Wilde Malve (Malva sylvestris, L. 1753)

Wilde Malve (Malva sylvestris) ist eine zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanze der Malvaceae und die Typusart der Gattung Malva. Sie stammt aus Europa, Nordafrika und dem gemäßigten Asien und besiedelt von selbst Brachen, Wegränder und Böschungen, meidet aber saure Böden. Kräftig rosa Blüten mit purpurfarbenen Adern und scheibenförmige Früchte, die an kleine Käselaibe erinnern, machen sie zu einem leicht erkennbaren Unkraut an europäischen Straßenrändern.

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Wissenschaftlicher NameMalva sylvestris
GattungMalva
OrdnungMalvales

Wilde Malve, Große Käsepappel, Rosspappel, Ross-Malve und Common mallow

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen, darunter Kinder, Katzen, Hunde und Tiere · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichSpanienVereinigtes KönigreichMarokkoTürkei
Lebensraum
Brachen, Wegränder, Böschungen und Schuttplätze; gewöhnliche bis nährstoffreiche, nicht saure Böden
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Erntezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Bei früher Frühjahrsaussaat Blüte im ersten, sonst im zweiten Jahr
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Luftfeuchtigkeit
40–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Kalkboden, Sandiger Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis lichter Halbschatten
Außenbereich
Blühende Wiese, Straßenrand, Sonniger Berghang
Pflanzgefäße
Großes Becken
Erscheinungsbild
Höhe50–150 cmBreite45–100 cm
Blätter
Grün
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
RosaViolett
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Braun
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Wilde Malve (Malva sylvestris): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Nach POWO reicht das natürliche Areal von Malva sylvestris von Makaronesien über Europa bis Zentralasien und zum westlichen Himalaya; häufig werden auch Nordafrika und Südwestasien genannt. Die Art wurde weit außerhalb dieses Gebiets eingeführt und tritt teilweise als invasives Unkraut auf, besonders im östlichen Australien und in Nordamerika.

  • Heimisch5
  • Eingeführt1
  • Invasiv1
  • Frankreich
  • Spanien
  • Vereinigtes Königreich
  • Marokko
  • Türkei
  • Vereinigte Staaten
  • Östliches Australien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Wilde Malve (Malva sylvestris L., 1753), auch Große Käsepappel, Rosspappel oder Ross-Malve genannt, ist die Typusart der Gattung Malva aus der Familie der Malvaceae. Der Gattungsname wird vom altgriechischen malakos, weich, abgeleitet. Er verweist auf die lindernden Schleimstoffe, die die Pflanze mit Eibisch und Stockrose teilt. 5 1

Das Artepitheton sylvestris geht auf das lateinische silva zurück und bezieht sich hier auf den wilden, spontan auftretenden Charakter der Pflanze, nicht auf einen Waldlebensraum. Sie wächst häufig ohne gezielte Kultur am Wegrand. Im Englischen entstanden daraus regionale Namen wie cheeses und high mallow. 6

Erkennung

50 cm bis 1,5 m hoch wird der aus aufrechten oder überhängenden Stängeln gebildete Horst, abhängig von Boden und Klima. Die wechselständigen, wenig behaarten Blätter sind rundlich bis nierenförmig und in 5 bis 7 flache Lappen geteilt. Weiter oben, näher an den Blüten, sind sie stärker dreieckig und tiefer eingeschnitten. 2 3

In Gruppen zu 2 bis 4 sitzen die Blüten der Wilden Malve in den Blattachseln. Ihre fünf ausgerandeten, kräftig rosa bis purpurfarbenen Kronblätter werden bis 2 cm lang. Dunklere Adern weisen Bestäubern den Weg zur Blütenmitte. Die deutlich kürzeren Kelchblätter messen bei den meisten Pflanzen nur 3 bis 6 mm. 6 3

