Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa, L. 1753)

Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa L., 1753) ist eine ausdauernde krautige Pflanze der Knöterichgewächse (Polygonaceae) aus dem gemäßigten Eurasien und Nordwestafrika, die in Nordamerika weithin eingebürgert ist. Aus einer Rosette pfeilförmiger Blätter wächst ein aufrechter Blütenstängel mit kleinen eingeschlechtlichen Blüten auf männlichen oder weiblichen Pflanzen. Es folgen braune Achänen mit bleibenden Fruchthüllen.

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Wissenschaftlicher NameRumex acetosa
GattungRumex
OrdnungCaryophyllales

Wiesen-Sauerampfer, Sauerampfer, Sauerlump, Suurampfere, Common sorrel und Garden sorrel

Identität
Toxizität
Keine Giftigkeit dokumentiert; Vorsicht wegen Oxalsäure
Pflegeaufwand
Niedrig
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichGemäßigtes EuropaNordwestafrika
Lebensraum
Feuchte Wiesen, Weiden, Bach- und Grabenränder, lichte Waldsäume; frische bis nasse, eher saure bis neutrale Böden
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Erntezeit
FrühlingSommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Ernte ab 8 Wochen nach der Aussaat; Blüte je nach Klima von Mai bis August
Vermehrung
Aussaat, Teilung
Klima & Wasser
Tolerierter Temperaturbereich
Winterhärte
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reicher Boden, Feuchter Boden, Ton, Schluff oder Sand
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis lichter Halbschatten
Außenbereich
Gemüsegarten, Blühende Wiese, Straßenrand
Pflanzgefäße
Großes Becken
Erscheinungsbild
Höhe30–100 cmBreite20–40 cm
Blätter
Grün
Blüten
GrünRot
Früchte
BraunRot
Wuchsform
Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Rinde
GrünRot

Weltweite Verbreitung

Laut POWO umfasst das natürliche Areal von Rumex acetosa das gemäßigte Eurasien und Nordwestafrika. Außerhalb davon wurde die Art weithin eingeführt, besonders in Nordamerika und Grönland, wo sie sich auf Wiesen und an Wegrändern eingebürgert hat.

  • Heimisch3
  • Eingeführt3
  • Europäisches Frankreich einschließlich Korsikas
  • Gemäßigtes Europa
  • Nordwestafrika
  • Vereinigte Staaten
  • Kanada
  • Grönland

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa L., 1753), auch Sauerampfer, ist eine ausdauernde krautige Art der Gattung Rumex aus der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Plants of the World Online erkennt diesen Namen an und gibt das gemäßigte Eurasien und Nordwestafrika als natürliches Areal an. 1 6

Mit Rumex bezeichneten bereits lateinische Autoren die länglichen, lanzenähnlichen Blätter der Sauerampfer und übrigen Ampferarten. Das Epitheton acetosa stammt von acetum, „Essig“. Der säuerliche Geschmack geht auf Oxalsäure zurück und war schon den Römern bekannt. 7

Erkennung

Bei Rumex acetosa entsteht zunächst eine Rosette pfeilförmiger Blätter. Ihre beiden Öhrchen weisen am Blattstiel nach hinten. Diese Ausrichtung, nach hinten statt nach vorne, unterscheidet ihn vom Kleinen Sauerampfer (Rumex acetosella), mit dem er im Garten oft verwechselt wird. Sie ist zuverlässiger als die Pflanzengröße allein. Die Grundblätter messen gewöhnlich 7 bis 15 cm, bevor der Blütenstängel erscheint. 2 3

Ein aufrechter, wenig verzweigter Blütenstängel wird 50 cm bis 1 m hoch, auf nährstoffreichem, frischem Boden gelegentlich bis 1,2 m, und trägt eine schmale Rispe. Die kleinen, erst grünlichen, später rötlichen Blüten stehen in lockeren Quirlen entlang des Stängels. 2 3

