Mastixstrauch (Pistacia lentiscus, L. 1753)

Mastixstrauch (Pistacia lentiscus L.) ist ein immergrüner, zweihäusiger Strauch aus der Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae), heimisch im Mittelmeerraum und auf den Kanaren. Seit der Antike wird er wegen seines duftenden Harzes, des Mastix, kultiviert. Er wächst in küstennaher Garrigue und Macchie auf armen, kalkhaltigen und gut durchlässigen Böden.

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Wissenschaftlicher NamePistacia lentiscus
GattungPistacia
OrdnungSapindales

Mastixstrauch, Wilde Pistazie, Gewöhnlicher Mastixstrauch, Mastixbaum, Mastic tree und Lentisco

Identität
Toxizität
Giftigkeit nicht dokumentiert; ätherisches Öl nicht einnehmen
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
SpanienFrankreichItalienGriechenlandTürkeiMarokkoPortugal
Lebensraum
Küstengarrigue und Macchie; arme, kalk- oder salzhaltige, stets durchlässige Böden
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
3/10
Reifezeit
Erwachsen mit 5–10 Jahren; Harz ab 5, höchster Ertrag nach 12 Jahren
Vermehrung
Aussaat, Steckling, Luftableger
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, typisch für die salziger Gischt ausgesetzte Küstenmacchie
Luftfeuchtigkeit
30–60 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Kalkhaltiger Boden, Gut entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Innenbereich
Trockene Veranda
Außenbereich
Beet in voller Sonne, Feldhecke
Pflanzgefäße
Terrakotta, Schwerer entwässernder Topf
Erscheinungsbild
Höhe100–500 cmBreite200–400 cm
Blätter
Grün
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
RotGrün
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
RotSchwarz
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Pistacia lentiscus ist im gesamten Mittelmeerraum und auf den Kanaren heimisch, von der iberischen Küste bis zur Türkei und nach Marokko. An Frankreichs Mittelmeerküste ist die Art heimisch und häufig; ein invasiver Status ist dort nicht dokumentiert.

  • Heimisch7
  • Spanien (Festland und Kanaren)
  • Frankreich (Provence, Korsika)
  • Italien
  • Griechenland (Chios)
  • Türkei
  • Marokko
  • Portugal

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Mastixstrauch (Pistacia lentiscus L., 1753), auch Wilde Pistazie, bezeichnet ein strauchiges Gehölz der Gattung Pistacia aus der Familie Anacardiaceae. Auf seinen typischen armen Böden übersteigt es meist nicht 4 m, an geschützten Standorten manchmal 5 m. Plants of the World Online führt Pistacia lentiscus als akzeptierten Namen; Linné beschrieb die Art 1753 anhand von Material aus dem Mittelmeerraum und von den Kanaren. 1

Zweihäusigkeit prägt die Fortpflanzung des Mastixstrauchs: Männliche Blüten stehen rötlich in dichten Trauben auf anderen Pflanzen als die lockerer angeordneten, grünbraunen weiblichen Blüten. Ein isolierter Strauch kann deshalb jedes Jahr blühen, ohne eine einzige schwarze Frucht anzusetzen. 2

Sein Name Mastix verweist auf griechisch mastikhan, kauen, und die antike Nutzung des Harzes zur Atemerfrischung, lange vor dessen Verwendung in Süßwaren und Kosmetik. Die auf lateinisch lentiscus zurückgehende Bezeichnung Lentiske spielt auf das biegsame Holz und die leicht einzuritzende Rinde an, aus der sich der harzige Saft gewinnen lässt. 8

Erkennung

Nach der RHS wächst das immergrüne Gehölz gedrungen und erreicht meist 1 bis 4 m, unter besonders günstigen Bedingungen bis 5 m. Auf exponierten, bodenarmen Standorten bleiben manche Populationen dagegen mit etwa 2 m deutlich kompakter. 2 6

Bis zu 7 Paare dunkelgrüner, ledriger und glänzender Fiederblättchen bilden ein zusammengesetztes Blatt ohne Endblättchen. Die Blattspindel endet unvermittelt. Das unterscheidet den Mastixstrauch bereits von seinem nahen Verwandten Pistacia terebinthus. Zerriebene Blätter riechen deutlich harzig. 2

