Ampfer-Knöterich (Persicaria lapathifolia, )
Ampfer-Knöterich (Persicaria lapathifolia (L.) Delarbre, 1800) ist eine einjährige krautige Polygonaceae mit nahezu kosmopolitischem natürlichem Areal von der gemäßigten Nordhalbkugel bis Nord- und Ostaustralien. Seine verdickten Stängelknoten tragen lanzettliche Blätter mit punktförmigen Drüsen und später schmale, überhängende Blütenähren. An Ufern, Gräben und auf feuchten Äckern wird er häufig mit Persicaria maculosa und Persicaria hydropiper verwechselt.
WeiterlesenAmpfer-Knöterich, Pale persicaria, Willow weed und Dock-leaved smartweed
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Taken Jan 1, 1970 by Photoflora - L'Abbé COSTE (©)
Taken Sep 12, 2021 by Albert Mallol Camprubí (cc-by-sa)
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Taken Sep 3, 2022 by Sanne Plant (cc-by-sa)
Taken Sep 15, 2011 by Tela Botanica − Bertrand BUI (cc-by-sa)
© copyright of the Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew.
Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Persicaria lapathifolia umfasst die gemäßigte und subarktische Nordhalbkugel von Nordamerika über Europa bis Asien sowie Nordafrika, Äthiopien und Nord- und Ostaustralien. In Südamerika und im südlichen Afrika ist die Art nicht heimisch. Außerhalb des natürlichen Areals ist sie örtlich eingebürgert, etwa in Westaustralien.
- Heimisch6
- Eingeführt1
- Europäisches Frankreich
- Europa
- Nordamerika
- Gemäßigtes Asien
- Nordafrika und Äthiopien
- Nord- und Ostaustralien
- Westaustralien
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Ampfer-Knöterich (Persicaria lapathifolia (L.) Delarbre, 1800) ist eine einjährige krautige Pflanze der Gattung Persicaria innerhalb der Polygonaceae. Plants of the World Online akzeptiert die 1800 von Delarbre aufgestellte Kombination. Sie beruht auf Linnés 1753 veröffentlichtem Basionym Polygonum lapathifolium. 1 2
Das Artepitheton lapathifolia bedeutet „ampferblättrig“ und verweist auf die Ähnlichkeit der Blätter mit denen der Gattung Rumex. Die verdickten Stängelknoten kennzeichnen Persicaria und verwandte Polygonum-Arten; auch der deutsche Name Knöterich rückt diese Knoten in den Vordergrund. 3
Erkennung
Aufrechte bis aufsteigende, oft rötliche Stängel mit deutlich verdickten Knoten bilden den Wuchs des Ampfer-Knöterichs. Die Höhe hängt stark vom Klima ab: 20 bis 80 cm in Frankreich und im gemäßigten Europa, aber bis 1,80 m, mitunter 2 m, an gut bewässerten tropischen Ufern Nordaustraliens. 5 6
Jeder Knoten trägt eine röhrenförmige Ochrea, die für Polygonaceae typische Nebenblattscheide. Beim Ampfer-Knöterich fehlt am oberen Rand der Wimpersaum, während er bei Persicaria maculosa deutlich ausgebildet ist. Dieses Lupenmerkmal ist verlässlicher als Stängelfarbe oder Blattgröße. 7 4
Wechselständige, lanzettliche Blätter werden 4 bis 22 cm lang. Auf ihrer Unterseite sitzen häufig ungestielte punktförmige Drüsen, die unter der Lupe sichtbar werden und bei Persicaria maculosa fehlen. Ein dunkler Mittelfleck kommt gelegentlich vor, reicht als unbeständiges Merkmal aber nie allein zur Bestimmung. 6 4
