Floh-Knöterich (Persicaria maculosa, )
Floh-Knöterich (Persicaria maculosa Gray, 1821) ist eine einjährige Polygonaceae aus dem gemäßigten Eurasien, Makaronesien und Nordafrika. Seine gegliederten Stängel tragen lanzettliche Blätter mit dunklem halbmondförmigem Fleck und später dichte Ähren kleiner rosa Blüten. Im 19. Jahrhundert nach Nordamerika eingeführt, ist er dort heute als Beikraut gestörter feuchter Böden weithin eingebürgert.
WeiterlesenFloh-Knöterich, Pfirsichblättriger Knöterich, Flohkraut, Lady’s thumb, Redshank und Spotted lady’s thumb
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Persicaria maculosa umfasst das gemäßigte Eurasien bis Indochina, Makaronesien und Nordafrika. In Frankreich ist die heimische Art fast landesweit häufig. In Nordamerika ist sie seit 1843 aus dem Gebiet der Großen Seen dokumentiert und inzwischen über weite Teile des Kontinents verbreitet. Auch in Australien und Neuseeland kommt sie vor.
- Heimisch4
- Eingeführt4
- Europäisches Frankreich
- Europa
- Gemäßigtes Asien bis Indochina
- Makaronesien und Nordafrika
- Vereinigte Staaten
- Kanada
- Australien
- Neuseeland
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Floh-Knöterich (Persicaria maculosa Gray, 1821), auch Pfirsichblättriger Knöterich oder Flohkraut, ist eine einjährige Polygonaceae der Gattung Persicaria. Bereits die ersten Blätter zeigen den dunklen halbmondförmigen Fleck; hinzu kommt der rötliche Stängel auf feuchten gestörten Böden des gemäßigten Europas. Plants of the World Online akzeptiert den 1821 von Gray auf Grundlage eines älteren Linné-Namens veröffentlichten Namen. 1 2
Lateinisch persica, der Pfirsichbaum, lieferte den Gattungsnamen Persicaria: Die lanzettlichen Blätter erinnern an jene des Obstbaums. Das Artepitheton maculosa bedeutet „gefleckt“ und beschreibt die dunkle Blattzeichnung, auf die auch der englische Name lady’s thumb zurückgeht. 4
Erkennung
Gegliederte Stängel wachsen beim Floh-Knöterich je nach verfügbarem Platz aufrecht oder ausgebreitet. Meist erreichen sie 20 bis 60 cm, auf nährstoffreichem feuchtem Boden gelegentlich 1 m. Die verdickten, oft rötlichen Knoten tragen eine häutige, kurz behaarte Scheide, wie sie für Polygonaceae typisch ist. 3 4
Lanzettliche, fast ungestielte Blätter von 1 bis 18 cm Länge sitzen entlang des gesamten Stängels. Meist tragen sie mittig einen braunen bis schwärzlichen Halbmondfleck. Dieses hilfreiche Merkmal fehlt bei manchen Individuen. Dann bleibt die an jedem Knoten vorhandene bewimperte Scheide das entscheidende Kennzeichen. 4
Kleine, rosa bis weißliche Blüten von 2 bis 4 mm stehen von Juli bis September in dichten aufrechten Ähren an den Achseln oberer Blätter. Sie sind deutlich unscheinbarer als jene der Gartenpflanze Persicaria bistorta. Jede Blüte bildet eine glänzend schwarze, dreikantige Achäne, die in der bleibenden Blütenhülle verborgen ist. 3 4
Nützliche Taxonomie
Als akzeptierten Artnamen nennt Plants of the World Online Persicaria maculosa Gray. Das Basionym Polygonum persicaria L. geht auf Linné 1753 zurück. In älteren Floren und Herbarien finden sich weitere Synonyme: 1
- Persicaria mitis Delarbre
- Persicaria persicaria (L.) Small, ein nomenklatorisch abgelehntes Tautonym
- Polygonum ruderale Salisb.
- Peutalis persicaria (L.) Raf.
