Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper, (L.) Delarbre 1800)

Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper (L.) Delarbre, 1800) ist eine einjährige krautige Polygonaceae aus Nordwestafrika, dem gemäßigten Eurasien bis West- und Zentralmalaysia sowie Australien. Seine bewimperte Ochrea und sehr scharf schmeckenden zerriebenen Blätter kennzeichnen ihn an Gräben, Ufern und auf nassen Wiesen. Dort ähnelt er Persicaria lapathifolia und Persicaria maculosa.

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Wissenschaftlicher NamePersicaria hydropiper
GattungPersicaria
OrdnungCaryophyllales

Wasserpfeffer, Pfeffer-Knöterich, Flohpfeffer, Pfefferknöterich, Water pepper und Marshpepper smartweed

Identität
Toxizität
Keine schwere Giftwirkung dokumentiert; frischer Saft und Blätter hautreizend
Pflegeaufwand
Hoch
Pflanzenart
Einjährige Kräuterpflanze · Amphibischer Sumpfpflanze
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Einjährig
Herkunft
FrankreichEuropaNordwestafrikaGemäßigtes Asien bis West- und ZentralmalaysiaAustralien
Lebensraum
Gräben, Teich- und Flussufer, überflutete Wiesen und gestörte nasse Böden in Sonne oder leichtem Halbschatten
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Blüte Juni bis Oktober, Fruchtreife im Spätsommer und Herbst
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Tolerierter Temperaturbereich
Winterhärte
Windverträglichkeit
Biegsame Stängel werden vom Wind ohne bleibenden Schaden niedergelegt
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Feuchter Boden, Uferboden, Gestörter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne, verträgt leichten Halbschatten
Außenbereich
Grabenrand, Flussberge, Beckenrand, Feuchtwiese
Erscheinungsbild
Höhe10–80 cmBreite20–50 cm
Blätter
Grün
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GrünWeißRosa
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
BraunSchwarz
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünRot
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Persicaria hydropiper umfasst Nordwestafrika, das gemäßigte Eurasien bis West- und Zentralmalaysia sowie Australien. In Nordamerika ist die Art weithin eingebürgert, trotz ihres alten und ausgedehnten Vorkommens dort aber nicht heimisch.

  • Heimisch5
  • Eingeführt1
  • Europäisches Frankreich
  • Europa
  • Nordwestafrika
  • Gemäßigtes Asien bis West- und Zentralmalaysia
  • Australien
  • Nordamerika

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper (L.) Delarbre, 1800), auch Pfeffer-Knöterich und Flohpfeffer, ist eine einjährige krautige Art der Gattung Persicaria aus der Familie Polygonaceae. Delarbres von Plants of the World Online akzeptierte Kombination entstand 1800 aus Polygonum hydropiper, dem 1753 von Linné veröffentlichten Basionym. 1 2

Zerriebene Blätter schmecken unmittelbar sehr scharf, beinahe brennend. Zugleich wächst die Pflanze im Wasser oder am Grabenrand. Pfefferschärfe und nasser Standort erklären ihren Namen und unterscheiden sie von den mild schmeckenden Arten Persicaria lapathifolia und Persicaria maculosa. 4 6

Erkennung

Die kahlen Stängel des Wasserpfeffers wachsen aufrecht, aufsteigend oder niederliegend, sind grün oder rötlich und je nach Nährstoffangebot 10 bis 80 cm hoch. Wechselständige, lanzettliche und ganzrandige Blätter laufen spitz zu und sind nahezu ungestielt. 5 4

An jedem Stängelknoten umschließt eine röhrenförmige Nebenblattscheide, die Ochrea, den Stängel. Ihr oberer Rand trägt lange Wimperhaare, die bei Persicaria lapathifolia fehlen. Winzige Blüten stehen in dünnen, überhängenden Ähren, die oft durch kleine Blätter unterbrochen sind. 6

Gewöhnlich besitzt jede Blüte vier Tepalen, grünlich mit weißem oder rosa Rand und deutlich drüsig punktiert. Drüsen fehlen bei Persicaria lapathifolia. Die Achänen des Wasserpfeffers sind matt, dunkelbraun bis schwarz und niemals glänzend, anders als bei Persicaria punctata. 6 5

Nützliche Taxonomie

Seit 1753 schlugen weitere Autoren Kombinationen in benachbarten Gattungen für dasselbe Taxon vor. Delarbres 1800 veröffentlichter Name Persicaria hydropiper (L.) Delarbre blieb jedoch maßgeblich und wird von Plants of the World Online akzeptiert. 1

Zu den gut dokumentierten Synonymen und untergeordneten Taxa gehören:

  • Polygonum hydropiper L., wissenschaftliches Synonym
  • Persicaria hydropiper subsp. maximowiczii (Regel) Soják, Unterart
  • Persicaria hydropiper subsp. hispida (Hook.f.) Soják, Unterart
  • Persicaria hydropiper var. angustifolia (A.Braun) Kitag., Varietät

Japanische Sorten für die Nutzung als Würzgemüse gehören ebenfalls zu dieser Art. Trotz gezielter Auslese nach Triebfarbe und Wuchskraft bilden sie keine eigenen botanischen Taxa. 1 8

Lebensraum und Verbreitung

Von Nordwestafrika reicht das natürliche Verbreitungsgebiet des Wasserpfeffers über das gemäßigte Eurasien bis West- und Zentralmalaysia sowie nach Australien. Für Frankreich verzeichnet das INPN die heimische Art in Feuchtgebieten des gesamten europäischen Staatsgebiets. 1 2

