Prächtige Fetthenne (Hylotelephium spectabile, )
Die Prächtige Fetthenne (Hylotelephium spectabile (Boreau) H.Ohba, 1977) ist eine ausdauernde Sukkulente aus der Familie der Crassulaceae und stammt aus Ostasien. Ihre aufrechten, unverzweigten Stängel tragen gegenständige fleischige Blätter. Im Spätsommer erscheinen breite, flache Schirmrispen aus kleinen rosa bis purpurfarbenen Sternblüten, die späte Bestäuber anziehen.
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Weltweite Verbreitung
Plants of the World Online verortet das natürliche Areal von Hylotelephium spectabile vom Südwesten der russischen Region Primorje bis nach Nord- und Ostzentralchina sowie Korea. Die Art wurde in den 1860er Jahren nach Frankreich eingeführt und wird heute in den meisten gemäßigten Gartenregionen kultiviert. Invasives Verhalten ist nicht dokumentiert; aus Polen ist seltenes, unbeständiges Verwildern bekannt.
- Heimisch3
- Eingeführt2
- Russland (Ferner Osten)
- China
- Korea
- Vereinigte Staaten
- Polen
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Die Prächtige Fetthenne (Hylotelephium spectabile (Boreau) H.Ohba, 1977), auch Prächtige Waldfetthenne genannt, ist eine ausdauernde Sukkulente aus der Familie der Crassulaceae. Ein besonders hilfreiches Merkmal ist die gegenständige Blattstellung: Die Blätter stehen paarweise am Stängel, während sie bei Hylotelephium telephium einzeln wechseln. Ursprünglich hieß die Art Sedum spectabile Boreau, bis der japanische Botaniker Hideaki Ohba sie 1977 in die neue Gattung Hylotelephium stellte. 1 8
Das lateinische spectabile bedeutet „bemerkenswert“ oder „prächtig“ und beschreibt die für eine Fetthenne ungewöhnlich großen Schirmrispen. Schon in den 1860er Jahren wurde die Pflanze nach Frankreich eingeführt. Seither verbreitete sie sich in Gärten der gemäßigten Gebiete Europas und Nordamerikas. 8 7
Erkennung
Aufrechte, unverzweigte Stängel von 30 bis 70 cm Höhe bilden den Horst. Sie entspringen einem knolligen Wurzelstock; im Winter zieht die Pflanze vollständig ein. Die fleischigen, graugrünen und bläulich schimmernden Blätter sind 2,5 bis 10 cm lang und stehen gegenständig, paarweise oder zu dritt. Bei Hylotelephium telephium wechseln sie dagegen einzeln am Stängel und stehen einander nicht gegenüber. 3 8
Zum Ende des Sommers tragen die Stängel flache, dichte Schirmrispen von 7 bis 15 cm Breite. Kleine fünfzählige Sternblüten sind rosa bis purpurfarben und besitzen purpurfarbene Staubbeutel. Beim Altern werden die Blütenköpfe kupferbraun und bleiben an den trockenen Stängeln bis in den Winter dekorativ. 4 8
Nützliche Taxonomie
Bei seiner Revision von 1977 trennte Hideaki Ohba Hylotelephium von Sedum. Den Ausschlag gaben der knollige Wurzelstock, breite und dünne Blätter, dichte Schirmrispen und abweichende Blütenmerkmale, die diese Artengruppe von den übrigen Sedum-Arten unterscheiden. 5 1
Als wichtigstes Synonym begegnet weiterhin Sedum spectabile Boreau. Der Name ist in Gartenkatalogen und älteren Floren verbreitet und steht noch auf nicht aktualisierten Gärtnereietiketten. Seltener findet sich Anacampseros spectabilis (Boreau) Jord. & Fourr.. 1
Mit dem akzeptierten Namen Hylotelephium spectabile lassen sich die historischen Bezeichnungen von Boreau sowie Jordan und Fourreau eindeutig zuordnen. Zugleich grenzt er die Art von Hylotelephium telephium ab, der Gartenfetthenne mit wechselständigen Blättern, mit der sie im Handel bisweilen unter demselben Etikett angeboten wird. 1
Lebensraum und Verbreitung
Vom Südwesten der russischen Region Primorje bis nach Nord- und Ostzentralchina sowie Korea reicht das von Plants of the World Online angegebene natürliche Areal. Dort wächst die Art an Waldrändern und auf felsigen Hängen im unteren Bergland. 1 4
Außerhalb dieses Herkunftsgebiets dient die Prächtige Fetthenne hauptsächlich als Gartenstaude, etwa in Frankreich, dem Vereinigten Königreich und den USA. Graugrünes Laub und späte Blüten bereichern dort die Beete zum Saisonende. Aus Polen wurde gelegentliches, unbeständiges Verwildern gemeldet; invasives Verhalten der Art ist darüber hinaus nicht dokumentiert. 7 3
Lebenszyklus und Vermehrung
Vom Spätsommer bis zu den ersten Frösten dauert die Blüte. Die Art ist selbstfruchtbar und wird durch Insekten bestäubt. Ihre Schirmrispen locken Bienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen gerade dann an, wenn die Nektarquellen in Gärten knapper werden. 8
