Milchorangenbaum (Maclura pomifera, (Raf.) C.K.Schneid. 1906)

Milchorangenbaum (Maclura pomifera (Raf.) C.K.Schneid., 1906) ist ein sommergrüner Baum oder Großstrauch der Moraceae aus dem Süden der zentralen USA. Er ist zweihäusig und in der Wildform häufig bedornt. Seine großen grünen, später gelbgrünen Fruchtverbände sind ungenießbar, werden jedoch nicht als giftig geführt. Das harte, dauerhafte Holz diente den Osage zum Bogenbau; vor der Erfindung des Stacheldrahts prägte die Art amerikanische Hecken.

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Wissenschaftlicher NameMaclura pomifera
GattungMaclura
OrdnungRosales

Milchorangenbaum, Osagedorn, Osage orange und Hedge apple

Identität
Toxizität
Frucht ungenießbar, nicht als giftig geführt; Milchsaft hautreizend
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Baum · Laubbaum · Heckenstrauch
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Vereinigte Staaten
Lebensraum
Wälder, Felder und Gebüsche fruchtbarer Niederungen; sonnig, bodentolerant, kälte-, hitze- und trockenheitsfest
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Weibliche Bäume fruchten nach mehreren Jahren; männlicher Baum in der Nähe nötig
Vermehrung
Aussaat, Wurzelsteckling, Transplantation
Klima & Wasser
Tolerierter Temperaturbereich
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut; biegsames Holz, häufig als Windschutz verwendet
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Ton, Freies Land, Sand, Kreide
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Volle Sonne; im Schatten leidet die Wuchsform deutlich
Außenbereich
Feldhecke, Offener Boden, Großer Garten
Erscheinungsbild
Höhe800–1800 cmBreite600–1800 cm
Blätter
GrünGelb
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
Grün
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünGelbGröße10–15 cm
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Milchorangenbaum (Maclura pomifera): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

POWO/WCVP nennt als natürliches Areal den Süden der zentralen USA, vom südöstlichen Oklahoma über Texas bis Arkansas. GRIN Global bezieht Louisiana ein und bestätigt weiträumige Einführungen in Nordamerika, China und Europa. Dort wird die Art vor allem für Hecken und Holz kultiviert.

  • Heimisch1
  • Eingeführt2
  • Vereinigte Staaten
  • China
  • Westeuropa

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Milchorangenbaum (Maclura pomifera (Raf.) C.K.Schneid., 1906), auch Osagedorn, ist eine akzeptierte Art der Gattung Maclura in der Familie Moraceae und ihr bedeutender Vertreter außerhalb Asiens. Der heutige Name geht auf eine späte taxonomische Überführung zurück: Constantine Samuel Rafinesque beschrieb die Art 1817 als Ioxylon pomiferum. Erst 1906 stellte Camillo Karl Schneider sie zu Maclura. 1 2

Die französische Bezeichnung bois d’arc, „Bogenholz“, stammt von Siedlern im Mississippibecken. Sie beobachteten, wie die Osage aus dem dichten, elastischen Holz begehrte Bögen fertigten; bow-wood ist die direkte englische Übersetzung. Osage orange verweist auf die höckerige, zunächst grüne, später gelbgrüne Frucht. Deren Ähnlichkeit mit einer Orange bedeutet keine botanische Verwandtschaft. 3 7

Erkennungsmerkmale

Breit und rundlich wird die Krone dieses sommergrünen Baums oder Großstrauchs. Gartenbauliche Quellen nennen 8 bis 18 m Höhe bei ähnlicher Breite; außergewöhnliche Exemplare übertreffen 20 m. Die orangebraune Rinde verdickt sich mit dem Alter und reißt tief auf. 4 5

Junge Triebe und Ausschläge tragen kräftige, 0,5 bis 2,5 cm lange Nebenblattdornen in den Blattachseln, die Pflanzenfresser abhalten. Die einfachen, ovalen, glänzenden Blätter sind oberseits dunkelgrün und färben sich im Herbst deutlich gelb. Verletzungen von Blatt, Stängel oder Frucht lassen weißen Milchsaft austreten, ein charakteristisches Merkmal der Moraceae. 5 6