Gräben, Teich- und Flussufer, überflutete Wiesen und gestörte Uferböden bieten geeignete Lebensräume. Leichter Halbschatten wird vertragen; bei anhaltender Austrocknung verschwindet die Art. Ihr gesamter Lebenszyklus hängt von dauerhafter Nässe ab. Der Boden-pH von 5,5 bis 7,5 zählt weniger als die Wassersättigung. 6 5

Außerhalb des Ursprungsareals ist Wasserpfeffer in Nordamerika weithin eingebürgert. Er kommt in allen sechs Neuenglandstaaten vor, ist dort aber nicht heimisch. 6

Lebenszyklus und Vermehrung

Als strikt einjährige Pflanze keimt Wasserpfeffer im Frühjahr, blüht im Sommer und stirbt beim ersten Frost, ohne aus einem Wurzelstock auszutreiben. Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Bei USDA 3 bis 9 bis −15 °C überwintert nur der Samenvorrat; ausgewachsene Pflanzen überleben den Winter nicht. 5 4

Ausschließlich Samen sichern die Vermehrung: Matte Achänen fallen auf den Boden oder werden mit Wasser verfrachtet und keimen im Folgejahr auf durchnässtem Boden. Ohne stehendes Wasser bleibt die Keimung aus; vegetative Vermehrung gleicht einen fehlenden Aufgang bei dieser Art nicht aus. 5 6

Für japanische Gemüseformen wurden Wildpopulationen gezielt ausgelesen. Ihre rötlichen Triebe werden als Würzgemüse verkauft. Molekulare Marker zeigen eine deutlich von den wilden Vorfahren abweichende genetische Vielfalt, ein Hinweis auf lange Domestikation für die Küche statt für Zierzwecke. 8

Nutzen und Risiken

Frische Blätter liefern durch ihre Schärfe ein Würzmittel. In Europa ersetzten sie bei Knappheit Pfeffer; in Japan begleiten junge Triebe traditionell Gerichte mit rohem Fisch. 4 8

Indische Heiltraditionen verwenden die Blätter gegen parasitische Darmwürmer. In-vitro-Versuche zeigen eine messbare wurmtötende Wirkung; eine klinische Bestätigung beim Menschen liegt bislang nicht vor. 7

Eine schwere Giftwirkung für Menschen oder übliche Haustiere ist nicht verzeichnet. Frischer Saft und Blätter können bei längerem Kontakt jedoch Hautreizungen hervorrufen. Der scharfe Geschmack hält Vieh und wilde Pflanzenfresser vom Abweiden ab, sodass die Biomasse bis zur Fruchtreife erhalten bleibt. 4 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Für Europa sind keine anerkannten Ziersorten des Wasserpfeffers bekannt. Japanische Gemüseformen werden nach Farbe und Wuchskraft der jungen Triebe ausgewählt, nicht nach dekorativem Wert. 8

Am häufigsten ähnelt Persicaria lapathifolia dem Wasserpfeffer, häufiger als Persicaria maculosa oder Persicaria hydropiperoides. Eine unbewimperte Ochrea und neutraler Geschmack kennzeichnen erstere. Bei Persicaria maculosa ist die Ochrea ebenfalls bewimpert, die Schärfe fehlt jedoch. Die ausdauernde nordamerikanische, ausläuferbildende Persicaria hydropiperoides hat drüsenlose Tepalen. 6

Drei Merkmale zusammen kennzeichnen Wasserpfeffer eindeutig: scharfe zerriebene Blätter, eine bewimperte Ochrea und drüsig punktierte Tepalen. Fehlt eines davon, kommt eine verwandte Art in Betracht.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Wasserpfeffer giftig?

Eine schwere Giftwirkung für Menschen oder übliche Haustiere ist nicht dokumentiert. Frischer Saft und Blätter können bei längerem Kontakt jedoch die Haut reizen.

Kann man Wasserpfeffer essen?

Ja. Junge Blätter und Triebe dienen als sehr scharfes Würzmittel, in Europa historisch als Pfefferersatz, in Japan auch als eigens ausgewählte Gemüseformen.

Warum heißt die Pflanze Wasserpfeffer?

Der Name verbindet den sehr scharfen, fast brennenden Geschmack zerriebener Blätter mit dem Vorkommen an nassen Standorten und in flachem Wasser.

Wie unterscheidet sich Wasserpfeffer vom Ampfer-Knöterich?

Die Ochrea an den Knoten ist beim Wasserpfeffer bewimpert, beim Ampfer-Knöterich kahl. Hinzu kommt der scharfe Geschmack zerriebener Blätter.

Wo wächst Wasserpfeffer in Frankreich?

Die Art ist im gesamten europäischen Frankreich heimisch und besiedelt feuchte Lebensräume wie Gräben, Teich- und Flussufer sowie überflutete Wiesen.

Wird Wasserpfeffer in Japan angebaut?

Ja. Nach Farbe und Wuchskraft der jungen Triebe ausgewählte Sorten dienen als Würzgemüse. Ihre genetische Vielfalt unterscheidet sich von der wilder Populationen.

Ist Wasserpfeffer in Frankreich invasiv?

Nein. Die dort heimische Art gilt als häufiges Beikraut nasser Standorte ohne besonderen gesetzlichen Status, anders als andere Polygonaceae wie Reynoutria japonica.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.