 cm lange Blätter. 1
Der englische Name Moreton Bay fig verweist auf die Moreton Bay im südlichen Queensland, obwohl das natürliche Areal weit über diese Bucht hinausreicht. Die Bezeichnung Würgefeige beschreibt den frühen Wuchs: Ein Samen keimt als Aufsitzerpflanze in einer Baumkrone. Die zum Boden wachsenden Luftwurzeln ersetzen schließlich den Wirtsbaum. 3
Erkennung
Als immergrüner Baum erreicht Ficus macrophylla ausgewachsen 15 bis 60 m Höhe. Seine mächtigen Brettwurzeln prägen das Erscheinungsbild. Bei der Form columnaris von der Lord-Howe-Insel verdicken sich zusätzliche Luftwurzeln zu Nebenstämmen, die einen Teil der Krone tragen. 4 7
Ovale bis elliptische, ledrige Blätter werden 10 bis 25 cm lang und 7 bis 10 cm breit. Oben glänzen sie grün, unten sind sie mit feinen rostbraunen Schuppen bedeckt. Aus verletzten Blättern oder Zweigen tritt der für die Gattung typische Milchsaft aus. 3
Fast kugelige Feigen von 20 bis 25 mm Durchmesser stehen einzeln oder paarweise. Beim Reifen wechseln sie von Grün über Orange zu Violett. Die Fruchtbildung erneuert sich nahezu ganzjährig und ist nicht auf eine feste Jahreszeit begrenzt. 3
Nützliche Taxonomie
Unter dem 1807 veröffentlichten Namen Ficus macrophylla Pers. führt POWO die Art als akzeptiert. Die Gattung Ficus umfasst mehr als 750 Arten. 1
Für die Bestimmung sind zwei infraspezifische Formen wesentlich. Die Festlandsform macrophylla bildet einen frei stehenden Baum mit einem Stamm. Die auf der Lord-Howe-Insel endemische Form columnaris bleibt hemiepiphytisch und entwickelt mehrere Nebenstämme ohne klaren Hauptstamm. Eine taxonomische Revision ordnete den in europäischen botanischen Gärten lange verwendeten Namen Ficus magnolioides dieser Form columnaris zu. 7
Molekulare Daten stützen die Einordnung der Großblättrigen Feige in die Sektion Malvanthera der Gattung Ficus. Sie bestätigen auch die Spezifität ihrer Partnerschaft mit einer einzigen Bestäuberwespenart. 8
Lebensraum und Verbreitung
An Australiens Ostküste reicht das natürliche Areal vom mittleren Queensland bis ins südliche New South Wales. Das geschätzte Vorkommensgebiet umfasst 219.126 km²; hinzu kommt die Lord-Howe-Insel für die Form columnaris. Die Art wächst in tropischen, subtropischen und trockenen Wäldern, häufig an Wasserläufen über das Kronendach hinausragend. 2
Für dieses natürliche Areal sind keine besonderen Bedrohungen bekannt. Die IUCN stuft die Art als nicht gefährdet ein, auch weil sie weltweit häufig kultiviert wird. 2
Im Norden Neuseelands hat sich Ficus macrophylla außerhalb des natürlichen Areals eingebürgert. Seit ihre Bestäuberwespe 1993 unbeabsichtigt dorthin gelangte, bildet die Art keimfähige Samen und besiedelt örtlich nicht kultivierte Lebensräume. 2
Lebenszyklus und Vermehrung
Fast immer beginnt das Leben hoch oben: Ein fruchtfressender Vogel hinterlässt einen winzigen Samen in einer Rindenspalte eines Wirtsbaums. Er keimt als Epiphyt. Luftwurzeln wachsen zum Boden, verankern sich und verdicken sich zu Säulen um den Wirtsstamm. Häufig entziehen sie ihm schließlich so viel Licht, dass er abstirbt. 7
Von außen bleiben die Blüten wie bei allen Feigen unsichtbar. Sie sitzen an der Innenwand eines nach innen gestülpten Blütenstands, des Syconiums. Die Bestäubung beruht auf einem obligaten Mutualismus mit einer einzigen Wespenart, die sich ihrerseits nur in den Blüten dieser Feigenart fortpflanzen kann. 8
Nutzen und Risiken
Als großer Zierbaum prägt die Art Parks, botanische Gärten und städtische Alleen in Klimaten ohne Temperaturen unter 0 °C. Ihre Endgröße und ihr oberflächennahes Wurzelsystem passen nicht zu kleinen Gärten: Wurzeln und Pflaster geraten dort rasch in Konflikt. 4