Gegen Ende des Frühjahrs und zu Sommerbeginn erscheinen kleine, unscheinbare Blütentrauben. Die etwa 4 bis 5 mm große Steinfrucht färbt sich beim Reifen von Rot nach Schwarz. Dieser Farbwechsel macht das Gehölz aus der Entfernung eher erkennbar als seine unauffälligen Blüten. 2

Nützliche Taxonomie

Etwa 10 Arten der Anacardiaceae gehören zur Gattung Pistacia, darunter die Pistazie (Pistacia vera L.) und die Terpentin-Pistazie (Pistacia terebinthus L.), die im Gelände häufig mit dem Mastixstrauch verwechselt werden. Seine botanische Sektion Lentiscus umfasst immergrüne Sträucher mit paarig gefiederten Blättern und kleinen Samen. Die Sektion Terebinthus verliert dagegen ihre unpaarig gefiederten Blätter jeden Winter. 1

In gärtnerischer und botanischer Literatur begegnen weiterhin mehrere historische Synonyme und Varietäten:

  • Pistacia lentiscus var. chia Poir., die auf Chios für Mastix kultivierte Form
  • Pistacia lentiscus var. massiliensis (Mill.) Poir., eine historische Varietät
  • Pistacia lentiscus var. latifolia Coss., eine weitere historische Varietät
  • Pistacia massiliensis Mill., ein historisches Synonym

Als verlässlicher Bezug dient der akzeptierte Name Pistacia lentiscus, der diese gesamte Variabilität umfasst. Die Form chia ist vor allem durch ihren Gebrauch anerkannt, nicht als eigenständiges botanisches Taxon. 1 4

Lebensraum und Verbreitung

Vom iberischen Küstenraum über Südfrankreich, Italien und Griechenland bis zur Türkei und nach Marokko reicht das natürliche Areal. Es umfasst den gesamten Mittelmeerraum und die Kanarischen Inseln. 1 5

Küstennahe Garrigue und Macchie bieten dem Mastixstrauch Standorte auf kalkhaltigen, armen oder salzigen Böden, deren pH-Wert bis 8,5 reichen kann. Stets ist guter Wasserabzug wichtig. Seine ausgeprägte Trockenheits- und Salztoleranz macht ihn zu einer Schlüsselart für die Wiederbewaldung degradierter Böden in Nordafrika. 6

An den Küsten der Provence und Korsikas bleibt der Mastixstrauch heimisch und häufig. In seinem natürlichen Areal wird er weder als bedroht noch als invasiv geführt. 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Nach der Pflanzung braucht ein Mastixstrauch 5 bis 10 Jahre, um seine erwachsene Größe und volle Blühfähigkeit zu erreichen. Die Windbestäubung setzt eine männliche und eine weibliche Pflanze in räumlicher Nähe voraus. Fehlt die jeweils andere, bleibt die Blüte Jahr für Jahr ohne Fruchtansatz. 2

Möglich sind Aussaat nach langem Vorquellen und Kältestratifikation, halb verholzte Stecklinge im Sommer sowie Absenker. Die Vorbehandlung beschleunigt die sonst langsame, unregelmäßige Keimung. Stecklinge und Absenker erhalten das Geschlecht der Mutterpflanze; bei Sämlingen wird es erst nach mehreren Wachstumsjahren erkennbar. 3

Auf Chios beginnt die Harzernte ungefähr im 5. Lebensjahr. Nach dem 12. Jahr erreicht sie ihren Höchstertrag von etwa einem Kilogramm je Pflanze. Das Gehölz liefert über Jahrzehnte weiter Harz und erreicht zwischen 40 und 50 Jahren seine volle Reife. 8

Nutzen und Risiken

Am besten dokumentiert ist die Gewinnung des Mastixharzes, noch vor Samenöl und Holz. Jeden Sommer wird auf der griechischen Insel Chios, dem einzigen für Mastix in Lebensmittelqualität anerkannten Herkunftsgebiet, die Rinde eingeritzt. Die Tropfen härten etwa zwei Wochen auf dem Boden aus und werden anschließend von Hand gesammelt. 8

