Norfolk-Araukarie (Araucaria heterophylla, )
Norfolk-Araukarie (Araucaria heterophylla), auch Zimmertanne genannt, ist ein großer Nadelbaum der Araukariengewächse (Araucariaceae), der nur auf der australischen Norfolkinsel im Pazifik heimisch ist. Ein gerader Stamm und symmetrische Astetagen prägen ihre Gestalt. Junge Pflanzen tragen weiches, nicht stechendes Laub, ältere Bäume gebogene Schuppenblätter. Weltweit dient sie als Zierbaum und lebender Weihnachtsbaum im Topf; die IUCN stuft sie als gefährdet ein.
WeiterlesenNorfolk-Araukarie, Zimmertanne, Norfolktanne, Norfolk Island pine, Star pine und Triangle tree
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Taken Jun 21, 2016 by Tela Botanica − Michel PANSIOT (cc-by-sa)
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal ist auf die australische Norfolkinsel im Pazifik und historisch die benachbarten Inseln Phillip und Nepean beschränkt. Dort ist die Art heute verschwunden oder stark zurückgegangen. Gärtnerisch wird sie weit darüber hinaus in frostfreien mediterranen und subtropischen Regionen kultiviert. Verwilderte oder invasive Vorkommen wie in Neuseeland gehören nicht zum Ursprungsareal.
- Heimisch1
- Invasiv1
- Norfolkinsel (Australien)
- Neuseeland
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Die Norfolk-Araukarie (Araucaria heterophylla (Salisb.) Franco, 1952), auch Zimmertanne und Norfolktanne, ist ein großer Nadelbaum der Araukariengewächse (Araucariaceae) aus der Gattung Araucaria. Richard Anthony Salisbury beschrieb sie 1807 als Eutassa heterophylla. Franco stellte sie 1952 zu Araucaria; diese Kombination ist heute akzeptiert. 1 2
Als Norfolk Island pine ist sie im Englischen bekannt; botanisch gehört sie jedoch weder zu den Kiefern der Gattung Pinus noch zu den Pinaceae. James Cook sichtete Norfolk 1774 auf seiner zweiten Pazifikreise. In seinem Tagebuch beschrieb er große Wälder gerader Bäume, die ihm für Schiffsmasten geeignet erschienen. Nach der Besiedlung von 1788 erwies sich diese Nutzung schließlich als undurchführbar. 8
Erkennung
Das Artepitheton heterophylla bedeutet verschiedenblättrig und benennt ein wichtiges Merkmal: Zwischen Jungpflanze und erwachsenem Baum verändert sich die Blattform deutlich. Junge Zweige tragen weiche, pfriemförmige, 10–15 mm lange Blätter in lockerer sternförmiger Anordnung. Erwachsene Blätter an zapfentragenden Zweigen sind mit 5–10 mm kürzer, schuppenförmig, gebogen und dicht aneinanderliegend. 8
Ein einzelner gerader Stamm trägt regelmäßige waagerechte Astetagen mit jeweils fünf Ästen. Dadurch wirken junge Bäume auffallend symmetrisch und pyramidenförmig, ähnlich einem lebenden Weihnachtsbaum. In ihrer Heimat erreichen sie 50–65 m Höhe. Im Topf bleiben sie wegen des langsamen Wachstums gewöhnlich bei 1–3 m; eine Zimmertanne erreicht daher nie die Größe eines wild wachsenden Baums auf Norfolk. 8 5
Nützliche Taxonomie
In älterer gärtnerischer Literatur erscheint die Art häufig unter einem anderen wissenschaftlichen Namen als heute. Zu den wichtigsten Synonymen gehören:
- Eutassa heterophylla Salisb., Basionym, 1807
- Araucaria excelsa (Lamb.) R.Br., lange der maßgebliche gärtnerische Name
- Eutacta heterophylla (Salisb.) Link
Das Synonym Araucaria excelsa steht weiterhin in manchen Baumschulkatalogen und älteren Gartenbüchern. Der aktuelle Name Araucaria heterophylla ermöglicht eine eindeutige Zuordnung. Davon zu unterscheiden ist Araucaria columnaris aus Neukaledonien, die im Handel häufig unter derselben Bezeichnung angeboten wird. 1 2
Lebensraum und Verbreitung
Norfolk liegt im Pazifik zwischen Neuseeland und Neukaledonien und ist ein australisches Außengebiet. Das natürliche Areal beschränkt sich auf diese Insel sowie historisch die benachbarten Inseln Phillip und Nepean. Unter feuchtem subtropischem Klima wächst der Baum dort auf basaltischen Küstenklippen und in Wäldern des Inselinneren. 8 6
Auf Nepean ist die Art verschwunden, auf Phillip stark zurückgegangen. Landwirtschaftliche Rodung und eingeführte Arten wirkten dabei zusammen. Die IUCN führt den Baum heute als gefährdet. Der Nationalpark auf Norfolk betreibt ein Programm zur Wiederherstellung der Bestände. 10 9
Weit außerhalb ihrer Heimat wird die Norfolk-Araukarie in mediterranen und subtropischen Regionen als Zierbaum kultiviert, von Südkalifornien bis zu geschützten Küsten der Scilly-Inseln. In Neuseeland ist die eingeführte Art dagegen an der Küste der Nordinsel verwildert und gilt dort inzwischen als invasiver Nadelbaum. 8
Lebenszyklus und Vermehrung
