Schwarznuss (Juglans nigra, L. 1753)

Schwarznuss (Juglans nigra) ist ein großer sommergrüner Baum der Walnussgewächse (Juglandaceae) aus dem mittleren und östlichen Nordamerika. Kennzeichnend sind die fast schwarze, rautenförmig gefurchte Rinde, sehr lange gefiederte Blätter und eine Nusshülle, die sich anders als bei der Echten Walnuss niemals öffnet. Ihr dunkles Kernholz gehört zu den begehrtesten Nutzhölzern Nordamerikas.

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Wissenschaftlicher NameJuglans nigra
GattungJuglans
OrdnungFagales

Schwarznuss, Schwarznussbaum, Amerikanische Schwarznuss, Black walnut, Eastern black walnut und Nogal negro americano

Identität
Toxizität
Giftig für Hund und Pferd; verschimmelte Nüsse und Einstreu
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Vereinigte StaatenKanada
Lebensraum
Auenwälder, Flusstäler, nährstoffreiche Wälder und Hangfüße auf tiefgründigen, durchlässigen Böden
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Erste Nüsse mit etwa 6 Jahren; größere Ernten nach 20 Jahren
Vermehrung
Aussaat, Transplantation
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut; die tiefe Pfahlwurzel verankert erwachsene Bäume fest
Luftfeuchtigkeit
40–75 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Nährstoffreicher, luftiger Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne; Jungbäume vertragen Halbschatten im Unterwuchs
Außenbereich
Obstgarten, Offener Boden
Erscheinungsbild
Höhe1500–3000 cmBreite1500–2100 cm
Blätter
GrünGelb
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GelbGrünGröße6–14 cm
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünBraunGröße3–7 cm
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
BraunSchwarz
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Schwarznuss (Juglans nigra): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Juglans nigra umfasst das mittlere und östliche Nordamerika, vom Südosten Kanadas (südliches Ontario) bis Nordflorida sowie westwärts bis Texas und North Dakota. Wegen ihres Holzes und ihrer Nüsse wird die Art vielfach außerhalb dieses Areals angepflanzt, besonders in Westeuropa, wo sie nicht als invasiv gilt.

  • Heimisch2
  • Eingeführt1
  • Vereinigte Staaten
  • Kanada
  • Neuseeland

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Schwarznuss (Juglans nigra L., 1753), auch Amerikanische Schwarznuss oder Schwarznussbaum genannt, ist ein großer sommergrüner Baum der Gattung Juglans aus der Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae). Ihre Heimat liegt im mittleren und östlichen Nordamerika. Von der Echten Walnuss, Juglans regia, unterscheidet sie sich durch eine fast schwarze, tief in kleine, dicht stehende Rauten gefurchte Borke. Auch ihre Fruchthülle bietet ein Merkmal: Sie springt selbst bei Reife niemals auf. 1 3

Der Gattungsname Juglans geht auf das lateinische Jovis glans, „Jupiters Eichel“, zurück. Dieser Ausdruck bezeichnete bereits im antiken Rom die Echte Walnuss und wurde von Linné für die gesamte Gattung übernommen. Das Artepitheton nigra verweist auf die fast schwarze Farbe von Kernholz und Rinde, die den nordamerikanischen Baum von seinem europäischen Verwandten unterscheidet. 1

Erkennung

Eine Höhe von 15 bis 30 m und eine 15 bis 21 m breite Krone sind für erwachsene Schwarznussbäume üblich. Sehr alte Exemplare können einen Stammdurchmesser von über 1,8 m erreichen. In den ersten zwanzig Jahren legt der Stamm rasch an Umfang zu, während sich die Pfahlwurzel etabliert. Sobald das tragende Gerüst ausgebildet ist, verlangsamt sich das Wachstum deutlich. 3 2

Die wechselständigen, gefiederten Blätter sind 30 bis 60 cm lang und tragen 15 bis 23 Fiederblättchen. Ihre eiförmig-lanzettlichen Blättchen besitzen fein gezähnte Ränder und verströmen beim Zerreiben einen scharf würzigen Duft. Die dreilappige Blattnarbe erinnert an ein „Affengesicht“. Im Zweigquerschnitt zeigt sich das deutlich gekammerte Mark. Beide Merkmale erlauben eine Bestimmung auch im Winter, wenn Blätter und Früchte fehlen. 3

