Butternuss (Juglans cinerea, L. 1759)

Butternuss (Juglans cinerea) ist ein großer sommergrüner Baum der Walnussgewächse (Juglandaceae) aus dem östlichen Nordamerika. Sie ist winterhärter als die Schwarznuss und an hellgrauer Rinde, länglichen Nüssen in klebriger Hülle sowie einem fast immer gut entwickelten Endblättchen zu erkennen. Seit den 1960er-Jahren dezimiert eine pilzbedingte Krebskrankheit die Bestände; die Art zählt heute zu den gefährdeten Bäumen Nordamerikas.

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Wissenschaftlicher NameJuglans cinerea
GattungJuglans
OrdnungFagales

Butternuss, Graue Walnuss, Graunuss, Weiße Walnuss, Butternut und White walnut

Identität
Toxizität
Nicht als giftig erfasst; Vorsicht entsprechend Juglans nigra
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Vereinigte StaatenKanada
Lebensraum
Bachufer und Mischlaubwälder auf durchlässigen Böden; seltener trockene, steinige Kalkböden
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
6/10
Reifezeit
Erste Nüsse mit etwa 20 Jahren; bester Ertrag zwischen 30 und 60 Jahren
Vermehrung
Aussaat, Transplantation
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mäßig; brüchiges Holz und sturmanfällig
Luftfeuchtigkeit
40–80 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Kalkhaltiger Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne nötig; verträgt keine Beschattung von oben
Außenbereich
Obstgarten, Offener Boden
Erscheinungsbild
Höhe1200–3000 cmBreite1200–1800 cm
Blätter
GrünGelb
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GelbGrünRotGröße6–14 cm
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünBraunGröße3–6 cm
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünBraun
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Butternuss (Juglans cinerea): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Juglans cinerea umfasst das östliche Nordamerika, vom Südosten New Brunswicks und dem Süden Québecs bis in den Norden von Georgia, Alabama und Mississippi sowie westwärts bis Minnesota und Arkansas. Es überschneidet sich mit dem Areal der Schwarznuss, reicht aber weiter nach Norden. Außerhalb Nordamerikas wird die Art vor allem vereinzelt in Sammlungen und Arboreten kultiviert.

  • Heimisch2
  • Vereinigte Staaten
  • Kanada

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Butternuss (Juglans cinerea L., 1759), auch Graue Walnuss oder Weiße Walnuss genannt, ist ein großer sommergrüner Baum der Gattung Juglans aus der Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae). Im östlichen Nordamerika teilt sie große Bereiche ihres natürlichen Areals mit der Schwarznuss, Juglans nigra. Die hellgraue Rinde unterscheidet sie schon auf den ersten Blick von deren fast schwarzer, tief gefurchter Borke. 1 2

Das lateinische Artepitheton cinerea bedeutet „aschfarben“ und beschreibt die blassgraue Rinde junger Bäume. Ein älteres Synonym, Juglans cathartica, erinnert an eine heute aufgegebene Anwendung: Im 19. Jahrhundert diente die innere Rinde in der nordamerikanischen Arzneikunde als Abführmittel. 5

Erkennung

Ausgewachsene Butternussbäume erreichen meist 12 bis 18 m Höhe bei 30 bis 60 cm Stammdurchmesser. Selbst alte Exemplare überschreiten nur selten 30 m Höhe und 90 cm Durchmesser. Die Art überlebt keine Beschattung von oben: Fehlt direktes Licht, verkümmern Jungpflanzen, bevor sie zu erwachsenen Bäumen heranwachsen können. 3

Die gefiederten Blätter werden 30 bis 65 cm lang und tragen 11 bis 19 Fiederblättchen. Diese sind eiförmig bis lanzettlich und fein gezähnt. Fast immer schließt ein gut ausgebildetes Endblättchen das Blatt ab, während dieses Merkmal bei der Schwarznuss häufig fehlt. 2 8

