Wandelröschen (Lantana camara, )
Wandelröschen (Lantana camara L.) ist ein Strauch der Verbenaceae aus Mexiko und dem tropischen Amerika. Es wird wegen seiner kleinen, mit dem Alter farbwechselnden Blütenköpfchen weltweit kultiviert. Die IUCN zählt es zu den 100 schlimmsten invasiven gebietsfremden Arten. Seine Merkmale helfen daher auch, die mit einer Pflanzung verbundenen Risiken einzuschätzen.
WeiterlesenWandelröschen, Lantana und Shrub verbena
In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.






© Foto
Mike Youdale · cc0
Drew Baxter · cc0
Matt Berger · cc-by
Taken Dec 5, 2017 by Gomes Joel (cc-by-sa)
Taken Aug 11, 2021 by Manuëlle (cc-by-sa)
Taken Oct 20, 2021 by Gianni Del Bufalo (cc-by-sa)
Taken Oct 28, 2017 by ivo (cc-by-sa)
Taken Jan 7, 2018 by Mehmet Basbag (cc-by-sa)
© copyright of the Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew.
Weltweite Verbreitung
POWO nennt Mexiko bis zum tropischen Amerika als natürliches Areal. Heute ist die Art pantropisch verbreitet. Nach der Einführung als Zierpflanze wurde sie laut Global Invasive Species Database in über 60 Ländern eingebürgert und invasiv.
- Heimisch3
- Invasiv5
- Mexiko
- Karibik
- Brasilien
- Réunion
- Martinique
- Guadeloupe
- Ostaustralien
- Indien
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Das Wandelröschen (Lantana camara L., 1753) ist ein mehrjähriger Strauch der Gattung Lantana aus den Verbenaceae. Laut POWO stammt es aus Mexiko und dem tropischen Amerika. Die IUCN zählt die Art zu den 100 schlimmsten invasiven gebietsfremden Arten weltweit. Diese Einstufung ist für eine Pflanzentscheidung ebenso bedeutsam wie die sichere Bestimmung. 1 2 5
In französischsprachigen Regionen bezeichnen corbeille d'or, galabert, camara commun, lantanier und queue-de-chat dieselbe Pflanze. Auf Réunion und den französischen Antillen ist besonders galabert im Alltag verbreitet: Der kreolische Name war dort lange vor der Durchsetzung des lateinischen Namens in Gartenkatalogen gebräuchlich. International begegnen auch Lantana und Shrub verbena. 6
POWO akzeptiert Lantana camara, von Linné 1753 beschrieben. Diese Beständigkeit des wissenschaftlichen Namens steht im Gegensatz zur Vielfalt regionaler Namen. Verschiedene Gartenbesitzer können somit dieselbe Art meinen, obwohl sie unterschiedliche Bezeichnungen verwenden. 1
Erkennung
Buschiger Wuchs von 0,5 bis 4 m Höhe, häufig vierkantige Stängel und gekrümmte Stacheln kennzeichnen Lantana camara. Die gegenständigen, ovalen und gezähnten Blätter sind oberseits runzelig. Beim Zerreiben verströmen sie einen scharfen Geruch, der auch außerhalb der Blütezeit bei der Erkennung hilft. 7 9
Kleine Röhrenblüten stehen in dichten, rundlichen Köpfchen von etwa 2,5 bis 5 cm Durchmesser. Anfangs gelb oder orange, werden sie nach der Bestäubung rosa oder rot. Dieser Farbwechsel zeigt Bestäubern an, welche Blüten noch Nektar enthalten. 9 5
Die kleine fleischige Frucht ist zunächst grün und bei voller Reife schwarz. Gruppen dieser Früchte sind unter dem Laub gut sichtbar. Fehlen erkennbare Stacheln und sind die Stängel rund, ist eher eine verwandte Art zu vermuten. Im Zweifelsfall bietet der wissenschaftliche Name den zuverlässigsten Bezugspunkt. 7
Taxonomie und Namen
POWO und IPNI ordnen Lantana camara den Verbenaceae in der Ordnung Lamiales zu; Linné veröffentlichte die Erstbeschreibung 1753. Die Art umfasst einen großen Hybridkomplex, der seit dem 17. Jahrhundert in Europa kultiviert und ausgelesen wird. Daraus erklärt sich die heutige Vielfalt der Gartensorten. 1 5
In Katalogen und Herbarien stehen weiterhin historische Namen, häufig im Rang einer Varietät oder Form statt einer eigenständigen Art:
- Lantana camara var. aculeata (L.) Moldenke, Varietät
- Lantana camara f. mutabilis (Hook.) Moldenke, Form
- Lantana camara subsp. aculeata (L.) R.W.Sanders, Unterart
Diese Einträge erklären, warum dieselbe Pflanze je nach Baumschule unterschiedliche Etiketten tragen kann. Der Status als akzeptierte Art ändert sich dadurch nicht. 2 1
Lebensraum und Verbreitung
In ihrem natürlichen Areal besiedelt die Art offene und gestörte Standorte vom Meeresspiegel bis etwa 1700 m Höhe. Lantana camara verträgt nährstoffarme, trockene oder kiesige Böden. So kann sie sich leicht auf Brachen, an Säumen und an Straßenrändern etablieren. 4
Außerhalb des Ursprungsgebiets ist Lantana camara heute pantropisch verbreitet. Als Zierpflanze eingeführt, wurde sie laut Global Invasive Species Database in über 60 Ländern eingebürgert. Nach Réunion kam sie um 1840 zu Zierzwecken; dort besiedelt sie inzwischen alle lichtreichen Lebensräume bis 1200 m Höhe. 5 6
