Helmbohne (Lablab purpureus, (L.) Sweet 1826)

Helmbohne (Lablab purpureus) ist eine kletternde Hülsenfrucht der Fabaceae aus Afrika südlich der Sahara. Heute wird sie in allen tropischen und subtropischen Regionen angebaut. Als einzige Art der Gattung Lablab dient sie als Nahrungspflanze, Viehfutter, Gründüngung und an Stützen als rankender Zierschmuck.

Weiterlesen
Wissenschaftlicher NameLablab purpureus
GattungLablab
OrdnungFabales

Helmbohne, Faselbohne, Indische Bohne, Ägyptische Bohne, Hyazinth-Bohne und Hyacinth bean

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen und Tiere
Pflegeaufwand
Niedrig
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Einjährig
Herkunft
KeniaMadagaskarIndienKapverden
Lebensraum
Savannenränder und tropisches Buschland mit Trockenzeit; in warmem Klima auf durchlässigem Boden kultiviert
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Erntezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Grüne Hülsen und trockene Samen 70 bis 120 Tage nach der Aussaat erntereif
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mäßig, feste Rankhilfe für die windenden Stängel empfohlen
Luftfeuchtigkeit
50–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Ton, Schluff oder Sand
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Außenbereich
Gemüsegarten, Beet in voller Sonne
Pflanzgefäße
Pflanzgefäß, Topf mit Pflanzstab
Erscheinungsbild
Höhe60–600 cmBreite90–180 cm
Blätter
GrünViolett
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißRosaViolett
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünViolett
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünViolett
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Helmbohne (Lablab purpureus): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal liegt südlich der Sahara, vor allem in Ost- und Südafrika. Auch Bestände auf den Kapverden, Madagaskar und in Indien werden dazu gerechnet. Frühe Domestikation und intensiver Anbau erschweren die Zuordnung mancher Bestände, besonders in Indien. Außerhalb dieses Areals wird die Art fast überall gezielt ausgesät, verwildert aber örtlich auf tropischen Brachen.

  • Heimisch4
  • Eingeführt1
  • Kenia
  • Madagaskar
  • Indien
  • Kapverden
  • Vereinigte Staaten

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Die Helmbohne (Lablab purpureus (L.) Sweet, 1826) ist ein kletternder Hülsenfrüchtler aus der Familie der Fabaceae und die einzige Art der Gattung Lablab. Linné beschrieb sie zunächst innerhalb von Dolichos. Robert Sweet stellte sie 1826 in eine eigene Gattung; daraus erklärt sich die heutige Kombination ihres wissenschaftlichen Namens. 1 7

Regional unterscheiden sich die gebräuchlichen Namen erheblich. Im französischen Sprachraum heißen die Pflanzen etwa „dolique lablab“, auf La Réunion „pois antaque“, andernorts „pois boucoussou“ oder einfach Lablab. Der Gattungsname geht auf das arabische lablāb für Kletterpflanzen zurück und beschreibt damit treffend ihre Wuchsweise. 7

Erkennungsmerkmale

Windende, oft purpurfarbene Stängel umschlingen jede verfügbare Stütze und können innerhalb einer Saison 6 m Länge erreichen. Die dreizähligen Blätter bestehen aus breiten, zugespitzten Fiederblättchen. Je nach Sorte sind sie kräftig grün oder violett überlaufen, sodass schon das Laub einen deutlichen Zierwert besitzt. 3 6

Aufrechte Blütentrauben tragen leicht duftende Blüten in Weiß, Rosa oder kräftigem Purpur. Aus ihnen entstehen wenige Zentimeter lange, abgeflachte Hülsen, die grün bis tiefpurpurn gefärbt sind. Jede enthält bis zu vier ovale Samen mit einem gut sichtbaren weißen Nabel, dem Hilum. 2 3

Bei bereits eingewachsenen Pflanzen ergänzt ein unterirdisches Merkmal die Bestimmung: Die kräftige Pfahlwurzel kann mehr als 2 m tief reichen. Während Trockenperioden erschließt sie Wasser aus Bodenschichten, die für flach wurzelnde Pflanzen nicht mehr erreichbar sind, und schützt die Helmbohne so vor Austrocknung. 8