Als zweihäusige Art bildet der Milchorangenbaum männliche und weibliche Blüten auf getrennten Pflanzen. Die kleinen, unscheinbaren, grünlichen Blüten erscheinen nach dem Laubaustrieb im späten Frühjahr oder frühen Sommer. Nur weibliche Bäume tragen die großen, höckerigen Fruchtverbände von 10 bis 15 cm Durchmesser. Sie reifen zwischen September und Oktober von Grün zu Gelbgrün. 5

Nützliche Taxonomie

Zahlreiche Synonyme spiegeln die wechselvolle Zuordnung der Gattung wider. Gerade auf alten Baumschuletiketten oder Herbarbelegen können folgende Namen begegnen:

  • Ioxylon pomiferum Raf., das Basionym von 1817
  • Toxylon pomiferum (Raf.) Sarg.
  • Toxylon maclura Raf.
  • Toxylon aurantiacum (Nutt.) Raf.
  • Maclura aurantiaca Nutt.
  • Maclura pomifera var. inermis (André) C.K.Schneid., die historische dornenlose Varietät

Besonders aufschlussreich ist inermis: Der Name bezeichnet die dornenlose Form, von der mehrere moderne Gartensorten wie White Shield und Wichita ausgehen. Als beständiger Bezugspunkt dient dennoch der akzeptierte Name Maclura pomifera. Die Art gehört wie Maulbeeren (Morus) und Feigen (Ficus) zu den Moraceae. 1 3

Lebensraum und Verbreitung

Im Süden der zentralen USA liegt das begrenzte natürliche Areal. POWO/WCVP nennt das südöstliche Oklahoma, Texas und Arkansas; GRIN Global schließt Louisiana ein. Dort besiedelt die Art sonnige Wälder, Felder und Gebüsche fruchtbarer Niederungen. 1 3

Außerhalb dieses kleinen Ursprungsgebiets wurde Maclura pomifera seit dem 19. Jahrhundert in weiten Teilen Nordamerikas als Heckenbaum eingeführt. Später folgte die Kultur in China und Europa. Dort dient er vor allem als eingeführtes Nutzgehölz für Holz, Schatten und Windschutz; großflächig eingebürgert ist er nicht. 3 9

Bei den Böden reicht die Toleranz von Ton über Lehm und Sand bis zu flachgründigen, steinigen Standorten. Saure, neutrale und alkalische pH-Werte werden vertragen. Diese breite Bodentoleranz erleichtert die Ausbreitung außerhalb des natürlichen Areals, sobald Menschen Sämlinge oder Hecken pflanzen. 5

Lebenszyklus, Ökologie und Vermehrung

Die schwere, höckerige Frucht gab Anlass zu einer bekannten evolutionsökologischen Hypothese: Größe und Farbe könnten an die Verbreitung durch pleistozäne Megafauna angepasst sein, etwa Mammuts oder Riesenfaultiere, die vor mehr als zehntausend Jahren ausstarben. Das Szenario wird als „Geist der Evolution“ beschrieben. 10

Eine kritische Untersuchung stellte allerdings die experimentelle Tragfähigkeit dieser Hypothese infrage. Samen überleben die Darmpassage eines heutigen Pferdes nicht; bei Elefanten verringert die Passage die Keimrate, statt sie zu erhöhen. Auch heute bleibt die natürliche Verbreitung begrenzt: Eichhörnchen benagen die Früchte und zerstören die meisten Samen, ohne sie wirksam zu verbreiten. 10

Entscheidend sind daher Wurzelausläufer und die seit zwei Jahrhunderten erfolgende Pflanzung durch Menschen. Nach dem Fällen des Hauptstamms entstehen besonders viele Ausläufer. Diese kräftige Regeneration aus dem Stock verdichtet stark geschnittene Hecken: Je härter der Rückschnitt, desto üppiger fällt der Neuaustrieb aus. 5 7

Nutzen und Risiken

Außergewöhnlich dichtes und von Natur aus dauerhaftes Holz begründete die berühmteste historische Nutzung. Die Osage fertigten daraus Bögen, die französische Siedler denen aus anderen heimischen Hölzern für überlegen hielten. Daraus entstand der Name bois d’arc. Später nutzte man das Holz für Zaunpfähle und Werkzeugstiele; aus Rinde und Kernholz gewann man gelben Farbstoff. 7 6