Schmale, dichte Blütenähren hängen oder biegen sich zur Reife deutlich, anders als die kürzeren aufrechten Ähren von Persicaria maculosa. Jede 3 bis 4 mm kleine Blüte trägt vier rosa, weiße oder blassgrüne Tepalen und fünf bis sechs Staubblätter mit rötlichen Staubbeuteln. 4 7
Nützliche Taxonomie
Für Persicaria lapathifolia (L.) Delarbre akzeptiert Plants of the World Online die 1800 veröffentlichte Kombination auf Basis von Polygonum lapathifolium L., 1753. Die Art bildet einen morphologisch variablen Komplex. Vier untergeordnete Taxa beziehungsweise Synonyme sind dokumentiert, ohne den akzeptierten Namen infrage zu stellen. 1
Zu den besonders gut dokumentierten untergeordneten Taxa und Synonymen zählen:
- Persicaria lapathifolia subsp. brittingeri (Opiz) Soják, Unterart
- Persicaria lapathifolia subsp. pallida (With.) Á.Löve, Unterart
- Persicaria lapathifolia var. salicifolia (Sibth.) Miyabe, Varietät
- Polygonum nodosum Pers., wissenschaftliches Synonym
Mehrere regionale Floren behandeln den Komplex weiterhin als Aggregat statt als einheitliche Art, da stabile Merkmale zur Trennung mancher lokaler Formen fehlen. Orientierung bietet der von Plants of the World Online akzeptierte Name. 1 7
Lebensraum und Verbreitung
Über die gemäßigte und subarktische Nordhalbkugel erstreckt sich das natürliche Areal des Ampfer-Knöterichs von Nordamerika über Europa bis Asien. Dazu kommen Nordafrika, Äthiopien sowie Nord- und Ostaustralien. In Südamerika und im südlichen Afrika ist die Art dagegen nicht heimisch. 1
Für das gesamte europäische Frankreich einschließlich Korsika verzeichnet das INPN die dort heimische Art an feuchten Standorten. 2
Wasser prägt die typischen Standorte: Teichränder, Gräben, Flussufer, feuchte Äcker und gestörte Böden auf sandigem, dunklem oder tonigem Schlamm. In Nordaustralien besiedelt die Art vor allem zeitweise wasserführende Flüsse und künstliche Teiche. Im außerhalb des natürlichen Areals liegenden Westaustralien gilt sie heute als eingebürgert. 5 6
Lebenszyklus und Vermehrung
Im gemäßigten Teil ihres Areals wächst die Art überwiegend einjährig: Auf Frühjahrkeimung folgen rascher Wuchs, Sommerblüte und Absterben beim ersten Frost. In feuchten Tropen kann sie länger überdauern und 1,80 m überschreiten, gegenüber 20 bis 80 cm im gemäßigten Klima, wie für Nordaustralien dokumentiert. 6 1
Von Juli bis Oktober reicht die Blüte im gemäßigten Klima, in den Tropen nahezu über das ganze Jahr. Jede Ähre bildet zahlreiche glänzend braune, plankonvexe oder bikonvexe Achänen von 1,5 bis 3,2 mm Länge. Sie fallen neben die Mutterpflanze oder werden bei Hochwasser verfrachtet. 4 6
Für die Keimung ist die Bodenfeuchte entscheidend. Nach sinkendem Wasserstand laufen die Samen auf freiliegendem Schlamm in dichten Teppichen auf. Das erklärt die oft sehr dichten Bestände an spätsommerlich trockengefallenen Ufern. 5
Nutzen und Risiken
Vorrangig ist Ampfer-Knöterich als Beikraut feuchter Äcker und gestörter Flächen dokumentiert; eine anerkannte gärtnerische Nutzung fehlt. Gängige Referenzdatenbanken verzeichnen keine Giftwirkung für Menschen oder übliche Haustiere. 2 3
Im Unterschied zum pfeffrig schmeckenden Persicaria hydropiper, dem Wasserpfeffer, besitzt Ampfer-Knöterich keine ausgeprägte Schärfe. Dieser Geschmacksunterschied ergänzt bei der Feldbestimmung die morphologischen Merkmale. 4
