Santa Maria feverfew (Parthenium hysterophorus, )
Parthenium hysterophorus ist eine einjährige Asteraceae aus den tropischen und subtropischen Gebieten Amerikas, die sich inzwischen auf mehreren Kontinenten etabliert hat. Die Pflanze ist vor allem für Erkennung und Vorbeugung relevant: Berührung und Pollen lösen Allergien aus. Sie steht auf der Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung.
WeiterlesenSanta Maria feverfew, Famine weed und Congress grass
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Taken Nov 21, 2004 by Royal Botanic Garden Edinburgh - Anonymous (cc-by-nc)
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Parthenium hysterophorus umfasst die Tropen und Subtropen Amerikas von Mexiko über die Karibik bis ins tropische Südamerika. Die Art wurde unbeabsichtigt nach Asien, Afrika und Ozeanien verschleppt und gilt dort als bedeutendes invasives Unkraut. In französischen Gebieten kommt sie vor allem auf Réunion und Mayotte vor.
- Heimisch3
- Eingeführt1
- Invasiv7
- Mexiko
- Kuba
- Argentinien
- Israel
- Indien
- Australien
- Äthiopien
- Südafrika
- China
- Réunion
- Mayotte
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Parthenium hysterophorus (Parthenium hysterophorus L., 1753) ist eine anerkannte Art der Gattung Parthenium aus der Familie Asteraceae. Linné legte den Namen 1753 fest. Angesichts der vielen Trivialnamen bleibt das lateinische Binom die verlässliche Zuordnung. Im Gelände fallen ein aufrechter, 0,5 bis 2 m hoher Stängel und fein zerteiltes Laub auf. Die Ähnlichkeit mit wilder Kamille täuscht: Das Risiko für die Haut ist deutlich anders. 1 2
Französische Referenznamen im Inventaire national du patrimoine naturel sind parthénium matricaire und absinthe marron. Englische Namen derselben Pflanze lauten Santa Maria feverfew, whitetop weed und Famine weed. In Indien heißt sie Congress grass, in Verbindung mit ihrer unbeabsichtigten Einschleppung über amerikanische Weizenimporte in den 1950er-Jahren. 3 9
Für den Gartenbau ist Parthenium hysterophorus ungeeignet. Ein Zierwert rechtfertigt keine Anpflanzung; sie ist als Unkraut zu erkennen und vor der Blüte fernzuhalten. In Frankreich und der EU ist die Art bereits reguliert. Die IUCN zählt sie außerdem zu den hundert invasivsten Arten weltweit. Ihre dokumentierten Auswirkungen betreffen Landwirtschaft, Tierhaltung und öffentliche Gesundheit auf mehreren Kontinenten. 7
Erkennung
Aufrechte, reich verzweigte Sprosse kennzeichnen diese einjährige krautige Pflanze. Meist erreicht sie 0,5 bis 1,5 m, unter günstigen Bedingungen mehr als 2 m. Der Stängel ist kantig, behaart und bei älteren Pflanzen an der Basis gelegentlich verholzt. 5 9
Jungpflanzen bilden eine bodennahe Rosette einfacher dunkelgrüner Blätter. Später ist das wechselständige Laub stark zerteilt und fein behaart. Die unteren Blätter sind 5 bis 20 cm lang; zur Stängelspitze hin werden sie kleiner. 5
Weiße bis cremefarbene Blütenköpfchen messen kaum 4 mm und stehen in lockeren endständigen Gruppen. Jedes Köpfchen bildet winzige schwarze, keilförmige Achänen von etwa 2 mm Länge mit zwei weißen häutigen Schuppen. Eine tiefe Pfahlwurzel erklärt die gute Trockenheitsverträglichkeit. 5
Taxonomie und Namen
Als stabile Zuordnung dient Parthenium hysterophorus L. Plants of the World Online ordnet mehrere Varietäten demselben Taxon zu, darunter Parthenium hysterophorus var. lyratum A.Gray. Sie gelten dort nicht als eigenständige Arten. 1
