Chilenische Araukarie (Araucaria araucana, (Molina) K.Koch 1873)

Chilenische Araukarie (Araucaria araucana), auch Andentanne oder Pehuén genannt, ist ein großer Nadelbaum der Araukariengewächse (Araucariaceae) von vulkanischen Berghängen in Mittel- und Südchile sowie Westargentinien. Ihre dreieckigen Blätter stechen stark, die dicke Borke widersteht Feuer. Sie ist die winterhärteste Araucaria-Art und seit 1990 der Nationalbaum Chiles.

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Wissenschaftlicher NameAraucaria araucana
GattungAraucaria
OrdnungAraucariales

Chilenische Araukarie, Andentanne, Chilenische Schmucktanne, Pehuén und Monkey puzzle tree

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen · Ungiftig : Katzen und Hunde · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Baum · Nadelbaum
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
ChileArgentinien
Lebensraum
Vulkanische Berghänge in 600–1700 m Höhe; durchlässige Vulkanböden bei kühlfeuchtem, ozeanischem Klima
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
2/10
Reifezeit
Zapfen ab 30–40 Jahren; Schirmkrone erst nach mehreren Jahrzehnten
Vermehrung
Aussaat, Steckling
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Etabliert dank dicker Borke gut windfest; Jungbäume schützen
Luftfeuchtigkeit
50–80 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Leicht saures bis neutrales drainiertes Boden
Salzhaltiger Boden
Wird vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Volle Sonne bis Halbschatten, ausgewachsen bevorzugt freier Standort
Außenbereich
Offener Boden, Gartenbeet
Pflanzgefäße
Großes Becken
Erscheinungsbild
Höhe1500–4000 cmBreite800–1200 cm
Blätter
Grün
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünBraun
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das kleine natürliche Areal umfasst Biobío und Araukanien in Chile sowie Neuquén in Argentinien, verteilt auf die Anden und das Küstengebirge von Nahuelbuta. Im 19. Jahrhundert nach Europa eingeführt, wird die Art heute vorwiegend als frei stehender Zierbaum in gemäßigtem ozeanischem Klima weit außerhalb ihrer Heimat kultiviert.

  • Heimisch2
  • Chile
  • Argentinien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Die Chilenische Araukarie (Araucaria araucana (Molina) K.Koch, 1873), auch Andentanne, Chilenische Schmucktanne und im Herkunftsgebiet Pehuén, ist ein großer Nadelbaum der Araukariengewächse (Araucariaceae) aus der Gattung Araucaria. Juan Ignacio Molina beschrieb sie 1782 als Pinus araucana. Karl Koch stellte sie 1873 zu Araucaria; diese Kombination ist weiterhin der akzeptierte Name. 1 2

Der englische Name Monkey puzzle tree soll um 1850 im Garten Pencarrow in Cornwall entstanden sein. Ein Besucher habe gemeint, selbst ein Affe hätte Schwierigkeiten, auf den starren, stechenden Blättern hinaufzuklettern. Aus dem mapudungunischen pehuén entstand der Name der Pehuenche, wörtlich „Menschen des Pehuén“. Die Samen sind für sie seit Langem ein wichtiges Nahrungsmittel. 6 7

Erkennung

Besonders charakteristisch sind die dreieckigen Blätter: dick, ledrig und mit scharfer Spitze, 3–4 cm lang und dicht spiralig rings um die Zweige angeordnet. Anders als bei den meisten Nadelbäumen bleiben sie bis zu 24 Jahre am Baum. Alte Zweige wirken deshalb dicht beschuppt. 6

Bis zu 15 cm dicke Borke bildet ein Muster aus harzigen, vieleckigen Schuppen. Diese Dicke schützt den Stamm vor Feuer, eine bei Nadelbäumen eher seltene Eigenschaft. Junge Bäume wachsen schmal pyramidenförmig; später fallen die unteren Äste ab und es bleibt eine hohe, freie Schirmkrone. Am Naturstandort erreicht der Baum meist 30–40 m Höhe und 1–1,5 m Stammdurchmesser. 6 4

Waagerechte Astquirle und dicht beschuppte Zweige erinnern an Reptilienschwänze und erklären Namen wie Schlangenbaum. Kugelige weibliche Zapfen messen 12–20 cm im Durchmesser und enthalten etwa 200 Samen. Längliche männliche Zapfen werden reif 8–12 cm lang. 6

Nützliche Taxonomie

Molina veröffentlichte die Erstbeschreibung 1782 als Pinus araucana, obwohl die Art nicht zu den Pinaceae gehört. Poiret und Mirbel ordneten sie später anderen Gattungen zu, bevor Karl Koch sie 1873 endgültig zu Araucaria stellte. Wichtige historische Synonyme sind:

  • Pinus araucana Molina, Basionym, 1782
  • Araucaria imbricata Pav., 1797, lange der maßgebliche gärtnerische Name
  • Abies araucana (Molina) Poir., 1817
  • Dombeya chilensis Lam., 1786
  • Araucaria chilensis Mirb., 1825

In Baumschulkatalogen des 19. Jahrhunderts und viktorianischen Gärten überwog das Synonym Araucaria imbricata. Heute dient Araucaria araucana als verlässlicher wissenschaftlicher Name. 1 2

Lebensraum und Verbreitung

Biobío und Araukanien in Chile sowie die argentinische Provinz Neuquén begrenzen das kleine natürliche Areal. Die Vorkommen liegen in den Anden und im Küstengebirge von Nahuelbuta. Dort wächst die Art auf vulkanischen Berghängen in 600–1700 m Höhe, auf durchlässigen, leicht sauren Vulkanböden. 7 8

