Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides, Hu & W.C.Cheng 1948)

Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) ist ein großer sommergrüner Nadelbaum der Cupressaceae und die einzige lebende Art der Gattung Metasequoia. Lange nur als Fossil bekannt, wurde er in den 1940er-Jahren im südlichen Zentralchina lebend wiederentdeckt und anschließend weltweit als raschwüchsiger Zierbaum verbreitet.

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Wissenschaftlicher NameMetasequoia glyptostroboides
GattungMetasequoia
OrdnungCupressales

Urweltmammutbaum, Metasequoie, Chinesisches Rotholz, Wassertanne und Dawn Redwood

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen, darunter Kinder, Katzen, Hunde und Tiere · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Baum · Nadelbaum
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
China
Lebensraum
Feuchte Gebirgstäler und Bachufer; weltweit in Parks, Alleen und botanischen Gärten gepflanzt
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Ausgewachsen nach 20 bis 30 Jahren, Stammrippen erst nach Jahrzehnten
Vermehrung
Aussaat, Steckling, Transplantation
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut nach Einwurzelung, junge Zweige brechen bei starkem Wind
Luftfeuchtigkeit
40–80 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reicher Boden, Frischer bis feuchter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne für gleichmäßigen Wuchs und gute Herbstfärbung
Außenbereich
Gartenbeet, Offener Boden
Erscheinungsbild
Höhe2500–4000 cmBreite600–1500 cm
Blätter
GrünOrange
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünBraunGröße1.5–2.5 cm
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
OrangeBraun
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Metasequoia glyptostroboides beschränkt sich auf ein kleines Grenzgebiet zwischen Hubei, Hunan und der Stadtregion Chongqing im südlichen Zentralchina. Seit der weltweiten Verteilung der 1947–1948 gesammelten Samen ist die Art außerhalb ihres Ursprungsgebiets vor allem als Baum in Parks, Alleen und botanischen Gärten bekannt.

  • Heimisch1
  • China

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides Hu & W.C.Cheng, 1948), auch Metasequoie, Chinesisches Rotholz oder Wassertanne genannt, ist die einzige lebende Art der Gattung Metasequoia aus der Familie der Cupressaceae. Der englische Name lautet Dawn Redwood. Dieser sommergrüne Nadelbaum gehört wie Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) und Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) zur Unterfamilie Sequoioideae; alle drei zählen zu den sogenannten Redwoods. 1 2

Zwischen der Beschreibung der fossilen Gattung 1941 und der lebenden Art 1948 liegen nur sieben Jahre. Der japanische Paläobotaniker Shigeru Miki beschrieb Metasequoia allein anhand von Fossilien und hielt die Gattung für seit Millionen Jahren ausgestorben. Ein 1943 nahe Moudao im Kreis Lichuan (Provinz Hubei) entdeckter unbekannter Baum ließ sich dieser vermeintlich verschwundenen Gattung zuordnen. Hu Xiansu und Cheng Wan-chun beschrieben ihn 1948 formell; das Epitheton glyptostroboides verweist auf die Ähnlichkeit mit Glyptostrobus pensilis. 6

Erkennung

Ein unter Nadelbäumen sehr seltenes Merkmal kennzeichnet den Urweltmammutbaum: Er wirft sein Laub jeden Herbst ab. Die Kurztriebe tragen weiche, in zwei gegenständigen Reihen angeordnete Nadeln. Gegen Saisonende verfärben sie sich gelb und dann rostbraun und fallen mitsamt den Nadeln ab. Auch die Sumpfzypresse (Taxodium distichum) zeigt dieses Verhalten. 2 5

Am erwachsenen Stamm fallen Längsrippen und ein verbreiterter Stammfuß auf. Die orangebraune faserige Rinde löst sich in senkrechten Streifen. Die Krone ist schmal kegelförmig mit ausgeprägtem Leittrieb, der auch bei großen Exemplaren erkennbar bleibt. In Kultur erreicht der Baum häufig 25 bis 40 m und mehr bei 6 bis 15 m Breite an der Basis; die größten in China vermessenen Wildbäume erreichen etwa 51 m. 3 2

