Schwarze Maulbeere (Morus nigra, L. 1753)

Schwarze Maulbeere (Morus nigra) ist ein sommergrüner Obstbaum der Moraceae aus Südwestasien. Sie wird seit so langer Zeit kultiviert, dass ihr genaues Wildareal unbekannt bleibt. Im Spätsommer reifen fleischige, dunkelrote bis schwarze Fruchtverbände mit süßsäuerlichem Geschmack. Die Art unterscheidet sich von der Weißen Maulbeere und der Brombeere und wächst vor allem in Obstgärten und Hausgärten.

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Wissenschaftlicher NameMorus nigra
GattungMorus
OrdnungRosales

Schwarze Maulbeere, Schwarzer Maulbeerbaum und Black mulberry

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen · Vorsicht : Kinder, Katzen und Hunde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
IranTürkei
Lebensraum
Obstgärten, Gärten und Baumreihen warmer gemäßigter Regionen; tiefgründige, frische, durchlässige Böden in Sonne
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
4/10
Reifezeit
Regelmäßiger Fruchtertrag 8 bis 15 Jahre nach der Pflanzung
Vermehrung
Steckling, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Eingewachsen gut; junge Bäume an einen Pfahl binden
Luftfeuchtigkeit
40–60 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Tiefer Boden, Reicher Boden, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Außenbereich
Offener Boden, Gartenbeet
Pflanzgefäße
Tiefer Behälter
Erscheinungsbild
Höhe600–1200 cmBreite600–1200 cm
Blätter
Grün
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
Grün
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
RotSchwarz
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Schwarze Maulbeere (Morus nigra): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Die Schwarze Maulbeere ist eine alte Kulturpflanze aus Südwestasien. Ihr ursprüngliches Wildareal lässt sich wegen der langen Anbaugeschichte nicht mehr klar abgrenzen. Seit der Antike nach Westen verbreitet, wird sie heute weltweit in warmen gemäßigten Regionen gepflanzt. Die Vorkommensangaben betreffen überwiegend gepflanzte Bäume und keine ausgeprägt wild wachsende Flora.

  • Heimisch2
  • Eingeführt1
  • Iran
  • Türkei
  • Vereinigte Staaten

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Schwarze Maulbeere (Morus nigra L., 1753) ist ein sommergrüner Obstbaum der Gattung Morus aus der Familie Moraceae. Seit so langer Zeit wird sie in Südwestasien angebaut, dass sich ihr rein wildes Verbreitungsgebiet nicht mehr eingrenzen lässt. Gepflanzt wird sie wegen ihrer essbaren Früchte: dunkelrot bis schwarz, fleischig und süßsäuerlich, reifen sie gegen Ende des Sommers. 1 3

In Obstgärten und Hausgärten entwickelt die Schwarze Maulbeere einen gedrungenen, ausladenden Wuchs. Ihr oft verdrehter Stamm gewinnt mit zunehmendem Alter an Zierwert. Die Namensbestandteile „schwarz“ und der in anderen Sprachen verwendete Hinweis auf Persien beziehen sich auf die Fruchtfarbe beziehungsweise auf die westasiatische Herkunft des Baumes. 2 4

Erkennung

Raue, herzförmige Blätter mit deutlich gezähntem Rand kennzeichnen Morus nigra. Oberseits sind sie mattgrün, unterseits heller und leicht behaart; im Herbst werden sie gelb. Der breite, niedrige Wuchs ruht auf einem dicken, knorrigen Stamm mit rissiger, orangebrauner Borke. Die Kombination aus Blattform und fühlbarer Rauigkeit hilft bei der Bestimmung. 2 4

Den deutlichsten Hinweis liefert die Frucht, eine Sorosis: Dieser fleischige Fruchtverband von 2 bis 3 cm Länge entsteht aus zahlreichen miteinander verwachsenen kleinen Einheiten. Er ist zunächst grün, dann rot und bei Reife sehr dunkelrot bis fast schwarz. Das saftige Fruchtfleisch schmeckt süß und säuerlich; sein purpurroter Saft färbt die Finger stark. Wie andere Moraceae gibt der Baum bei kleinen Verletzungen von Blatt oder Zweig Milchsaft ab. 3 4

Ausgewachsene Schwarze Maulbeeren erreichen gewöhnlich 8 bis 12 m Höhe und eine ähnliche Breite; im Alter können sie größer werden. Ihre Frühlingsblüte fällt kaum auf. Die kleinen grünlichen Kätzchen werden durch den Wind bestäubt und tragen wenig zur auffälligen Erscheinung des Baumes bei. 2 3