Aus der Blüte entsteht eine etwa 5 bis 6 mm breite gerippte Fruchtscheibe. Sie umfasst 10 bis 12 Fruchtblätter, die ringförmig um eine Mittelachse verbunden sind. Die an einen kleinen Käselaib erinnernde Gestalt erklärt den englischen Beinamen cheeses und ist im Gelände gut erkennbar. 6

Nützliche Taxonomie

Malva sylvestris L. wurde 1753 veröffentlicht und ist der akzeptierte Artname. Als nomenklatorischer Typus bildet die Art den taxonomischen Bezugspunkt der Gattung Malva. 1 7

Zwei botanische Varietäten akzeptiert POWO unter diesem Namen: Malva sylvestris var. sylvestris ist die am weitesten verbreitete Form; Malva sylvestris var. oxyloba Post kommt im östlichen Mittelmeerraum vor. Die frühere Varietät var. malaca gilt heute eher als gärtnerische Gruppe denn als botanischer Rang. 1 6

Für die eindeutige Zuordnung ist der akzeptierte wissenschaftliche Name verlässlicher als ein Volksname. Französisches mauve und englisches cheeses oder high mallow können regional auch andere Malvenarten bezeichnen, darunter Malva neglecta. 7 5

Lebensraum und Verbreitung

Makaronesien und Europa bis Zentralasien sowie zum westlichen Himalaya bilden nach POWO das natürliche Areal von Malva sylvestris im gemäßigten Klima. Andere Quellen beschreiben die Herkunft allgemeiner mit Westeuropa, Nordafrika und Südwestasien. 1 3

Auf Brachen, Ödland, an Wegrändern und Böschungen besiedelt die Wilde Malve gewöhnliche bis nährstoffreiche Böden. Saure Standorte meidet sie deutlich. In Frankreich ist sie im gesamten Land einschließlich Korsikas vertreten und wird in den meisten maßgeblichen Regionalfloren geführt. 4 5

Außerhalb ihres natürlichen europäischen Areals hat sich die Wilde Malve in Nordamerika großflächig eingebürgert. Im östlichen Australien gilt sie als invasiv. In weiten Teilen der ländlichen Landschaften Europas ist sie dagegen ein alltägliches und meist geduldetes Unkraut. 6 8

Lebenszyklus und Vermehrung

Bei Frühjahrsaussaat direkt am Standort keimen Samen der Wilden Malve in frischer Erde in 1 bis 2 Wochen. Je nach Aussaattermin und Klima blüht die Pflanze bereits im ersten oder erst im zweiten Jahr. Ihr Verhalten liegt damit zwischen dem einer zweijährigen und einer kurzlebigen ausdauernden Pflanze. 4 1

Von Juni bis September blüht die Wilde Malve. Bestäubende Insekten werden von der dunklen Aderung der Kronblätter angelockt. Die Anthocyanpigmente Malvin und Malonylmalvin erzeugen deren Farbe. Ein der Abwehr dienendes Naphthochinon, Malvon A, schützt die Pflanze gegen bestimmte Angreifer. 3 6

Sowohl im Garten als auch auf Brachen ist nur die Aussaat als Vermehrungsmethode wirklich dokumentiert. Anschließend sät sich die Pflanze so reichlich selbst aus, dass sie auf nährstoffreichem Boden überhandnehmen kann. Ein erneuter Eingriff ist dafür von Jahr zu Jahr nicht nötig. 4

Nutzen und Risiken

Die Nutzung als Nahrung ist historisch älter als die medizinische Verwendung. Junge Blätter und Blüten der Wilden Malve werden roh im Salat oder gekocht gegessen; sie schmecken mild und haben eine schleimige Konsistenz. Die Blätter dienen außerdem für Aufgüsse und werden in Ägypten zu einem Schmorgericht namens Khobeiza verarbeitet. 4 6