Traditionell wird Mastix gekaut, um den Atem zu erfrischen und das Zahnfleisch zu festigen. Es gelangt auch in Süßwaren, Speiseeis und bestimmte mediterrane Getränke. Das an Ölsäure und Beta-Sitosterol reiche Samenöl wird in Tunesien als Lebensmittel verwendet und wegen seiner antioxidativen Eigenschaften untersucht. 3 7

Eine Giftigkeit der ganzen Pflanze für Tiere ist nicht dokumentiert. PFAF nennt ein geringes Durchfallrisiko bei sehr großen Verzehrmengen durch Kleinkinder und rät von der direkten Einnahme des konzentrierten ätherischen Öls ab. Dieses reizt stärker als Harz oder Samenöl. 3

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Nur die im Süden von Chios kultivierte Form chia liefert gewerblich nutzbaren Mastix. Andere Populationen scheiden ein vergleichbares, aber kaum genutztes Harz aus. Botanisch ist chia keine eigene Art, sondern eher eine durch gärtnerische Tradition anerkannte Form ohne beständiges morphologisches Abgrenzungsmerkmal. 1

Als Verwechslungspartner kommen besonders diese Gehölze infrage:

  • Pistacia terebinthus, sommergrün, mit unpaarig gefiederten Blättern, Endblättchen und größeren rötlichen Früchten;
  • Pistacia vera, für essbare Samen kultiviert, mit sommergrünem Laub und hartschaligen Früchten;
  • einige Rhus- und Schinus-Arten, weitere Sumachgewächse mit oberflächlich ähnlichen zusammengesetzten Blättern.

Zuverlässiger als der in der ganzen Gattung Pistacia verbreitete Harzgeruch ist die Kombination aus immergrünen, paarig gefiederten Blättern und kleinen, von Rot nach Schwarz reifenden Früchten. Keine der genannten Nachbararten teilt diese Merkmale vollständig. 2

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist der Mastixstrauch für Katzen oder Hunde giftig?

Für die ganze Pflanze ist keine Giftigkeit bei Haustieren dokumentiert. PFAF nennt lediglich ein geringes Durchfallrisiko bei sehr großen Verzehrmengen durch Kleinkinder und rät von der direkten Einnahme des konzentrierten ätherischen Öls ab.

Wie unterscheidet sich der Mastixstrauch von Pistacia vera?

Der Mastixstrauch behält seine paarig gefiederten Blätter ganzjährig, während Pistacia vera im Winter ihre unpaarig gefiederten Blätter verliert. Nur Pistacia vera bildet Samen, die für einen gewerblichen Anbau groß und mild genug sind.

Warum trägt mein Mastixstrauch keine Früchte?

Die Art ist zweihäusig, männliche und weibliche Blüten wachsen auf getrennten Pflanzen. Ohne ein Exemplar des anderen Geschlechts in der Nähe kann ein Strauch jedes Jahr blühen, ohne eine einzige Frucht anzusetzen.

Woher stammt Mastix, und warum wird er nur auf Chios erzeugt?

Mastix ist das erhärtete Harz aus Einschnitten in der Rinde. Nur die im Süden von Chios kultivierte Form chia liefert anerkannten Mastix in Lebensmittelqualität, obwohl die Art im ganzen Mittelmeerraum vorkommt.

Ist der Mastixstrauch in Frankreich invasiv?

Nein. An der französischen Mittelmeerküste ist die Art heimisch und gehört zur Garrigue und Macchie. Ein invasiver Status ist dort nicht dokumentiert.

Wie lässt sich ein Mastixstrauch vermehren?

Durch Aussaat nach langem Vorquellen und Kältestratifikation zur Überwindung der ausgeprägten Samenruhe oder durch im Sommer geschnittene halb verholzte Stecklinge. Absenker an jungen, biegsamen Zweigen sind eine weitere Möglichkeit.

Verträgt der Mastixstrauch Trockenheit und salzigen Wind?

Ja, sehr gut. Er gehört zu den trockenheits- und salzverträglichsten Mittelmeersträuchern. Deshalb ist er wichtig für die Wiederbewaldung degradierter Küstenböden und Standorte in Nordafrika.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.