Zahlreiche Namen wie parthénium matricaire, absinthe marron, fausse camomille, Congress grass und Famine weed können bei der Erkennung verwirren. Alle beziehen sich jedoch auf dasselbe Binom. Für Fundmeldungen und Literaturrecherchen bleibt Parthenium hysterophorus deshalb die verlässlichste Bezeichnung. 2 4
In der Pflanzenschutzdokumentation verwendet die EPPO für diese Art den Code PTNHY. Er ergänzt den wissenschaftlichen Namen, ersetzt ihn aber nicht in allgemein verständlichen Beschreibungen. 6
Lebensraum und Verbreitung
Heimisch ist Parthenium hysterophorus in den tropischen und subtropischen Regionen Amerikas, von Mexiko über die Karibik bis ins tropische Südamerika. 1 4
Nach unbeabsichtigter Einschleppung im 20. Jahrhundert breitete sich die Art in Indien, Australien, weiten Teilen Ost- und Südafrikas sowie in Asien aus, wo sie weiter nach Osten vordringt. In französischen Gebieten ist sie auf Réunion und Mayotte weitgehend eingebürgert und kommt auch auf den französischen Antillen vor. 6 7
Vor allem gestörte Böden werden besiedelt: Straßenränder, Brachen, Baustellen, überweidete Flächen und Äcker. In Australien bevorzugt sie fruchtbare alkalische Tonböden im Hochland von Queensland und Gebiete mit mehr als 500 mm Sommerregen. Unterhalb dieser Niederschlagsmenge bleibt die Ansiedlung eingeschränkter. 5
Innerhalb des EPPO-Gebiets ist das Vorkommen noch punktuell; berichtet wurde eine einzige Population in Israel. Die Art wird dort als neu auftretende invasive Pflanze überwacht, da das mediterrane Klima für ihre Ansiedlung als günstig gilt. 6
Lebenszyklus, Allelopathie und Vermehrung
Der einjährige Lebenszyklus kann ausgesprochen kurz sein: Unter Wasserstress durchläuft Parthenium hysterophorus Keimung, Blüte und Fruchtbildung in nur vier Wochen. Eine erwachsene Pflanze erzeugt im Mittel 15.000 Samen, besonders kräftige Exemplare bis zu 25.000 oder sogar 100.000. 7 5
Im Boden entsteht durch die Achänen ein dauerhafter Samenvorrat, der über mehrere Jahre keimfähig bleibt. Das erschwert die Beseitigung durch eine einmalige Maßnahme. 5
Eine starke allelopathische Wirkung kommt hinzu: Parthenin und verwandte Stoffe hemmen Keimung und Wurzelwachstum benachbarter Pflanzen. Sie stören außerdem die Aktivität stickstofffixierender Bakterien an Hülsenfrüchtlern. Für Sorghum sind ohne Bekämpfung Ertragsverluste von 40 bis 97 % dokumentiert. 9
Giftigkeit und menschliche Gesundheit
Haut und Atemwege stehen beim Risiko durch Parthenium hysterophorus im Vordergrund. Die Sesquiterpenlactone der Pflanze, besonders Parthenin, verursachen beim Menschen eine durch luftgetragene Partikel ausgelöste Kontaktdermatitis. Besonders betroffen sind Gesicht, Augenlider und Hautfalten. 10
Zum klinischen Spektrum gehören Ekzeme, chronische aktinische Dermatitis und lichtempfindliche Hautreaktionen. Bei stark exponierten Personen können Asthma, allergischer Schnupfen und Atemnot hinzukommen. 10
Vieh erleidet nach Aufnahme frischer oder im Futter getrockneter Pflanzen Maulgeschwüre, übermäßigen Speichelfluss und Appetitverlust. Eine Ration mit 10 bis 50 % Parthenium kann für Rinder tödlich sein; Jungtiere haben ein erhöhtes Risiko. 5
Vorschriften, Bekämpfung und Verwechslungen
