Gladiolen (Gladiolus, L. 1753)

Gladiolen (Gladiolus) sind eine Gattung ausdauernder Knollenpflanzen der Schwertliliengewächse (Iridaceae), die vor allem aus Südafrika und dem Mittelmeerraum stammen. Kennzeichnend sind hohe, einseitswendige Blütenähren und schwertförmige Blätter. Gartengladiolen sind fast immer großblütige Hybriden, die aus Knollen gezogen und als Schnittblumen geschätzt werden.

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Wissenschaftlicher NameGladiolus
GattungGladiolus
OrdnungAsparagales

Gladiolen, Schwertblumen, Gartengladiolen und Großblütige Gladiolen

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, Katzen, Hunde und Pferde
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Einjährige Blume
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
SüdafrikaMadagaskarItalienGriechenland
Lebensraum
Wiesen, felsige Hänge und offene, zeitweise trockene Standorte, je nach Art und Sorte
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Blüte etwa 60 bis 90 Tage nach dem Pflanzen der Knolle
Vermehrung
Teilung, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering bei hohen Ähren, an windigen Standorten stützen
Luftfeuchtigkeit
30–50 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Reicher Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Außenbereich
Beet in voller Sonne, Gartenbeet, Pflanzgefäß
Pflanzgefäße
Pflanzgefäß, Abflusstopf
Erscheinungsbild
Höhe40–150 cmBreite10–25 cm
Blätter
Grün
Blüten
RosaRotViolettOrangeGelbWeiß
Rinde
Grün

Weltweite Verbreitung

Die Gattung Gladiolus ist vor allem afrikanisch, mit einem Vielfaltsschwerpunkt in der Kapregion Südafrikas. Sie reicht auch ins tropische Afrika, Madagaskar, in den Mittelmeerraum und bis in den Nahen Osten. Im Gartenhandel angebotene Pflanzen sind weltweit kultivierte Gartenhybriden, die von den Wildarten zu unterscheiden sind.

  • Heimisch4
  • Südafrika
  • Madagaskar
  • Italien
  • Griechenland

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Gladiolen (Gladiolus L., 1753) bilden eine Gattung ausdauernder Knollenpflanzen innerhalb der Schwertliliengewächse (Iridaceae), zu denen auch Iris und Krokusse gehören. Der Name stammt vom lateinischen gladius, Schwert, und verweist auf die typischen schwertförmigen Blätter. 1 4

Im Garten sind damit fast immer großblütige Hybriden unter der Bezeichnung Gladiolus × hortulanus gemeint, deren Knollen im Frühjahr gepflanzt werden. Ihre hohen, einseitswendigen Blütenähren machen sie zu klassischen Schnittblumen für Beete und Sträuße. 2 5

Erkennung

An ihrem Wuchs fallen Gladiolen sofort auf: Ein aufrechter Blütenstiel, je nach Sorte meist 60 bis 150 cm hoch, erhebt sich über einem Blattfächer. Die flachen, spitzen Blätter umfassen an der Basis den Stängel und erinnern an eine Schwertklinge. 3 5

Zu einer meist einseitswendigen Ähre vereint, öffnen sich die Blüten nach und nach von unten nach oben. Jede besitzt sechs an der Basis verwachsene Blütenhüllblätter; das obere ist häufig größer, sodass die Blütenhülle deutlich asymmetrisch wirkt. 4 3

Das unterirdische Speicherorgan ist keine echte Zwiebel, sondern eine abgeflachte Sprossknolle, die jährlich ersetzt wird. Während die gepflanzte Knolle aufgebraucht wird, entsteht darüber eine neue mit kleinen Brutknollen ringsum. Die nach Sorten angebotenen Farben reichen von Weiß bis Purpur. 2 5

Nützliche Taxonomie

Linné stellte die Gattung Gladiolus 1753 auf; heute umfasst sie etwa 250 bis 300 Wildarten. Ihr Vielfaltsschwerpunkt liegt im südlichen Afrika. Früher eigenständige Gattungen wie Acidanthera, Homoglossum und Oenostachys werden inzwischen einbezogen. 1 4

Bei den Zierpflanzen handelt es sich um komplexe Gartenhybriden unter dem Namen Gladiolus × hortulanus. Gärtnerisch werden vor allem folgende Gruppen unterschieden:

  • Gladiolus × hortulanus, großblütige Gartenhybriden;
  • Grandiflora-Gladiolen, mit sehr großen Ähren für den Schnitt;
  • Nanus-Gladiolen, niedriger, früher und etwas winterhärter;
  • Gladiolus communis subsp. byzantinus, die mediterrane Byzantinische Gladiole, die sich im Garten einbürgern kann.

Als beständiger Bezugspunkt dient der akzeptierte Gattungsname Gladiolus. Serien- und Sortennamen bezeichnen gärtnerische Auslesen und keine botanischen Rangstufen. 1 2

Lebensraum und Verbreitung

Afrika bildet den Schwerpunkt der Gattung: In der südafrikanischen Kapregion liegt das Zentrum ihrer botanischen Vielfalt mit dem Großteil der Arten. Weitere Vorkommen reichen ins tropische Afrika, Madagaskar, rund um das Mittelmeer und bis in den Nahen Osten und Iran. 1 4

Offene, sonnige Lebensräume sind typisch: Wiesen, Felshänge und zeitweise trockene Flächen, in denen die Knolle ungünstige Jahreszeiten ruhend übersteht. Das erklärt den hohen Lichtbedarf der Gartenhybriden und ihre Empfindlichkeit gegen vernässte Böden. 3 5

