Kirschapfel (Malus baccata, )
Kirschapfel (Malus baccata (L.) Borkh., 1803) ist ein sommergrüner Baum der Rosaceae aus einem Gebiet von Sibirien über China, Korea und Japan bis zum Himalaya. Seine duftende weiße Blüte öffnet sich im Frühjahr vor vielen Kulturäpfeln. Die winzigen roten oder gelben Früchte bleiben oft bis in den Winter hängen; seine extreme Frosthärte macht ihn als Veredelungsunterlage wertvoll.
WeiterlesenKirschapfel, Beeren-Apfel, Siberian crab apple, Siberian crab und Manchurian crab apple
Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.
Volle Sonne, bessere Blüte und Fruchtbildung als im Halbschatten





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Katja Schulz · cc0
Roman A. Lagazyuk (Роман А. Лагазюк) · cc-by
Taken Jun 19, 1968 by Royal Botanic Garden Edinburgh - Mark Francis Watson (cc-by-nc)
Taken Aug 3, 1981 by Royal Botanic Garden Edinburgh - Mark Francis Watson (cc-by-nc)
Taken Sep 10, 2020 by Stephane Groulx (cc-by-sa)
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Malus baccata reicht von Sibirien und dem russischen Fernen Osten über die Mongolei, Korea und Japan bis Südchina und zum Himalaya (Nepal, Bhutan, Nordostindien). In Frankreich wird die Art als Einzel- oder Straßenbaum kultiviert; sie gehört dort nicht zu den heimischen Apfelarten.
- Heimisch6
- Eingeführt1
- Sibirien und russischer Ferner Osten
- Nord- und Zentralchina
- Mongolei
- Korea
- Japan
- Himalaya (Nepal, Bhutan, Nordostindien)
- Nordamerika
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Kirschapfel (Malus baccata (L.) Borkh., 1803), auch Beeren-Apfel genannt, ist ein sommergrüner Baum aus der Familie der Rosaceae. Sein natürliches Areal reicht von Sibirien über die Mongolei, Nord- und Zentralchina, Korea und Japan bis zum Himalaya. POWO akzeptiert diesen wissenschaftlichen Namen für die Art. 1
Linné beschrieb den Baum erstmals 1767 als Pyrus baccata, vermutlich anhand eines Exemplars russischer Herkunft. Moritz Balthasar Borkhausen überführte das Taxon 1803 in die Gattung Malus. Daraus ergibt sich die heutige Autorenangabe „(L.) Borkh.“ hinter dem Artnamen. 5
Das Artepitheton baccata stammt vom lateinischen bacca, „Beere“. Es beschreibt die winzigen runden Früchte, die deutlich kleiner ausfallen als beim Kulturapfel (Malus domestica) und selbst beim europäischen Holzapfel (Malus sylvestris). International begegnen auch die Namen Siberian crab apple, Siberian crab und Manchurian crab apple.
Erkennung
Mit 6 bis 15 m Höhe, meist etwa 10 m, bildet Malus baccata eine rundliche Krone. Die Zweige biegen sich bogenförmig und hängen teilweise über. Elliptische bis eiförmige, fein gezähnte Blätter werden 3 bis 8 cm lang. 5 3
Im April und Mai erscheinen die weißen, duftenden Blüten in Gruppen von vier bis sechs. Jede Blüte erreicht 3 bis 4 cm Durchmesser. Gegenüber benachbarten Kulturäpfeln fällt die frühe Blütezeit auf; sie stellt zugleich den ersten Bestäubern der Saison Nahrung bereit. 2 5
Rote oder gelbe Früchte von nur 0,8 bis 1,6 cm Durchmesser sitzen an langen Stielen. Ihr Kelch fällt vor der vollständigen Reife ab. Bei vielen anderen Apfelarten bleiben die Kelchblätter dagegen bis zur Ernte an der Frucht. An einem bereits fruchtenden Baum bietet dies ein besonders brauchbares Bestimmungsmerkmal. 7 3
Nützliche Taxonomie
Zwei Veröffentlichungen begründen den heutigen wissenschaftlichen Namen: Linné veröffentlichte 1767 das Basionym Pyrus baccata, Borkhausen stellte das Taxon 1803 in die Gattung Malus. Die Kombination verbindet damit Linnés ursprüngliche Beschreibung mit Borkhausens Gattungszuordnung. 1
POWO erkennt die namensgleiche Varietät Malus baccata var. baccata an. Mehrere lange in regionalen Floren benutzte Namen werden dort als Synonyme behandelt, darunter Malus baccata subsp. himalaica (Maxim.) Likhonos, Malus baccata subsp. sikkimensis (Wenz.) Likhonos und Malus baccata subsp. toringo (Siebold) Koidz.. 1