Als einhäusiger Baum trägt die Butternuss hängende gelbgrüne männliche Kätzchen und unscheinbare rötliche weibliche Blüten in endständigen Ähren. Die Blütezeit reicht von April bis Juni. Die längliche, zugespitzte Nuss von 3 bis 6 cm Länge steckt in einer klebrigen grünen, drüsig behaarten Hülle mit zwei bis vier Längsrippen. Bei der Schwarznuss ist diese Hülle dagegen glatt und nicht klebrig. 2 4

Nützliche Taxonomie

Für die Butternuss akzeptiert POWO/WCVP den Namen Juglans cinerea L., den Linné 1759 veröffentlichte. Mehrere ältere Namen werden heute als Synonyme dieser Art geführt:

  • Juglans cathartica F.Michx., ein historisches Synonym
  • Juglans oblonga Mill., ebenfalls ein Synonym
  • Nux cinerea (L.) M.Gómez, eine ältere Namenskombination
  • Wallia cinerea (L.) Alef., eine weitere Namenskombination

Zur Gattung gehören außerdem die nordamerikanische Schwarznuss, Juglans nigra, und die eurasische Echte Walnuss, Juglans regia, die wegen ihrer glattschaligen Nüsse angebaut wird. Nussform, Blattnarbe, Rindenfarbe und die Farbe des Marks im Zweig helfen, die drei Arten auseinanderzuhalten. 1

Lebensraum und Verbreitung

Vom Südosten New Brunswicks und dem Süden Québecs reicht das natürliche Areal bis in den Norden von Georgia, Alabama und Mississippi, westwärts bis Minnesota und Arkansas. Die Butternuss besiedelt vor allem Bach- und Flussufer sowie gut durchlässige Böden. Trockene, steinige Kalkböden verträgt sie jedoch besser als die Schwarznuss. 3 5

In Mischlaubwäldern wächst sie zusammen mit Zucker-Ahorn, Amerikanischer Linde, Eichen und Tulpenbaum. Ihre Winterhärte übertrifft die der Schwarznuss: Im Norden des Verbreitungsgebiets erträgt die Butternuss Wintertemperaturen bis ungefähr −35 °C. 3

Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft Juglans cinerea als stark gefährdet ein. Die Krebskrankheit hat die Art bereits aus den Carolinas verdrängt. In einer Pflanzung in Wisconsin waren schon 1983 76 % der Bäume befallen. 6 3

Lebenszyklus und Vermehrung

Zwischen April und Juni öffnen sich je nach Klima die Blüten. Auf demselben Baum blühen männliche und weibliche Blüten gewöhnlich zeitversetzt. Das begünstigt die Kreuzbefruchtung zwischen benachbarten Bäumen gegenüber der Selbstbefruchtung. Die Nüsse reifen im September und Oktober. Kräftige Bäume tragen erstmals mit etwa 20 Jahren; die besten Erträge liegen zwischen 30 und 60 Jahren, mit guten Ernten alle zwei bis drei Jahre. 3

Die Vermehrung erfolgt überwiegend durch Aussaat von Nüssen, die zuvor 90 bis 120 Tage kalt stratifiziert wurden. Auch Veredelung ist möglich, ihre Verfahren sind für diese Art aber noch nicht vollständig beherrscht. Junge Bäume und Stockausschläge können nach einem Schnitt zudem Wurzelsprosse hervorbringen. 3

Nutzen und Risiken

Helles, weiches Holz macht die Butternuss seit Langem für Schnitzarbeiten interessant. Es lässt sich in beiden Faserrichtungen leicht bearbeiten und wurde für Altäre, kirchliche Lesepulte, Innenverkleidungen und gewöhnliche Möbel verwendet. Historisch galt es als preisgünstiger Ersatz für anderes Walnussholz. Die süßen, ölreichen Kerne dienen zur Herstellung von Maple-Butternut-Candy, einer traditionellen Süßigkeit aus Neuengland. Nach dem Öffnen der Schale wird ihr Öl allerdings schnell ranzig. 9 2

Aus der Fruchthülle gewinnt man einen braungelben Farbstoff, mit dem früher Stoffe gefärbt wurden. Im amerikanischen Bürgerkrieg trugen so gefärbte Uniformen dazu bei, dass konföderierte Soldaten den Spitznamen „Butternuts“ erhielten. 5

