Yambohne (Pachyrhizus erosus, )
Yambohne (Pachyrhizus erosus), auch Jicama genannt, ist eine Kletterpflanze der Fabaceae aus Mexiko und Mittelamerika. Sie wird wegen ihrer großen, weißen und knackigen Wurzelknolle angebaut. Ihre stark giftigen, rotenonreichen Hülsen und Samen stehen im Gegensatz zur essbaren Wurzel.
WeiterlesenYambohne, Jicama, Mexikanische Yambohne, Yam bean und Mexican turnip
In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.






© Foto
no rights reserved, uploaded by 葉子 · cc0
Wikimedia Commons · CC BY-SA or Public Domain
Wikipedia · CC BY-SA
Taken Oct 15, 2010 by OTS - Oviedo-Brenes, Federico (cc-by-nc-sa)
Taken Oct 12, 2019 by Nelson Zamora Villalobos (cc-by-nc)
© copyright of the Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew.
Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Pachyrhizus erosus umfasst Mexiko und Mittelamerika. Im 17. Jahrhundert brachten Spanier die Pflanze auf die Philippinen. Von dort gelangte sie nach China und in das übrige Südostasien, wo sie heute häufig angebaut wird und teilweise eingebürgert ist.
- Heimisch2
- Eingeführt5
- Mexiko
- Guatemala
- Philippinen
- Indonesien
- China
- Indien
- Vereinigte Staaten
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Yambohne (Pachyrhizus erosus (L.) Urb., 1905), auch Jicama genannt, ist eine Kletterpflanze der Fabaceae in der Gattung Pachyrhizus. Carl von Linné beschrieb sie zunächst als Dolichos erosus. Ignatz Urban stellte sie 1905 in die Gattung Pachyrhizus, deren Namen sie bis heute trägt. 1 2
Das Wort Jicama stammt vom Nahuatl-Wort xīcamatl und bezeichnet vor allem die essbare Wurzelknolle, weniger die ganze Kletterpflanze. Der französische Name „pois patate“ verbindet Hülsenfrüchte oberhalb des Bodens mit einer kartoffelartig verdickten Wurzel darunter. Die Wurzel lässt sich roh oder gegart essen. Hülsen und Samen derselben Pflanze enthalten dagegen viel Rotenon, ein für Menschen giftiges natürliches Insektizid. Die beiden Namen bezeichnen somit eine Pflanze mit gegensätzlichen Eigenschaften: unterirdisch essbar, oberirdisch giftig. 5
Erkennung
Fein behaarte krautige Triebe kennzeichnen Pachyrhizus erosus. Mit einer festen Stütze erreicht die Kletterpflanze 4 bis 5 m; ohne Rankhilfe kriecht sie am Boden und ihre Triebe verflechten sich. Die wechselständigen Blätter bestehen aus drei Teilblättchen. Das endständige ist deutlich größer als die beiden seitlichen; die Ränder sind unregelmäßig gezähnt oder gelappt. 3
Blaue, lilafarbene oder gelegentlich weiße Blüten werden etwa 2 cm groß und stehen in aufrechten Trauben in den Blattachseln. Die linealischen Hülsen erreichen 14 cm und enthalten fast quadratische, rötlich braune Samen. Blüten und Hülsen ähneln denen vieler kletternder Hülsenfrüchtler und reichen zur Bestimmung nicht aus. Auffällig ist dagegen die Wurzelknolle mit papierartiger gelbbrauner Haut, knackigem weißem Fleisch und einem möglichen Gewicht bis 20 kg. 4 3
Nützliche Taxonomie
Dem akzeptierten Namen ist eine lange Synonymie zugeordnet, die aus wiederholten Umstellungen innerhalb der Gattung Pachyrhizus hervorgegangen ist:
- Dolichos erosus L. (Basionym)
- Cacara erosa (L.) Kuntze
- Pachyrhizus angulatus DC.
- Pachyrhizus bulbosus (L.) Kurz
- Pachyrhizus erosus var. palmatilobus (DC.) R.T.Clausen
- Stizolobium bulbosum (L.) Spreng.
