Australischer Teebaum (Melaleuca alternifolia, )
Australischer Teebaum (Melaleuca alternifolia) ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Myrtaceae. Er stammt aus dem Nordosten von New South Wales und dem Südosten von Queensland in Australien. An Flussufern und in sumpfigen Küstenebenen fallen seine weißliche papierartige Rinde und seine cremeweißen Blütenähren auf. Aus den Blättern wird das an Terpinen-4-ol reiche Teebaumöl gewonnen, das in Kosmetik und zur antiseptischen Anwendung verbreitet ist.
WeiterlesenAustralischer Teebaum, Teebaum, Tea tree, Narrow-leaved tea-tree und Narrow-leaved paperbark
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Melaleuca alternifolia beschränkt sich auf einen schmalen Streifen im Nordosten von New South Wales ab dem Bezirk Grafton sowie den Südosten von Queensland. Seit den 1970er- und 1980er-Jahren entstanden dort gewerbliche Plantagen zur Versorgung der Industrie mit ätherischem Öl. Außerhalb Australiens wird die Art überwiegend in mildem Klima ohne anhaltenden Frost kultiviert.
- Heimisch1
- Australien
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Australischer Teebaum (Melaleuca alternifolia (Maiden & Betche) Cheel, 1924), auch Teebaum oder Tea tree, gehört zur Gattung Melaleuca in der Familie der Myrtaceae. International sind außerdem Narrow-leaved tea-tree und Narrow-leaved paperbark gebräuchlich. Joseph Maiden und Ernst Betche beschrieben die Pflanze 1904 zunächst als Varietät. Edwin Cheel erhob sie 1924 in den Abhandlungen der Royal Society of New South Wales zur eigenständigen Art. Zwischen beiden Beschreibungen liegen somit zwanzig Jahre. 1 8
Die Bezeichnung Teebaum soll auf die Expeditionen von Kapitän James Cook im Jahr 1770 zurückgehen. Seine Besatzung habe aus aromatischen Blättern verschiedener Melaleuca- und Leptospermum-Arten ein teeähnliches Getränk aufgegossen. Das Epitheton alternifolia verbindet alternus und folium und beschreibt die wechselständige Anordnung der Blätter an den Zweigen. 2
Erkennung
Mit seinem immergrünen Laub wächst Melaleuca alternifolia als Strauch oder kleiner Baum und erreicht je nach Alter und Kulturbedingungen 1,5 bis 7 m Höhe. Die grauweiße, papierartige Rinde löst sich in dünnen, übereinanderliegenden Schichten. Dieses Merkmal teilen zahlreiche im Englischen als „paperbarks“ bezeichnete Melaleuca-Arten. 4 2
Nur 10 bis 35 mm lang und ungefähr 1 mm breit sind die schmalen, linealischen Blätter. Sie sitzen unregelmäßig an den Zweigen. Beim Zerreiben verströmen sie einen charakteristischen kampferartigen Geruch. Er geht auf zahlreiche Öldrüsen zurück, die im durchscheinenden Blatt sichtbar sind. 4
Cremeweiße Blüten stehen in dichten, 3 bis 5 cm langen Ähren entlang des Stängels statt nur an dessen Spitze. Der Zweig wächst nach der Blüte weiter, anders als bei manchen anderen Sträuchern mit gedrängten Blütenständen. Jede Blüte trägt lediglich 30 bis 60 in Bündeln angeordnete Staubblätter. Die Früchte sind kleine, becherförmige Holzkapseln von 2 bis 3 mm Durchmesser. Dutzende bleiben gruppenweise am Stängel haften. 4
Nützliche Taxonomie
Kew akzeptiert den Namen Melaleuca alternifolia. Das einzige anerkannte homotypische Synonym ist das Basionym Melaleuca linariifolia var. alternifolia Maiden & Betche, das 1904 vor der Erhebung zur Art durch Cheel veröffentlicht wurde. 1 8
Häufiger als botanische Synonyme führt der gemeinsame Trivialname „Tea tree“ zu Verwechslungen. Er wird für mehrere Melaleuca-Arten und die Gattung Leptospermum, darunter die neuseeländische Manuka, verwendet. Nur Melaleuca alternifolia entspricht dem durch ISO 4730 genormten ätherischen Öl. Andere „Tea trees“ liefern anders zusammengesetzte Öle, deren Sicherheit nicht durch dieselben Studien belegt ist. 5