Für die sichere Unterscheidung von der Sumpfzypresse sind die gegenständigen Knospen und Zweige entscheidend; bei jener stehen sie wechselständig. Rinde und Wuchs sind bei beiden Bäumen zu ähnlich, um außerhalb der Fruchtzeit sicher zu unterscheiden. 5

Nützliche Taxonomie

Der Gattungsname Metasequoia verbindet das griechische meta (jenseits, nach) mit Sequoia. Miki wählte ihn für eine fossile Gattung, die den lebenden Mammutbäumen nahe, aber von ihnen verschieden erschien. Das Epitheton glyptostroboides bedeutet wörtlich „Glyptostrobus ähnlich“, also der Chinesischen Sumpfzypresse. Ähnlicher Wuchs und ähnliches Laub erklären diese botanische Nähe vor der Beschreibung von 1948. 1

Seit der Veröffentlichung ist der akzeptierte Name mit Hu Xiansu und Cheng Wan-chun (Hu & W.C.Cheng) als Autoren unverändert geblieben. Weitere lebende Arten werden in der Gattung heute nicht anerkannt. Vorgeschlagene Varietäten oder Unterarten wie Metasequoia glyptostroboides var. caespitosa gelten als Synonyme desselben akzeptierten Namens. Auch das französischsprachige Verzeichnis Tela Botanica führt diesen Namen ohne Abweichung. 1 8

Lebensraum und Verbreitung

Wild wächst der Urweltmammutbaum nur in einem kleinen Grenzgebiet von Hubei, Hunan und der Stadtregion Chongqing im südlichen Zentralchina. Etwa 90 % der erfassten Wildbäume stehen auf weniger als 500 km² um Lichuan (Hubei), auf feuchten Talböden und an Bachufern im Mittelgebirge. 5 4

Bestandsaufnahmen von 2007 bis 2009 erfassten etwa 5 371 ausgewachsene Wildbäume. Die natürliche Verjüngung bleibt selten: Täler werden in Reisfelder umgewandelt, und wiederholtes Zapfensammeln für die Baumschulanzucht entzieht den Wildbeständen ihre Samen. Die IUCN führt die Art als stark gefährdet. 4 5

Seine weltweite Verbreitung außerhalb Chinas verdankt der Baum einer 1947 vom Arnold Arboretum finanzierten Expedition. Sie sammelte Samen an den ursprünglichen Bäumen von Lichuan und verteilte diese ab 1948 an Dutzende Einrichtungen weltweit. Fast alle heute kultivierten Urweltmammutbäume gehen auf diese erste Samencharge zurück. Entsprechend schmal ist die genetische Basis der Kulturpopulation. 6 7

Lebenszyklus und Vermehrung

Als einhäusiger Baum trägt der Urweltmammutbaum kleine männliche und weibliche Zapfen auf demselben Exemplar. Die Pollenzapfen stehen in hängenden Büscheln und geben ihren Pollen im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr vor dem Laubaustrieb ab. 2

Die kugeligen weiblichen Zapfen werden 1,5 bis 2,5 cm lang und reifen innerhalb einer Saison. Im Herbst wechseln sie von Grün zu mattem Braun und entlassen geflügelte, vom Wind verbreitete Samen. Gut eingewachsene Jungbäume können jährlich annähernd 1 m Zuwachs bilden und wachsen damit deutlich schneller als die meisten anderen Nadelbäume gemäßigter Breiten. 3

Die charakteristischen Rippen am Stammfuß entstehen erst über mehrere Jahrzehnte. Eine erste reichliche Zapfenproduktion beginnt gewöhnlich nach etwa fünfzehn Jahren. 3

Nutzen und Risiken

Vor allem wird der Urweltmammutbaum als Zierbaum gepflanzt: einzeln, in Alleen oder an Gewässerrändern. Er verträgt sowohl nährstoffreiche, gut durchlässige als auch schwere, zeitweilig vernässte Böden, was unter großen Nadelbäumen selten ist. 2 3