In der traditionellen Kräuterkunde wird die ganze Wilde Malve als erweichend, schleimlösend und leicht abführend beschrieben. Aus Samen werden reizlindernde Abkochungen hergestellt, Blätter dienen als Umschläge bei Entzündungen. Unabhängig von der Nahrungsnutzung liefern Blüten und Blätter auch gelbgrüne Farbstoffe. 4 6

Für Menschen, Katzen und Hunde führen maßgebliche Quellen keine dokumentierten Giftstoffe an. Bei Pferden bleibt die Bewertung mangels spezifischer Daten ungewiss. Auf sehr stickstoffreichen Böden kann die Wilde Malve jedoch Nitrate im Gewebe anreichern; bei Gallensteinen wird von ihrer Anwendung abgeraten. 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Anders als beim Echten Eibisch gibt es bei der Wilden Malve einige gefestigte Zierauslesen. Am häufigsten angeboten wird 'Zebrina' mit dunkelpurpurnen Adern auf helleren Kronblättern. Dahinter folgt 'Maria's Blue Eyes' mit stärker bläulicher Färbung. 6

Im Gelände kommen insbesondere folgende verwandte Arten als Verwechslungspartner infrage:

  • Malva moschata, die Moschus-Malve, hat feiner geteilte, leicht duftende Blätter;
  • Malva neglecta, die Weg-Malve, bleibt kleiner und hat deutlich blassere Blüten;
  • Althaea officinalis, der Echte Eibisch, trägt grauweißes, flaumiges Laub statt der kräftig grünen Blätter der Wilden Malve;
  • Alcea rosea, die Gewöhnliche Stockrose, überragt die Wilde Malve deutlich.

Kräftig rosa, purpurn geaderte Kronblätter und eine gerippte Fruchtscheibe ergeben gemeinsam die verlässlichste Merkmalskombination für Malva sylvestris. Beide Kennzeichen zusammen lösen die meisten Verwechslungen im Gelände sicherer als ein einzelnes Merkmal. 3

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Wilde Malve für Katzen oder Hunde giftig?

Nein. Maßgebliche Quellen nennen keine dokumentierten Giftstoffe für Menschen, Katzen oder Hunde. Bei Pferden bleibt der Status mangels veröffentlichter spezifischer Daten ungewiss.

Kann man Blätter und Blüten der Wilden Malve essen?

Ja. Junge Blätter und Blüten werden roh im Salat oder gekocht gegessen. Sie schmecken mild und haben eine schleimige Konsistenz. In Ägypten werden die Blätter für das Schmorgericht Khobeiza verwendet.

Wie unterscheidet sich die Wilde Malve vom Echten Eibisch?

Die Wilde Malve hat kräftig grünes, wenig behaartes Laub, der Echte Eibisch grauweiße Blätter mit feinem Haarfilz. Auch dessen Blüten sind blasser und kleiner.

Warum heißt die Malvenfrucht auf Englisch cheeses?

Die gerippte Fruchtscheibe besteht aus etwa zehn kreisförmig verbundenen Fruchtblättern und erinnert an einen kleinen Käselaib. Dieser Beiname ist im englischen Sprachraum bis nach Nordamerika verbreitet, wo sich die Art ebenfalls eingebürgert hat.

Ist die Wilde Malve invasiv?

In ihrem natürlichen europäischen Areal ist sie ein häufiges, meist unproblematisches Unkraut. Nach ihrer Einführung gilt sie im östlichen Australien als invasiv und ist in Nordamerika weit verbreitet eingebürgert.

Wann sät man die Wilde Malve im Garten aus?

Die Aussaat erfolgt im Frühling direkt am Standort in frische, erwärmte Erde. Die Samen keimen in 1 bis 2 Wochen; anschließend sät sich die Pflanze von Jahr zu Jahr selbst aus.

Gibt es Ziersorten der Wilden Malve?

Ja. Die am häufigsten angebotene Auslese ist Zebrina mit dunkelpurpurn geaderten Kronblättern. Andere Auslesen wie Maria’s Blue Eyes haben bläulichere Blüten.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.