Auch Pachyrhizus tuberosus und Pachyrhizus ahipa werden wegen ihrer Wurzeln angebaut. Dadurch überschneiden sich regionale Trivialnamen häufig. Der akzeptierte wissenschaftliche Name Pachyrhizus erosus bleibt der eindeutige Bezugspunkt über Ländergrenzen hinweg. 1 2
Lebensraum und Verbreitung
Mexiko und Mittelamerika bilden das natürliche Areal von Pachyrhizus erosus. Dort klettert die Pflanze an felsigen Hängen und an Rändern tropischer laubabwerfender Wälder. Ihr Anbau reicht bis in die vorspanische Zeit zurück. 5 3
Im 17. Jahrhundert führten Spanier die Pflanze auf den Philippinen ein. Von dort gelangte der Anbau nach China und in das übrige Südostasien. Die Knolle wurde ein verbreiteter Bestandteil der regionalen Küche. Außerhalb der Anbauflächen hat sich die Art teilweise eingebürgert, ohne ausgeprägt invasiv zu werden. 5 4
Frost stoppt das Wurzelwachstum unmittelbar. Für große Knollen werden etwa 9 frostfreie Monate benötigt. Bei kürzerer Vegetationszeit bildet sich zwar weiterhin eine Wurzel, diese bleibt jedoch kleiner. 4
Lebenszyklus und Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt ausschließlich durch Aussaat, weder durch Stecklinge noch durch Teilung. Die Samen keimen in auf über 20 °C erwärmtem Boden. Bodenwärme beschleunigt das Auflaufen deutlich. 4
Kürzer werdende Tage lösen gegen Ende der Wachstumszeit die Blüte aus. Sie beansprucht einen Teil der Energie auf Kosten der Knolle. Deshalb entfernen Anbauer die Blüten bereits beim Erscheinen, um das Dickenwachstum der Wurzel zu fördern. 4
Pro Pflanze entsteht gewöhnlich nur eine große Knolle. Kartoffeln bilden dagegen mehrere Knollen je Pflanze. Frühzeitiges Entfernen der Blüten fördert die einzelne Yambohnenknolle zusätzlich. 3
Nutzen und Risiken
Nach dem Schälen wird die Wurzelknolle roh als Salat oder in Stiften mit Salz und Zitrone gegessen. Gegart kommt sie in Suppen und Pfannengerichte. Ihr Fleisch besteht zu etwa 90 % aus Wasser und ist reich an Vitamin C. Das erklärt ihre knackige, erfrischende Beschaffenheit. 5 4
Deutlich größere Risiken bergen die übrigen Pflanzenteile. Reife Samen, Hülsen und Blätter enthalten konzentriertes Rotenon. Die Substanz wurde lange als Insektizid und Fischgift eingesetzt und ist bei Verschlucken für Menschen gefährlich. 7
Trocken bei 12,5 bis 15 °C gelagert hält sich die Knolle bis zu 4 Monate. Im Kühlschrank bleibt sie etwa drei Wochen haltbar; stärkere Kälte verfärbt sie und beeinträchtigt ihre Konsistenz. 6
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Anbauer unterscheiden zwei Formen von Pachyrhizus erosus nach dem Wurzelsaft. Jícama de agua besitzt durchsichtigen Saft und eine kreiselförmige Wurzel und ist für den Frischmarkt bevorzugt. Jícama de leche hat milchigen Saft und eine länglichere Wurzel und wird seltener frisch gehandelt. 5
Bei der Unterscheidung verdienen insbesondere folgende Pflanzen Aufmerksamkeit:
- Pachyrhizus tuberosus und Pachyrhizus ahipa, zwei weitere Arten derselben Gattung, die ebenfalls wegen ihrer Knollen angebaut werden;
- Yacón (Smallanthus sonchifolius), ein nicht verwandter südamerikanischer Korbblütler, der in Ecuador und Peru bisweilen Jícama heißt.
Der vollständige wissenschaftliche Name Pachyrhizus erosus ermöglicht vor dem Kauf von Samen oder Jungpflanzen eine eindeutige Zuordnung. Der Trivialname Jícama kann je nach Land eine ganz andere Pflanze bezeichnen. 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Pachyrhizus erosus (L.) Urb.
- Royal Horticultural Society, Pachyrhizus erosus - Yambohne
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Pachyrhizus erosus
- University of California ANR Small Farm Program, Jicama
- UF/IFAS Gardening Solutions, Jicama
- National Center for Home Food Preservation (Univ. of Georgia), Verwendung und Lagerung von Jicama
- Jaiswal, Chauhan & Lee, 2021, Bioaktivität und Pflanzeninhaltsstoffe von Pachyrhizus erosus (L.) Urb., Antioxidants
Häufig gestellte Fragen
Ist die Yambohne giftig?
Die geschälte Wurzelknolle ist essbar und unbedenklich. Samen, Hülsen und Blätter enthalten dagegen hohe Konzentrationen an Rotenon, das früher als Insektizid und Fischgift verwendet wurde.
Kann man Jicama-Samen essen?
Nein. Reife Samen enthalten von allen Pflanzenteilen am meisten Rotenon und dürfen niemals gegessen werden. Nur die Wurzelknolle wird als Lebensmittel geerntet.
Wie lange dauert es bis zur Jicama-Ernte?
Für eine große Knolle sind etwa neun frostfreie Monate nötig. In kühlerem Klima ist nach fünf Monaten noch eine Ernte möglich, die Wurzeln bleiben aber kleiner.
Warum entfernt man die Blüten der Yambohne?
Blüten und Hülsenbildung verbrauchen einen Teil der Energie. Werden die Blüten gleich entfernt, fließt diese Energie stärker in das Wachstum der geernteten Wurzelknolle.
Sind Yambohne und Yacón dieselbe Pflanze?
Nein. In Ecuador und Peru bezeichnet jícama manchmal Yacón, einen Korbblütler mit süßen Knollen. Er ist nicht mit Pachyrhizus erosus aus der Familie Fabaceae verwandt.
Wie unterscheiden sich jícama de agua und jícama de leche?
Die Kulturformen unterscheiden sich durch den Wurzelsaft. De agua hat durchsichtigen Saft und eine kreiselförmige Wurzel und wird auf Frischmärkten bevorzugt. De leche hat milchigen Saft und eine länglichere Wurzel.
Woher stammt die heute angebaute Yambohne?
Sie stammt aus Mexiko und Mittelamerika. Spanier führten sie im 17. Jahrhundert auf den Philippinen ein. Danach verbreitete sich der Anbau nach China und in das übrige Südostasien, wo er weiterhin bedeutend ist.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.