Nützliche Taxonomie

Linnés Beschreibung aus dem Jahr 1753 führte die Art als Morus nigra L. ein. Die Gattung Morus wurde lange durch zahlreiche regionale Namen und gärtnerische Formen unübersichtlich. Deshalb begegnen einem in älterer Literatur noch mehrere Synonyme. Besonders wichtig sind:

  • Morus laciniata Mill., botanisches Synonym
  • Morus siciliana Mill., botanisches Synonym
  • Morus petiolaris Raf., botanisches Synonym
  • Morus nigra var. laciniata (Mill.) Moretti, botanisches Synonym
  • Morus cretica Raf., botanisches Synonym

Biologisch fällt die Schwarze Maulbeere durch ihre außergewöhnlich hohe Chromosomenzahl unter den Samenpflanzen auf. Diese ausgeprägte Polyploidie unterscheidet sie von anderen Arten der Gattung. Der verlässliche wissenschaftliche Bezug bleibt Morus nigra. Bezeichnungen wie Chelsea oder Jerusalem benennen gärtnerische Auslesen und keine eigenständigen Arten, auch wenn sie als hervorgehobene Namen auf Etiketten stehen. 1 5

Lebensraum und Verbreitung

Südwestasien bildet die Herkunftsregion von Morus nigra, insbesondere der Westen und Südwesten des Iran sowie Kleinasien. Dort wird der Baum seit der Antike kultiviert. Die lange Domestikation hat die Grenzen seines ursprünglichen Wildareals verwischt. Wo genau seine wilden Ausgangspopulationen lagen, lässt sich deshalb nicht mehr mit Sicherheit feststellen. 1 3

Bereits in der Antike gelangte der Baum von diesem westasiatischen Ausgangsraum nach Westen in den Mittelmeerraum und später in die warmen gemäßigten Regionen. Besonders in Italien erlebte er einen Aufschwung. Man pflanzte ihn dort zunächst für die Seidenraupenzucht, bevor die dafür besser geeignete Weiße Maulbeere ihn ablöste. 3 6

Heute begegnet die Schwarze Maulbeere vorwiegend als gepflanzter Baum in Obstgärten, Hausgärten, Baumreihen oder Parks. Bevorzugt werden tiefe, gut durchlässige Böden an warmen Standorten. Die Art verwildert nur wenig und bildet keine bedeutenden spontanen Bestände. Darin unterscheidet sie sich von ausgeprägt wild wachsenden Baumarten. 2 4

Lebenszyklus und Vermehrung

Ein klarer jahreszeitlicher Ablauf bestimmt den sommergrünen Baum: Austrieb und Blüte im Frühjahr, Fruchtbildung im Sommer und Laubfall im Herbst nach deutlicher Gelbfärbung. Die unscheinbaren Blüten stehen in kleinen grünlichen Kätzchen. Ihre Bestäubung übernimmt der Wind; Insekten spielen dabei keine nennenswerte Rolle. 2 4

Nach der Bestäubung wird aus jedem weiblichen Blütenstand eine Sorosis, der charakteristische Fruchtverband. Er schwillt an und verdunkelt sich bis zur schwarzroten Reife. Reife Früchte sind so empfindlich, dass sie bei geringster Berührung abfallen. Wegen ihrer schlechten Lagerfähigkeit sollten sie rasch verbraucht werden. Die Reife erstreckt sich über den Spätsommer und je nach Klima bis in den frühen Herbst. 3 2

Zur gärtnerischen Vermehrung verwendet man vor allem Zweigstecklinge, die die Eigenschaften einer Obstsorte erhalten. Auch Aussaat nach vorheriger Kältestratifikation ist möglich; sie dauert länger und liefert variablere Ergebnisse. Unabhängig vom Weg verlangt der Baum Geduld: Er wächst langsam bis mäßig. Ein Sämling braucht bis zum regelmäßigen Ertrag häufig 8 bis 15 Jahre, ein ausgewählter Steckling weniger. Dafür ist die Schwarze Maulbeere sehr langlebig und kann über Jahrzehnte Früchte tragen. 4 5

Nutzen und Risiken

Wegen ihrer Früchte wird Morus nigra hauptsächlich als Nahrungspflanze geschätzt. Vollreif werden sie roh gegessen oder gekocht zu Konfitüre, Sirup und Gebäck verarbeitet. Ihr süßer, leicht säuerlicher Geschmack macht sie zu einer besonders geschätzten Maulbeere im Obstgarten. Historisch diente der Baum in seinem mediterranen Einführungsgebiet auch der Seidenproduktion, bis die Weiße Maulbeere ihn als Futter für Seidenraupen ersetzte. 3 4