Große ökologische Toleranz und eine gute Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenheit und Feuer begünstigen die Ausbreitung. Die Pflanze besiedelt deshalb sowohl aufgelassene Agrarflächen als auch Waldränder nach einem Brand. 5
Lebenszyklus und Vermehrung
In warmem Klima blüht das Wandelröschen über weite Teile des Jahres. In gemäßigtem Klima liegt der Höhepunkt im Sommer; dort wird es als Einjährige oder im Kübel kultiviert. Bestäubte Blüten wechseln ihre Farbe innerhalb weniger Tage und lenken Besuche zu den jüngeren Blüten. 9
Samenvermehrung ist der wichtigste Antrieb der Invasion. Eine einzige Pflanze kann bis zu 12 000 Früchte jährlich bilden. Vögel fressen die reifen Beeren und verbreiten die Samen sehr wirksam. 4
Gärtnerisch lässt sich die Art durch Aussaat oder im Sommer geschnittene halbverholzte Stecklinge vermehren. Von Vögeln aus einem Nachbargarten eingetragene Samen keimen leicht auf offenem Boden. Damit ist die Zierpflanzenkultur unmittelbar mit dem Risiko einer Ausbreitung in natürliche Lebensräume verbunden. 4 8
Invasiver Status und Management
Unter den 100 schlimmsten invasiven gebietsfremden Arten führt die IUCN auch Lantana camara. Ihre dichten Gebüsche verhindern die Waldverjüngung und mindern die Artenvielfalt im Unterwuchs. Über an den Boden abgegebene allelopathische Stoffe konkurriert sie zusätzlich mit heimischen Arten. 5
Landwirtschaftliche Schäden sind seit Langem dokumentiert: Die Pflanze verringert nutzbare Weideflächen und senkt in manchen tropischen Plantagen die Erträge. In mehreren Regionen bietet sie außerdem Unterschlupf für Insekten, die Krankheiten übertragen. 5
Das Management verbindet manuelles Entfernen kleiner Bestände mit kontrolliertem Brennen bei großflächigem Befall. Biologische Bekämpfung nutzt spezialisierte Insekten oder Pilze, darunter Teleonemia scrupulosa. Keine einzelne Methode beseitigt die Art dauerhaft; nachwachsende Triebe müssen wiederholt kontrolliert werden. 5
Verwendung und Giftigkeit
Wegen der reichen und lang anhaltenden Blüte dient das Wandelröschen vor allem als Zierstrauch im Beet, Kübel oder als niedrige Hecke. Die Blüten locken Schmetterlinge und Kolibris an. Die RHS hebt diesen Nutzen für bestäuberfreundliche Gärten hervor. 8
Bei Tieren ist die Giftigkeit gut dokumentiert. Die ASPCA stuft die Pflanze als giftig für Katzen, Hunde und Pferde ein. Die enthaltenen Lantadene verursachen Erbrechen, Durchfall und Atemnot. Leberschäden und Photosensibilisierung treten häufiger beim Vieh auf. 3 5
Von Menschen werden in manchen Regionen örtlich nur die vollreifen schwarzen Früchte gegessen, mitunter auch von Kindern. Grüne Beeren und Blätter bleiben reizend und können nach dem Verschlucken schwere Verdauungsbeschwerden hervorrufen. Deshalb ist bei kleinen Kindern in der Nähe fruchtender Pflanzen Vorsicht geboten. 4
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Lantana camara L.
- International Plant Names Index, Lantana camara L.
- ASPCA, Eintrag zur Giftigkeit von Lantana
- Plants For A Future, Lantana camara
- IUCN Global Invasive Species Database, Lantana camara
- Espèces Envahissantes Outre-mer, Lantana camara
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Lantana camara
- Royal Horticultural Society, Lantana camara
- NC State Extension Gardener Plant Toolbox, Lantana camara
Häufig gestellte Fragen
Ist das Wandelröschen für Katzen und Hunde giftig?
Ja. Die ASPCA stuft es als giftig für Katzen, Hunde und Pferde ein. Seine Lantadene verursachen Erbrechen, Durchfall und Atemnot sowie beim Vieh Leberschäden.
Wird das Wandelröschen im französischen Mutterland noch gepflanzt?
Im Kübel oder als einjährige Beetpflanze ist die Kultur weiterhin üblich, weil Frost die Ausbreitung begrenzt. Besonders in warmfeuchtem Klima ist Vorsicht nötig, da sich die Art dort einbürgert und invasiv wird.
Warum wechseln die Blüten des Wandelröschens ihre Farbe?
Nach der Bestäubung verändert sich die Farbe von Gelb über Orange zu Rot oder Rosa. Bestäubern zeigt dies, welche Blüten noch reichlich Nektar enthalten.
Sind die Früchte des Wandelröschens essbar?
Nur die vollreifen schwarzen Früchte werden in manchen Regionen örtlich verzehrt. Grüne Beeren und Blätter bleiben giftig und können beim Verschlucken Verdauungsbeschwerden auslösen.
Warum gilt das Wandelröschen als invasiv?
Die IUCN zählt es zu den 100 schlimmsten invasiven gebietsfremden Arten. Viele Samen, Verbreitung durch Vögel und große ökologische Toleranz ermöglichen ihm die Besiedlung von über 60 Ländern.
Wie unterscheidet man Lantana camara von Lantana montevidensis?
Lantana montevidensis bleibt niedrig und überhängend und hat meist mauvefarbene Blüten. Lantana camara bildet dagegen einen aufrechten Strauch mit mehrfarbigen Blüten, die im Alter ihre Farbe wechseln.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.