Zur sortenechten Vermehrung eignet sich die Teilung des Horstes im Frühjahr, alle 3 bis 4 Jahre. Dabei entsteht ein Klon der Mutterpflanze. Aussaat bietet diese Sicherheit nicht: Sorten wie Brilliant und Iceberg fallen aus Samen nicht echt. Auch Stängelstecklinge gelingen im Frühsommer gut; selbst ein einzelnes Blatt auf feuchtem Substrat kann eine ganze Rosette regenerieren. 3 6
Nutzen und Risiken
Steingärten, Kiesgärten, trockene Beetränder, Töpfe und sonnige Staudenbeete sind die wichtigsten Einsatzorte als Zierpflanze. Bleiben die trockenen Blütenköpfe stehen, behalten sie den ganzen Winter ihren Schmuckwert. Sie eignen sich außerdem für Trockensträuße. 4 3
Junge Blätter werden gelegentlich roh oder gekocht gegessen; sie sind schleimig und schmecken mild. Daneben besteht eine geringe traditionelle Heilnutzung. Die Giftigkeit wird als unsicher und gering beschrieben: NC State Extension nennt mögliche, jedoch schlecht dokumentierte Verdauungsbeschwerden nach Verzehr. Andere Gartenbeschreibungen stufen die Art als ohne nennenswerte Gefahr ein. 6 4
In der Forschung dient diese Fetthenne als Modellpflanze zur Untersuchung der Bildung des seltenen Zuckers Sedoheptulose. Auch ihre Fähigkeit, bestimmte Schwermetalle aus dem Boden aufzunehmen, wird im Zusammenhang mit Phytoremediation untersucht. 8
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Mehrere beständige Gartensorten wurden auf besonderen Wuchs oder Blütenfarben ausgelesen. Brilliant erhielt den Award of Garden Merit der RHS und bildet kompaktere Horste mit kräftig rosa Blüten. Iceberg trägt weiße Blüten über hellem graugrünem Laub; Neon zeigt im Spätsommer ein tiefes, leuchtendes Rosa. Herbstfreude, auch als Autumn Joy verkauft, ist dagegen eine Hybride aus Hylotelephium spectabile und Hylotelephium telephium. Sie bildet keinen Nektar und zieht deshalb im Unterschied zur reinen Art keine Schmetterlinge an. 2 5
Verwechslungen betreffen vor allem Hylotelephium telephium: Dessen wechselständige Blätter unterscheiden sich von den gegenständigen Blättern der Prächtigen Fetthenne. Der englische Name Ice plant kann ebenfalls irreführen, weil er auch für botanisch weit entfernte Aizoaceae wie Delosperma oder Mesembryanthemum verwendet wird. 8 6
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Hylotelephium spectabile (Boreau) H.Ohba
- Royal Horticultural Society, Hylotelephium spectabile (Brilliant Group) 'Brilliant'
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Hylotelephium spectabile
- NC State Extension Plant Toolbox, Hylotelephium spectabile
- NC State Extension Plant Toolbox, Gattung Hylotelephium
- Plants For A Future, Sedum spectabile (Hylotelephium spectabile)
- Tela Botanica / BDTFX, Hylotelephium spectabile
- Wikipedia (EN), Hylotelephium spectabile
Häufig gestellte Fragen
Ist die Prächtige Fetthenne für Katzen oder Hunde giftig?
Die Giftigkeit ist unsicher und wird als gering eingeschätzt. NC State Extension nennt ein mögliches, schlecht dokumentiertes Risiko von Verdauungsbeschwerden nach Verzehr von Blättern oder Stängeln. Andere Gartenbeschreibungen stufen die Art als ohne nennenswerte Gefahr für Haustiere ein.
Warum heißt die Art heute Hylotelephium statt Sedum?
Hideaki Ohba trennte diese Artengruppe 1977 von Sedum ab. Grundlage waren der knollige Wurzelstock, breite Blätter und dichte Schirmrispen, Merkmale, die bei den übrigen Sedum-Arten nicht gemeinsam vorkommen.
Wie unterscheidet man Hylotelephium spectabile von Hylotelephium telephium?
Die Blattstellung ist der verlässlichste Anhaltspunkt. Hylotelephium spectabile trägt gegenständige oder zu dritt angeordnete Blätter, Hylotelephium telephium dagegen wechselständige Blätter.
Was ist die Hybride Herbstfreude (Autumn Joy)?
Sie ist eine gärtnerische Kreuzung zwischen Hylotelephium spectabile und Hylotelephium telephium und zählt zu den meistverkauften Gartenfetthennen. Anders als die reine Art bildet sie keinen Nektar und zieht daher keine Schmetterlinge an.
Warum werden die Blüten zum Saisonende braun?
Die kupferbraune Färbung gehört zur natürlichen Alterung nach der Blüte. Die trockenen Blütenstände bleiben dekorativ und können den ganzen Winter an der Pflanze bleiben, ohne ihr zu schaden.
Wie wird die Prächtige Fetthenne vermehrt?
Am einfachsten durch Teilung des Horstes im Frühjahr, alle 3 bis 4 Jahre. Auch Stängelstecklinge bewurzeln gut. Ein einzelnes Blatt auf feuchtem Substrat kann eine neue Pflanze bilden.
Wo pflanzt man die Prächtige Fetthenne im Garten?
Am besten an einen vollsonnigen Platz mit magerem, gut durchlässigem Boden. Steingarten, Kiesgarten und trockene Beetränder bringen ihre späten Blütenschirme zur Geltung und vermeiden Fäulnis.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.
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