Vollreife Feigen sind essbar, spielen für die menschliche Ernährung jedoch eine geringe Rolle. Für die örtliche Tierwelt sind sie eine wichtige Nahrungsquelle: Fruchttauben, Honigfresser und Flughunde fressen sie nahezu das ganze Jahr. 6
Katzen, Hunde und Pferde sind dem Vergiftungsrisiko besonders ausgesetzt. Der Milchsaft enthält Ficin, ein eiweißspaltendes Enzym, sowie Psoralen. Die ASPCA verbindet beide Stoffe bei Kontakt oder Aufnahme mit Haut- und Mundreizungen, vermehrtem Speichelfluss und Verdauungsbeschwerden. 5
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Bei den anerkannten Formen macrophylla und columnaris handelt es sich um infraspezifische Taxa, nicht um gärtnerische Sorten. Sie unterscheiden sich im Wuchs: einem einzelnen Stamm stehen zahlreiche, aus Luftwurzeln entstandene Nebenstämme gegenüber. 7
Ähnlich wachsende große australische Feigen wie Ficus rubiginosa und Ficus watkinsiana können zu Verwechslungen führen. Auch der Indische Banyan Ficus benghalensis entwickelt zahlreiche Luftwurzeln, gehört jedoch zu einer anderen Art. Mächtige Brettwurzeln, bei kleinsten Verletzungen austretender Milchsaft und der wissenschaftliche Name helfen, Ficus macrophylla von diesen Verwandten zu unterscheiden. 3
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Ficus macrophylla Pers.
- Rote Liste der IUCN, Bewertung von Ficus macrophylla
- PlantNET / Royal Botanic Gardens Sydney, Ficus macrophylla
- Royal Horticultural Society, Ficus macrophylla – Australischer Banyan
- ASPCA, giftige und ungiftige Pflanzen, Ficus sp. (Eintrag zur Birkenfeige)
- Plants For A Future, Ficus macrophylla
- Dixon, 2001, Feigenwespen und Artkonzepte, infraspezifische Taxa von Ficus macrophylla
- Rønsted et al., 2008, molekulare Phylogenie der Ficus-Sektion Malvanthera
Häufig gestellte Fragen
Ist die Großblättrige Feige tatsächlich eine Würgefeige?
Ja, meist keimt der Samen in der Krone eines Wirtsbaums. Die Luftwurzeln wachsen zum Boden, verdicken sich und ersetzen schließlich den allmählich absterbenden Wirtsbaum.
Ist die Großblättrige Feige für Tiere giftig?
Ihr Milchsaft enthält Ficin und Psoralen, die von der ASPCA für Katzen, Hunde und Pferde als giftig eingestuft werden. Kontakt oder Aufnahme können Hautreizungen, Speichelfluss und Verdauungsbeschwerden auslösen.
Eignet sich die Großblättrige Feige für einen gewöhnlichen Garten?
Das ist nicht zu empfehlen. Ausgewachsene Bäume werden mehrere Dutzend Meter hoch. Ihre oberflächennahen Wurzeln können Pflaster und Leitungen anheben. Die Art eignet sich für große Parks und botanische Gärten.
Wie unterscheiden sich die Formen macrophylla und columnaris?
Die Festlandsform macrophylla wächst als frei stehender Baum mit einem Stamm. Die auf der Lord-Howe-Insel endemische Form columnaris bleibt hemiepiphytisch und bildet mehrere Nebenstämme ohne deutlichen Hauptstamm.
Sind die Feigen der Großblättrigen Feige essbar?
Vollreif sind sie essbar, für die menschliche Ernährung jedoch nur von geringer Bedeutung. Besonders wichtig sind sie als Nahrung für fruchtfressende Vögel und Flughunde.
Warum gilt die Großblättrige Feige in Neuseeland als invasiv?
Seit der unbeabsichtigten Ankunft ihrer Bestäuberwespe 1993 hat sich die Art dort eingebürgert. Sie kann nun keimfähige Samen bilden und örtlich nicht kultivierte Lebensräume besiedeln.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.

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