Für Menschen ist die gut ausgereifte Frucht unbedenklich. Unreife grüne Früchte und roher Milchsaft aus Blättern und Zweigen können dagegen leichte Verdauungsbeschwerden oder vorübergehende Reizungen auslösen. Geerntet werden sollten deshalb nur dunkle, weiche Früchte. Die ASPCA führt den Maulbeerbaum außerdem im Zusammenhang mit Beschwerden von Haustieren nach dem Verzehr unreifer Pflanzenteile auf. Für den Menschen bleibt die reife Frucht unbedenklich. Im Garten sind dauerhafte Flecken auf Bodenbelägen, Terrassen und Kleidung ein praktischer Nachteil. Abstand zu Wegen ist deshalb sinnvoll. 7 2

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Baumschulen bieten bei der Schwarzen Maulbeere Fruchtauslesen derselben Art an. Chelsea und Jerusalem sind fruchtbare Sorten mit großen Früchten, die wegen ihres Geschmacks und vergleichsweise frühen Ertrags ausgewählt wurden. King James bezeichnet eine alte englische Linie, die mit Pflanzungen des 17. Jahrhunderts verbunden ist. Vor dem Kauf sollten Sorte, Winterhärte und die Fähigkeit zur Fruchtbildung im eigenen Klima geprüft werden.

Zu den häufigsten Verwechslungen gehören diese Pflanzen:

  • Morus alba, die Weiße Maulbeere mit glatteren Blättern und häufig hellen Früchten, als Seidenraupenfutter angebaut;
  • Rubus fruticosus, die Brombeere, deren Früchte an einem stacheligen Strauch der Rosaceae statt an einem Baum wachsen;
  • Morus rubra, die nordamerikanische Rote Maulbeere, eine weitere Art der Gattung mit ähnlichen Früchten.

Der schwarzrote Fruchtverband vom Typ Sorosis, die herzförmigen rauen Blätter und der Milchsaft sind zusammen die zuverlässigsten Kennzeichen der Schwarzen Maulbeere Morus nigra. Die Fruchtfarbe allein ersetzt die Prüfung des Laubes und des baumförmigen Wuchses nicht. 1 3

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Schwarze Maulbeere giftig?

Die reife Frucht ist für Menschen essbar und unbedenklich. Unreife grüne Früchte und roher Milchsaft können hingegen leichte Verdauungsbeschwerden verursachen. Deshalb sollten nur gut ausgereifte Früchte gegessen und Blätter von Haustieren und kleinen Kindern ferngehalten werden.

Was unterscheidet Schwarze und Weiße Maulbeere?

Die Schwarze Maulbeere (Morus nigra) trägt dunkelrote bis schwarze, fleischige und säuerliche Früchte und wächst gedrungen mit rauen Blättern. Die Weiße Maulbeere (Morus alba) hat glatteres Laub und oft helle, weniger aromatische Früchte. Sie wird für die Seidenraupenzucht angebaut.

Sind Maulbeeren und Brombeeren dasselbe?

Nein. Brombeeren gehören zur Gattung Rubus, stacheligen Sträuchern aus der Familie der Rosaceae. Die Frucht der Schwarzen Maulbeere ist dagegen ein Fruchtverband, eine Sorosis, an einem Baum der Moraceae. Die Früchte ähneln sich, entstehen botanisch aber unterschiedlich.

Wann trägt die Schwarze Maulbeere erstmals Früchte?

Meist dauert es mehrere Jahre. Bei einem Sämling sind oft 8 bis 15 Jahre nötig, bei einem Steckling einer ausgewählten Sorte weniger. Der Baum wächst langsam, kann dafür aber sehr alt werden.

Welchen Standort braucht die Schwarze Maulbeere?

Für einen guten Ertrag braucht sie volle Sonne. Geeignet ist ein warmer, geschützter Platz mit tiefgründigem, durchlässigem Boden. Abstand zu Terrassen ist ratsam, weil reife Früchte dauerhafte Flecken hinterlassen.

Warum blutet die Maulbeere nach dem Schnitt?

Wie andere Moraceae gibt die Schwarze Maulbeere an Verletzungen Milchsaft ab. Ein Schnitt während starken Saftflusses führt zu reichlichem Austritt und schlechter Wundheilung. Besser ist ein leichter Schnitt im Winter während der Vegetationsruhe.

Wie groß wird die Schwarze Maulbeere?

Der gedrungene Baum erreicht häufig 8 bis 12 m Höhe und eine vergleichbare Breite, im Alter auch mehr. Sein breiter Wuchs und der verdrehte Stamm fallen besonders in alten Gärten auf.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.