Überwiegend ist die Norfolk-Araukarie zweihäusig: Männliche und weibliche Zapfen wachsen auf getrennten Bäumen; selten wurden auch einhäusige Exemplare beobachtet. Wind übernimmt die Bestäubung. Ein weiblicher Zapfen braucht etwa 18 Monate zur Reife. Reiche Ernten treten unregelmäßig alle 3–5 Jahre auf. 8 9
Kugelige weibliche Zapfen messen 10–14 cm im Durchmesser. Sie geben geflügelte, essbare, 2,5–3 cm lange Samen mit vier Keimblättern frei. In Kultur erfolgt die Vermehrung fast ausschließlich durch Aussaat. Frische Samen keimen unter warmen, feuchten Bedingungen nach 6–8 Wochen. Stecklinge sind aus einem senkrechten Spitzentrieb möglich. Ein Seitenzweigsteckling entwickelt dagegen keinen geraden Stamm, sondern wächst weiterhin waagerecht. 8 3
Nutzen und Risiken
Vorwiegend dient die Art als Zierpflanze: In milden Klimaten steht sie einzeln im Garten, in kälteren Regionen als lebender Weihnachtsbaum im Topf, weil Frost tödlich ist. Die ASPCA stuft sie als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde ein. Damit eignet sie sich als Zimmerpflanze für Haushalte mit Haustieren. 7 4
In den 1950er Jahren begann ein Versuch der forstwirtschaftlichen Nutzung mit einer Probesendung an Sperrholzhersteller in Sydney. Mangels Rentabilität wurde das Vorhaben aufgegeben. Das Holz wird vor allem handwerklich gedrechselt, etwa auf Hawaii. Dort wird es häufig mit dem Holz der nah verwandten Araucaria columnaris verwechselt. 8
Bei Zimmerkultur betreffen die wichtigsten Risiken Standort und Beschädigungen. Mehrjähriger Lichtmangel lässt untere Äste vergilben und abfallen; sie wachsen nicht wieder nach. Auch der versehentliche Bruch des Leittriebs verändert die Wuchsform dauerhaft. 4
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Weit verbreitete, gärtnerisch beständige Sorten gibt es bei der Norfolk-Araukarie im Unterschied zu manchen Gartennadelbäumen nicht. Fast alle verkauften Pflanzen stammen unmittelbar aus Aussaat. Das erklärt ihr recht einheitliches Erscheinungsbild in Baumschulen. 4
Eine häufige Verwechslung betrifft Araucaria columnaris aus Neukaledonien. Auf Hawaii wird diese eigenständige Art oft als „Norfolk Island pine“ verkauft; ihr Stamm neigt sich gewöhnlich zum Äquator. Zur Gattung gehört auch die Chilenische Araukarie (Araucaria araucana) mit stark stechenden Blättern und einer Frosthärte bis etwa −20 °C. Dagegen kennzeichnen weiches Laub und Frostempfindlichkeit die Norfolk-Araukarie. Die symmetrische Pyramidenform junger Bäume, Astetagen zu fünft und die fehlende Frosttoleranz sind besonders hilfreiche Merkmale.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Araucaria heterophylla (Salisb.) Franco
- International Plant Names Index, Araucaria heterophylla (Salisb.) Franco
- Royal Horticultural Society, Araucaria heterophylla
- NC State Extension, Araucaria heterophylla
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Araucaria heterophylla
- Encyclopaedia Britannica, Norfolk Island pine
- ASPCA, Norfolk Island pine – Giftigkeitsangaben
- Wikipedia (EN), Araucaria heterophylla
- Wikipedia (FR), Araucaria heterophylla
- IUCN Red List, Araucaria heterophylla – Bewertung
Häufig gestellte Fragen
Ist die Norfolk-Araukarie eine echte Kiefer?
Nein. Araucaria heterophylla gehört zu den Araucariaceae und zur Gattung Araucaria. Echte Kiefern gehören dagegen zu Pinus innerhalb der Pinaceae.
Ist die Norfolk-Araukarie giftig für Katzen und Hunde?
Nein. Die ASPCA führt Araucaria heterophylla als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde. Ihre Samen sind für Menschen sogar essbar.
Warum verliert meine Zimmertanne die unteren Äste?
Mehrjähriger Lichtmangel lässt untere Äste vergilben und abfallen. Sie wachsen nicht nach. Ein hellerer Standort schützt die neuen Triebe.
Was geschieht, wenn der Leittrieb abbricht?
Ein abgebrochener Leittrieb verändert die Gestalt dauerhaft. Der Baum bildet keinen einzelnen geraden Stamm mehr und wächst asymmetrisch oder buschig.
Wie unterscheidet man Araucaria heterophylla und Araucaria columnaris?
Besonders auf Hawaii werden beide oft verwechselt. Der Stamm von Araucaria columnaris neigt sich meist zum Äquator; Araucaria heterophylla bleibt gerade und wächst regelmäßiger pyramidenförmig.
Kann die Norfolk-Araukarie ganzjährig draußen bleiben?
Nur in frostfreiem Klima, entsprechend USDA 10–11. Andernorts muss sie im Topf kultiviert und ins Haus geholt werden, sobald die Temperaturen gegen 0 °C sinken.
Bildet die Norfolk-Araukarie Blüten?
Nein. Als Nadelbaum bildet sie getrennte männliche und weibliche Zapfen statt Blüten, meist auf verschiedenen Bäumen.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.