Blütenknäuel und abgefallene Achänen tragen zur Ökologie der Feuchtgebiete bei. Sie liefern bestäubenden Insekten spät in der Saison Nahrung und ergänzen den für regelmäßig überflutete Böden typischen Samenvorrat. 5
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Anerkannte gärtnerische Sorten des Ampfer-Knöterichs sind nicht bekannt. Die Art wächst spontan und wurde nicht für Zierzwecke ausgelesen. 7
Besonders häufig wird die Art mit dem Floh-Knöterich (Persicaria maculosa) verwechselt, dessen Ochrea bewimpert und dessen Ähren kürzer und aufrecht sind. Danach folgen Persicaria hydropiper mit scharfem Geschmack und deutlichen Blütendrüsen sowie Persicaria pensylvanica mit kräftigeren Blütenständen und fünf Tepalen. 4 7
Weitere Polygonaceae teilen den feuchten Lebensraum, darunter Rumex obtusifolius und Rumex acetosa mit ihren Ampferblättern sowie der deutlich stärker invasive Reynoutria japonica. Keine dieser Arten zeigt jedoch die überhängenden Ähren des Ampfer-Knöterichs. 2
Entscheidend bleibt die Merkmalskombination: unbewimperte Ochrea, ungestielte Drüsen unter den Blättern und deutlich gebogene Ähren kennzeichnen Ampfer-Knöterich. Wimperhaare an der Ochrea weisen dagegen auf Persicaria maculosa hin.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Persicaria lapathifolia (L.) Delarbre
- INPN / MNHN, Persicaria lapathifolia (L.) Delarbre, 1800
- Tela Botanica / eFlore bdtfx, Persicaria lapathifolia (L.) Delarbre
- Go Botany / Native Plant Trust, Persicaria lapathifolia - dock-leaved smartweed
- FloraBase / Western Australian Herbarium, Persicaria lapathifolia
- eFlora NT / Northern Territory Government, Persicaria lapathifolia
- Wilcox M., 2021, Recording Persicaria maculosa and P. lapathifolia, British & Irish Botany
Häufig gestellte Fragen
Ist Ampfer-Knöterich giftig?
In gängigen Referenzdatenbanken ist keine Giftwirkung für Menschen oder übliche Haustiere dokumentiert, anders als bei einigen Zierpflanzen für Innenräume.
Wie unterscheidet sich Ampfer-Knöterich vom Floh-Knöterich?
Am zuverlässigsten ist die Ochrea an den Stängelknoten: Beim Ampfer-Knöterich fehlen Wimperhaare, beim Floh-Knöterich sind sie deutlich ausgebildet.
Schmeckt Ampfer-Knöterich scharf wie Wasserpfeffer?
Nein. Anders als die deutlich scharfen zerriebenen Blätter von Persicaria hydropiper hat Ampfer-Knöterich keinen ausgeprägten Geschmack.
Wo wächst Ampfer-Knöterich?
Die Art besiedelt Teichränder, Gräben, Flussufer und feuchte Äcker auf regelmäßig überflutetem sandigem, dunklem oder tonigem Schlamm.
Woher stammt Ampfer-Knöterich?
Sein natürliches Areal umfasst fast die gesamte gemäßigte und subarktische Nordhalbkugel sowie Nordafrika, Äthiopien und Nord- und Ostaustralien.
Ist Ampfer-Knöterich in Frankreich invasiv?
Nein. Er ist dort heimisch und ein häufiges Beikraut feuchter Standorte ohne besonderen gesetzlichen Status, anders als andere Polygonaceae wie Reynoutria japonica.
Gibt es Unterarten des Ampfer-Knöterichs?
Ja. Regionale Floren erkennen mehrere Unterarten und Varietäten an, darunter Persicaria lapathifolia subsp. brittingeri und subsp. pallida. Der akzeptierte Artname bleibt dabei bestehen.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.