Regionale Formen und die Gartenhybriden M. × floribunda sowie M. × robusta erklären die Vielfalt ähnlicher Handelsnamen. Ein unter einem solchen Namen verkaufter Baum kann einer gekreuzten Linie angehören, statt der botanischen Art im engeren Sinn zu entsprechen. 5
Lebensraum und Verbreitung
Sibirien und der russische Ferne Osten bilden den nördlichen Teil des natürlichen Areals. Über die Mongolei, Korea und Japan reicht es bis Südchina und zum Himalaya mit Nepal, Bhutan und Nordostindien. Die Art wächst in kaltem Kontinentalklima in Hangmischwäldern und Talgebüschen, in China vom Meer bis 1.500 m, weiter südlich auch höher. 1 4
Bereits 1784 wurde der Baum nach Kew eingeführt. Seine außergewöhnliche Frosthärte machte ihn bald für europäische Baumschulen interessant. Sie gilt als die höchste in der Gattung Malus; die Art verträgt Temperaturen bis etwa -40 °C. 5 4
In Frankreich bleibt der Kirschapfel eine kultivierte Art. Als Einzelbaum oder in städtischen Baumreihen wird er wegen seiner frühen Blüte gepflanzt. Anders als der dort heimische Holzapfel (Malus sylvestris) zählt er nicht zur einheimischen Apfelflora.
Lebenszyklus und Vermehrung
Früh im Frühjahr öffnen sich die zwittrigen Blüten in Gruppen von vier bis sechs. Ihr deutlicher Duft lockt Bestäuber schon vor der Blüte benachbarter Kulturäpfel an. Die kleinen Früchte reifen im September und Oktober und bleiben häufig einen Teil des Winters hängen. Dann dienen sie Vögeln als Vorrat, wenn andere Nahrung knapp ist. 3 2
Frische Samen keimen gut bei direkter Herbstaussaat. Gelagerte Samen benötigen dagegen eine dreimonatige Kältestratifikation bei 1 °C, um die Keimruhe zu überwinden. Stecklinge aus ausgereiftem Holz sind im November möglich. Für die sortenechte Vermehrung benannter Auslesen und die Erzeugung einheitlicher Unterlagen bleibt jedoch die Veredelung maßgeblich. 4
Eine 2019 veröffentlichte Genomsequenzierung zeigte Gene für Krankheitsresistenz und Kältetoleranz, die dem Kulturapfel fehlen oder dort schwächer ausgeprägt sind. Züchtungsprogramme nutzen diese Eigenschaften, um die Widerstandskraft moderner Sorten zu verbessern und zugleich deren Ertragsleistung zu erhalten. 8
Nutzen und Giftigkeit
Vorwiegend schmückt der Kirschapfel Gärten und Straßenräume als Einzelbaum, Reihenpflanzung oder Bonsai. Geschätzt wird die frühe, reiche Blüte. Als Veredelungsunterlage für kälteempfindlichere Apfelsorten ist er ebenfalls wichtig; dieser Nutzen beruht unmittelbar auf seiner Frosthärte. 3 4
Das säuerliche Fruchtfleisch ist roh und gekocht essbar. Traditionell werden die Früchte für den Winter getrocknet oder zu Gelee verarbeitet. Ihre geringe Größe begrenzt allerdings den praktischen Nutzen gegenüber großfrüchtigen Kulturäpfeln. 4
Unter dem allgemeinen Eintrag „Apple“ führt die ASPCA Apfelpflanzen als für Hunde, Katzen und Pferde zu beachten auf. Cyanogene Glykoside konzentrieren sich in Samen und welkem Laub. Ein tatsächliches Risiko besteht insbesondere beim Zerkauen großer Mengen. Werden Samen und welkes Laub aus den für Tiere zugänglichen Bereichen entfernt, sinkt das Risiko. Nach massiver Aufnahme können ziegelrote Schleimhäute, erweiterte Pupillen und Atemnot auftreten. 6
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Aus der Wildform gingen mehrere gärtnerische Auslesen hervor. 'Gracilis' besitzt einen hängenden Wuchs. 'Jackii', eine robuste, reich blühende Einführung aus Korea, dient oft als Unterlage. 'Street Parade' wurde mit schmaler Krone für städtische Baumreihen ausgewählt. 5
Zu den Nachkommen der Art zählen außerdem zwei verbreitete Hybridgruppen: Malus × floribunda und Malus × robusta. Die zweite entstand aus einer Kreuzung mit Malus prunifolia. Solche Kreuzungen können die Zuordnung eines Gartenbaums erschweren. 5
Häufige Verwechslungen betreffen:
- den Holzapfel (Malus sylvestris) mit behaarten Blättern und größeren, herberen Früchten;
- Malus prunifolia, dessen Fruchtkelch häufig erhalten bleibt;
- die Hybriden Malus × robusta mit Zwischenmerkmalen der Elternarten.