Für die Butternuss führt die ASPCA keinen eigenen Eintrag. Bei der verwandten Schwarznuss sind verschimmelte Nüsse und Einstreumaterial für Hunde beziehungsweise Pferde giftig. Vorsorglich ist daher auch bei herabgefallenen Butternüssen und Baumresten dieselbe Aufmerksamkeit angebracht. 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Weit verbreitete, stabile Gartensorten fehlen bei Juglans cinerea, anders als bei Schwarznuss und Echter Walnuss. Erhaltungsprogramme kreuzen die Art stattdessen mit der Japanischen Walnuss, Juglans ailantifolia. Die als Buartnuts bezeichneten Hybriden sind toleranter gegenüber der Krebskrankheit und werden in Wiederherstellungspflanzungen in Nordamerika verwendet. 3

Am häufigsten wird die Butternuss mit der Schwarznuss, Juglans nigra, verwechselt. Diese hat eine deutlich eingekerbte, oben fast kahle Blattnarbe, dunkelbraunes Mark und nahezu kugelige Nüsse in glatter Hülle. Bei der Butternuss besitzt die Blattnarbe einen durchgehenden Flaumsaum, das Mark ist hell lederfarben und die Nuss länglich zugespitzt. Hickory-Arten der Gattung Carya erkennt man dagegen an einer Fruchthülle, die bei Reife in vier getrennte Klappen aufspringt. 8 2

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Butternuss vom Aussterben bedroht?

Ja. Die IUCN führt Juglans cinerea seit 2018 als stark gefährdet. Die Krebskrankheit hat die Art bereits aus den Carolinas verdrängt; 1983 waren schon 76 % der Bäume einer Pflanzung in Wisconsin befallen.

Sind Butternuss und Schwarznuss dieselbe Art?

Nein. Juglans cinerea und Juglans nigra sind verschiedene Arten derselben Gattung. Die Butternuss besitzt hellere Rinde, längliche Nüsse mit klebriger Hülle und fast immer ein Endblättchen. Die Schwarznuss hat runde Nüsse mit glatter Hülle.

Ist die Butternuss für Katzen und Hunde giftig?

Die ASPCA führt keinen eigenen Eintrag für diese Art. Bei der verwandten Schwarznuss sind verschimmelte Nüsse und Einstreu für Hunde beziehungsweise Pferde giftig. Vorsorglich gilt dieselbe Aufmerksamkeit für herabgefallene Butternüsse und Baumreste.

Kann man Butternüsse essen?

Ja. Die süßen, ölreichen Kerne werden unter anderem für Maple-Butternut-Candy verwendet, eine traditionelle Süßigkeit aus Neuengland. Nach dem Öffnen der Schale wird das Öl jedoch rasch ranzig.

Was verursacht den Butternusskrebs?

Der Pilz Ophiognomonia clavigignenti-juglandacearum verursacht Krebsstellen zunächst an unteren Ästen, dann am Stamm. Eine heilende Behandlung ist nicht bekannt; die meisten befallenen Bäume sterben innerhalb weniger Jahre.

Worauf verweist die Bezeichnung Graue Walnuss?

Sie beschreibt die aschgraue Rinde junger Butternussbäume, die deutlich heller als bei der Schwarznuss ist. Auch das lateinische Artepitheton cinerea bedeutet aschfarben und benennt dieses Merkmal.

Wie erkennt man eine junge Butternuss im Winter?

Hilfreich sind die kaum eingekerbte Blattnarbe mit durchgehendem Flaumsaum, das hell lederfarbene, gekammerte Mark und die helle Rinde mit langen zusammenhängenden Leisten. Diese Merkmale erlauben eine Bestimmung ohne Nüsse und Laub.

Gibt es gegen Butternusskrebs tolerante Hybriden?

Kreuzungen mit der Japanischen Walnuss, Juglans ailantifolia, ergeben sogenannte Buartnuts. Diese krebstoleranteren Hybriden werden in nordamerikanischen Pflanzungen zur Erhaltung eingesetzt.

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