Bis zur Erfindung des Stacheldrahts 1874 entstanden in den amerikanischen Great Plains Tausende Kilometer lebender Hecken aus Milchorangenbäumen. Dichte Dornen und kräftiger Austrieb nach dem Schnitt machten sie für Vieh nahezu undurchdringlich. In den 1930er-Jahren kamen durch das Bundesprogramm gegen die Bodenerosion des Dust Bowl weitere Tausende Kilometer Windschutzpflanzungen hinzu. 7

Als Lebensmittel eignet sich die Frucht nicht: Ihr hartes, adstringierendes Fruchtfleisch hat keine praktische Nahrungsnutzung. Der aus verletzten Stängeln und Früchten austretende Milchsaft kann bei manchen Menschen die Haut reizen. Die herangezogenen Gartenbauquellen melden dagegen keine bekannte systemische Giftigkeit für Katzen oder Hunde. In den USA schreibt ein Volksglaube den Früchten eine Wirkung gegen Spinnen und Hausinsekten zu. Chemische Analysen zeigen jedoch, dass die betreffenden Stoffe im Fruchtfleisch für einen messbaren Effekt viel zu gering konzentriert sind. 6 5 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Das nordamerikanische Baumschulangebot prägen drei männliche, dornenlose Sorten: White Shield, Wichita und Park. Als männliche Auslesen tragen sie keine Früchte. Sie eignen sich daher als Reihen- oder Schattenbäume ohne den klebrigen Fruchtfall weiblicher Bäume und ohne Verletzungsgefahr durch Dornen. 5

Eine häufige Verwechslung entsteht durch den orangebezogenen Namen. Mit Orangen der Gattung Citrus aus der Familie Rutaceae ist die Art botanisch nicht verwandt. Maclura pomifera gehört zu den Moraceae, der Familie der Maulbeeren und Feigen. Milchsaft und Holzbeschaffenheit ähneln deshalb eher denen eines Maulbeerbaums als eines Zitrusgewächses. 1

Vor der ersten Blüte lässt sich das Geschlecht eines Sämlings äußerlich nicht bestimmen; diese Blüte erfolgt oft erst nach mehreren Jahren. Wer von Anfang an einen männlichen Baum ohne Dornen und Früchte benötigt, wählt deshalb besser ein veredeltes Exemplar einer benannten Sorte als einen Sämling unbekannter Herkunft. 5

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Sind die Früchte des Milchorangenbaums essbar?

Nein. Das Fruchtfleisch ist hart, adstringierend und wenig schmackhaft; es gilt nicht als Lebensmittel. Die Frucht wird in den herangezogenen Angaben aber nicht als giftig geführt. Der Milchsaft kann dagegen bei Berührung die Haut reizen.

Ist der Milchorangenbaum mit der Orange verwandt?

Nein. Die echte Orange gehört zur Gattung Citrus in der Familie Rutaceae. Maclura pomifera zählt zu den Moraceae, wie Maulbeeren und Feigen. Nur Form und Farbe der Frucht erinnern an Orangen.

Warum trägt ein gepflanzter Baum nie Früchte?

Die Art ist zweihäusig. Nur weibliche Bäume tragen Früchte, sofern ein männlicher Baum zur Bestäubung in der Nähe wächst. Ein einzelner männlicher Baum oder eine männliche Sorte wie White Shield fruchtet nie.

Woher stammt der Name bois d’arc?

Er verweist auf die historische Verwendung des Holzes, aus dem die Osage leistungsfähige Bögen fertigten. Französische Siedler am Mississippi überlieferten den Namen; bow-wood ist die englische Übersetzung.

Vertreiben die Früchte des Milchorangenbaums Spinnen?

Dieser Volksglaube ist in den USA verbreitet. Chemische Analysen zeigen aber, dass die abwehrenden Inhaltsstoffe der Frucht viel zu gering konzentriert sind, um bei Insekten oder Spinnen im Haus eine messbare Wirkung zu erzielen.

Warum pflanzte man vor dem Stacheldraht Hecken aus Milchorangenbäumen?

Dichte Dornen und kräftiger Neuaustrieb nach starkem Rückschnitt ergaben einen für Vieh fast undurchdringlichen lebenden Zaun. Solche Hecken wurden im 19. Jahrhundert in den amerikanischen Great Plains verbreitet gepflanzt.

Gibt es dornenlose Sorten?

Ja. Die männlichen Sorten White Shield, Wichita und Park sind dornen- und fruchtlos ausgelesen. Damit eignen sie sich für städtische Baumreihen und häufig genutzte Gärten.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.