Die einhäusige Schwarznuss trägt hängende männliche Kätzchen von 6 bis 14 cm Länge. Unscheinbare weibliche Blüten stehen zu zweit bis fünft in endständigen Ähren. Sie erscheinen im April und Mai, vor oder während des Laubaustriebs. Die runde Nuss steckt in einer fleischigen grüngelben, nicht aufspringenden Hülle. Die Frucht misst 3 bis 7 cm im Durchmesser und wird bei der Reife im September und Oktober schwarz. 3 2

Nützliche Taxonomie

Den 1753 von Linné beschriebenen Namen Juglans nigra L. akzeptiert POWO/WCVP für diese Art. Historisch wurden mehrere Formen und Varietäten benannt, die heute als Synonyme der typischen Art behandelt werden:

  • Juglans nigra f. oblonga (Marshall) Fernald, historische Form
  • Juglans nigra var. boliviana C.DC., historische Varietät
  • Juglans nigra f. laciniata Rehder, weitere historische Form

Der akzeptierte wissenschaftliche Name bietet gegenüber wechselnden Handelsnamen eine verlässliche Orientierung. Amerikanische Schwarznuss und der englische Name Eastern black walnut bezeichnen dieselbe Art. Die unterschiedlichen Bezeichnungen bedeuten somit keine botanische Trennung. 1 7

Lebensraum und Verbreitung

Zwischen dem südöstlichen Kanada und Nordflorida erstreckt sich das natürliche Areal von Juglans nigra. Nach Westen reicht es bis Texas und North Dakota. Bevorzugte Standorte sind Auenwälder, Flusstäler und Hangfüße mit tiefgründigen, fruchtbaren und gut durchlässigen Böden. 1 3

Bei der Weltnaturschutzunion IUCN gilt die Art als nicht gefährdet. Das weite Verbreitungsgebiet und eine insgesamt stabile Population begründen diese Einstufung. Die örtliche Belastung betroffener Bestände durch die Tausend-Canker-Krankheit ändert diesen globalen Status nicht. 6

Wegen ihres Holzes und ihrer Nüsse wird die Schwarznuss weit außerhalb ihres natürlichen Areals gepflanzt. Heute wächst sie in Westeuropa, unter anderem in Frankreich, und bis nach Neuseeland. In diesen Einführungsgebieten wird sie nicht zu den als invasiv bewerteten Arten gerechnet. 4

Lebenszyklus und Vermehrung

Im April und Mai, kurz vor oder gleichzeitig mit dem Laubaustrieb, blüht die Schwarznuss. Männliche und weibliche Blüten stehen getrennt auf demselben Baum. Ihre um wenige Tage versetzte Reife begünstigt die Kreuzbefruchtung durch den Pollen eines Nachbarbaums gegenüber der Selbstbefruchtung. Den Pollen trägt der Wind. 3

Die Nüsse reifen im September und Oktober. Erste Früchte können schon mit sechs Jahren erscheinen, größere Ernten jedoch erst nach zwanzig Jahren. Im Freiland erfolgt die Vermehrung vor allem durch Aussaat von Nüssen, die zuvor mehrere Monate kalt stratifiziert wurden. Bei benannten Sorten sichert nur die Veredelung die Sortenechtheit; Sämlinge übernehmen die Eigenschaften des Mutterbaums nicht zuverlässig. 3 4

Schon in den ersten Jahren wächst die Pfahlwurzel tief in den Boden. Deshalb bleibt das oberirdische Wachstum junger Pflanzen zunächst eher bescheiden: Ohne die unterirdische Verankerung könnte der Baum keine breite Krone tragen. Dieselbe Wurzel macht späteres Umpflanzen riskant. Die Schwarznuss sollte daher bereits nach der Keimung ihren endgültigen Standort erhalten. 3

Nutzen und Risiken

Dunkelbraunes bis fast schwarzes Kernholz verleiht der Schwarznuss ihren hohen wirtschaftlichen Wert. Es ist dicht und verzieht sich beim Trocknen wenig. Verwendet wird es im Möbelbau, für feine Tischlerarbeiten, Gewehrschäfte und Furniere. Die süßen Kerne sind wegen ihrer zähen Fruchthülle schwer zu gewinnen; entschalt dienen sie für Süßwaren und Gebäck. Aus den Hüllen gewannen nordamerikanische Siedler früher braune und gelbe Farbstoffe, da andere beständige Pigmente örtlich nicht verfügbar waren. 3 4