Taxonomie und Benennung

Innerhalb der Gattung Lablab wird nur eine einzige Art anerkannt. Die Gattung ist somit monotypisch, auch wenn Unterarten und Varietäten verschiedene Namen tragen. Für das Verständnis älterer Literatur und die Abgrenzung von Synonymen sind vor allem folgende Bezeichnungen hilfreich:

  • Dolichos lablab L., der ursprüngliche Name bei Linné
  • Lablab purpureus subsp. bengalensis (Jacq.) Verdc., eine benannte Unterart
  • Lablab purpureus subsp. uncinatus Verdc., die den spontanen afrikanischen Beständen nächststehende Wildform
  • Dolichos purpureus L., historischer Name

Der akzeptierte Artname Lablab purpureus bietet die verlässlichste Orientierung. Die zahlreichen Synonyme spiegeln überwiegend die Geschichte einer lange zu Dolichos gestellten Pflanze wider. Sie bezeichnen deshalb nicht automatisch verschiedene botanische Arten, auch wenn ihre Namen auf den ersten Blick voneinander abweichen. 1 5

Lebensraum und Verbreitung

Ost- und Südafrika bilden den Schwerpunkt des natürlichen Areals südlich der Sahara. Auch Bestände auf den Kapverden, auf Madagaskar und in Indien werden diesem Areal zugeordnet. Die sehr frühe Domestikation erschwert es allerdings, für einzelne Populationen zwischen ursprünglichem Vorkommen und alter Einführung zu unterscheiden, besonders in Indien. 1 4

Außerhalb dieser Gebiete wird die Helmbohne fast überall gezielt angebaut. Im tropischen Klima kann sie auf Brachen und an Wegrändern verwildern, ohne dadurch zwangsläufig zu einem problematischen Unkraut zu werden. Auf Hawaii wächst sie beispielsweise auch außerhalb von Kulturen, ohne dass größere Auswirkungen dokumentiert sind. 3 6

Im gemäßigten Klima zerstört bereits eine Nacht unter 0 °C die Pflanze und verhindert damit ihre dauerhafte Einbürgerung. Hier wächst sie als einjährige Kultur der warmen Jahreszeit: Sie wird nach den letzten Frösten ausgesät und stirbt mit dem ersten Frost wieder ab. 2

Lebenszyklus und Vermehrung

Nach frostfreier Aussaat in erwärmten Boden keimen die Samen innerhalb von ein bis zwei Wochen. Anschließend wächst der windende Stängel rasch an seiner Stütze empor, während sich die dreizähligen Blätter entfalten. Wann die Blütentrauben erscheinen, hängt stark von der Tageslänge ab, also von der Photoperiode. 8 3

Zwischen Aussaat und Hülsenreife liegen je nach Sorte und Klima 70 bis 120 Tage. Als Gemüse werden die Hülsen jung und zart geerntet; für trockene Samen bleiben sie bis zur Ausreife an der Pflanze. Rongai blüht erst reichlich, wenn die Tage eine bestimmte Länge unterschreiten. Highworth wurde dagegen für frühe Blüte und kurze Anbauzeiten ausgelesen. 8

Vermehrt wird die Helmbohne ausschließlich durch Aussaat. Fehlen im Boden geeignete Rhizobien, verbessert ein passender Impfstoff die Bildung von Wurzelknöllchen und damit die Stickstoffbindung deutlich. Die Pflanze verbindet sich nicht immer ausreichend mit den örtlich vorhandenen Bakterienstämmen; deren bloße Anwesenheit garantiert noch keine wirksame Symbiose. 8

Verwendung und Risiken

Als Nahrungs- und Futterpflanze liefert die Helmbohne grüne Gemüsehülsen, eiweißreiche trockene Samen und Laub für Nutztiere. Ihre Wurzelknöllchen binden Luftstickstoff, weshalb sie auch zur Gründüngung eingesetzt wird. Auf geneigten Flächen schützt die dichte Blattdecke zusätzlich den Boden vor Erosion und ergänzt damit ihren landwirtschaftlichen Nutzen. 3 8

Das Risiko liegt in rohen Samen und Hülsen. Ihre cyanogenen Glykoside können erhebliche Mengen Cyanid freisetzen. Vollständiges Garen zerstört diese Verbindungen; bei trockenen Samen ist dazu mehrfacher Wasserwechsel vorgesehen. Erst diese gründliche Zubereitung macht sie für Menschen und Nutztiere essbar. Die Verwendung als Nahrung darf daher nicht mit einem Verzehr im rohen Zustand gleichgesetzt werden. 4 6