Seit 2016 steht Parthenium hysterophorus auf der Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung. Einfuhr, Haltung, Transport, Verkauf und absichtliches Ausbringen in die Umwelt sind im gesamten Unionsgebiet einschließlich Frankreichs verboten. 8
Australien zählt die Pflanze zu seinen zwanzig Unkräutern von nationaler Bedeutung. Zur biologischen Bekämpfung wurden etwa zehn Gegenspieler eingeführt, darunter der samenfressende Rüsselkäfer Smicronyx lutulentus und der stängelbewohnende Rüsselkäfer Listronotus setosipennis. 5
In Indien verringerte der als Blattfresser eingeführte mexikanische Käfer Zygogramma bicolorata die Bestandsdichte in einigen jüngeren Versuchen örtlich um mehr als 80 %. Allein beseitigt er weder die Pflanze noch ihren Samenvorrat im Boden. 9
Stark zerteiltes Laub und kleine weiße Blüten erinnern an wilde Kamillen oder Matricaria-Arten; darauf beziehen sich die französischen Namen fausse camomille und absinthe marron. Die Überprüfung des wissenschaftlichen Namens verhindert Verwechslungen, besonders vor jedem Umgang mit der Hand. 4 2
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Parthenium hysterophorus L.
- ITIS, Parthenium hysterophorus L., TSN 38164
- INPN / MNHN, Parthenium hysterophorus L., 1753
- USDA PLANTS Database, Parthenium hysterophorus plant profile
- Weeds Australia, Parthenium weed profile
- EPPO Global Database, Parthenium hysterophorus in the EPPO region
- IUCN Global Invasive Species Database, Parthenium hysterophorus full account
- EUR-Lex, Commission Implementing Regulation (EU) 2016/1141
- PMC, Effects and Management of Parthenium hysterophorus, a Weed of Global Significance
- Indian Journal of Dermatology, Venereology and Leprology, Parthenium dermatitis in India
Häufig gestellte Fragen
Ist Parthenium hysterophorus giftig?
Das größte Risiko betrifft Haut und Atemwege, weniger die Ernährung. Berührung kann beim Menschen allergische Dermatitis auslösen. Für Rinder kann die Aufnahme oberhalb bestimmter Mengen tödlich sein.
Warum heißt die Pflanze in Indien Congress grass?
Vermutlich gelangte sie in den 1950er-Jahren unbeabsichtigt mit amerikanischen Weizenimporten ins Land, als die Kongresspartei die Regierung führte. Daraus entstand der bis heute gebräuchliche Spitzname.
Wie erkennt man Parthenium hysterophorus?
Die aufrechte einjährige krautige Pflanze hat stark zerteilte, behaarte Blätter. Kleine weiße bis cremefarbene Blütenköpfchen von kaum 4 mm stehen in lockeren endständigen Gruppen.
Kann man sie mit Kamille verwechseln?
Zerteiltes Laub und kleine weiße Blüten können an Kamille erinnern. Darauf beziehen sich französische Namen wie fausse camomille und absinthe marron. Hautgefährdung und rechtlicher Status unterscheiden sich jedoch grundlegend von gewöhnlicher Kamille.
Welche Vorschriften gelten in der Europäischen Union?
Seit 2016 steht Parthenium hysterophorus auf der Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung. Einfuhr, Haltung und Vermarktung sind in der gesamten EU einschließlich Frankreichs verboten.
Wie wird dieses Unkraut bekämpft?
Die Bekämpfung verbindet mechanische Verfahren vor der Blüte mit biologischen Gegenspielern wie dem Käfer Zygogramma bicolorata. Kein einzelner Gegenspieler beseitigt jedoch allein den Samenvorrat im Boden.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.