Wurzeln, Blätter und Fruchthüllen setzen Juglon frei. Dieser allelopathische Stoff hemmt das Wachstum vieler Nachbarpflanzen, besonders von Tomaten, Apfelbäumen, Azaleen und einigen weißen Kiefern. Gemüsebeete und empfindliche Pflanzungen brauchen deshalb Abstand zum Kronenbereich erwachsener Schwarznussbäume. Andernfalls können sie ohne zunächst erkennbare Ursache allmählich verkümmern. 4 3

Nach Angaben der ASPCA sind verschimmelte Nüsse und Einstreumaterial für Hunde giftig. Nach dem Fressen können Zittern und Krampfanfälle auftreten. Bei Pferden kann bereits der Kontakt mit Schwarznussspänen als Einstreu Hufrehe oder Koliken auslösen. Katzen werden dagegen nicht als empfindlich verzeichnet. 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Für Nussertrag oder Wuchsform wurden einige Sorten ausgewählt. 'Thomas' zählt zu den ältesten und wird seit 1881 wegen regelmäßiger und hochwertiger Fruchtbildung geschätzt. 'Kwik-Krop' ist wegen des frühen Ertragsbeginns beliebt. Der wissenschaftliche Artname bleibt aber die verlässlichste Orientierung: Diese Sorten sind lediglich veredelte Auslesen ein und desselben Taxons. 3

Häufig verwechselt wird die Schwarznuss mit der Echten Walnuss, Juglans regia. Diese liefert glattschalige Nüsse und besitzt nur fünf bis neun statt fünfzehn bis dreiundzwanzig Fiederblättchen. Die Butternuss, Juglans cinerea, hat klebrige Fruchthüllen und längliche Nüsse. Bei den Hickory-Arten der Gattung Carya springt die Hülle zur Reife in vier Klappen auf, während sie bei der Schwarznuss geschlossen bleibt. 3

Eine zusätzliche Bedrohung ist die Tausend-Canker-Krankheit. Der Pilz Geosmithia morbida wird vom kleinen Borkenkäfer Pityophthorus juglandis übertragen. Die Infektion erzeugt Hunderte kleiner Krebsstellen unter der Rinde und lässt den Baum oft innerhalb weniger Jahre absterben. Dieser Gefahr gilt besondere Aufmerksamkeit, bevor unbehandeltes Holz transportiert wird. 8

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Sind Schwarznuss und Echte Walnuss dieselbe Art?

Nein. Juglans nigra und Juglans regia sind verschiedene Arten derselben Gattung. Die Schwarznuss hat eine nicht aufspringende Fruchthülle und fast schwarze Rinde. Die Echte Walnuss liefert die glattschaligen Nüsse aus dem Handel.

Ist die Schwarznuss für Katzen und Hunde giftig?

Nach der ASPCA sind verschimmelte Nüsse und Einstreumaterial für Hunde giftig; Zittern und Krampfanfälle sind möglich. Bei Pferden kann der Kontakt mit Schwarznussspänen Hufrehe auslösen. Katzen werden nicht als empfindlich geführt.

Warum wachsen manche Pflanzen unter einer Schwarznuss schlecht?

Wurzeln, Blätter und Fruchthüllen setzen Juglon frei. Dieser allelopathische Stoff hemmt viele Nachbarpflanzen, besonders Tomate, Apfelbaum und Azaleen. Ein Gemüsebeet sollte deshalb Abstand zum Kronenbereich erwachsener Bäume halten.

Kann man Schwarznüsse essen?

Ja. Die Kerne sind süß und aromatisch, lassen sich aber wegen der zähen, klebrigen Hülle schwer gewinnen. Nach dem Entschalen werden sie vor allem für Süßwaren und Gebäck verwendet.

Warum ist Schwarznussholz so begehrt?

Das dunkelbraune bis fast schwarze Kernholz ist dicht und verzieht sich beim Trocknen wenig. Es zählt zu den hochwertigsten nordamerikanischen Hölzern für Möbelbau und Furniere.

Wie erkennt man eine junge Schwarznuss ohne Nüsse?

Zerriebene Blätter riechen würzig. Im Zweigquerschnitt ist das gekammerte Mark sichtbar, unter jeder Knospe sitzt eine an ein Affengesicht erinnernde Blattnarbe. Diese Merkmale helfen bei der Bestimmung ohne Früchte.

Welche besondere Krankheit bedroht die Schwarznuss?

Die Tausend-Canker-Krankheit wird durch den von einem Borkenkäfer übertragenen Pilz Geosmithia morbida verursacht. Hunderte kleine Krebsstellen entstehen unter der Rinde und führen häufig innerhalb weniger Jahre zum Absterben des Baums.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.