Außerhalb dieser Gebiete treten Gartengladiolen als Kulturpflanzen auf. In Frankreich, den Vereinigten Staaten und Japan werden die Hybriden im Frühjahr gepflanzt und bei kaltem Klima im Herbst ausgegraben. Einige mediterrane Arten wie die Byzantinische Gladiole können sich dagegen einbürgern. 2 4

Lebenszyklus und Vermehrung

Als ausdauernde Geophyten besitzen Gladiolen eine ausgeprägte Ruhephase. Im Frühjahr treiben Blätter und Blütenstiel aus, im Sommer folgt die Blüte; danach vergilbt das Laub. Während des Wachstums wird die alte Knolle aufgebraucht und direkt darüber eine neue für den Austrieb im Folgejahr gebildet. 3 5

Je nach Art sind die Blüten an Bienen, Schmetterlinge, nektarfressende Vögel oder langrüsselige Fliegen angepasst. Dadurch ist die Gattung ein interessantes Modell der Bestäubungsforschung. Nach der Befruchtung geben Kapseln geflügelte, vom Wind verbreitete Samen frei. 4 1

Zur Gartenvermehrung dienen vor allem Brutknollen, die rings um die Hauptknolle entstehen. Beim Ausgraben werden sie abgenommen und ein bis zwei Vegetationsperioden bis zur Blühgröße weiterkultiviert. Aussaat ist bei Wildarten und zur Züchtung möglich; die stark variable Nachkommenschaft der Hybriden erhält deren Farben jedoch nicht zuverlässig. 2 5

Nutzen und Risiken

Den Hauptnutzen haben Gladiolen als Zierpflanzen im Sonnenbeet und im Reihenanbau für Schnittblumen. Ihre hohen, farbigen Ähren halten im Strauß lange. Gestaffelte Frühjahrspflanzungen verlängern die Blüte; in kalten Klimaten werden die Knollen im Herbst ausgegraben und trocken sowie frostfrei überwintert. 2 5

Beim Umgang ist Vorsicht geboten. Die ASPCA stuft Gladiolen als giftig für Katzen, Hunde und Pferde ein. In der Knolle sind reizende Stoffe besonders konzentriert; Verzehr kann Speichelfluss, Verdauungsbeschwerden und Lethargie hervorrufen. Knollen und Pflanzungen sollten für Tiere und kleine Kinder unerreichbar bleiben. 6 4

Gesundheitliche Probleme im Anbau verursachen vor allem Gladiolenthripse, die silbrige Streifen sowie verformte Blätter und Blüten hinterlassen. Knollenfäulen durch Fusarium oder Botrytis treten bei schlechter Drainage und im Lager auf. Standortwechsel, durchlässige Erde und eine Kontrolle vor der Überwinterung begrenzen diese Probleme. 5 3

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Im Handel werden Gladiolen eher nach Hybridgruppen als nach Arten angeboten. Grandiflora-Typen liefern die größten Schnittähren, Nanus-Typen bleiben niedriger und blühen früher. Die Byzantinische Gladiole (Gladiolus communis subsp. byzantinus) bietet eine winterhärtere Gartenoption. Beim Kauf sind feste, gesunde Knollen ausreichender Größe vorzuziehen. 2 3

Verwechslungen betreffen vor allem andere Schwertliliengewächse mit Ähren und schwertförmigen Blättern:

  • Crocosmia, Montbretien, mit gebogenen Ähren kleinerer orangefarbener Blüten;
  • Watsonia, ähnlich im Wuchs, aber mit regelmäßiger geformten Blüten;
  • Freesia, ebenfalls eine Knollengattung aus der Kapregion, jedoch mit niedrigen, duftenden Blütenständen.

Die hohe einseitswendige Ähre, flache Schwertblätter und die abgeflachte Knolle bleiben die zuverlässigsten Merkmale der Gattung Gladiolus. 3 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Sind Gladiolen für Katzen und Hunde giftig?

Ja, Vorsicht ist geboten. Die ASPCA führt Gladiolen als giftig für Katzen, Hunde und Pferde. Die Knolle ist der giftigste Teil; ihr Verzehr kann Speichelfluss, Verdauungsstörungen und Lethargie auslösen.

Kommen Gladiolen jedes Jahr wieder?

Gladiolen sind ausdauernde Knollenpflanzen. Große Gartenhybriden erfrieren jedoch in kalten Klimaten im Boden. Ihre Knollen werden deshalb im Herbst ausgegraben und im Frühjahr erneut gepflanzt; nur winterharte Arten bleiben im Beet.

Wann pflanzt man Gladiolenknollen?

Die Knollen werden im Frühjahr in erwärmten Boden gepflanzt, 10 bis 15 cm tief, sonnig und gut durchlässig. Über mehrere Wochen gestaffeltes Pflanzen verlängert die Sommerblüte.

Warum sind die Blüten meiner Gladiolen verformt?

Silbrige Streifen und beschädigte Blüten weisen oft auf Gladiolenthripse hin, den wichtigsten Schädling der Gattung. Frühzeitig eingreifen und die Knollen vor der Winterlagerung kontrollieren.

Woher kommt der Name Gladiolen?

Er stammt vom lateinischen gladius für Schwert und verweist auf die flachen, spitzen Blätter. Gladiolus bedeutet kleines Schwert und hat dieselbe Wurzel wie Gladiator.

Brauchen Gladiolen eine Stütze?

Hohe Sorten knicken bei Wind und Regen leicht um. Stäbe oder das Anhäufeln der Basis stabilisieren die Ähren, besonders an offenen Standorten und in nährstoffreichem Boden.

Wie vermehrt man Gladiolen?

Über Brutknollen, die um die Hauptknolle entstehen und beim Ausgraben abgenommen werden. Aussaat dient vor allem Wildarten; Hybriden fallen aus Samen nicht sortenecht.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.