Für die Fruchtbildung ist die Zweihäusigkeit entscheidend: Männliche und weibliche Blüten von Rumex acetosa sitzen auf getrennten Pflanzen. Eine Pflanze, die nie Früchte trägt, ist daher nicht krank, sondern schlicht männlich. 2

Nützliche Taxonomie

Unter dem 1753 veröffentlichten Namen Rumex acetosa L. führt Plants of the World Online diese Art der Polygonaceae und ihrer Unterfamilie Polygonoideae. 1

In älteren Floren und Herbarien begegnen noch mehrere Synonyme:

  • Acetosa pratensis Mill., ein älterer wissenschaftlicher Name;
  • Lapathum acetosa (L.) Scop., eine frühere Gattungskombination;
  • Rumex acidus Salisb., heute als illegitim bewerteter Name.

Anerkannte Unterarten sind unter anderem subsp. acetosa, subsp. biformis und subsp. nebroides. Sie unterscheiden sich vor allem in Blattform und Verbreitung. 7

Das französische Inventaire National du Patrimoine Naturel verzeichnet diese Art unter den französischen Namen oseille commune, grande oseille, oseille des prés und patience oseille. 8

Lebensraum und Verbreitung

Zum ursprünglichen Verbreitungsgebiet von Rumex acetosa gehören laut POWO das gemäßigte Eurasien und Nordwestafrika. Weithin eingeführt wurde die Art besonders in Nordamerika und Grönland, wo sie sich eingebürgert hat. 1 5

Feuchte Wiesen und Weiden, Bachränder sowie lichte Waldsäume sind typische Lebensräume des Wiesen-Sauerampfers. Er besiedelt frische bis feuchte, bevorzugt saure bis neutrale Böden. 4 2

In Frankreich ist Wiesen-Sauerampfer heimisch und in fast allen regionalen Floren vertreten, von Bergwiesen bis zu Wegrändern im Tiefland. Sein regelmäßiges Auftreten auf Weiden dient bisweilen als Hinweis auf frischen, mäßig sauren Boden, weniger auf ausgeprägt kalkreichen Untergrund. 8

Böden mit einem pH-Wert zwischen 5 und 7 eignen sich für Rumex acetosa. Seine Pfahlwurzel verträgt Fröste bis etwa −20 °C; angegeben werden die USDA-Winterhärtezonen 3 bis 7.

Lebenszyklus und Vermehrung

Zwischen Mai und August blüht Wiesen-Sauerampfer je nach Klima mit eingeschlechtlichen, windbestäubten Blüten. Der Wind trägt den Pollen männlicher Pflanzen zu den weiblichen Blüten, ohne Beteiligung bestäubender Insekten. 2 3

Aus jeder befruchteten weiblichen Blüte entsteht eine kleine braune Achäne mit bleibenden Fruchthüllen, die ihre Ausbreitung mit dem Wind erleichtern. Die Pflanze sät sich reichlich aus; ihre tiefe Pfahlwurzel erschwert das Entfernen einmal etablierter Exemplare. 2

Eine Frühjahrsaussaat im Garten ermöglicht die erste Blatternte nach acht Wochen. Das Teilen eingewachsener Horste, ebenfalls im Frühjahr, vermehrt eine geschätzte Auslese schneller. 4

Auch als Raupenfutter hat Rumex acetosa Bedeutung: Seine Blätter ernähren die Raupen des Kleinen Feuerfalters (Lycaena phlaeas), eines weitverbreiteten Schmetterlings europäischer Wiesen. 9

Nutzen und Risiken

Kulinarisch werden beim Wiesen-Sauerampfer vor allem die jungen, zitronig-säuerlichen Blätter genutzt. Sie kommen roh in Salate oder gekocht in Suppen und Soßen, besonders zu fettreichem Fisch. 4 3

Wegen ihrer weniger sauren Blätter wurde die Auslese 'De Belleville' ausgewählt. Diese eignen sich besser für einen regelmäßigen Verzehr als die Blätter der Wildpflanze. 2