Im Ziergarten begrünt die Art Pergolen, Gitter und Rankstützen. Innerhalb einer Saison entsteht ein dichter Vorhang aus Laub, Blüten und purpurfarbenen Hülsen. Dieser dekorative Einsatz steht neben der traditionellen Nutzung als Nahrungspflanze und erklärt, warum die Helmbohne auch außerhalb landwirtschaftlicher Kulturen geschätzt wird. 2

Sorten und ähnliche Pflanzen

Aus Kenia gelangte 1962 die späte Futtersorte Rongai nach Australien. Sie trägt weiße Blüten und hellbraune Samen. Highworth folgte 1973 aus Indien zur Samenerzeugung: Diese frühe windende Sorte hat purpurne Blüten und schwarze Samen mit weißem Nabel. Die Ziersorte Ruby Moon zeichnet sich durch tiefpurpurne Blüten und Hülsen aus. 8 2

Verwechslungen betreffen vor allem andere kletternde Hülsenfrüchtler aus Gemüse- und Ziergärten:

  • Vigna unguiculata, die Augenbohne, hat deutlich längere, zylindrische Hülsen statt der abgeflachten Hülsen der Helmbohne.
  • Clitoria ternatea unterscheidet sich durch leuchtend blaue Blüten von den weißen, rosafarbenen oder purpurnen Blüten der Helmbohne.
  • Phaseolus vulgaris, die Gartenbohne, besitzt ähnlich geformte Blüten, aber schmalere Hülsen ohne die für viele Helmbohnen typische Purpurfärbung an Stängeln und Hülsen.

Abgeflachte Hülsen, Samen mit auffälligem weißem Nabel und häufig purpurfarbene Stängel bilden zusammen die zuverlässigsten Merkmale für Lablab purpureus. Zur Bestimmung sollten diese Eigenschaften gemeinsam betrachtet werden, statt allein von der Kletterweise oder einer einzelnen Blütenfarbe auf die Art zu schließen. 3 5

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Helmbohne giftig?

Rohe Samen und Hülsen enthalten cyanogene Glykoside, die bei größerer Aufnahme Cyanid freisetzen können. Vollständiges Garen, bei trockenen Samen mit mehrfachem Wasserwechsel, zerstört diese Stoffe und macht sie essbar.

Müssen Helmbohnensamen gründlich gekocht werden?

Ja. Ungekochte trockene Samen enthalten die höchste Konzentration cyanogener Stoffe der Pflanze. Langes Einweichen und vollständiges Kochen sind vor der Verwendung als Nahrung oder Viehfutter unerlässlich.

Wie unterscheiden sich Rongai und Highworth?

Rongai ist eine späte, weiß blühende Futtersorte mit aufrechtem Wuchs, in Kenia für hohen Futterertrag ausgelesen. Highworth ist früh, windend, mit purpurnen Blüten und schwarzen Samen; die südindische Auslese dient der Samenerzeugung in Klimaten mit frühem Frost.

Verträgt die Helmbohne Trockenheit?

Ja, sobald sie gut eingewachsen ist. Ihre Pfahlwurzel kann mehr als zwei Meter tief reichen und erschließt Wasser weit unter der Oberfläche, sodass sie ausgeprägte Trockenzeiten übersteht.

Wann wird die Helmbohne im gemäßigten Klima ausgesät?

Die Direktsaat erfolgt nach den letzten Frösten, sobald der Boden über 15 °C warm ist, gewöhnlich im Mai. Zu frühe Aussaat gefährdet die frostempfindlichen Jungpflanzen durch tödliche Kälteeinbrüche.

Welche Pflanzen ähneln der Helmbohne?

Verwechslungen betreffen vor allem andere kletternde Hülsenfrüchtler, etwa Augenbohnen mit länglichen Hülsen und Clitoria ternatea mit leuchtend blauen Blüten. Abgeflachte Hülsen und Samen mit auffälligem weißem Nabel kennzeichnen die Helmbohne.

Woher stammt die Helmbohne?

Ihr natürliches Areal liegt in Afrika südlich der Sahara, besonders im Osten und Süden. Auch Bestände auf den Kapverden, Madagaskar und in Indien werden dazu gerechnet. Durch Anbau verbreitete sie sich anschließend in allen tropischen und subtropischen Regionen.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.