Für Menschen und Haustiere ist bei ihm keine Giftwirkung dokumentiert, anders als bei zahlreichen anderen als Ziergehölz genutzten Nadelbäumen. Laub und Holz enthalten keine bekannten reizenden Verbindungen. 5

Rasches Wachstum und leichtes Holz machten die Art auch für Untersuchungen zur Wiederaufforstung in China interessant. Bei großflächigen Pflanzungen bleibt jedoch die genetische Anfälligkeit durch die sehr geringe Zahl der Ausgangsbäume zu berücksichtigen. 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Gärtnerische Sorten unterscheiden sich durch Wuchs oder Laubfarbe. National wächst schmal, gleichmäßig und säulenförmig und wird häufig für städtische Alleen genutzt. Gold Rush, auch Golden Oji genannt, trägt im Frühjahr und Sommer vollständig goldgelbes Laub. Die durch Veredelung vermehrte Miss Grace bildet einen kompakten Hängewuchs für kleine Gärten. 2

Am ehesten wird der Urweltmammutbaum mit der Sumpfzypresse (Taxodium distichum) verwechselt, einem weiteren sommergrünen Nadelbaum feuchter Standorte mit ähnlichem Wuchs und Laub. Knospen ermöglichen die ganzjährig zuverlässige Trennung: beim Urweltmammutbaum gegenständig, bei der Sumpfzypresse wechselständig. Rinde und Zapfen helfen nur saisonal. Der Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) bleibt dagegen immergrün und wirft seine Zweige nicht ab, sodass eine Verwechslung im Winter ausscheidet. 5

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist der Urweltmammutbaum wirklich ein lebendes Fossil?

Ja. Die Gattung Metasequoia war zunächst nur durch 1941 beschriebene Fossilien bekannt. 1943 wurde ein lebender Baum in China entdeckt und 1948 formell beschrieben. Die Wiederentdeckung einer zuvor für ausgestorben gehaltenen Art ist hier besonders gut dokumentiert.

Verliert der Urweltmammutbaum im Winter seine Nadeln?

Ja, das ist bei Nadelbäumen selten. Die Nadeln färben sich im Herbst rostbraun und fallen zusammen mit ihren Kurztrieben ab. Die Sumpfzypresse zeigt dasselbe Verhalten, die meisten Nadelbäume dagegen nicht.

Wie unterscheidet man Urweltmammutbaum und Sumpfzypresse?

Am zuverlässigsten sind Knospen und Zweige: beim Urweltmammutbaum gegenständig, bei der Sumpfzypresse (Taxodium distichum) wechselständig. Die orangefarbene faserige Rinde und die ausgeprägt kegelförmige Krone helfen ebenfalls.

Ist der Urweltmammutbaum für Tiere oder Kinder giftig?

Für diese Art ist weder bei Haustieren noch beim Menschen eine Giftwirkung dokumentiert. Laub und Rinde enthalten keine bekannten reizenden Verbindungen.

Wo wächst der Urweltmammutbaum heute noch wild?

Die Wildpopulation ist auf ein kleines Grenzgebiet zwischen Hubei, Hunan und der Stadtregion Chongqing im südlichen Zentralchina begrenzt. Die meisten Bäume stehen um Lichuan.

Ist der Urweltmammutbaum vom Aussterben bedroht?

Er wird auf der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet eingestuft. Die Wildpopulation ist klein; die Umwandlung von Tälern in Agrarland und wiederholtes Zapfensammeln behindern die natürliche Verjüngung.

Wie groß wird ein ausgewachsener Urweltmammutbaum?

In Kultur erreicht der Baum häufig 25 bis 40 m Höhe und mehr. Die größten vermessenen Wildbäume in China erreichen etwa 51 m. Damit zählt er zu den größten bekannten Nadelbäumen der gemäßigten Breiten.

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