Der abfallende Kelch der nur 0,8 bis 1,6 cm großen reifen Frucht bleibt aussagekräftiger als Farbe oder Größe allein. Dieses Merkmal fehlt den meisten ähnlichen Arten: Bei ihnen bleiben die Kelchblätter bis zur vollständigen Reife erhalten.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Malus baccata (L.) Borkh.
- Royal Horticultural Society, Malus baccata - Sibirischer Apfel
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Malus baccata
- Plants For A Future, Malus baccata
- Trees and Shrubs Online, Malus baccata
- ASPCA, Giftigkeit von Äpfeln (Malus-Arten)
- Go Botany / Native Plant Trust, Malus baccata
- PMC, Genomsequenzierung eines Wildapfels (Malus baccata), Krankheitsresistenz und Kältetoleranz
Häufig gestellte Fragen
Ist der Kirschapfel der Vorfahr des Kulturapfels?
Nein. Der Kulturapfel stammt vor allem von Malus sieversii aus Zentralasien ab. Malus baccata liefert heutigen Züchtungsprogrammen eher Gene für Frosthärte und Krankheitsresistenz, die über Kreuzung und Veredelungsunterlagen genutzt werden.
Ist der Kirschapfel für Hunde und Katzen giftig?
Das Fruchtfleisch ist unproblematisch. Die ASPCA führt die ganze Pflanze jedoch als für Hunde, Katzen und Pferde zu beachten auf. Samen und welkes Laub enthalten cyanogene Glykoside, die besonders nach Zerkauen großer Mengen gefährlich sind.
Woran erkennt man Malus baccata?
Am zuverlässigsten ist der Kelch, der vor vollständiger Fruchtreife abfällt und bei vielen anderen Apfelarten erhalten bleibt. Die winzigen Früchte unter 2 cm und die sehr frühe Blüte stützen die Bestimmung.
Warum dient der Kirschapfel als Veredelungsunterlage?
Seine Frosthärte gilt als die höchste innerhalb der Gattung Malus und reicht bis etwa -40 °C. Empfindlichere Sorten profitieren auf dieser Unterlage von besserer Kälteresistenz. Neuere Genomstudien beschreiben außerdem nützliche Gene für Krankheitsresistenz.
Sind die Früchte des Kirschapfels essbar?
Ja, roh oder gekocht; sie schmecken säuerlich. Traditionell werden sie für den Winter getrocknet oder zu Gelee verarbeitet. Wegen ihrer geringen Größe sind sie weniger praktisch als Kulturäpfel.
Wo wächst der Kirschapfel in Frankreich?
Er ist dort nicht heimisch, sondern wird wegen seiner frühen Blüte und Robustheit als Einzelbaum oder in städtischen Baumreihen gepflanzt, besonders in Gebieten mit strengen Wintern.
Mit welchen Pflanzen wird Malus baccata verwechselt?
Häufig mit Malus sylvestris, dem europäischen Wildapfel mit behaarten Blättern, mit Malus prunifolia, dessen Fruchtkelch erhalten bleibt, und mit den Hybriden Malus × robusta, die Zwischenmerkmale zeigen.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.