Die traditionelle Pflanzenheilkunde beschreibt die Art als adstringierend, harntreibend und leicht abführend. Früher nutzte man sie wegen ihres Vitamin-C-Gehalts gegen Fieber und Skorbut. 4

Vorsicht erfordert vor allem die Oxalsäure, deren Gehalt in älteren Blättern höher ist. Übermäßiger Verzehr kann Nierensteine, Gicht oder rheumatische Beschwerden verschlimmern; Kochen senkt den Gehalt teilweise. Eine dokumentierte akute Giftigkeit für Menschen, Katzen oder Hunde wird dagegen nicht angegeben. Dies unterscheidet Wiesen-Sauerampfer deutlich von tatsächlich giftigen Pflanzen des Gemüsegartens. 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Nur wenige gärtnerische Auslesen von Rumex acetosa sind stabil etabliert. Am bekanntesten ist 'De Belleville', die wegen ihrer geringeren Säure für die Küche und nicht wegen eines Ziermerkmals ausgewählt wurde. 2

Besonders häufig werden folgende Pflanzen verwechselt:

  • Rumex acetosella, Kleiner Sauerampfer, bleibt kleiner, besitzt nach vorne statt nach hinten gerichtete Blattöhrchen und schmeckt deutlich saurer;
  • Rumex scutatus, Schild-Ampfer, hat schildförmige, weniger saure Blätter und wird gelegentlich anstelle der typischen Art angebaut;
  • Oxalis-Arten werden in manchen Regionen ebenfalls als „Sauerampfer“ bezeichnet, gehören aber zu einer anderen Familie, den Oxalidaceae.

Die Richtung der Öhrchen am Blattgrund bleibt das verlässlichste Merkmal: Bei Rumex acetosa weisen sie nach hinten. Es ist beständiger als die Pflanzengröße oder die Stärke des sauren Geschmacks. 2

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Wiesen-Sauerampfer giftig?

Für Menschen, Katzen und Hunde ist keine akute Giftigkeit dokumentiert. Die bekannte Vorsicht betrifft Oxalsäure, deren Gehalt in älteren Blättern höher ist und die bei Nierensteinen oder Gicht zu beachten ist.

Kann man Wiesen-Sauerampfer roh essen?

Ja. Junge Blätter werden roh im Salat oder gekocht in Suppen und Soßen verwendet. Ihr zitronig-säuerlicher Geschmack stammt von der Oxalsäure.

Was unterscheidet Rumex acetosa vom Kleinen Sauerampfer?

Am zuverlässigsten ist die Richtung der Blattöhrchen am Blattgrund. Bei Rumex acetosa weisen sie nach hinten, bei Rumex acetosella eher nach vorne. Letzterer bleibt außerdem kleiner.

Warum schmeckt Sauerampfer sauer?

Dafür sorgt die Oxalsäure, deren Gehalt in älteren Blättern höher ist. Kochen senkt ihn teilweise. Die Auslese De Belleville wurde wegen ihrer geringeren Säure ausgewählt.

Wann wird Wiesen-Sauerampfer geerntet?

Junge Blätter werden im Frühjahr und Sommer vor dem Schossen geerntet. Mit der Blütenbildung wird das Laub schmaler und saurer.

Ist Rumex acetosa dieselbe Pflanze wie Schild-Ampfer?

Nein. Rumex scutatus, der Schild-Ampfer, ist eine eigene Art mit schildförmigen, oft weniger sauren Blättern. Er wird gelegentlich anstelle von Rumex acetosa angebaut.

Wie lässt sich eine zu frühe Samenbildung vermeiden?

Blütenstängel gleich nach ihrem Erscheinen zu entfernen und den Boden im Sommer frisch zu halten, begrenzt die vorzeitige Blüte. Diese betrifft besonders Pflanzen in voller Sonne auf trockenem Boden.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.