Das gemäßigte ozeanische Heimatklima bringt reichlich Regen und kühle Winter. Eingewurzelte Bäume vertragen Kälte bis etwa −20 °C; damit ist sie die winterhärteste Art der Gattung Araucaria. Außerhalb ihres Areals wird sie vorwiegend einzeln als Zierbaum gepflanzt, etwa in Großbritannien, Frankreich und Neuseeland. Das dortige ozeanische Klima ähnelt ihren Herkunftsbedingungen. 6 3

Lebenszyklus und Vermehrung

Männliche und weibliche Zapfen trägt die zweihäusige Art auf getrennten Bäumen. Die Bestäubung erfolgt durch Wind. Ein isolierter Baum bildet keine keimfähigen Samen; dafür müssen beide Geschlechter in der Nähe wachsen. Erst nach 30–40 Jahren beginnt die Zapfenbildung. Deshalb bleiben viele Gartenbäume lange ohne Fortpflanzung. 6

Die Piñones genannten, stärkehaltigen Samen werden 3–4 cm lang. Durch ihr Gewicht gelangen sie meist nur wenige Meter vom Mutterbaum fort. Nagetiere wie die Langhaar-Feldmaus (Abrothrix longipilis) vergraben ganze Samen und fördern damit die Keimung. Der Smaragdsittich ergänzt diese Ausbreitung über größere Entfernungen. 6

Dicke Borke und schlafende Knospen am Stamm ermöglichen einen Neuaustrieb nach Bränden. Diese alte Anpassung hilft in einem andinen Lebensraum, den Feuer regelmäßig durchzieht. Einzelne Stämme können über 1000 Jahre alt werden; außergewöhnliche Exemplare erreichen Schätzungen zufolge fast 2000 Jahre. 7

Nutzen und Risiken

Bei den Pehuenche, den „Menschen des Pehuén“, machten die Samen lange 10–15 % der jährlichen Ernährung aus, besonders während der Ernte von Februar bis Mai in ihrer südamerikanischen Heimat. Piñones lassen sich roh oder gekocht essen und trocken mehrere Monate lagern. 6 5

Als Ziergehölz steht die Art meist einzeln in großen Parks und Gärten. Diese Mode begann Mitte des 19. Jahrhunderts in Großbritannien, nachdem William Lobb 1844 Tausende Samen eingesandt hatte. Eine Giftigkeit beim Verzehr ist für Menschen oder Haustiere nicht dokumentiert. Das wesentliche Risiko ist mechanisch: Die starren, scharfen Blätter können die Haut verletzen. 6 4

Seit 2013 führt die IUCN die Art als stark gefährdet, nachdem sie 1998 noch als gefährdet eingestuft worden war. Hinzu kommt die Aufnahme in CITES-Anhang I. Seit 1977 gingen zwei Drittel ihres Waldlebensraums durch Holzeinschlag und Brände verloren, verschärft durch Beweidung. 9 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Im Gartenbau sind beständige Sorten dieser Art selten. Aurea und Variegata, seit dem 19. Jahrhundert für goldenes beziehungsweise panaschiertes Laub beschrieben, sind heute kaum in Baumschulen zu finden. Angustifolia mit schmaleren Blättern und Virgata mit fadenförmigem Wuchs bleiben vorwiegend spezialisierten Sammlungen vorbehalten. 3

Häufig wird die Art mit der als Zimmerpflanze angebotenen Norfolk-Araukarie (Araucaria heterophylla) verwechselt. Deren weiches, nicht stechendes Laub und Frostempfindlichkeit unterscheiden sie von A. araucana. Die ebenfalls südamerikanische Brasilianische Araukarie (Araucaria angustifolia) stammt aus Brasilien und Nordostargentinien und hat deutlich andere Standortansprüche. Schirmkrone, dicke Borke und stark stechende Blätter sind die zuverlässigsten Merkmale der Chilenischen Araukarie.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Chilenische Araukarie giftig?

Eine Giftigkeit beim Verzehr ist weder für Menschen noch für Haustiere dokumentiert. Die Gefahr ist mechanisch: Starre, sehr spitze Blätter können die Haut verletzen.

Woher kommt der Name Monkey puzzle für Araucaria araucana?

Der Name soll um 1850 im Garten Pencarrow in Cornwall entstanden sein. Ein Besucher habe gemeint, die stechenden Blätter würden selbst einen Affen beim Klettern vor ein Rätsel stellen.

Wie alt wird die Chilenische Araukarie?

Ein einzelner Stamm wird häufig über 1000 Jahre alt; außergewöhnliche Exemplare werden auf fast 2000 Jahre geschätzt. Die dicke, feuerbeständige Borke trägt zu dieser großen Lebensdauer bei.

Sind die Samen der Chilenischen Araukarie essbar?

Ja. Die stärkehaltigen Piñones werden roh oder gekocht gegessen. Sie stellten lange 10–15 % der jährlichen Ernährung der Pehuenche.

Warum bildet meine Araukarie keine Zapfen?

Die Art ist zweihäusig: Männliche und weibliche Zapfen wachsen auf getrennten Bäumen. Ein isolierter Baum setzt daher keine Samen an. Die Zapfenbildung beginnt ohnehin erst nach 30–40 Jahren.

Ist die Chilenische Araukarie bedroht?

Ja. Seit 2013 gilt sie auf der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet und ist in CITES-Anhang I aufgeführt. Seit 1977 gingen etwa zwei Drittel ihres Waldlebensraums verloren.

Was unterscheidet die Chilenische Araukarie von der Norfolk-Araukarie?

Araucaria araucana hat stark stechende Blätter und erträgt Frost bis etwa −20 °C. Araucaria heterophylla hat weiche, nicht stechende Blätter, verträgt aber keinen Frost und wird eher als Zimmerpflanze gehalten.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.