Die Gattung Persicaria wurde lange als Sektion von Polygonum behandelt. Ihre Arten besitzen häutige Ochreen an den Stängelknoten. Dieses Merkmal unterscheidet Polygonaceae von anderen krautigen Pflanzen mit ährenförmig angeordneten Blüten. 7
Lebensraum und Verbreitung
Zum natürlichen Verbreitungsgebiet des Floh-Knöterichs gehören das gemäßigte Eurasien bis Indochina, Makaronesien und Nordafrika. In Frankreich ist die heimische Art fast landesweit häufig, von Flussufern bis zu Äckern. 1
Aus dem Gebiet der Großen Seen ist die eingeführte Art in Nordamerika seit 1843 dokumentiert. Inzwischen besiedelt sie den größten Teil des Kontinents; die USDA PLANTS Database führt sie als eingebürgertes Beikraut. Auch Australien und Neuseeland liegen außerhalb ihres Ursprungsareals. 6 4
Bevorzugt werden gestörte frische bis feuchte Böden an Ufern, Gräben, Äckern, wenig gejäteten Gärten und Brachen entlang von Wegen. Trockene, gut durchlässige Böden werden gemieden; dort verlangsamt sich der Wuchs deutlich. Die Temperaturspanne reicht saisonabhängig von −15 bis 35 °C, dauerhafte Vorkommen benötigen jedoch feuchten Boden. 3
Lebenszyklus und Vermehrung
Den vollständigen einjährigen Lebenszyklus schließt Floh-Knöterich innerhalb einer Saison ab: Frühjahrkeimung, rascher vegetativer Wuchs und Blüte von Juli bis September, anschließend Absterben beim ersten Herbstfrost. Auf erwärmtem Boden dauert die Keimung 1 bis 2 Wochen. Das begünstigt die rasche Besiedlung frisch bearbeiteter Flächen. 3
Selbstfruchtbare Blüten bilden schwarze Achänen, die bei Reife herabfallen und nicht ausgeschleudert werden. Anschließend verbreiten Wasser, Wind und körnerfressende Vögel die Früchte. Letztere fressen sie im Herbst und Winter; diese Ausbreitungswege erklären häufige Vorkommen an Gewässern. 4
Für die Vermehrung zählt vor allem die jährlich reichliche Samenproduktion, weniger eine über Jahrzehnte ruhende Samenbank. Eine Bekämpfung vor der Bildung von Blütenähren begrenzt deshalb die spontane Aussaat im Folgejahr wirksam. 3
Nutzen und Risiken
Junge Blätter und Triebe des Floh-Knöterichs sind roh oder gekocht essbar. Sie schmecken mild, ohne die Schärfe der verwandten Art Persicaria hydropiper. Die grundsätzlich essbaren Samen werden wegen des geringen praktischen Ertrags kaum genutzt. 5
Mäßige Mengen Oxalsäure und zusammenziehend wirkende Gerbstoffe sind in den Blättern enthalten. Traditionell dienen sie gegen Entzündungen und als Umschlag. Eine akute Giftwirkung für Menschen oder Haustiere ist nicht dokumentiert; regelmäßiger Verzehr wird bei Gicht, Arthritis oder Nierensteinen jedoch nicht empfohlen. 5
In der Heilkunde der Cherokee wurden zerriebene Blätter äußerlich gegen Juckreiz nach Kontakt mit Giftsumach angewendet. Diese Nutzung ist aus der nordamerikanischen Ethnobotanik überliefert. 4
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Anerkannte Ziersorten fehlen beim Floh-Knöterich. Die spontan wachsende Art wurde anders als Gartenverwandte wie Persicaria bistorta oder Persicaria amplexicaulis nicht für den Garten ausgelesen. 3
Besonders oft wird Floh-Knöterich mit Wasserpfeffer, Persicaria hydropiper, verwechselt. Dessen zerriebene Blätter schmecken deutlich scharf, während P. maculosa mild bleibt. Scheiden und Ährendichte ergänzen die Unterscheidung beider Arten vor der Blüte. 5
Ähnliche aufrechte Wuchsformen und mitunter gefleckte Blätter zeigen auch Persicaria lapathifolia und Persicaria pensylvanica. Entscheidend ist die häutige Scheide an den Blattansatzstellen: Länge sowie Vorhandensein und Länge der Randhaare variieren zwischen den Arten und müssen aus der Nähe geprüft werden. 4
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Persicaria maculosa Gray
- International Plant Names Index, Persicaria maculosa Gray
- Royal Horticultural Society, Persicaria maculosa - redshank
- Go Botany / Native Plant Trust, Persicaria maculosa
- Plants For A Future, Polygonum persicaria
- USDA PLANTS Database, Persicaria maculosa - spotted ladysthumb
- Integrated Taxonomic Information System, Persicaria maculosa Gray
Häufig gestellte Fragen
Ist Floh-Knöterich giftig?
Eine akute Giftwirkung für Menschen oder Haustiere ist nicht dokumentiert. Die Blätter enthalten mäßige Mengen Oxalsäure; bei Gicht, Arthritis oder Nierensteinen ist Vorsicht sinnvoll.
Warum tragen die Blätter einen dunklen Fleck?
Der halbmondförmige Fleck kommt bei den meisten, aber nicht allen Pflanzen vor. Er erklärt den englischen Namen lady’s thumb und das lateinische Artepitheton maculosa. Sein gelegentliches Fehlen schließt die Art nicht aus.
Kann man Floh-Knöterich essen?
Junge Blätter und Triebe sind roh oder gekocht essbar und schmecken mild, ohne die Schärfe von Persicaria hydropiper. Die Samen sind grundsätzlich essbar, werden praktisch aber wenig genutzt.
Wie unterscheidet sich Floh-Knöterich vom Wasserpfeffer?
Am schnellsten zeigt sich der Unterschied im Geschmack. Zerriebene Blätter von Persicaria hydropiper sind deutlich scharf, die des Floh-Knöterichs mild. Bewimperte Scheiden und die Dichte der Blütenähren helfen ebenfalls.
Ist Floh-Knöterich in Frankreich invasiv?
Nein. Er ist dort heimisch und ein häufiges Beikraut ohne besonderen gesetzlichen Status. In Nordamerika, wo er seit 1843 eingeführt ist, wurde er dagegen weithin eingebürgert.
Wo wächst Floh-Knöterich?
Die Art besiedelt feuchte Ufer, Gräben, Äcker und wenig gejätete Gärten, wo der Boden frisch bis feucht und stickstoffreich bleibt.
Gibt es Gartensorten des Floh-Knöterichs?
Nein, anerkannte Ziersorten fehlen. Anders als verwandte Arten wie Persicaria bistorta oder Persicaria amplexicaulis wurde diese spontan wachsende Pflanze nicht für den Garten ausgelesen.
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.