Lebensraum und Verbreitung
Ein schmaler Streifen im Nordosten von New South Wales ab dem Bezirk Grafton und der Südosten von Queensland bilden das natürliche Areal. An Flussufern und in sumpfigen Küstenebenen wächst die Art auf Böden, die über weite Teile des Jahres durchnässt bleiben. Dort bildet sie häufig dichte Bestände. 4
Gewerbliche Plantagen entstanden seit den 1970er- und 1980er-Jahren in derselben Region, besonders um Lismore in New South Wales. Sie versorgen die Ölindustrie, die zuvor auf das Sammeln in Wildbeständen angewiesen war. Außerhalb Australiens wird die Art überwiegend bei mildem Klima ohne anhaltenden Frost als Einzelpflanze oder im Kübel kultiviert. 5 2
Lebenszyklus und Vermehrung
Im australischen Frühjahr erscheinen die Blüten. Die nektarreichen Ähren ziehen bestäubende Insekten an, ein bei Melaleuca mit dichten Blütenähren verbreitetes Merkmal. 4
Baumschulen vermehren die Art durch Aussaat auf die Oberfläche feuchten Substrats. Bei gleichmäßiger Wärme keimen die Samen nach 2 bis 4 Wochen. Alternativ dienen im Sommer entnommene halbverholzte Stecklinge mit Fersenstück. Ausgewähltes Saatgut liefert in gewerblichen Baumschulen Pflanzen des Terpinen-4-ol-Chemotyps, den ISO 4730 als Bezugsnorm der Branche vorgibt. 3
Etwa hundert Verbindungen enthält das aus den Blättern gewonnene ätherische Öl, vor allem Monoterpene und Sesquiterpene. Die Norm ISO 4730 verlangt mindestens 30 % Terpinen-4-ol und höchstens 15 % 1,8-Cineol. Dadurch soll das Öl wirksam und weniger reizend sein. Einige Wildpopulationen erzeugen von Natur aus cineol- oder terpinolenreicheres Öl, das als wirtschaftlich weniger wertvoll gilt. 5
Nutzen und Risiken
Wirtschaftlich steht die Herstellung von ätherischem Teebaumöl im Vordergrund. Es wird durch Wasserdampfdestillation der Blätter gewonnen. Der australische Chemiker Arthur Penfold dokumentierte in den 1920er-Jahren antiseptische Eigenschaften und gab damit den Anstoß für die gewerbliche Industrie, deren Schwerpunkt heute in New South Wales liegt. 5
Die antimikrobielle Wirkung beruht auf einer erhöhten Durchlässigkeit von Zellmembranen. Bei Kontakt mit dem Öl verlieren Bakterien Kaliumionen, und ihre Zellatmung wird gehemmt. Diese Wirkung ist bei zahlreichen Bakterien, Hefen und Pilzen dokumentiert. Trotz der Wirksamkeit bei verdünnter äußerlicher Anwendung ist das Öl beim Verschlucken giftig. Bei Ratten liegt die mittlere tödliche Dosis zwischen 1,9 und 2,6 ml/kg. Auch Vergiftungen beim Menschen wurden beschrieben; unter Behandlung waren sie jeweils reversibel. 5 7
Für Katzen und Hunde ist Teebaumöl auch bei hoch konzentrierter äußerlicher Anwendung oder versehentlichem Verschlucken giftig. Zu den beschriebenen Symptomen zählen Speicheln, Zittern, Ataxie und Unterkühlung; bei Katzen besteht zudem ein Risiko für Leberschäden. Produkte mit weniger als 1 bis 2 % gelten im Allgemeinen als sicher. Unverdünntes Öl darf jedoch niemals ohne angemessene Verdünnung auf ein Tier aufgetragen werden. 6
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Weit verbreitete gärtnerische Sorten gibt es bei dieser Art nicht. Auslesen betreffen vorwiegend Klone mit hohem Ölertrag oder stabilem Terpinen-4-ol-Chemotyp. Sie wurden für die Industrie ausgewählt und nicht für die Zierpflanzenkultur. 5
Besonders häufig werden folgende Pflanzen verwechselt:
- Melaleuca linariifolia Sm., zu der M. alternifolia früher lediglich als Varietät gerechnet wurde;
- Melaleuca dissitiflora F.Muell., eine weitere australische Art, die als „narrow-leaved tea tree“ verkauft wird;
- die Gattung Leptospermum, deren Arten, besonders die neuseeländische Manuka, ebenfalls den Handelsnamen „Tea tree“ tragen, jedoch einer anderen Gattung angehören.
Die Übereinstimmung des ätherischen Öls mit ISO 4730 dient zur Abgrenzung von Melaleuca alternifolia gegenüber anderen unter dem Handelsnamen „Tea tree“ verkauften Pflanzen. Die Norm gilt nur für diese Art, weder für ihre nahen Verwandten noch für Leptospermum.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Melaleuca alternifolia (Maiden & Betche) Cheel
- Royal Horticultural Society, Melaleuca alternifolia
- Plants For A Future, Melaleuca alternifolia
- PlantNET NSW Flora Online, Royal Botanic Gardens Sydney, Melaleuca alternifolia
- Carson, Hammer & Riley, 2006, Melaleuca alternifolia (Teebaumöl), Übersicht zu antimikrobiellen und weiteren medizinischen Eigenschaften, Clinical Microbiology Reviews
- Pet Poison Helpline, Giftigkeit von Teebaumöl für Katzen und Hunde
- National Center for Complementary and Integrative Health (NIH), Teebaumöl
- International Plant Names Index, Melaleuca alternifolia Cheel
Häufig gestellte Fragen
Warum heißt Melaleuca alternifolia Teebaum?
Der Name soll auf die Expeditionen von Kapitän James Cook im Jahr 1770 zurückgehen. Seine Besatzung habe aus aromatischen Blättern verschiedener Melaleuca- und Leptospermum-Arten ein teeähnliches Getränk aufgegossen.
Ist Teebaumöl für Katzen und Hunde gefährlich?
Ja. Verschluckt oder unverdünnt aufgetragen kann es Speicheln, Zittern, Ataxie und Unterkühlung auslösen. Bei Katzen berichten tiermedizinische Giftinformationsstellen zudem über ein Risiko für Leberschäden.
Was unterscheidet Australischen Teebaum von anderen „Tea trees“?
Nur Melaleuca alternifolia entspricht dem durch ISO 4730 genormten ätherischen Öl. Melaleuca linariifolia, Melaleuca dissitiflora und Leptospermum-Arten tragen denselben Handelsnamen, haben aber eine andere Ölzusammensetzung.
Lässt sich Australischer Teebaum in Frankreich kultivieren?
Er verträgt kurzzeitigen Frost bis etwa -7 °C. Daher beschränkt sich der Freilandanbau dort auf die Mittelmeerküste. Andernorts lässt er sich im Kübel halten und im Winter geschützt unterbringen.
Warum löst sich seine Rinde in Schichten ab?
Die grauweiße, papierartige Rinde erneuert sich in dünnen, übereinanderliegenden Schichten. Dieses Merkmal teilen viele Melaleuca-Arten, die im Englischen paperbarks genannt werden.
Woraus besteht ätherisches Teebaumöl?
ISO 4730 verlangt mindestens 30 % Terpinen-4-ol und höchstens 15 % 1,8-Cineol, um ein wirksames und weniger reizendes Öl zu gewährleisten.
Ist Australischer Teebaum invasiv?
Nein. Die Art bleibt auf ihr australisches Ursprungsgebiet und die gewerblichen Plantagen in New South Wales beschränkt. Außerhalb ihres Areals ist kein invasives Verhalten dokumentiert.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.

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